Bleimunition: FACE lehnt Kriminalisierung von Jägern ab

Stellungnahme von FACE, dem Dachverband der europäischen Jagdverbände, zu der Diskussion über Bleimunition im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI-Ausschuss)

Am 18. Februar 2020 fand ein Meinungsaustausch mit der Europäischen Kommission (EK) zu Bleimunition im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) statt. Dabei wurde FACE verschiedentlich von Mitgliedern des Europäischen Parlaments und der EK erwähnt.

FACE möchte folgende Punkte klarstellen:

FACE unterstützt die schrittweise Einstellung der Verwendung von Bleischrot für die Jagd über Feuchtgebieten.

Bisher haben 23 Mitgliedstaaten die Verwendung von Bleischrot für die Jagd über Feuchtgebieten in Übereinstimmung mit dem Abkommen über afrikanisch-eurasische wandernde Wasservögel (AEWA) schrittweise eingestellt. Die Mitgliedstaaten haben ihre Vorschriften so gestaltet, dass sie dem Risiko angemessen sowie für Jäger und Vollzugsbeamte im Einklang mit den nationalen Bedingungen praktisch und verständlich sind.

FACE unterstützt den aktuellen Vorschlag der EK nicht, weil dieser feste Pufferzonen um Feuchtgebiete herum (welche von der ECHA nicht empfohlen wurden), eine kurze Übergangszeit (sogar kürzer als von der ECHA empfohlen), ein vages Verbot des Besitzes von Bleischrot, welches Jäger automatisch kriminalisiert, sowie eine sehr weit gefasste Definition von Feuchtgebieten einführt, die für den Zweck dieser Verordnung zu komplex ist, als dass Jäger und Vollzugsbeamte sie vor Ort verstehen könnten*.

*Beachten Sie, dass die Ramsar-Definition eines Feuchtgebiet von Mitgliedstaaten nicht in ihrer Gesamtheit  angewandt wurde. PM

Beitragsbild: Schrotmunition (Symbolbild). Foto: SE

Ein Gedanke zu „Bleimunition: FACE lehnt Kriminalisierung von Jägern ab

  1. Peter-Claus Neigenfind, JV Bernau Öffentlichkeitsarbeit, JV Pribram CZ

    Unsere Bundestagsabgeordneten sind anscheinend der Auffassung nur mit Gesetzen sind die “mündigen” Bürger zu gängeln.
    Das es auch anders geht zeigt das Parlament der Tschechischen Republik. Die Anordnung des Verbotes von bleihaltiger
    Munition durch die EU wurde abgelehnt. Man stützt sich dafür auf ein Abkommen zwischen dem CZ Jagdverband und dem Parlament
    das einen freiwilligen langfristigen Verzicht durch die Jägerschaft vorsieht.

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