Belgien: Verhaftungen und Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit ASP-Ausbruch

Belgische Medien, zum Beispiel die Zeitung L’Avenir, berichten, dass es im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) Festnahmen gegeben hat. Zunächst wurde bekannt, dass ein 60-jähriger Beamte der wallonischen Wald- und Forstbehörde (Département de Nature et des Forêts, DNF) vor seinem Haus in Bueznol verhaftet wurde. Der Öffentliche Dienst der Wallonie (Service Public de Wallonie, SPW) bestätigte, dass der Mann nicht an seinem Arbeitsplatz erscheinen konnte, weil er von der Justiz vernommen werde. Die Staatsanwaltschaft teilte dann mit, dass am gestrigen Mittwoch vier Personen verhaftet wurden, um vor den Justizbehörden auszusagen. Außerdem seien Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass für alle Festgenommenen die Unschuldsvermutung gelte.

Der wallonische Agrarminister René Collin erklärte laut L’Avenir, dass er die Anordnung des Haftbefehls des für die Ermittlungen zuständigen Ermittlungsrichters gelesen habe. Er habe zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine zusätzlichen Informationen, so Collin. Der Minsiter erinnerte an das Prinzip der Gewaltenteilung: Der Richter führe seine Ermittlungen in völliger Unabhängigkeit durch. Es verstehe sich jedoch von selbst, dass Maßnahmen ergriffen werden, wenn Fehlverhalten vorliege.

L’Avenir wies darauf hin, dass ein Haftbefehl nur dann erlassen werde, wenn ein schwerer Schuldbeweis vorliegt. Dem Belgischen Rundfunk BRF zufolge ist der verhaftete Forstbeamter kein Unbekannter: Die ersten Kadaver von Wildschweinen, die mit dem Virus der Schweinepest infiziert waren, seien wohl von ihm gemeldet worden, so der BRF: “Laut Angaben der Zeitung La Meuse hatte er damals jedoch nicht sofort über seinen Fund berichtet.” Bislang sei unklar, wie das Schweinepest-Virus in die Wallonie gelangt ist. Die Staatsanwaltschaft weigert sich bislang, zu den Vorgängen Stellung zu nehmen. SE

Beitragsbild: Headline eines Beitrags über den verhafteten DNF-Beamten auf der Internetseite von L’Avenir (Screenshot)

 

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