Berlin: Jäger stirbt nach Waffenkontrolle durch LKA

Am Morgen des 29. Oktober klingelt es an der Haustür von Kitty und Ed Wilson in einer ruhigen gehobenen Wohngegend Berlins Sturm. “Wer ist denn da?”, fragt Kitty Wilson über die Gegensprechanlage. “Machen Sie auf, Landeskriminalamt”, schreit eine Frau. Und noch einmal. “Machen Sie die Tür auf!” “Sie hätte nicht so schreien müssen”, sagt Kitty Wilson, als sie den Vorfall schildert. “Ich konnte sie über den Receiver sehr gut hören.” Unangenehm war es ihr, dass durch das laute Geschrei die ganze Nachbarschaft den Einsatz des Landeskriminalamtes mitbekommen habe. “Es geht jetzt nicht”, erklärt Kitty Wilson den Beamten, “Wir sind noch nicht angezogen und im Bad beschäftigt, mein Mann sitzt in der Badewanne.” Widerwillig erklärt sich die Beamtin bereit, in einer Stunde noch einmal wieder zu kommen. Auch beim zweiten Besuch geht es der Schilderung Ms Wilsons zufolge nicht ohne Sturmklingeln und Machen-Sie-die-Tür-auf-Geschrei ab.

Kitty Wilson zeigt ein Bild ihres verstorbenen Mannes Ed… Foto: SE

Als es soweit ist, sitzt Ed Wilson erschöpft im Sessel. Der 86-jährige ist gesundheitlich angeschlagen und fühlt sich nicht gut. Er hat sich gegen Grippe impfen lassen und die Spritze schlecht vertragen. Um der Frau vom LKA, die in Begleitung einer jüngeren, sehr schüchternen Kollegin erschienen ist, die Arbeit zu erleichtern und die Sache möglichst schnell hinter sich zu bringen, hat er den Waffentresor bereits aufgeschlossen. Sein erster Fehler. “Was ist denn das, warum steht der Tresor offen?”, herrscht die LKA-Beamtin die eingeschüchterten Eheleute an. “Mein Mann konnte sich, als sie das erste Mal geklingelt haben, doch denken, warum sie hier sind”, versucht Kitty Wilson die Beamtin zu besänftigen: “Er fühlt sich nicht gut und wollte Ihnen helfen, damit das hier schneller geht.” “Sie dürfen den Schlüssel schon mal gar nicht in die Hand nehmen!”, motzt die Beamtin.

Die Waffenkontrolleurin habe zu diesem Zeitpunkt schon “sehr verärgert” gewirkt, meint die Witwe. Ihr Mann saß in seinem Sessel und war bereits kreidebleich, er war sich keiner Schuld bewusst, aber das rüde Auftreten der Beamtin, die Atmosphäre von Anklage und Beschuldigung setzten ihm zu. “Laut und aggressiv”, sei die LKA-Frau gewesen, “wie wenn man im Fernsehen Spezialeinheiten sieht, die einen Raid machen, so kam sie hier rein.”

Die Waffenkontrolleurin nahm dann die Waffen aus dem Schrank und glich die Waffennummern mit den Einträgen in der Waffenbesitzkarte (WBK) ab. “Was ist denn das hier, was hat das im Tresor zu suchen?”, fuhr die Beamtin Frau Wilson an. “Das sind meine Juwelen”, erklärte sie. “Na, und wenn sie die brauchen, dann müssen sie doch selber da rankommen?” “Nein, erwidert Ms Wilson, “das macht mein Mann. Er öffnet und verschließt den Tresor – und wir gehen ja nicht jeden Tag zum Ball.”

… im Ornat seiner Freimaurerloge. Foto: SE

Mürrisch sucht die Beamtin weiter – und wird fündig: Eine Nummer auf einer Waffe stimmte nicht ganz mit dem Eintrag auf der WBK überein. “Sie sagte, sie müsse die WBK mitnehmen”, berichtet Ms Wilson, “Um das zu berichtigen. Ich verspreche Ihnen, in drei bis vier Tagen haben sie die WBK wieder”, habe die Frau gesagt. Seine WBK sah Ed Wilson zu Lebzeiten nicht wieder.

“Sie hatte nun alles gründlich geprüft, suchte aber weiter nach irgendwelchen Problemen, das hat man gemerkt”, berichtet die Witwe. Und die Waffenkontrolleurin wird erneut fündig: In einem Fach des großen Waffenschranks entdeckt sie ein paar Schachteln “uralte Munition von einem Gewehr, das Ed vor vielen Jahren besessen hat”, so Kitty Wilson. Die Munition hatte er schlicht vergessen. Das Problem dabei: Ed Wilson hatte im März seinen Jagdschein nicht verlängert, weil er gesundheitlich angeschlagen war und aufgrund zahlreicher Untersuchungen keine Zeit hatte. Während die WBK den Besitz der Waffen legitimiert, berechtigt der (gültige) Jagdschein zum Munitionsbesitz (wenn nicht die Munition auf der WBK eingetragen ist, was die Behörden aber in der Regel verweigern). Jetzt lag also ein schöner Verstoß gegen waffenrechtliche Vorschriften vor und die LKA-Frau machte, wenn man den Schilderung der Hinterbliebenen glauben darf, das ganz große Fass auf.

“Wie kommen Sie dazu, Sie müssen doch selber wissen…!” Ms Wilson bat um Rücksicht für ihren Mann, dem es sichtlich nicht gut ging und der schockiert war, hier wie ein Krimineller behandelt zu werden. “Er war ein Jäger seit frühester Kindheit, schon als Siebenjähriger hat er vom Pferd aus Squirrels gejagt und musste die “bullets” gegenüber seinem strengen Vater abrechnen. Er hatte den amerikanischen Jagdschein, verfolgte als staatlicher game warden Wilddiebe, machte 1972 auch den deutschen Jagdschein und verbrachte sein Leben als mustergültiger Staatsdiener, gläubiger Christ und vielfach sozial engagierter Mensch, der so nebenbei zwei Menschen das Leben gerettet hat.” Alles keine Entschuldigung in den Augen der unerbittlichen Rächerin vom LKA. “Ich habe mir doch mein ganzes Leben nichts zu Schulden kommen lassen”, flehte Ed Wilson. “Aber jetzt haben sie sich etwas zu Schulden kommen lassen”, ereiferte sich die Beamtin und malte ihm genüsslich die Schwere und die Konsequenzen seiner Verfehlung aus.

Sie lehnte es ab, wie Ed Wilson vorschlug, es bei einer Ermahnung zu belassen, schließlich könne er doch heute noch die alte Munition beim Schießstand entsorgen oder einem Berechtigten überlassen, gleich morgen den Jagdschein verlängern. “Nein”, erklärte die LKA-Frau kategorisch”, Wir müssen die Polizei holen.” Unter dem Bombardement der Beschuldigungen sank Ed Wilson in sich zusammen. “Und das mit der Polizei hat meinen Mann…”, Kitty Wilson schüttelt den Kopf. “Er wurde schwächer und schwächer, weißer und weißer, er wusste nicht mehr, was er tun sollte.”

Die Polizei kam, um die Munition zu beschlagnahmen, den zwei jungen Beamten habe “es leid getan, wie es meinem Mann ergangen ist”, berichtet Ms Wilson. Die Polizisten wollten zunächst nichts weiter unternehmen, seien aber von der Waffenkontrolleurin rüde zusammengestaucht worden: “Sie hat die beiden jungen Männer provoziert und runtergemacht – vor uns, was schon sehr böse war, fand ich.” Dann wurden sie belehrt, was jetzt zu tun sei, ein Protokoll aufgenommen werden müsse usw. Noch auf der Straße habe sie die beiden lautstark gemaßregelt: “Sie könnte ein Drill Sergeant sein, 100 Prozent!” Noch Monate später durchlebt Kitty Wilson den LKA-Einsatz in Alpträumen aufs Neue, wie ein Traumaopfer leidet sie unter der Vorstellung, die Beamtin könne erneut an ihrer Haustür klingeln.

Was bleibt: Der Pass und die gefaltete US-Flagge, ein Ehrenerweis für verstorbene Veteranen. Siehe: https://alaforveterans.wordpress.com/2017/06/16/the-symbolism-of-the-13-folds-of-the-u-s-flag/ Foto: SE

Mit Ed Wilson ging es nach dem LKA-Einsatz rapide bergab: “Es ging ihm hinterher viel schlechter, zwei, drei Tage später war er im Krankenhaus.” Seine Frau besucht ihn jeden Tag im Krankenhaus, jeden Tag fragt Ed Wilson, was mit seiner WBK ist. “Das hat ihm so viel Sorgen gemacht, was macht die Polizei jetzt, was geschieht? Mit dieser Last lag er im Krankenhaus.” Dieser Mann, der sein ganzes Leben pflichtbewusst und gesetzestreu verbracht und höchste Ansprüche an sich selbst gestellt hatte, litt schwer darunter, auf diese Weise beschuldigt und wie ein Krimineller behandelt worden zu sein.

Am 19. November starb Ed Wilson. “Glauben Sie, Ihr Mann würde noch leben…?”, frage ich Kitty Wilson: “Ja”, antwortet sie ohne Zögern, “Ja, ich glaube, diese Beschuldigung war Munition.” SE

Beitragsbild: Beileidskarten aus aller Welt gehen bei der Witwe Ed Wilsons ein. Foto: SE

 

 

32 Gedanken zu „Berlin: Jäger stirbt nach Waffenkontrolle durch LKA

  1. Anko

    Mein aufrichtiges Beileid der Hinterbliebenen. Ich hoffe, die rüden Kontrolleure bekommen für diesen unwürdigen, beschämenden Auftritt noch irgendeine angemessene Quittung.

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  2. RK

    Der deutsche Staat funktioniert in vielen Bereichen nicht mehr. Wenn es gegen “alte weiße Männer” geht, die normalerweise ihr Leben lang durch Steuerzahlen das Leben von Amtsbütteln finanziert haben, ist er aber unerbittlich und ermöglicht offensichtlich anderweitig gescheiterten Existenzen, ihre Komplexe auszuleben. Es besteht allenfalls die Hoffnung, dass sich solche unverhältnismäßigen und damit rechtswidrigen Eingriffe rächen werden. #karma Sie werden sich verantworten müssen – jedenfalls vor ihrem Gewissen, ggf. aber auch in gerichtlichen Verfahren… Die bedauernswerte Gattin möge den Vorfall gut dokumentieren, es gibt auch ein Recht auf Akteneinsicht… Mein herzliches Beileid. 🙁

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    1. Erich Blank

      Wenn es stimmen würde,dass dieser Mann durch die Tat der Kontrolleurin gestorben ist,täte es mir aufrichtig leid. Aber in diesem Alter kann man tatsächlich auch am alter sterben. Das kommt vor. Dieser Mann war alt und anscheinend sehr krank. Da frage ich mich auch,wozu er die Waffen noch brauchte. Mich würde auch die Sichtweise der Kontrolleurin interresieren,denn dass die Frau dieses Jägers nicht objektiv berichtet,ist ja auch verständlich,und dass Jäger angepißt auf Kontrolle reagieren kommt auch nicht so selten vor. Für mich eine aufgebauschte Horrorgeschichte einer trauernden Frau,die nicht fassen kann,dass ihr Mann so einfach gestorben ist.

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      1. Holger Knop

        Dieser Kommentar kann nur von einem überarbeitetem, nur die Wahrheit sagendem, Kollegen Beamten kommen, der als ersten Satz in der Behörde gelernt hat : DAS war Ich nicht, Das war der Kollege

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      2. TommiDeutzfahrer

        Sehe ich auch so. [Kommentar gekürzt, keine anonymen Rumpöbeleien und Anwürfe, admin.] Wenn die Kontrolleurin tatsächlich Munition gefunden hat die der Gute nicht besitzen durfte, … ja was hätte sie machen sollen? Beim Waffenrecht kennt der Staat nunmal keinen Spaß. Über Art und Weise mag man streiten, wenn es denn so war. Inhaltlich alles korrekt.

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        1. jochen

          Selbst Beamter oder einfach nur Untertan? Das wird aus Ihrem Kommentar nicht ganz deutlich. Rechtlich korrekt, ist in diesem Land übrigens schon vieles abgelaufen und man fragt sich dann immer, wer die Leute waren, die das so korrekt ausführten? Denn wenn sich mal was geändert hat, war wieder jeder, eigentlich schon immer dagegen gewesen.

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      3. Rudolf Brettschneider

        Es ist völlig egal, wofür dieser Mann die Waffen noch gehabt hat, es gibt ja schließlich auch Waffenliebhaber unter den Jägern und Sportschützen!
        Allgemein ist aber bekannt, dass manche der Kontrolleure sehr frech und anmaßend auftreten. Ich kann nur hoffen, das solche Kontrolleure des Dienstes verwiesen werden, die haben wohl vergessen, wer sie bezahlt!!

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      4. Heinz Luzius

        Solchen Leuten wie ihnen wünsche ich von ganzem Herzen eine solche Kontrolle wenn sie krank und alt sind !!!

        Auch wenn es nur der kleine böse Nachbar war der sie denunzieren will, vielleicht denken sie da dann mal über solche Stasimethoden nach…

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  3. Titus von Unhold

    “Dieser Mann, der sein ganzes Leben pflichtbewusst und gesetzestreu verbracht und höchste Ansprüche an sich selbst gestellt hatte, litt schwer darunter, auf diese Weise beschuldigt und wie ein Krimineller behandelt worden zu sein.”

    Wenn er gegen das WaffG verstoßen hat – wenn auch fahrlässig – war er doch ganz offensichtlich nicht pflichtbewusst genug und hat eine unerlaubte Handlung begangen die eine Straftat darstellt und muss sich nicht wundern wenn er entsprechend behandelt wird.

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    1. Joachim Otte

      Zuerst, mein Beileid.
      Ich gehe davon aus das sich der Vorgang wie geschildert abgespielt hat.
      Feinfühlig geht ANDERS! Straftat? Doch wohl eher eine Ordnungswidrigkeit! Jeder Beamte hat normalerweise einen Ermessensspielraum um in Abwägung der Gesamtumstände handeln zu können….er, oder sie, muss ihn nur anwenden….
      Und ich erwarte von eine/m Staatsdiener/in, wie von jedem anderen Bürger, einen angemessenen Tonfall!

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  4. jochen

    Berlin= Hauptstadt der DDR. Scheint wohl wieder aktuell zu werden? Auch wenn sonst nichts mehr geht, in failed city, alte, weiße Männer können wild-gewordene Emanzen, mit offizieller ideologischer Rückendeckung, offenbar noch drangsalieren?
    Ich hoffe, daß wird für die Dame ein Nachspiel haben.

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      1. Jan

        Lieber Titus von Unhold,

        nein, einen Menschen behandelt man immer mit Respekt und angemessen. Man staucht keinen Menschen einfach so zusammen. Hat er hier eine OWi oder von mir aus vllt eine Straftat begangen? Mag sein. Das kann man dann sachlich unaufgeregt und respektvoll äussern. Die Dame ist weder Richterin, hat also über das Strafmaß nur mittelbar zu richten, noch ist sie ein Polizeiorgan mit Befugnis auch nur in irgendeiner Art und Weise polizeilich zu handeln. Sie hat lediglich ihren Hintern auf einen durchgefurzten Schreibtischstuhl zu setzen und etwas zu tippen. Das war es.
        Nebenbei, meine Sachbearbeiterin bei der unteren Waffenbehörde ist nett, auskunftsfreudig und wir verstehen uns. Sie macht ihren Job hervorragend. So gehts auch. Und ja, würde sie bei mir .45 ACP finden hätte ich natürlich mit Konsequenzen zu rechnen. Aber sie würde ganz sicher trotzdem höflich und freundlich bleiben. Wieso auch nicht?

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  5. Jürgen

    En typisches Beispiel. Wie sich [Beitrag gekürzt, bitte Netiquette beachten, admin.] Menschen hinter ihren Beamtenturm verstecken und mit Begeisterung das eigene Volk Schikanieren… Habe ich schon ebenso erlebt.. […]
    Mein Beileid für die Witwe.

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    1. Jürgen

      hallo ADMIN, wenn hier mit JÜRGEN kommentiert wird, wie stelle ich sicher, dass ich nicht damit gemeint bin? Denn ich habe hier nicht kommentiert!

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      1. admin Beitragsautor

        Es soll mehrere Träger dieses Vornamens in Deutschland geben, einen Rechtsanspruch auf ausschließliche Nutzung hat, soweit bekannt, keiner dieser Jürgen – insofern bleibt nur, sich einen unverwechselbaren “Kampfnamen” zuzulegen.

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  6. Manfred sander

    Mein Beileid für die Frau des verstorbenen.Wie lange müssen wir waffenbesitzer Jäger und Spotschützen uns so eine Schikaniererei noch gefallen lassen?? Unter dem deckmäntelchen waffengesetz transaliert [Beitrag gekürzt, bitte Netiquette beachten, admin.] eine Familie.[dito…] Anwalt nehmen und verklagen.Schande .Auch waffenbesitzer haben Rechte.Was ich nicht verstehe daß man hier das L.K.A. einsetzt.Das ist doch sache vom Ordnungsamt.

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  7. Kr.-Itisch

    Wenn sich der Vorfall wirklich so zugetragen hat, besteht ja immer noch die Möglichkeit das über eine Beschwerde oder Anzeige eines Dienstvergehens prüfen zu lassen. Wenn die Beamtin der Kontrollbehörde so vorgegangen ist, wird das ja wahrscheinlich auch kein Einzelfall sein.
    Natürlich lässt sich das immer schwer nachweisen, schon deswegen, weil diese Herr- bzw. Frau- oder X-schaften nie alleine auftauchen. Da stellt sich mir die Frage ob es angezeigt und legal ist, während der Überprüfung eine Videokamera mitlaufen zu lassen.

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  8. Eddie

    Mein aufrichtiges Beileid der Hinterblienenen.
    Die Schilderungen der Ehefrau können natürlich nicht objektiv sein. Ganz unabhängig jedoch von den Umständen und im Verlauf der Überprüfung von eventuell festgestellten Ordnungswidrigkeiten ist ein Mindestmaß an respektvollem Umgang miteinander Grundvoraussetzung für zwischenmenschliche Kommunikation. Dies lässt sich hier von Seiten der Beamten nicht einmal zwischen den Zeilen erahnen. Wenn sich vor meiner Tür in Berlin solche Szenen abspielen würden, würde ich in Anbetracht dieser jüngsten Ereignisse zunächst meinen Anwalt anrufen und ihn bitten, der Kontrolle beizuwohnen, um zumindest weitere Zeugen zu haben.
    Eine Dienstaufsichtsbeschwerde wäre meiner Meinung nach der richtige Weg.

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  9. Jens Mirwais

    “Der 86-jährige ist gesundheitlich angeschlagen und fühlt sich nicht gut. Er hat sich gegen Grippe impfen lassen und die Spritze schlecht vertragen.”
    Also durch die Grippeimpfung war er sowieso schon in einem schlechten Gesundheitszustand. Und der Stress durch die unfreundlichen Kontrolleure haben ihm dann den Rest gegeben.
    Daran sieht man einfach, dass 1. Impfungen zu hinterfragen sind 2. Ein vernünftiger Umgangston untereinander auch sinnvoller ist als unflätiges Benehmen.

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  10. RK

    @Erich Blank: Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei schon kranken Menschen ein emotional sehr aufregendes Ereignis der Tropfen ist, welcher das Fass zum Überlaufen bringt. Sie negieren, dass der Tod möglicherweise in kausalem Zusammenhang mit der Kontrolle steht. Gerichtsmedizinisch wird man das nicht nachvollziehen können. Es besteht aber (wenn die Schilderung so stimmt – warum sollte sich die Dame das komplett ausdenken?) durchaus die Möglichkeit, dass das rüde Auftreten mit ursächlich war für den Exitus. Sie verneinen das und schlagen so der Witwe (“Mann einfach so gestorben”) virtuell noch ins Gesicht. Erbärmlich.
    Für Legalwaffenbesitzer ist eine Kontrollsituation, in der man mit Vorwürfen konfrontiert wird, durchaus existenziell. Unsere absurde Rechtslage und Rechtsprechung führen ja dazu, dass beim kleinsten Verstoß immer die Maximalstrafe (Verlust der Zuverlässigkeit) aufgerufen wird. Das ist unverhältnismäßig und damit m.E. auch verfassungswidrig (aber das ist ein anderes Thema).
    Zur unsäglichen Aussage “Da frage ich mich auch,wozu er die Waffen noch brauchte.” – herzlichen Dank für Ihr Mitgefühl (Ironie). es kommt durchaus vor, dass man mit Waffen schöne Erlebnisse und Erinnerungen verbindet. Ich will – auch wenn ich alt und krank bin – vermutlich meine Waffen auch noch zum Teil behalten. Sie implizieren, dass man die Waffen abgeben sollte, sobald man gebrechlich wird. Ich finde das erbärmlich. Vielleicht denken Sie mal drüber nach und versetzen sich in die eigene Situation.

    @Titus von Unhold (nomen est omen?)
    Ihre Aussage “Wenn er gegen das WaffG verstoßen hat – wenn auch fahrlässig – war er doch ganz offensichtlich nicht pflichtbewusst genug und hat eine unerlaubte Handlung begangen die eine Straftat darstellt und muss sich nicht wundern wenn er entsprechend behandelt wird.” wirkt ziemlich kalt und technokratisch. Selbst wenn die kleine alte Schachtel Munition nicht mehr formal von den Vorschriften gedeckt sein sollte – jeder mit gesundem Menschenverstand sieht doch, dass Ablauf und Sanktionen hier völlig absurd sind. Mit der Argumentation können Sie auch die Nürnberger Rassengesetze juristisch zielführend verteidigen (sorry, aber die Nazikeule musste mal sein 😉 Wer solche Kollegen als Legalwaffenbesitzer hat, ist verloren.

    Ich bin ob dieser beiden Beiträge etwas sprachlos.

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    1. niedawild im leerrevier

      Lediglich das nicht-verlängern des Jagdscheines führte zur Ilegalität der Langwaffenmunition.
      Jagdscheininhaber dürfen auch Langwaffenmunition besitzen die nicht zu eigenen Langwaffen gehören.
      Legale Langwaffenmunition versteht sich.
      Jäger verleihen auch untereinander Jagdwaffen u. die dazugehörige Munition.

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  11. Ronbi

    Mein Beileid.

    Allerdings läßt mich der alte Witz nicht los:
    Herr/Frau XYZ wir haben eine einstweilige Erschießung gegen sie.

    Beamten aber auch Angestellte im öffentlichen Dienst sind manchmal doch sehr speziell.
    Und SEKs manchmal sehr ruppig.
    Hab ich mir sagen lassen.

    Andererseits fehlt es auch am Respekt gegenüber Polizei, Rettungskräften und Feuerwehr.

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    1. Klaus

      Ach, bei letztgenannten Klientel trauen sie sich gar nicht. Nur wenn sie nichts zu befürchten haben, machen sie bei wirklichen Bürgern ein großes Faß auf. Soetwas kann man immer wieder erleben. Wirklich traurig, wie das heutzutage abläuft.

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  12. W.B.

    Schon der Umstand, dass Legalwaffenbesitzer in Berlin vom Landeskriminalamt “betreut” werden zeigt, was man dort von diesen Bürgern hält. Von schikanöser oder übergriffiger Behandlung durch die Polizei können sicherlich viele legale Waffenbesitzer und deren Angehörige berichten. Als ich 2015 unangemeldeten Besuch zur Schrankkontrolle durch die Polizei im Land Brandenburg bekam, und nicht angetroffen wurde, klingelte der Polizist erstmal bei mehreren Nachbarn in unserer Straße und erkundigte sich, wo ich denn sei. “Man möge mir ausrichten die Polizei hat da einige Fragen an mich, ich solle mich mal unter einer Telefonnummer zurückmelden.” Ich wohnte damals noch keine 2 Wochen dort. Ein netter Auftakt für mich in neuer Wohnumgebung.
    Vor 2 Monaten nun in 2019 eine erneute unangemeldete Kontrolle. Wieder war ich nicht zu Hause, bin berufstätig. Zum neu vereinbarten Termin brachte der Polizist gleich noch Verstärkung durch eine betont unfreundliche Kollegin mit. Mein Angebot den Beamten die Waffen einzeln, entladen vorzulegen zum Abgleich der Nummern mit der WBK verneinte der Polizist, das führe jetzt zu weit. Dazu hätten sie keine Zeit, sie wollten mich nur mal kennenlernen. Vielleicht hätte ich noch Tee und Gebäck bereithalten sollen? Mir wurden dann Fragen gestellt, die sich die Beamten aus ihrem dienstlichen Informationssystem hätten selbst beantworten können. Auch wurde mir zeiwmal unterstellt ich würde in diesem Haus garnicht wohnen. Mit der Ankündigung, nun schon in 2 Jahren wiederzukommen verschwanden sie. Was sie wirklich wollten bleibt unklar, oder lässt sich nur vermuten, und damit ein ungutes Gefühl bald steht wieder mal bei mir ein Polizeifahrezeug vor der Tür. Schon das ist eine Verächtlichmachung gesetzestreuer Bürger. Als ehemaligem DDR Bürger kommt mir heute solche staatliche Fürsorge unangenehm bekannt vor. Es ist wohl schon wieder soweit.

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  13. Ralf

    Es ist schwer, einen Sachverhalt zu beurteilen, wenn man nicht dabeigewesen ist.
    Nichts desto trotz- generell gilt: Der Ton macht die Musik.
    Der Weg einer Dienstaufsichtsbeschwerde steht jedem offen.

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  14. KS

    Ein sehr trauriger Bericht. Mein Mitgefühl der betroffenen Familie. Es fehlt aber dazu die Stellungnahme des LKA.
    K. S.
    (An Administrator: Bitte nur Initialen veröffentlichen – danke)

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  15. Brausewind

    Ich kann bestätigen, dass die “Dame” weiterhin ihren Dienst tut, denn auch mich hat sie vor ein paar Tagen besucht.
    Da meine Waffen ordnungsgemäß verwahrt waren, fand sie keinen Grund zur Beanstandung und zog mit ihrer Kollegin mürrisch ab.
    Das geschilderte Verhalten hat sie bisher nicht geändert, sie hat förmlich nach Beanstandungsgründen gesucht.
    Nebenbei: Wenn man keinen Jagdschein mehr gelöst hat und demzufolge keine Munition mehr besitzen darf, wird man also dazu verleitet, diese nicht mehr im Waffenschrank aufzubewahren. Tolle Rechtslage, stammt so ein Unsinn von unserer jetzigen Regierung?

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  16. Horst

    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich bei solch einem Behördenverhalten um 30 Jahre zurückversetzt in die DDR fühlen. Unschwer vorzustellen, bei welcher Behörde die Dame dann beschäftigt gewesen wäre. um die Bürger auszuspähen und zu drangsalieren.
    Dass eine demokratisch gewählte Regierung jetzt wieder so eine Verwaltung besitzt , sollte daher jedem zu denken geben. Das ist keine Reaktion auf das Fehlverhalten eines Jägers in Winnenden mehr, sondern der Anfang einer neuen Art der Kontrolle des Einzelnen.
    Als Berliner schäme ich mich für diese Regierung und Verwaltung!

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  17. Götz

    Hallo , wir sind nicht alle böse, bin selbst Waffenkontrolleur bei einem KLA, bei uns hätte der gute Mann eine Verzichtserkläung für die Munition unterschrieben, wir hätten diese dann mitgenommen und damit wäre die Sache dann erledigt gewesen!

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