BJV: “Schluss mit dem gnadenlosen Feldzug gegen Rehwild!”

“Selbsternannte Ökojäger machen mobil gegen das Reh” – Der Bayerische Jagdverband (BJV) unterstützt einen Waldumbau mit einer waidgerechten Jagd, mit Sachverstand und ohne Ideologie – Zu hoher Jagddruck schadet mehr als er nutzt – BJV ist wichtiger Partner beim Aufbau des Klimawaldes

Wachsam und vorsichtig zieht die Rehgeiß im Abendlicht langsam auf die Lichtung, ständig auf der Hut vor drohenden Gefahren. Neben ihr springen zwei muntere Kitze aus dem Wald. Sie sind noch ganz unbedarft. Doch ihre Mutter hat alles fest im Blick. – Ein Anblick, der jeden Naturfreund bis ins Innerste berührt. Ein Anblick, den viele Menschen aber kaum noch erleben dürfen. Denn das Reh ist heimlich geworden, es bleibt im sicheren Versteck. Der Grund: Rehe, die kleinste Hirschart in Deutschland, sind in Bayern unerwünscht. Sie werden zum Sündenbock für den Klimawandel, für Sturmschäden oder Bewirtschaftungsfehler.

Selbsternannte Ökojäger machen mobil gegen das Reh

Eine kleine Gruppe selbsternannter Ökojäger blasen zum Kampf gegen das Reh. Sie sehen im Rehwild den größten Feind des Waldes und kämpfen laut zahlreichen Medienberichten „mit dem Gewehr gegen den Klimawandel“. „Wo man nicht schießt, wächst der Wald nicht“, heißt die Parole. Fragen nach einer tierschutzgerechten Jagd und nach Muttertierschutz werden als Sentimentalität abgetan. Auch die sorgfältige Erzeugung eines wertvollen Lebensmittels spielt da oft keine Rolle mehr. Nur draufhalten und totschießen ist die Devise, wenn man die Statements aus dem so genannten Ökologischen Jagdverein hört.

Wald und Wild gehören untrennbar zusammen

Der Bayerische Jagdverband (BJV), verurteilt diesen Feldzug gegen das Rehwild scharf. Denn Wald und Wild gehören untrennbar zusammen. Neben dem Erhalt von Eiche, Buche und Tanne ist es für den BJV entscheidend, dass es auch den wildlebenden Tieren im Wald, wie Reh, Hirsch und Gams, gut geht und der Waldumbau nicht einseitig auf dem Rücken der Wildtiere umgesetzt wird. Thomas Schreder, Diplombiologe und Vizepräsident des BJV: „Die Bevölkerung will keinen Wald ohne Wild und Waldbau nur mit der Büchse ist der falsche Weg. Der Respekt vor dem Wild und der tierschutzgerechte Umgang mit den Wildtieren muss uns allen ein wichtiges Anliegen sein. Es ist die Verantwortung der rund 50.000 Jägerinnen und Jäger in Bayern, das zusammen mit den Grundeigentümern, der Politik und den Behörden zu realisieren. Jagdvorstände, Waldbesitzer, Jägerschaft, Behörden und Politik müssen gemeinsam nach Lösungen suchen.“

BJV unterstützt Waldumbau

Als staatlich anerkannte Vertretung der Jagd in Bayern, beteiligt sich der BJV selbstverständlich an den notwendigen und sinnvollen Maßnahmen zum Waldumbau mit der waidgerechter Bejagung. Schließlich sind der BJV und seine 158 Kreisvereine die entscheidende Organisation, die den Waldumbau flächendeckend mit einer waidgerechten Bejagung flankierend unterstützen kann.

Zuviel Jagddruck schadet dem Waldumbau

Um Fehler bei der Bejagung zu verhindern, um durch falsche Bejagungsstrategien die Wildschäden möglicherweise noch zu erhöhen, müssen in eine erfolgreiche Wildbewirtschaftung alle Faktoren einfließen, die einen erfolgreichen Umbau zum Klimawald ermöglichen und gleichzeitig den Ansprüchen unserer heimischen Wildtierpopulationen gerecht werden. Führende Wissenschaftler aus der Wildbiologie, der Veterinärmedizin und des Tierschutzes teilen diese Ansicht und warnen davor, mit einer falschen Bejagung, zu hohem, oft unnötigem Jagddruck und falschen jagdlichen Methoden, die Schäden im Wald zu verstärken statt zu mindern.

BJV ist wichtiger Partner beim Aufbau des Klimawaldes

Wildruhezonen, keine Jagdzeit in den Winter hinein, keine Verkürzung der Schonzeiten und Schaffung artgerechter Wildtierlebensräume stellen für den BJV einen wichtigen Teil des erfolgreichen Umbaus zum Klimawald dar. Eine klare Absage erteilt der BJV daher all denen, die versuchen, in kleinen ideologischen Gruppen mit einseitigen Sichtweisen unter dem Deckmantel der Ökologie den Waldumbau nur zu Lasten der Wildtiere umzusetzen.

Jagd ist gelebter Naturschutz PM BJV

Beitragsbild: Erlegte Rehe. Foto: SE

54 Gedanken zu „BJV: “Schluss mit dem gnadenlosen Feldzug gegen Rehwild!”

  1. Günther

    Was zum Geier ist denn ein “Klimawald”?

    Meine Fresse, ist denn die Jägerschaft auch schon komplett im Greta-Delirium? Haben wir denn in Bayern bisher Wälder gehabt, die nicht in der Lage waren, CO2 in O2 zu verwandeln? Können das nur Kiefern? Funktioniert die Photosynthese nur, wenn eine ganz genau ausgetüftelte Mischung von Bäumen gepflanzt wird? Hat das der Schellnhuber schon berechnet? Die Kanzlerin gar? Der Habeck? Müssen Jäger, die als “Klimaleugner” auffallen, vielleicht ihre Waffen bei der nächsten WaffG-Reform abgeben?
    Tut mir leid, so richtig der Protest gegen die Ausrottungskampagne gegen das Reh ist: Ein Vorstand, der, um sich bei der Presse einzuschmeicheln, Nonsensbegriffe wie “Klimawald” übernimmt, macht sich langfristig überflüssig, und schadet der Jagd mehr als er ihr nützt. Wie kann man nur einen derart unwissenschaftlichen Schmarrn verbreiten? Gerade wir Jäger sollten Vernunft in die Debatte einbringen, und nicht falsche Grundannahmen der Klimasektenjünger perpetuieren.
    Die Kernaussage des BJV ist: Klimaschutz Ja, aber nicht auf Kosten des Rehs.
    Wenn der BJV Ahnung von der Sache hätte, bzw. den benötigten Mut hätte, würde er sagen: Die Grundannahme der Greta-Jünger ist falsch. Es gibt keinen “Klimawald”.

    Vor 30 Jahren war’s der Schmarrn mit dem “sauren Regen”. Auch ein wissenschaftlich nicht haltbarer Begriff, der heute komplett in Vergessenheit geraten ist. Jetzt kommen sie mit dem “Klimawald” um die Ecke. Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

    Wir Jäger sind keine Erfüllungsgehilfen der Klimasekte!!!

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  2. Jäger aus Walhall

    Es soll das Wiederkäuende Schalenwild dafür büßen, dass 60 Jahre lang Monokulturen und Palettenzucht den Waldbau bestimmt haben. Die Fichte als „Brotbaum“ des Erzgebirges sollte ja nun in der Zeit genug „Brot“ (Geld) in die Kassen gespült haben, dass ein Waldumbau auch mit Wild stattfinden kann. Aber der Spaß kostet ja dann mehr (Verbissschutz, etc) und fordert Manpower (z.B. beim Wollfilzen). Das geht natürlich überhaupt nicht. Viel billiger ist es, Rehwild und Rotwild auf ein Minimum zu reduzieren. Perverses Wirtschaftsdenken ist das, nichts Anderes.
    Nur, weil sich nun „plötzlich“ herausstellt, dass Monokulturen aus Fichten weder Trockenheit noch straffen Wind sonderlich gut aushalten und zusätzlich noch anfällig für Borkenkäfer sind, findet der sogenannte Waldumbau statt. Das hätte man sich schon vor 60 Jahren im A…. abfingern können. Zusätzliches Problem ist, dass man für Fichten gerade kein Geld mehr bekommt-das nennt sich (!noch! freie) Marktwirtschaft und ist bei einem Überangebot normal. Hätte jeder einigermaßen begabte Wirtschaftler vorhersagen können.

    Abschließend will ich noch bemerken: wenn man mit 5000 Hektar Wald 1,4 Mio Verlust einfährt (ein Forstbezirk im Erzgebirge) kann der Fehler nicht beim Rehwild oder Rotwild liegen. Wenn Eine gute Fee zu mir käme und mir 5000 Hektar Wald schenken würde, müsste ich mir regelrecht Mühe geben, damit keinen Gewinn zu erwirtschaften. Um einen Millionenbetrag Verlust zu machen, musste ich mich richtig ins Zeug legen. Das ist mir unbegreiflich.

    DAS sind die Probleme unserer Wälder: nicht das Wild, sonder die Staatsbetriebe mit ihrer Ineffizienz.

    Geschrieben von einem ehemaligen Jäger des Forstes.

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    1. Martin Mokran

      Das Wild gehört genauso zum Wald wie Eichenprozessionspinner oder Borkenkäfer. Die Frage ist nur : Wie viele? Eichenprozessionspinner stand auch auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Erst die klimatische Änderungen haben eine unkontrollierte Verbreitung des Schädlings ermöglicht. Liebe Damen und Herren – zu viel ist zu viel. Alles anderes ist reine Demagogie. Ein erfolgreicher Waldumbau ohne angepassten Wildbeständen ist nicht möglich. Wald vor Wild! Leben vor Tot! Also schießen, schießen, schießen…..

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      1. Cordula Kraner

        Wald vor wild jeder wo das denkt und sagt und einen jagdschein besitzt, dem gehört er sich entzogen. Das was der Staat da an den Tag legt ist ein absolute Schande und gehört sich rechtlich verfolgt. Das ist ein reines Abschlachten was die da betreiben, auf solche gehört sich die Peta gehetzt

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      2. Torsten Dörmbach

        Herr Martin Mokran, herzlichen Dank für Ihre knappe Darstellung. Genau richtig! Es muss eine naturraumverträgliche Schalenwildpopulationsgröße durch modernes Jagdmanagement geschaffen werden. Eine traditionsbelastete Jagd-Naivität ist Kram von gestern. Ebenso sind die lang bewährten Waldbaustrategien überholt. Es muss der Natur Gelegenheit gegeben werden, um durchatmen und sich erholen zu können. Nur wenn das Waldökosystem intakt ist, kann er wirtschaftlich genutzt werden. Der Weg über den Waldumbau muss zu einem Dauerwald führen. Es muss dauerhaft das gesamte Potential des Naturraums (und nicht nur Tierarten die Jagd-/Schonzeitkalendef gelistet sind!) eine Chance haben. Dafür ist unter anderem die Jagd, aber auch der Waldbewirtschafter für verantwortlich. Daher ist es auch richtig und wichtig, dass alle Beteiligten miteinander wirken und voneinander lernen und gemeinsam ein definiertes Ziel verfolgen. Der Waldbau wird genauso anspruchsvoll, wie auch in solchen Strukturen die Jagd an Reiz gewinnt. Es braucht nun mehr denn je den Jäger von nebenan, mit seiner außerordentlich hohen jagd-handwerklichen Fertigkeiten, als multi-liquide JagdPächter aus der “upperclass”. Dann funktioniert auch der Naturschutz, den die Jägerschaft immer so groß auf ihre Fahnen schreibt. Also ich schließe mich an: schießen, schießen, schießen… Horrido!

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        1. Zündelnerlaubt

          Gewaltiger Sprachgebrauch, alle Achtung.
          Nur, die moderne-gebildet klingende Sprache macht die Aussage nicht richtig.

          Und sorry aber schießen, schießen, schießen…. klingt für mich, nach der Tötungsgeilheit die man uns Jägern gerne vorwirft

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      3. Hans

        Klar schießen, schießen schießen so einfach ist das, und dann wird wohl alles gut. Welch ein einfacher Weg. Wenn wir das Reh dann gegen 0 dezimiert haben sinkt auch Weltweit die Temperatur wieder um 3 Grad. Oder ?

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    2. Peter Claußner

      Die finden für jede Sauerei einen gutklingenden Namen. [Kommentar gekürzt, bitte halbwegs sachlich bleiben, danke, admin.

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      1. Langerx

        Wenn der Waldeigentümer sich informiert und Wälder mit angepassten Wildständen kennen gelernt hat, wird er (sofern er Verantwortungsbewusst ist) ganz klar die Priorität auf den Wald lenken.
        Was nichts mit Wald ohne Wild zu tun hat!
        Den Eigentümerwillen sollte der Pächter akzeptierten.

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    3. Waldjäger

      @Jäger aus Walhall
      Dein Ernst? 😀 Copy& Paste?
      Alter ich will gar nicht wissen in wie vielen anderen Foren du deine Standard Hetze gegen Sachsenforst noch hinein kopierst..
      Nun zum Thema. Also ich war schon mal zur Exkursion bei den bayrischen Staatsforsten und ich muss sagen in dem Betrieb sahen die Wälder super aus. Laut Revierleiter wurde seit Jahren effizient gejagt und nachhaltig ca 10 Rehe/100ha geschossen. Die Bestände waren so vielschichtig, dass so viele Rehe wahrscheinlich genug Äsung gefunden haben und der Wald sich trotzdem verjüngen konnte. Die Betriebe dort haben ihren Abschuss selbst bestimmt soweit ich mich erinnern kann. Traumhafte Zustände wären das für MV 🙂 in diesem Fall stimme ich dem BJV sogar zu, dass man mehr Jagdruhe fordert. Vorausgesetzt die Bestände sollen dadurch nicht wieder ansteigen.

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      1. Jäger aus Walhall

        Waldjäger – es war mir neu, dass wir per DU sind. ICH lasse mich nicht von jedem Dahergelaufenen Duzen-SIE etwa?
        Weiterhin muss ich IHNEN mitteilen, dass das von mir geschriebene der Wahrheit entspricht (welche sich recht einfach überprüfen lässt). Die Wahrheit wiederhole ich in so vielen Foren und sooft ich will.

        In einem Teil muss ich ihnen Recht geben-die Wälder des Forstes sehen super aus. Aber zu welchem Preis? Wenn vor den Drückjagden vom Jagdleiter bei der Belehrung Wörtlich gesagt wird „Es gibt keine schlechten Schüsse-nur schlecht versorgtes (aufgebrochenes) Wild“ ist doch klar, dass das Motto „schießen,schießen,schießen“ lautet. Komme was wolle. Da bleibt Waidgerechtigkeit und Minimierung des Leides beim Erlegen schnell auf der Strecke. Einfach mal drüber nachdenken, zu wessen Erfüllungsgehilfen SIE sich machen.
        Eine weitere Beobachtung beim Forst: viele Jäger kommen ausschließlich zum Erlegen vorbei-dabei ist weder Interesse für das Wildbret noch für Sitten und Gebräuche vorhanden. Warum gehe ich jagen, wenn ich kein Interesse am Wildbret habe? Des Tötens wegen? Ist mir ebenfalls unbegreiflich.

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        1. Waldjäger

          @Jäger aus Walhall
          Ja sicher. Entschuldigen Sie meinen umgangssprachlichen Ton. Ich habe es nicht so mit gesellschaftlichen Geplänkel, wahrscheinlich bin ich zu oft alleine im Wald.
          Zum Thema: es ist natürlich kein Geheimnis das Waldumbau kostet aber haben sie schon mal erwähnt, was die Kollegen im Erzgebirge erreicht haben mit ihrem Engagement? Einige Reviere sind fast vollständig vorangebaut, durchstrukturiert und hoffentlich für sich verändernde Wetterverhältnisse gerüstet. Ich bin gern dort zu Gast. Zur DJ versteht sich 🙂 ich finde es auch nicht verwerflich zur DJ Gäste einzuladen, solange sie im Interesse des Waldes jagen und sich an die Regeln halten. Ich selbst mache ca 20 im Jahr mit dem Hund und fahre dafür auch ins Erzgebirge.
          Zugegeben sind diese gemeinschaftlichen Jagden sehr aufregend, besonders wenn man gern mit Hund jagt wie ich. Das heißt aber nicht das ich nur zum Töten mitmache, sondern weil ich helfen möchte dem Wald zuliebe. Leider hat sich in der Vergangenheit des öfteren bewiesen, dass Jäger, die eine Beziehung zum Wild vor Ort haben, sich absichtlich auf Gesellschaftsjagden zurückhalten. Ist ja auch ihr gutes Recht aber wer sagt, ich schieße keine Rehe auf DJ und dann mit 2 Nachsuchen auf Sauen ankommt, der brauch sich nicht wundern, das andere Jäger kommen. Eine gut organisierte Gemeinschaftsjagd kann mit wenig Störung auf das Jahr gerechnet, sehr effektiv sein. Dann kommt danach das Wild wieder schnell zur Ruhe und wird auch evtl dem Erholungssuchenden sichtbar, wie jemand hier forderte..
          Zu guter Letzt, ich lasse mich hier nicht auf Spass am Töten von Wildtieren reduzieren, nur weil ich ein Verfechter von effizienten Jagdstrategien bin! Meine Motivation ist ein gesunder Wald.

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          1. Jäger aus Walhall

            @Waldjäger – natürlich halte ich mich mit dem Schießen zurück, da ich vor habe das Wildbret auch zu verwerten. Wenn natürlich vor der Jagd, während der Belehrung erwähnt wird, dass man das Wildbret nach dem Schuss nicht erwerben kann, schieße ich überhaupt nicht und bereue die Zeit für die Anreise, sowie den dafür verbrannten Treibstoff. Manche Stücke auf der Strecke sehen aus, als wären sie auf eine Tretmine getreten. Halb zerbombt. Man schämt sich dieser Art Jägerei. Und ihre Rechtfertigung dafür ist ein gesunder Wald? Machen sie die Augen auf! Gesunder Wald, sehr gern! Aber nicht auf Teufel komm raus.

          2. willi

            Was sind “effiziente Jagdstrategien” anders als effizientes Töten? Sie machen es sich zu einfach! “Zum Wohle des Waldes” das letzte Stück aus dem Busch herauszutreten damit es anschließend zusammengeschossen wird hat mit Jagd nichts zu tun. Sie sind dann nichts anderes als Erfüllungsgehilfe, der die jagdliche Inkompetenz der Veranstalter unterstützt. Dieser Liquidationstourismus ist es, der dem Wild und natürlich auch der Jägerschaft schadet.

  3. Waldfreund

    Sowohl Reh- als auch Rotwild sind eigentlich keine Arten, die natürlicherweise ausschließlich im heimisch wären. Das Reh ist ein typischer Bewohner des Wald/Feld Bereichs und das Rotwild lebt eigentlich im Ofenland. Beide wurden durch den Menschen und die intensive Landwirtschaft mir aufgeräumten Feldfluren in den Wald verdrängt. Dort sorgen sie seit Jahrhunderten für Schäden an den natürlichen Baumarten, was dazu geführt hat Baumarten anzubauen, welche diesem Verbissdruck halbwegs standhalten können, u.a die Fichte. Dieses Problem ist für die Waldbauern also nicht neu, hat aber aufgrund der aktuellen dramatischen Situation im Wald eine neue Dimension erlangt. Also jagen,jagen,jagen und akzeptieren, das fremdes Eigentum, nämlich der Wald in dem ihr jagt, geschützt werden muss. Dieser Verantwortung stellt sich der BJV offensichtlich nicht.

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    1. Jäger aus Walhall

      Waldfreund – meinen sie mit „fremden Eigentum“ etwa den Wald der Forste? Ich hoffe, dass das nicht ihr Ernst ist. Als Steuerzahler ist Staatswald nämlich auch mein Wald, anteilsmäßig genauso wie jedem anderen Steuerzahler. Die Staatsbetriebe „Forst“ verwalten und bewirtschaften den Wald ausschließlich im Auftrag der Bürger. Also müsste eigentlich über Waldbauliche Maßnahmen und Bejagung demokratisch abgestimmt werden. Für mich steht in einem Staatswald eben nicht primär die Gewinnerwirtschaftung im Vordergrund, sondern der Erholungsfaktor. Dazu gehört ein für den Spaziergänger erkennbarer Wildbestand.

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  4. Wernicke Josefa

    Diese Schießwütigen schreiben nur weil sie schießen wollen!Die Überlegen nicht was sie sagen. Die Wälder haben schon vor Hunderten von Jahren mit dem Wild gelebt und es hat alles funktioniert!Und es wurde geschossen wenn die Zeit ran gewesen war!!! Man sollte es endlich Gesetzlich verbieten mit der Massentötung des Wildes!!! Die Waffenbescheinigung muss reduziert werden. Dafür sollte man sich einsetzen. Und nicht alles zerstören. Die Mehrheit handelt ohne Verstand. Das muss dringend Verboten werden!!!Wald und Wild gehören zusammen das hat die Natur so gewollt. Der Mensch und Jäger ohne Verstand will alles zerstören.

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  5. Tannenfreund

    Immer schön hier Kommentare zu lesen. Die Anhänger des Knochenkultstammtisch gegen die Vernunft. Wälder sind Lebensraum und Rohstoffquelle, aber keine Wildzucht zur Produktion von Trophäen. Wer Tiere in Güteklassen einteilt, egal ob Rotwild oder Rehwild, der braucht genau nichts von Tierschutz und Ökologie schwätzen. Sobald es um Krähe, Fuchs und anderes einheimisches Raubwild geht ist dann natürlich Schluss mit dem ganzen Sermon. Da muss dann “aufgeräumt” werden, alles dem Fasan zu liebe, der ist ja eine der wichtigsten einheimischen Arten überhaupt. Heuchelei auf höchstem Niveau.

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  6. Torsten Dörmbach

    Ach noch eine kleine Gedankenstütze dazu ( von mir als Jagdscheininhaber): Bundesjagdgesetz § 21 Abschußregelung:
    “(1) Der Abschuß des Wildes ist so zu regeln, daß die BERECHTIGTEN ANSPRÜCHE der Land-, FORST- und Fischereiwirtschaft auf SCHUTZ GEGEN WILDSCHÄDEN voll GEWAHRT bleiben sowie die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege berücksichtigt werden. Innerhalb der hierdurch gebotenen Grenzen soll die Abschußregelung dazu beitragen, daß ein gesunder Wildbestand ALLER HEIMISCHEN T I E R A R T E N in angemessener Zahl erhalten bleibt und insbesondere der Schutz von Tierarten gesichert ist, deren Bestand bedroht erscheint.” Einfach, klipp und klar dargestellt. Horrido!

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  7. Thalhofer

    Kurz und knapp “Wald mit Wild” funktioniert wenn die Bewirtschaftung angepasst ist.

    Wir jagen schon seit 30jahren in unserem Bezirk mit 300ha Wald. Hier wurde früher schon sinnvoll gewirtschaftet zwar von Staat aber umsichtigen Förster. Und somit haben wir einen tollen Wildbestand von Singvögel über Rehwild bis Fuchs.

    Das zeigt mir eigentlich das es auch ohne Sinnloses “Jagen, Jagen, Jagen” geht.

    Bestes Beispiel unserer neuer Förster wollte eine Fläche stärker bejagd haben wir (Jäger) haben abgeraten Ende vom Lied war drumrum starker verbiss und auf Fläche nur minimal weniger.

    Seit 2 Jahren wird wieder normal und mit Hirn bejagd wie früher und siehe da die Anpflanzung kommt auch ohne Zaun hoch.

    Und alles gut.

    Also Hirn einschalten und mit dem wild und Wald dann kommen wir alle voran.

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  8. Veit Henning Krönke

    Wer Monokulturen und Fichtenplantagen mit dem Gewehr schützen will, hat die Bezeichnung Jäger nicht verdient – sondern ist lediglich Vollstrecker und Scharfrichter. Diese waren früher gesellschaftlich geächtet…

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  9. Waldjäger

    Der Steuerzahler soll entscheiden was im Wald passiert? Ebenso wie die Mitglieder der jagdlichen Interessenverbände? Oh nee bitte nicht! Bzw. dann sollen sie 3 Jahre lang Forstwirtschaft studieren und anschließend 1 Jahr Vorbereitungsdienst im agrar- und umweltbezogenen Bereich absolvieren mit anschließender staatlicher Prüfung. Dann können sie gerne mitreden. Ansonsten sind das in meinen Augen nur private Interessen..

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    1. Jäger aus Walhall

      Es sind also alle zu dumm, um über Wald MIT Wild oder Wald VOR Wild abzustimmen, außer der studierte Förster? Krasse Ansicht. Muss ich aber akzeptieren. Hoffentlich bleiben alle intelligent genug, um sich den Wecker zu stellen, damit sie morgens rechtzeitig auf Arbeit erscheinen. Sonst wäre es schnell vorbei mit Steuergeldverschwendung beim Forst.

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    2. Jäger aus Walhall

      Ich denke, der Souverän als Waldbesitzer sollte die Richtlinienkompetenz haben, um z.B darüber abzustimmen, ob Wald UND Wild oder Wald VOR Wild. Dafür ist keiner zu dumm.

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      1. Waldjäger

        Ich habe nicht behauptet irgendwer sei zu dumm, um sich an Entscheidungsprozesse für unseren Wald zu beteiligen. Aber ganz klar Fakt ist, dass die Jägerschaft ein Interesse an erfolgreicher Jagd hat. Ob das mit den Bedürfnissen des Waldes harmoniert sehe ich kritisch. Deshalb sage ich, dass die fachlich zuständigen Forstbehörden über Wildbestände im Wald entscheiden sollten. Deren Mitarbeiter wurden schließlich an Universitäten und Hochschulen dafür ausgebildet.

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        1. mbogo

          Lieber Waldjäger. Einspruch!. Leider werden die Forstleute auf den Hochschulen in Bezug auf das Thema Jagd lediglich ideologisch geschult, Fachkenntnisse im Bereich der Wildbiologie oder der Wildökologie besitzen sie i.A. nicht. Insofern sind sie auch keine Experten, was das Thema Jagd angeht sondern demonstrieren hohe Unkenntnis (Ausnahmen gibt es natürlich). Jetzt könnte man auch sagen, wenn es wirklich solche Experten, wie von Ihnen behauptt sind, dann dürften unsere Wälder jetzt nicht so aussehen und in einem solchen Zustand sein, wie sie jetzt sind, zumindest nicht dort, wo sie die Verantwortung tragen. Also bitte den Ball flachhalten. Ich habe ja bereits in einem anderen Beitrag geschrieben, dass das WIE im Umgang mit dem Wild entscheident ist und hier gibt es beim Forst bei den jagdlichen Kenntnissen erheblichen Nachholbedarf. Diese Aussage gilt zum Teil natürlich auch für Teile der Jägerschaft und der Privatwaldbesitzer.

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          1. Waldjäger

            Lieber mbogo,
            Ihre Anschuldigungen wiegen schon recht schwer wenn man bedenkt, dass im Forst-Studium 2 komplette Pflichtmodule, sich eben mit Wildökologie und Wildtiermanagement befassen. Wo es eben um Lebensweise, Ernährungsgewohnheiten, Sozialverbände, Auswertung unterschiedlicher Telemetrie Untersuchungen, Jagdstrategien und deren Auswirkungen und so weiter und so weiter geht. Es gibt natürlich etliche Studien und auch die Veröffentlichung der Wildtierstiftung ist mir bekannt. Also als Jagdschein Inhaber und Absolvent eines forstlichen Studiums, kann ich wohl sehr gut beurteilen, wie umfangreich das Studium im Vergleich zum Jagdschein ist. Anders natürlich bei der Berufsjäger Ausbildung. Ich würde Berufsjäger als Unterstützung sehr begrüßen im Wald. Es werden ja auch schon einige eingestellt soweit ich weiß. Ich kenne die Umstände bzgl. Abschlussplanung und Nachbeantragung etc in Bayern nicht so genau aber ich weiß das die Betriebe dort mehr Freiheiten haben als wir hier in MV. Das sieht man auch den Wäldern an wenn man mich fragt. Hier bei uns sind die Forstämter fest im Griff der Hegegemeinschaften und sobald es um Reduzierung geht, kommt man sich vor wie im Kindergarten..das muss sich ändern. Einige Privatforste haben sich getrennt von den HG und es so geschafft wunderbare Waldbilder entstehen zu lassen. Leider aber haben die meisten Großgrundbesitzer andere Interessen als stabile Mischwälder. Achso und weshalb die Wälder größtenteils so aussehen wie sie aussehen hatte ich schon mal erläutert. Allgemein wiederhole ich mich mittlerweile sehr oft, daher werde ich es jetzt gut sein lassen und hoffen daß die Vernunft am Ende siegt. In diesem Sinne, Weidmannsheil

  10. Dieter Koch

    …die Staatsjagden sind die größten Plünderer.Offiziell erklärt man das Reheild zum Ungeziefer” und das Rotwild zu den “roten Rindenfressern”
    Gott erbarm,was für eine Elite habn wir da gezüchtet.

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  11. RaBu

    Ende April feiere ich meinen 60. Geburtstag, was allerdings noch wichtiger für mich ist, am selben Tage hab ich ein weiteres Jubiläum, auf das ich richtig stolz bin. Denn dann bin ich seit 50 Jahren. Jagdhundeführer mit mind. einem eigenen Hund. Seit Jahren führe ich 3 Bracken und einen Labi, sehr erfolgreich auf DJ in ganz Deutschland.
    Seit 4 Jahren lehne ich immer wieder Jagden von Forst-Ämtern ab, seit der letzten Saison mache ich gar keine DJ beim Forst mehr.
    Es wiedert mich nur noch an, wenn z.B. nur 5 Sauen aber 25-30 Rehe (inkl. Böcke mit 1-2 Handbreit über Lauscher aufgaben). Zerschossen und regelrecht gemeuchelt. Auch nach 42 JJ hab ich noch keinen Wald gesehen, der vom ReW, RoW, DW oder MW aufgefressen würde. Aber hysterische Förster und Forstamsleiter, die nicht nur beim ReW rot sehen, werden von Jahr zu Jahr mehr…

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    1. mikka

      Genialer Kommentar!!! Besser kann man es nicht schreiben! Chapeau vor Ihrer Entscheidung, welche ich nur nachvollziehen kann.
      Wenn man die bisher 30 (!) Kommentare zu diesem Thema durchliest, wird einem echt nur schlecht.
      Ich möchte an dieser Stelle nur einen Kommentar schreiben: Einfach mal die Arbeitszeit der staatlichen Forstpartie für eine Jagd- oder von mir aus nur für die Drückjagdsaison zusammen zählen, dies mal einem Kostensatz im öffentlichen Dienst multiplizieren – und man staunt wie hoch die finanziellen Möglichkeiten der Wildschadensprävention in der jagdlichen Alternative wären.
      Schießer, bleibt zu Hause und Förster, kümmert euch um den Waldumbau, aber nicht um die Jagd! Staatliche Betriebe, hört auf Ideologien nachzurennen, überlasst die Jagd Berufsjägern mit Sinn für eine Artgerechte Bewirtschaftung!

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    2. Dr. Lucas

      Seit 60 Jahren ununterbrochen Jäger, finde ich, dass die heutige Art der Rehwild – Dezimierung – nicht Bejagung- widerlich ist. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Wälder regelrecht gerodet, Deutsche hatten keine Waffen, im Winter sah man über Jahrzehnte, Sprünge von 10-20 Stück Rehwild. Heute macht sich niemand Gedanken, warum wir trotzdem Wälder haben. Es gab Abschusspläne, die nicht überschritten werden durften. Förster waren damals noch Jäger und keine (Wald) Gärtner. Abgesehen davon sollten sich Forstangehörige um den Wald kümmern. Die Staatsflächen gehören verpachtet. Es geht in der heutigen Zeit nicht mehr, dass wie im Feudalismus Forstarbeiteter- auf Kosten der Steuerzahler- während der Arbeitszeit Jagdeinrichtungen bauen, Treiber oder Jagdhelfer sind und die Förster die Jagd als Arbeitszeit bezahlt bekommen.
      Treibjagden (heutzutage allgemein Drückjagd genannt) auf Rehwild standen unter Strafe. Böcke in der Schonzeit zu erlegen bedeutete nicht nur Jagdscheinverlust. Rehwild wurde nach bestimmten Kriterien erlegt und nicht auf Anblick abgeknallt. Und damit auch ja nichts unbeschossen davonkommt wirdjetzt noch die Schonzeit für Böcke verschoben. Dass Rehkitze ihre Muttertiere nicht nur 3- 4 Monate brauchen, wussten wir früher noch. Uns wurde früher der Jagdschein nicht nachgeworfen, wir mussten mindestens 1 Jahr nachweisen in dem wir einen Lehrprinzen begleiteten (und halfen). Und was den Verbiss betrifft: kein Jäger wird ihn leugnen. Doch wieviel tausend Setzlinge kommen auf einen ha und wieviel ausgewachsene Bäume stehen auf ihm?
      Selbstverständlich schmecken die mit Dünger und Mineralien gedopten und weichen Setzlinge besser als Naturverjüngung. Ein wiederholtes Vergällen der Setzlinge würde Schäden vermindern.
      Dass Naturverjüngung kein Problem darstellt, kann man trotz humusarmen Böden am ehem. Todesstreifen feststellen, der mit enormem Aufwand zum grossen Teil Busch und Baum- frei gehalten wird. Natur und Vogelschutz ade! Was Wald vor Wild betrifft: Mit Besitz verpflichtet usw. werden Grundeigentümer abgespeist, deren Grund unter Naturschutz gestellt wurde, mit teiweisem Wertverlust von 99%.
      Beim Wald hingegen findet man Schützen, die das Rehwild für Forstbaufehler der Vergangenheit zahlen lassen.
      Jagd heißt charaktervoll handeln, das Wild schützen vor Gutmenschen – oder haben Sie sich nie gefragt warum nur Carnivoren mit riesigem Geldaufwand ausgesetzt wurden – und vor der Monokultur in Wald und Feld.

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    3. Torsten Dörmbach

      Lieber RaBu, nach Gott seines gedankt. Nach 42 JJ haben sie genau das auf den Punkt gebracht, wenn Sie sagen ” Auch nach 42 JJ hab ich noch keinen Wald gesehen, der vom ReW, RoW, DW oder MW aufgefressen würde”.
      Das ist genau der Knackpunkt, einen zukünftigen Wald, welcher ja bereits aufgefressen ist, kann niemand mehr sehen. Toll aber, dass Sie dies bemerken. Andere unserer Jagdkollegen (mwd) tun sich dabei ja noch schwer.
      Wie dem auch sei, wir brauchen – um dem Maistream-Begriff zu verwenden – klimastabile Wälder. Das bezieht sich auf die Verjüngung – den Wald von morgen, der jetzt kommen muss oder ggf schon da ist.
      In dieser Verjüngung muss das gesamte Spektrum der potentiellen natürlichen Vegetation (das ist das was Mutter Natur an einem Standort machen würde) eine Chance haben dürfen, damit die Natur und das sehr komplexe Waldökosystem (um das auch nur ansatzweise zu verstehen, gibt es Studiengänge inkl. Jagdkunde, Wildbiologie, Jagdrecht, uvm) die Möglichkeit inGänze hat, sich zu entfalten. Und da gehört neben der Eiche und Weißtanne eben auch u. a. das Waldweidenröschen zu. In Folge einer Klimaerwärmung wird es für die ein oder andere Bauart eng in Deutschlands Wäldern, deshalb brauchen wir auch alle anderen möglichen Baumarten. Und damit das betriebswirtschaftlich (wir sind ja im Wirtschaftswald) risikoarm und damit mit Gewinnerzielungsabsicht verläuft, bedarf es an Naturverjüngung vieler verschiedener Baumarten zzgl Kraut- & Strauchschicht durch angepasste Schalenwildbestände auf Grund eines zielorientierten Jagdmanagements.
      Keiner unserer Forstkollegen (mwd) meltzelt Wild nieder. Doch ist es ja harte Arbeit, mehr als den Zuwachs einer Wildpopulation abzuschöpfen. Man muss Strecke machen, nicht nur bei Schwarzkitteln. Wir wollen doch auch unseren Kindern eine zumindest halbwegs intakte Natur mit gesunden Wäldern und Wildbeständen hinterlassen. Wir wollen doch Spaß in der Natur haben, uns erholen können. Wir wollen doch auch alle aktiven Naturschutz betreiben.
      Dann sollten wir überm unsere Schatten springen und das auch tun!
      Horrido!

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      1. willi

        #Torsten Dörmbach: “In dieser Verjüngung muss das GESAMTE Spektrum der potentiellen natürlichen Vegetation (das ist das was Mutter Natur an einem Standort machen würde) eine Chance haben dürfen”! Na, dann mal alle Förster aus dem Wald!

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  12. Martin Mokran

    In meinem vorherigen Kommentar wollte ich nicht die empfindlichen Seelen zu nahe treten. Die Bilder mit den erlegten Rehen könnten die nicht informierten Menschen überzeugen, um eigene Ziele zu erreichen. Ich hatte sogar das Gefühl, dass nur die sogenannten “Ökojäger” die Rehe schießen. Apropo, je höher die Wildbestände sind, desto mehr muss man schießen, desto mehr Tiere leiden (?). Für manche Diskutierende: Das Prinzip “Wald vor Wild” bedeutet nicht “Wald ohne Wild”. OK, mit den Schädlingen habe ich es ein bisschen übertrieben, aber hat jemand von euch Bescheid, wie viele Hegegemeinschaften dauerhaft oder erneut in dem sogenannten “roten Bereich” liegen? Es handelt sich um diejenige Hegegemeinschaften, in welchen waldbauliche Maßnahmen ohne zeit- und kostenaufwendige Schutzmaßnahmen nicht möglich sind ( wenn überhaupt). Es gibt natürlich auch HG-en, die in “grünem Bereich” sind, in welchem die Jäger die Botschaft des Gesetzes “Wald vor Wild” richtig verstehen und die Verantwortung für den Wald übernommen haben. Da hat man nicht zu meckern. Aber es gibt nur wenige dieser Art. Zu der angesprochenen Wildbiologie und jagdlichen Ausbildung der Forstleute: darüber muss sich niemand Sorgen machen. Was ich persönlich als wichtiger finde, ist Mangel an der forstwirtschaftlichen, oder mindestens walbaulichen Ausbildung mancher “Jäger”. Im Idealfall sollten die Waldbesitzer und die forstlich ausgebildeten Jäger jagen, also diejenige, die den Wald pflegen, die Funktionen des Waldes, die Prozesse und Zusammenhänge, die im Wald herrschen, verstehen und die Auswirkungen der unangepassten Wildbestände kennen.
    Im Endeffekt entscheiden immer diejenige, die im Staat politischen Einfluss haben und damit auch die größte Verantwotung für die Natur und Menschen tragen. Ich glaube, dass die Richtung gegeben ist – die Richtung, die die jetzige Situation erfordert. Um die waldbauliche Ziele umzusetzen, müssen “alle” Beteiligten einen konstruktiven Dialog führen. Hier ist die Änderung des Denkens manchmal notwendig. Wir haben vom Gott Vernunft bekommen, die uns immer die richtige Richtung zeigt. Wir können bauen, aber auch zerstören. Wir können regulieren, aber müssen nicht . Ohne künstliche Regulation geht es in unserer, vom Mensch veränderten Landschaft aber nicht mehr. Es hätte katastrofale Folgen für die Menschen. Bei den Wildtieren würde es eine unkontrollierte Vermehrung und Verbreitung zur Folge haben. Das gilt für Schalenwild genauso wie für die Raubtiere wie Wolf oder Bär. Dazu könnten die Fachleute aus anderen Ländern, wie Rumänien oder Slowakei was sagen. Also alles mit Maß! Jagd ist Berufung, die Jäger haben Verantwortung! Ich glaube, dass es keine Jäger gibt, die auf dem letzten Baum im Wald ein Hochsitz bauen würden.
    Um die politischen Ziele der Forstwirtschaft und des Naturschutzes zu erreichen, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

    Apropos: Diejenige, die Ihre Mission und Verantwortung für den Wald nicht nachkommen, verdienen nicht den Jagdschein zu besitzen.

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    1. Jäger aus Walhall

      Andersherum, Martin Mokran: diejenigen, welche Waidgerechtigkeit und Minimierung des Leides beim Erlegen außer Acht lassen, verdienen den Jagdschein nicht. Aber zum Glück entscheiden wir beide nicht darüber-sonst würden wir uns den Jagdschein wohl gegenseitig abnehmen.

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  13. Martin Mokran

    Lieber Jäger aus Wallhal, schieße weidgerecht, aber schieße! Du rettest den Wald. Anders als weidgerecht geht es nicht. Apropos: Möchtet jemand von uns, dass die Tiere beim Erlegen leiden? Es wäre krank. Worüber es geht lieber Jäger aus Wallhal? Die Jägern schießen, um die festgestellten Abschusspläne zu erfüllen. Ich bin der Meinung, dass die Abschußpläne in den roten Hg-en deutlich erhöht werden, oder mindestens erfüllt werden sollten . Zu hohe Wildbestände haben mit Weidgerechtigkeit nichts zu tun. Der Konkurrenzdruck ist zu hoch und die Seuche und andere Krankheiten fühlen sich in solcher Wildpopulation zu Hause. Dann leiden natürliche die Tiere. Ein guter Beispiel ist TBC beim Rotwild, oder ASP beim Schwarzwild.

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    1. mikka

      Martin und Torsten, wenn Sie von Vernunft, Waidgerechtigkeit und menschlichen Denken schreiben, dann wünsche ich Ihnen mal aus dem Traumzauberland aufzuwecken und in die Realität deutscher Streckenplätze zurückzukehren. Ich empfehle Ihnen einen Nachsuchenhund auszubilden und einzusetzen. Räumen Sie doch mal nach den “Wald vor Wild Jagden” den großherrlichen Forstbeamten und Waldschützern die “weidgerechten Schüsse” nach. Glauben Sie mir, so wie es hier manche gern dargestellt hätten, wie Klimastabile Wälder zustande kommen… ist es nicht. Auch diese Leute stehen in der Traubenkirschenwüste des märkischen Sandes und wollen Jagd,als Absolut, als Waldbau verkaufen. Hört auf mit diesen Heucheleien! Wer glaubt von der Schulbank der Uni zu kippen und in die Ökofanfare blasen zu müssen, um hier gestandenen Praktikern etwas zu erzählen, der ist hier fehl am Platze. Ich, wie viele andere, lehne die Jagd als regulierendes Mittel nicht ab. ABER das WIE zählt!! Und das macht den Unterschied. Goethe hat es mit dem Satz …” hier bin ich Mensch, hier darf ich sein…” ganz gut getroffen. Bei so viel Heuchelei und Meuchelei, will ich jedenfalls nicht sein!!!

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    2. Jäger aus Walhall

      Hallo Herr Mokran, wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, ist die Waidgerechtigkeit stark zu bezweifeln, wenn sich der Jagdleiter des Forstes während der Belehrung zu folgender Aussage hinreisen lässt: “Es gibt keine schlechten Schüsse, nur schlecht versorgtes (aufgebrochenes) Wild”. Wenn ich mir nach der Jagd die Strecke ansehe, auf die unter zu Hilfename von !!80!! Jägern 2 Sauen und 8 Stücke Rehwild gebracht wurden beginne ich doch stark zu zweifeln. Wenn ich mir dann die Schüsse noch ansehe…gute Nacht. Da ist Waidgerechtigkeit schon lange hinten rum gefallen. Unser heimischer Wildbestand wird damit zur Prostituierten – jeder bumst drauf rum, wie es ihm gefällt…

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  14. mbogo

    Anbei eine kleine Zusammenfassung für die Walduntergangspropheten; sie weist nach, welchen Wert ihre Aussagen haben.
    [Link entfernt, admin.]

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  15. HT

    @Martin Mokran, @Torsten D.: Mutig, und Sie haben in meinen Augen beide Recht. Vor 30 Jahren haben wir wie die Helden Fichten / Kiefer gepflanzt. Weil kaum anderes aufwuchs vor lauter Wild (!), und die gegen Verbiss tolerante Fichte den einen oder anderen Knuff eben besser wegsteckte. Bequem 10 Jahre haben die Fichten dann gebraucht, bis diese endlich dem Äser entwachsen waren. Erst verbissen und später geschält, um dann an der “Sollbruchstelle” (alte Schälstelle) bei Naßschnee umzubrechen. Das ist für einen Förster unglaublich frustrierend. Wenn man sich vergegenwärtigt, wie Bäume austrocknen, dann wird weiter klar, warum gerade diese Bestände mit der Rotfäule in Stamm und Wurzelsystem (weil einst verbissen und geschält) heute als erste aufgeben.
    Lese ich bei Raesfeld (1906, Das Rehwild) nach, dann hält er 5% Verbis für tolerabel. Ist der Verbis höher, so solle man doch zu aller erst den Wildbestand reduzieren (“Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt!”). Wenn wir Förster heute Verbiss kritisieren, dann weil er bei 30 … 50% oder noch mehr liegt! Wenn man das so liest, dann könne man fast meinen, der Raesfeld wäre heute eher im ÖJV denn im DJV.
    In den Kriterien für eine nachhaltige Jagd (siehe vorangegangene Beiträge) steht unter Ziff. 1 und 2: “Die Natur zu erhalten. Tierarten und deren Lebensräume zu schützen.
    Die Qualität der Lebensräume zu erhalten und zu verbessern.”. Ist dann eine Jagd nachhaltig, wenn in Laubholzverjüngungen Esche, Ahorn, Speierling, Elsbeere aufgrund von Verbiss komplett herausgefiltert wird? Wenn die Krautschicht (zB Weidenröschen) verarmt, jede Brennnessel am Wegesrand Ende August abgeäst ist? Wenn in den unendlich vielen kleinen Löchern im Wald nunmehr nichts als Gras nachwächst? Es ist ja auch keine Lösung, immer Zäune zu bauen. Mit Zäunen entzieht man dem Wild nur weiter Lebensraum, schränkt die Äsungskapazität ein, erhöht den Verbiss – Druck auf dem Rest der Fläche. Das ist alles oft genug geschrieben. Schalenwildbestände, die in ihrer Höhe den Lebensraum Wald im Winterhalbjahr überfordern …

    @mikka: Eine Forstkultur mit Zaun kostet 12.000 EUR/ha. Auf 500 ha (typische Fläche einer DJ im Forst) brauchen wir 5 ha = 60.000 EUR. Jedes Jahr. So teuer bzw. so viel können auch Forstbeamte gar nicht jagen, um diesen Betrag aufzuzehren. Und wenn der Forst die Reduktion der Wildbestände als reines Schädlingsproblem ansehen würde, gäbe es noch ganz andere, bedeutend günstigere und effektivere technische Möglichkeiten. Wir sollten zusammen froh sein, dass wir dies nicht weiter erörtern müssen.

    Wir haben einen Wertekonflikt und keinen Wald-Wild-Konflikt! Zwischen Menschen – nicht zwischen Tier und Wald. Das die Wildbestände reduziert werden müssen, kann man zB auch bei Prof. Dr. Pfannenstiel in ganz vielen Publikationen nachlesen.
    Allen, die die guten alten Zeiten beschwören, empfehle ich einen Blick in die Streckenstatistiken.
    Ein Beispiel: Rehwild, Deutschland; 1979/80: ca. 750.000; 2018/19: ca. 1.264.000 Stück (Quelle DJV). Soviel zu früher wuchs der Wald auch mit Wild … .

    Es scheint mir vor allem um das WIE zu gehen. Und da bin ich es echt leid, mir die angeblichen Verfehlungen im Staatswald anzuhören! Nirgends wird sorgfältiger auf die Einhaltung der Standards geachtet als gerade hier. Jedes Jahr gibt es X Anzeigen, über die fleißig berichtet wird – auch hier in diesem Forum. Und fast nie bleibt etwas Substantielles übrig – worüber dann oft nicht mehr berichtet wird. Wir sollten das echt lassen.

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    1. admin Beitragsautor

      Ich würde es vorziehen, wenn Sie als Funktionsträger des ÖJV unter Ihrem vollen Namen kommentieren würden, danke. SE

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    2. mikka

      Lieber HT, lassen Sie mich eins vorweg schicken: In meinen obigen Post sprach ich von “Möglichkeiten der Wildschadensprävention in der jagdlichen Alternative”. Dies bedeutet nicht automatisch Zaunbau. Nun nehme ich an, das Sie ein aktiver Förster und auch Funktionsträger des ÖJV sind. Das heißt, es wurden Ihnen, oder Sie haben es selbst getan, sämtlich Denkmuster für eine vernünftige Wildbewirtschaftung aberzogen. Worauf ich hinauswill ist aber etwas vielschichtiger als nur ein totes Reh ist ein gutes Reh! Ich spreche von Wildäckern, Besucherlenkung, Ruhezonen, Kommunikation mit den Nachbarn, Habitatgestaltung etc… eben von Wildmanagement. Jagd gehört dort dazu, auch Abschusspläne, jedoch mit Toleranzen in der Raum-Zeit-Dynamik bestimmter Wildarten. Das beste Beispiel hierfür, Drückjagd im Winter in Inselwäldern im Agrarland. Alle Feldrehe befinden sich im Wald und es scheint als wäre eine extremhohe Dichte vorhanden. Es nutzen aber viele die einzig verbliebene Versteckmöglichkeit. Um es auf den Punkt zu bringen, die falsche Jagdstrategie, verursacht Wildschäden. Hausgemacht, Pasta!

      Nun noch kurz was zu Ihrer Zaunrechnung, erhöhter Kostensatz komplett für Wildschutzzaun liegt bei 10 €/lfdm. Ein Hektar hat günstigsten Falls 400 Meter Zaun, komme ich auf 4000 € bei ungünstiger Zaunform vielleicht auf 6000 €, Dieser steht dann auch 15-20 Jahre.
      Wenn Sie bei Ihrer Rechnung die Kulturpflanzen mit einrechnen, so müssen Sie das den Lesern auch mitteilen. Das sind nämlich keine Parlamentarier die Ihnen alles glauben, nur weil sie ne nette grüne Jacke anhaben.

      Jetzt noch meine Rechnung für die Drückjagd. Für eine 500 ha umfassende Drückjagd. 100-120 Schützen, entfallen MINDESTENS 15 Schützen auf das Forstpersonal (Revierleiter, Ansteller, Forstamtsleiter, Hundeführer). Ich spreche hier nicht von Vor-/Nachbereitung etc., nur als Aktiver am Tag X. 15 Personen mal 8 Stunden (7.00 Uhr Treff, 15 Uhr Heimfahrt) komme ich auf 120 Arbeitsstunden, mal ganz normale Kostensätze gehobener Dienst von niedrigen 50 €/Std.- sind 6000 €. Pro Saison werden die 500 ha jedoch mindestens 2-3 mal beunruhigt und das Personal setzt sich ja auch gern den Rest des Jahres raus (oder muss dies tun). ALSO ich kann meine Rechnung schlüssig begründen… Heuchler und Meuchler eben!

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  16. mbogo

    Wie hier an anderer Stelle schon einmal vermerkt: Die Ergebnisse einer der drei Forstämter, die seit ca. 10 Jahren die “Zielorientierte Jagd” (Der “Erfinder” ist einer der Gurus des ÖJV) durchführen: Abschussplanerfüllung im Schnitt ca. 70% trotz Mindestabschuss in den AK0 bis II, “Standard”, wie von HT beschrieben: Viermalige Drückjagd auf gleicher Fläche mit jeweils ca. 150 Schützen; Erfolg: Steigerung des Verbisses von “erträglich” auf über 85% (eigene Angaben des Forstamts)! Soviel zum Thema Jagdstrategie, sie ist hier eine “Erfolgsgeschichte”;-(. Nicht böse sein, aber ich kann nur vermuten, dass zuwenige HTs als Terminator in der Not des Waldes eingeladen wurden.

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  17. Martin Mokran

    In anliegendem Link etwas für alle Trophäenjäger: Jagd in der Slowakei. Jagdparadies. Im Unterschied zu Deutschland braucht man in diesem Land keine Waldbestände umzubauen. Die slowakischen Wäldern sind standortheimische standortgerechte ausgedehnte Mischwäldern , mit weiträumigen Wiesen und ausreichend Nahrungsangebot für alle Wildarten (natürlich sollten die Wildbestände auch hier angepasst werden). Hier sind auch die starken Karpatenhirsche heimisch. Slowakische Staatsforsten bieten zum Abschuss jährlich auch 30 Wölfe, 60 Bären ( Bären nur mit Genehmigung vom Ministerium)…..
    Motto: schieße Biber, rettest den Baum! (das war nur Witz)
    [Link auf Werbevideo entfernt, admin.]

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