Berlin: Jagdgegner schänden Welterbe-Kirche

Unmittelbar vor einer ökumenischen Hubertusmesse zum Hubertustag am 3. November haben militante Jagdgegner die evangelische St. Peter und Paul Kirche auf Nikolskoe in Berlin Wannsee mit Farbe und Parolen beschmiert und das Türschloss mit Silikon verklebt. Die Kirche gehört mit der Potsdamer Schlösser- und Parklandschaft seit 1990 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Im Vorfeld der Hubertusmesse hatten mehrere militante Jagdgegner- und Tierschutzgruppierungen im Internet zu Aktionen aufgerufen. Wegen des zugeklebten Türschlosses und der auf der Schwelle des Gebäudes ausgekippten roten Farbe mussten die Besucher der Hubertusmesse die Kirche durch einen Nebeneingang betreten.

Aus gegebenem Anlass zitierten Besucher und Offizielle die unvermeidliche Weisheit: “Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.” In seiner Predigt forderte Diakon Lehmann mehr Achtung vor den Tieren. Legebatterien, industrielle Schweinemast oder Lachsfarmen zeugten von der Respektlosigkeit der Menschen gegenüber den Tieren, meint der Geistliche. Einem Hai die Flosse abzuschneiden, auf dass er danach grausam verende, sei heutzutage nicht mehr hinnehmbar.

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“Mörder”-Parole neben Kirchentür.
Copyright: J. Gruhl

Jäger hingegen “erlegen mehr mit den Augen als mit der Waffe”, so der Diakon. Jäger hätten durch ihre Tätigkeit einen anderen Blick auf die Rechte der Tiere. Die Zerstörung der Umwelt erlebten sie eher und dichter als der Normalverbraucher. SE/J. Gruhl

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Rote Farbe auf der Schwelle.
Copyright: J. Gruhl

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Jagdlich geschmückter Altar.
Copyright: J. Gruhl

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Schweine – auch IN der Kirche…
Copyright: J. Gruhl

Die Jawina-Redaktion dankt J. Gruhl ganz herzlich für Bilder und Beitrag!

Beitragsbild/alle Fotos: Copyright J. Gruhl

 

5 Gedanken zu „Berlin: Jagdgegner schänden Welterbe-Kirche

  1. Simone Holder

    Ein Schlag ins Gesicht für all unsere Jäger, die in unseren Wäldern für ein gesundes Gleichgewicht sorgen
    und dafür auch große Opfer bringen.
    Auch für mich, ein Jagd-Laie ein Schlag, der weiß, was die Jäger für Arbeit verrichten.
    Abgesehen von der Schändung der Kirche, vermag diese Aktion in mir nur ein verständnisloses Kopfschütteln
    hervorrufen.

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  2. Joachim Ernst

    Es stimmt schon “Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.” Hier wurden aber nicht Tisch und Wände beschmiert. Wer religiöse Orte entweiht / schändet ist in aller Regel diktatorisch. Ihm ist im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr heilig. Das gilt auch für das Leben und die körperliche Unversehrtheit anders Dekender. Was man zum Beispiel daran ablesen kann, daß durch angesägte Leitersprossen der Fall eines Menschen aus mehreren Metern Höhe mit allen seinen möglichen Folgen billigend in Kauf genommen wird.

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    1. Erhardt Heinrich

      Oh mein Got. Eine absolute Perversion und ein Schlag ins Herz eines jeden wirklichen Christen ist das Feiern einer solchen Messe auf diesem heiligen Boden. Beim Betrachten der Fotos bleibt das Herz stehen vor Schreck. Weshalb heißt es Hubertusmesse? Der Sage nach war Hubertus ein grausamer Jäger, bis ihm eines Tages ein Hirsch mit einem goldenen Kreuz im Geweih begegnete. Eine mahnende Stimme fragte: “Hubertus, warum machst du Jagd auf mich?” Fortan entsagte Hubertus der Jagd und achtete die Tiere des Waldes. Wie kommt es dann, dass in einem Altarraum einre KIRCHE ausgestopfte, also getötete Tiere stehen? Wie kann es sein, daß eine Berufsberanche, die ihr Geld mit dem Töten von Tieren verdient, egal wie berechtigt dies sein mag, in einer KIRCHE ihren Berufsstand feiert? Was soll das? Ich sage hier wirklich nichtsNegatives gegen Jäger, jedoch: Auf einem heiligem Boden haben sie wirklich nichts zu suchen (wenn sie nicht als privat in die Kirche kommen). Und schon gar nicht im Namen einer Sage, die das genaue Gegenteil von dem besagt, was hier gefeiert wird! Und, liebe Menschen, es nutzt doch auch nichts, sich als Tierschützer auszugeben und gegen die bösen Schlachter und Tiermastbetriebe zu wettern, den Zeigefinger also auf andere Menschen zu richten, auf den Splitter in deren Auge, während man selbst einen riesigen Balken im eigenen Auge hat. Und nach dem Gottesdienst (inwiefern wurde hier Gott eigentlich gedient?) geht man dann schön in das Restaurant nebenan und bestellt einen Hirschbraten, Hase oder Weihnachtsgans, nicht wahr? Mein Gott, sind Sie verlogen. Der Herr hat uns zehn Gebote gegeben. Das fünfte lautet: Du sollst nicht töten. Wenn Jäger dies schon tun, egal ob sie müssen oder nicht, bitte, feiern Sie es bitte nicht auch noch mit ausgestopften Kadavern in einer Kirche. Sie entweihen sie dadurch jedes Jahr auf’s Neue. Haben Sie doch bitte Respekt vor Gott und einen Funken Würde im Leib, sein Haus nicht zu entehren.
      (Erhardt Heinrich aus Zossen)

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