Bewirtschaftungsplan für Großraubtiere auf EU-Ebene gefordert

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Am Mittwoch, den 28. November 2018, fand Europäischen Parlament die Konferenz “Die Jagd im Europäischen Jahr des Kulturerbes: die Herausforderungen von Heute und Morgen“ statt. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Dachverband der europäischen Jagdverbände, FACE in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Fraktion “Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) MdEP Giancarlo Scottà, MdEP Jacques Colombier, MdEP Georg Mayer sowie MdEP Franz Obermayr.

Die Konferenz, die von FACE-Generalsekretär Ludwig Willnegger moderiert wurde, hob die bedeutende Rolle der Jäger in unserer Gesellschaft bei der Generierung wissenschaftlicher Daten und der Überwachung von Wildtieren hervor und beleuchtete den wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Wert der Jagd in Europa.

Der erste, von MdEP Scottà eröffnete Konferenzteil, widmete sich den verantwortlichen Triebkräften für den Rückgang von Wildtierbeständen und koppelte dies an die europäische Gesetzgebung und eine Fallstudie zur Überwachung von Wildvögeln. Scottà betonte, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) negative Auswirkungen sowohl für die Umwelt und Biodiversität als auch den Status vieler jagdbarer sowie nicht-jagdbarer Arten hat.

Andrea Favaretto, italienischer Experte der Beringungszentrale am Monte Pizzoc in Italien, stellte das Projekt ISPRA vor, welches mehr als 80 Vogelarten überwacht. Favaretto hob hervor, dass der größte Rückgang bei den in landwirtschaftlichen Gebieten vorkommenden Arten zu verzeichnen ist und führte als Gründe hierfür den Verlust an Lebensräumen sowie nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und den Klimawandel an.

Kathleen Vanhuyse, wissenschaftliche Expertin des flämischen Jagdverbandes, stellte das Partridge-Projekt in Flandern vor: „Wir arbeiten an einer Umkehr des rückläufigen Trends für diese Art. Hierzu haben wir 60 Wildbewirtschaftungseinheiten eingerichtet, die sich mit der Wiederherstellung von Artenbeständen beschäftigen und dabei mit Landwirten und Umweltorganisationen zusammenarbeiten“. Die Bestände des Rebhuhn scheinen sich in diesen Gebieten zu erholen. Darum muss die neue GAP auf die Wiederherstellung der Artenvielfalt durch Schaffung hochwertiger Lebensräume ausgerichtet sein, welche Nahrung für Vögel liefert.

Eric Sicard, Präsident der UGDCT (Girondine Union for the Defense of Traditional Hunting) und Vizepräsident der UNACOM (National Union of Hunting Associations on Migratory Birds), verwies auf das Problem der Auswirkungen der Landwirtschaft auf Feldvogelarten: „ Wir müssen weniger gefährliche Pestizide verwenden, um die Nahrungskette nicht zu zerstören“, sagte er.

Francesco Bruzzone, Mitglied des italienischen Parlaments, brachte seine uneingeschränkte Unterstützung für die traditionellen Jagdmethoden in Europa zum Ausdruck. Er verwies auf die bisweilen wissenschaftsfeindliche Haltung von ISPRA hin und stellte fest, dass in Italien auf institutioneller Ebene häufig die jagdfeindlichen Positionen triumphierten. In Bezug auf die von ISPRA nicht gestatteten Ausnahmeregelungen erklärte er, dass „wir von der Europäischen Kommission Klarheit brauchen“.

Der zweite, von MEP Franz Obermayr eröffnete Konferenzteil befasste sich mit der Thematik von Großraubtieren mit einem Schwerpunkt auf Wölfe. Thomas Huber, Thomas Pfeiffer und Paolo Sparvoli verwiesen auf die aktuelle Situation in Österreich, Frankreich und Italien sowie die Umsetzung der europäischen Gesetzgebung in diesen Ländern. Die Diskussionsteilnehmer forderten einen Bewirtschaftungsplan für Großraubtiere auf EU-Ebene, auch unter Berücksichtigung des im Rahmen der Berner Konvention vorgesehenen Schutzstatus von Großraubtieren, welcher Ausnahmeregelungen für bestimmte Quoten von Großraubtieren zulässt.

An der Konferenz nahmen mehrere Europaabgeordnete, Vertreter von Interessenverbänden, Jagdverbänden sowie FACE-Ehrenpräsident Giovanni Bana teil. PM

Beitragsbild: Teilnehmer der Konferenz “Die Jagd im Europäischen Jahr des Kulturerbes: die Herausforderungen von Heute und Morgen” im Europaparlament.

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