Berlin: Rentner stirbt nach Wildschwein-Angriff

Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist ein Ehepaar von einem Wildschwein angegriffen worden. Der 80-jährige Mann überlebte die Attacke nicht, er starb vermutlich vor Schreck an einem Herzanfall. Die Frau wurde von dem Wildschwein auf dem eigenen, an den Wald angrenzenden Grundstück von dem Wildschwein gebissen und zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Bereits im Oktober 2012 hatte ein Wildschwein in Berlin Jungfernheide, drei Menschen angefallen und leicht verletzt. Die 120-Kilo-Sau war zuvor von einem Auto angefahren worden, hatte sich in einem Gebüsch versteckt und reagierte übellaunig auf Passanten.

Vorfälle wie diese werfen erneut ein Licht auf jagdliche Missstände in der Hauptstadt: Die Schwarzwild-Bestände in den Berliner Wäldern gelten als stark überhöht, jeder Spaziergänger kann sich davon überzeugen, dass sie es tatsächlich sind. Großrotten mit 30 Tieren und mehr sind im Grunewald keine Seltenheit.

In einem von Bruno Hespeler erstellten Gutachten, das die Senatsverwaltung stillschweigend in der Schublade verschwinden ließ, wird die mangelnde Bejagung durch die Berliner Forsten (“Schweinezucht”) und Gängelung und Behinderung der Stadtjäger durch Forstbeamte kritisiert. Auch Begehungsscheininhaber klagen über Reglementierungen und überflüssige Jagdeinschränkungen wie z.B. Bejagungsverbote von Frischlingen (!) in Berlin.

Teile der Berliner Bevölkerung füttern die Wildschweine, zerstechen Reifen von Jägerautos und skandieren “Mörder, Mörder”, wenn sie eines Weidmanns ansichtig werden. Stehen die Sauen aber im eigenen Vorgarten, rufen sie nach SEK und GSG9.

Der Autor dieser Zeilen hat es aber auch schon erlebt, dass sauengeplagte Vorstadtbewohner sich anheischig machten, dem Jäger, dem sie bei den Vorbereitungen zum Nachtansitz begegneten, eine Thermoskanne mit heißem Tee und ein paar belegte Brote auf den Hochsitz zu bringen: “Ich stelle mir auch den Wecker auf nachts um drei und bringe ihnen die Verpflegung zum Sitz, nur schießen sie bitte möglichst viele Wildschweine tot.” SE

Bild: Sauen haben die Rasenflächen in einer Berliner Wohnanlage umgebrochen. Foto: SE

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