Betr. Unfallwild: “Einen vom Nabu rausscheuchen!”

Das neue Landesjagdgesetz in Baden-Württemberg drangsaliert die Jäger unter anderem mit einer Jagdruhe von Anfang März bis Ende April, in der die Weidleute “in keiner Weise jagdlich tätig” werden dürfen. Dann soll sich die Gemeinde doch in dieser Zeit auch um das Unfalsswild kümmern, findet Jäger Michael H. aus Mahlberg. Er hat seinem Ärger in einem Brief an Dietmar Benz, den Bürgermeister von Mahlberg, Luft gemacht:

Betr. Unfallwild

Hallo Herr Benz!

Seit dem ersten April, ist das neue Landesjagdgesetz in Kraft.

Das erste, was darin zum Tragen kommt, ist die zweimonatige Jagdruhe vom ersten März bis zum dreißigsten April. Der erste Monat liegt zurück im vergangenen Jagdjahr, aber es bleibt noch der April. Da wir in dieser Zeit in keiner Weise jagdlich tätig werden dürfen, möchte ich Sie freundlichst bitten, für die Versorgung von verunfalltem Wild zu sorgen. Ab dem ersten Mai kann das dann alles wieder neu geregelt werden.

Bitte beachten Sie, daß die Wildtiere oft noch am Leben sind, mit gebrochenen Gliedmaßen und oder mit erheblichen, inneren Verletzungen. Die von Ihnen eingesetzte Person muß also in der Lage und im Stande sein, verletzte Tiere zu töten. Wenn es sich um Schwarzwild handelt, ist zu bedenken, daß die verletzten Tiere äußerst wehrhaft sein können. Es ist also zwingend notwendig, daß derjenige, der die Verantwortung übernimmt, bewaffnet ist. Die Art der Bewaffnung einschließlich Kaliberstärke ist gesetzlich genau vorgegeben. Wenn angefahrene Tiere nicht am Unfallort anzutreffen sind, dann muß aus tierschutzrechtlichen Gründen schnellst möglich ein Nachsuchengespann, das heißt ein kundiger mit einem geprüften Hund zur Stelle sein, um das verletzte Wildtier zu finden und zu erlösen. Ein Jäger kann das nicht sein, weil es sich um eine jagdliche Betätigung handelt, die während der Jagdruhezeit ausdrücklich nicht erlaubt ist.

Da mindestens 80% aller Wildunfälle nachts passieren, sollten Sie darauf achten, daß der Verkehr im entsprechenden Straßenabschnitt, während der Nachsuche oder des Wildbergens gestoppt, oder umgeleitet wird. Ich bin nicht ganz sicher, aber ich meine, daß kein Versicherungsschutz besteht, wenn während einer solcher Aktion ein Mensch angefahren wird. Wir Jäger haben diese Aufgabe über viele Jahrzehnte freiwillig übernommen, obwohl das nicht unsere Aufgabe ist. Wir werden das auch wieder tun, aber nicht in der Jagdruhezeit, in der unsere Rechte derart mit Füßen getreten werden.

Der NaBu hat federführend und mit Rückendeckung der Kommunen und der Politik die ideologisch geprägte Jagdruhezeit durchgesetzt. Jetzt wäre es an der Zeit zu reagieren. Jedes mal, wenn ein Wildunfall passiert, muß zwingend einer vom NaBu rausgescheucht werden. Wegen der Kröten rennen die ja auch Nachts im Wald rum.

Gruß Michael Höfler

 

3 Gedanken zu „Betr. Unfallwild: “Einen vom Nabu rausscheuchen!”

  1. FM

    Sehr gut,

    so lernt die verschnarchte Politik endlich, auf welche Souffleure sie da gehört haben.
    In NRW gibt es gut 80.000 Jagdscheininhaber, 63.000 davon im LJV organisiert.

    Der Nabu-Landesverband hat 70.000 Mitglieder – und die Grünen faseln von “Mehrheiten”.
    Hat die SPD wohl nicht aufgepasst und sich von ihrem Koallitionspartner dreist anlügen lassen.
    Wann rafft diese “alte Tante” endlich, dass die Grünenschmuserei ihr Tod ist? Die Stimmen für die Grünen
    gehen hoch, die SPD raucht immer weiter ab…ein Trauerspiel.

    Antworten
  2. fex

    So sehr ich mich ebenfalls über das neue JWMG ärgere – es ist kontraproduktiv, wenn man mit falschen Tatsachen so an die Öffentlichkeit tritt.

    Fakt ist, dass die Jagdausübung keineswegs im März und April ruht – die Jagd auf Schwarzwild (ausser führende Bachen) ist im Feld und im Wald bis 200m vom Feld entfernt nach wie vor erlaubt. Ebenso erlaubt ist natürlich die Hege des Wildes, dies umfasst auch Hegeabschüsse von kranken oder verunfalltem Wild. Ein vom LJV anerkanntes Nachsuchengespann plus Begleitperson ist bei der Nachsuche auf Wild unfallversichert. Die Bestätigung zum Nachsuchenführer erfordert einen gültigen Jagdschein.

    Die Verpflichtung, der man weiterhin nachkommen sollte, ist die Verpflichtung dem Wild gegenüber. Dafür zählt für mich auch, dass ich bei jedem Wildunfall ausrücke, um nötigenfalls im Sinne des Tierschutzes aktiv zu werden. Ob ich mir das Unfallwild aneigne oder die Entsorgung dem Verkehrsträger überlasse, ist eine andere Sache, aber ich trage meine Kritik am JWMG nicht auf dem Rücken des Wildes aus – das macht mich als Jäger und Heger unglaubwürdig und fördert den Vorwurf, nur wegen dem Töten zu jagen.

    So sehr ich die Gedanken des Michael H. nachvollziehen kann – diesen Brief halte ich für einen Fehler.

    Antworten
    1. Chris

      Fex.. Moralisch gesehen ist das richtig was du schreibst aber hier geht es um Politik. Das hat nichts aber auch garnichts mit Moral oder anderen Wertvorstellungen zu tun. Politik ist nur Macht ausüben u d die Chance an die Macht zu kommen. Niemand beherrscht das so rücksichtslos wie die Grünen. Sachargumente sind dabei unerheblich. Auch zu sagen” der Klügere gibt nach” ist kontraproduktiv. Wenn die Yklugen nachgeben haben die Dummen das Sagen. Das ist die Konsequenz. Darum ist der Brief komplett richtig auch wenn nicht alles korrekt formuliert ist.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.