Bevormundender Naturschutz: Nordseeinsel erwägt Austritt aus Nationalpark

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Der CDU-Ortsverband der Nordseeinsel Baltrum erwägt den Austritt der Insel aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Ein entsprechender Antrag soll auf der Ratssitzung am 15. Oktober behandelt werden. Hintergrund des Streits ist die Verlängerung der Jagdpachtverträge für Reviere auf den Inseln, die vom niedersächsischen Umweltministerium scharf kritisiert worden war. (JAWINA berichtete). Der CDU-Ratsherr und Sprecher der Inseljägerschaft, Jann Bengen, zieht aus den Streitigkeiten um die Jagd oder auch um die Ausweisung von Kite-Surfer-Gebieten nun die Schlussfolgerung, dass die Nutzung der Insel durch Tourismus und Einheimische sich mit dem Nationalpark-Status offenbar nicht verträgt. Stattdessen solle Baltrum zum Naturpark zurückgestuft werden, in dem wesentlich schwächere Schutzvorschriften gelten würden. Medien gegenüber erinnerte Bengen daran, dass die Friesen als “geschützte nationale Minderheit” gelten, “deren Lebensweise besonders geschützt” sei. Dazu gehöre auch, dass man Beeren sammeln, reiten, Pferde auf der Weide lassen oder jagen dürfe, so Bengen. Es könne nicht sein, dass jemand vom Festland ihm sage, er dürfe dies oder jenes nicht mehr, und “deine Kinder dürfen nicht mehr in den Dünen spielen.”

Bengen verwahrte sich gegen Vorwürfe des Naturschutzvereins BUND, die die Gänsejagd auf den nordfriesischen Inseln als Freizeitvergnügen schießwütiger Hobbyjäger diffamiert hatten. Bengen erinnerte an den “staatlichen Auftrag der Jäger zum Küstenschutz”, wozu beispielsweise auch gehöre, Kaninchen zu schießen, die die Deiche unterwühlten. Die in ihrem Bestand in keiner Weise gefährdeten Zugvögel verursachen auf den Feldern Nordfrieslands gravierende Schäden. Statt weiterer Einschränkungen der Jagd regte Bengen die Verlegung der Tourismus – und Marketingveranstaltung “Zugvogeltage” an: Da gebe es die wenigsten Interessenkonflikte.

Die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven meldete rechtliche Bedenken gegen den Baltrumer Vorstoß an, da der Nationalpark durch Landesgesetz geschützt sei. Der BUND und die Grünen wiederholten ihre Forderung nach einem sofortigen Verbot der Vogeljagd im Wattenmeer und forderten die Rücknahme der Jagdpachtverträge. SE

Beitragsbild: Küstenlandschaft im Niedersächsischen Wattenmeer. Foto: SE

6 Gedanken zu „Bevormundender Naturschutz: Nordseeinsel erwägt Austritt aus Nationalpark

  1. Thomas Kammer

    Wir haben doch unseren Verstand, um aus begangenen Fehlern wenigstens zu lernen!
    Warum schauen wir nicht über unseren teutonischen Tellerrand und lernen von unseren niederländischen Nachbarn, dass ohne Gänsejagd letztendlich nur das VERGASEN der Gänse als letzter Ausweg bleibt !?
    Warum schauen wir nicht über unseren teutonischen Tellerrand und lernen von unseren französischen Nachbarn, dass selbst bei vorbildlichem Herdenschutz (ohne Bejagung) höchstens 30% der Wolfsrisse vermieden werden können !?

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  2. RK

    Man will nicht über den Tellerrand schauen und den Verstand benutzen, weil es der links-grünen Ideologie widerstrebt. Der Bürger soll gegängelt werden.

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  3. Grimbart

    Am GRÜNEN deutschen Wesen soll die Welt genesen. Dazu gehört eben auch Abschaffung der Jagd und Schwerter zu Pflugscharen, eben ein komplettes Waffenverbot. Dann wird die Welt ein viel besserer Ort, denn schließlich halten sich auch alle zu 100% daran.

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    1. Ralf

      “Schwerter zu Pflugscharen”…
      Das war eine Kampagne, die von der DDR und der damaligen Sowjetunion nachweislich zur Destabilisierung der BRD und der NATO finanziert worden war. Wer die Linken und die Grünen wählt, der ist selber Schuld. Aber lostgelöst davon wirbt auch die SPD mit der Nabu-Mitgliedschaft von Svenja Schulze- unserer aktuellen Bundeumweltministerin…
      Siehe
      https://www.nrwspd.de/personen/svenja-schulze/

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  4. Thomas Mainthal

    Wie viele Jäger gibt es denn eigentlich auf Baltrum, das diese “Jagd auf Baltrum” nun plötzlich angeblich so wichtig “für die Bevölkerung” ist? Auf den nordfriesischen Inseln ist das übrigens alles überhaupt kein Thema. Wie kommt’s? Und dort ist übrigens weitaus mehr echte einheimische Bevölkerung vorhanden, als auf den ostfriesischen Inseln. Aber das nur am Rande. Die Frage also: kann es nicht sein, das es nur ein Thema ist, weil nun ausgerechnet der Baltrumer CDU-Chef so gern ballert und Jäger spielt und auf Vögel im Nationalpark schießen will? Vielleicht einfach nur der falsche Wohnort für einen Jäger. Und nein, ich bin mal ganz sicher kein “grüner”, nur ein (jetzt ehemaliger) Tourist dieser überaus merkwürdigen Insel

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  5. Thomas Mainthal

    Und nur mal ein Hinweis an den Admin dieser Seite:
    Baltrum gehört immer noch nach Niedersachsen zu den OSTFRIESISCHEN Inseln. Die Nordfriesischen Inseln sind Sylt, Amrum, Föhr und Pellworm plus den Halligen. Soviel Zeit muss sein 😉

    Bezug:
    – Zitat – Bengen verwahrte sich gegen Vorwürfe des Naturschutzvereins BUND, die die Gänsejagd auf den nordfriesischen Inseln als Freizeitvergnügen schießwütiger Hobbyjäger diffamiert hatten. -Zitat Ende –

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