Bayern: Zwei Hunde widerrechtlich erschossen?

Eine weitere Folge aus unserer beliebten Serie “Ruhmesblätter teutschen Weidwerks”: Eine Hundebesitzerin aus Königsbrunn (Landkreis Augsburg) wirft einem Jäger vor, ihre Hunde widerrechtlich erschossen zu haben. Das berichtet die Stadtzeitung Königsbrunn. Demnach ist die Frau am 10. Juli “über den Hof gelaufen”, um bei ihrem Vater “Brezen für ihren Sohn aufzubacken.” Dabei habe sie die Hunde laufen lassen. Dann sei ein Freund des Vermieters, nach Angaben der Frau ein Jäger, vorgefahren und habe geschrien, sie könne da vorn ihre Hunde aufklauben, er habe sie gerade erschossen. Die Frau habe sich daraufhin mit dem Auto auf die Suche nach den Hunden begeben und sie 150 vom Haus entfernt gefunden. Der Schütze sei ihr gefolgt. Der eine Hund war tot, der andere lebte noch schwer verletzt. Der Schilderung der Stadtzeitung zufolge, wollte die Hundebesitzerin den noch lebenden Hund aufheben, als der Jäger sie mit dem Ausruf: “Der lebt ja noch!”, “mit dem Gewehr zur Seite zwang.” Dann soll er vor den Augen der Frau einen Fangschuss auf das Haupt des Hundes angetragen haben.

Die Frau musste sich erbrechen und erlitt einen Nervenzusammenbruch, wie die Stadtzeitung lapidar feststellt. Die Polizei bestätigte gegenüber JAWINA, dass der Fall zur Anzeige gebracht worden ist. Mit Hinblick auf die laufenden Ermittlungen will sich die Polizei bislang nicht weitergehend äußern. Dem Bericht der Stadtzeitung zufolge wird geprüft, ob die Hunde gewildert hätten und wie die Grundstücksgrenzen in dem Bereich verlaufen. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der Stadtzeitung Königsbrunn (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

 

6 Gedanken zu „Bayern: Zwei Hunde widerrechtlich erschossen?

  1. Jan Schöne

    Die beiden Serien Ruhmesblätter teutschen Waidwerks und Gelebte Öffentlichkeitsarbeit sind wirklich spektakulär. Als Comic wären sie der Reißer. Schade, dass es wohl Realität ist. Mir war nicht bewusst, dass es sooo krasse Nummern gibt. Bitte, lieber Hubertus, lass es verirrte Einzelfälle sein.

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  2. Schulz

    Die Jägerschaft muss endlich selber damit beginnen, solche geistig minderbemittelten Nestbeschmutzer aus ihrem Kreis zu entfernen. Ich erlebe leider auch hin und wieder, dass sich der ein oder andere Jagdkamerad in Ton und Handlung völlig versteigt, gegenüber Nichtjägern. Ich frage mich immer, woher das kommt. Ist das biologisch mit Revierverteidigung zu erklären? Hier muss die Jagdausbildung besser werden – als Soldat und als Polizist lernt man sehr ausführlich wie ich mich mit Waffe zu benehmen habe und was meine Rechte im Waffeneinsatz sind. Wenn wir nicht handeln, werden wir behandelt.

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    1. Edelmann

      Staatsanwaltschaft und Ordnungsbehörde werden erst aktiv, wenn ein Fehlverhalten vorliegt.
      Das nutzt den Opfern im Nachhinein nichts mehr und abschreckend wirkt es wahrscheinlich auch nicht.
      Beim Wolf schreibt man gerne, wir wären für einen großen Prädator zu dicht besiedelt.
      Sind die Auswirkungen der dichten Besiedlung (Freizeitverhalten der Menschen) für Jäger nicht vergleichbar?
      Man pachtet mit dem Revier nicht das Verfügungsrecht über alles was sich dort ereignet, sondern man ist beschränkt auf ein Aneignungsrecht und darauf, dass durch die Jagd kein Schaden entsteht. Der Wolf differenziert nicht zwischen Reh und Schaf, ein Jäger sollte stets in der Lage sein zu erkennen, was in unserer Gesellschaft erlaubt ist und was nicht.

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      1. Grimbart

        Vollkommen richtig Edelmann, nur leider verhalten sich manche Jagdausübungsberechtigte wie ihre Namens gebenden Feudalherren und meinen mit der Pacht über alles und jeden entscheiden zu können.

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      2. Ralf

        Ich weiß zwar nicht, was der Wolf hier in der Thematik zu suchen hat, aber manchen Jagdgegnern ist jedes Mittel recht, nicht wahr?

        1.”Staatsanwaltschaft und Ordnungsbehörde werden erst aktiv, wenn ein Fehlverhalten vorliegt.
        Das nutzt den Opfern im Nachhinein nichts mehr und abschreckend wirkt es wahrscheinlich auch nicht.”

        zu 1.:
        Es wurde ein Fehlverhalten gemeldet (in Form einer Strafanzeige). Somit muss die Staatsanwaltschaft prüfen und auch an die Ordnungsbehörde weiterleiten.
        Und es nutzt auch den Opfern von Wolfangriffen im Nachhinein nichts mehr, wenn Wolfabschüsse anschließend durchgeführt werden.
        Allerdings dürften sowohl Straf-als auch Ordnungswidrigkeitenverfahren ebensogroßes Abschreckungspotenzial haben wie der Abschuss im Wolfrudel. Wenn man in den neuen Bundesländern mittlerweile nach dem Schuss so schnell wie möglich zum gestreckten Stück laufen muss, weil die Wölfe gelernt haben, dass ein Schuss auch Beute für sie bedeutet und sie das Stück in Besitz nehmen, dann ist etwas fehlkonditioniert.

        2. “Beim Wolf schreibt man gerne, wir wären für einen großen Prädator zu dicht besiedelt.
        Sind die Auswirkungen der dichten Besiedlung (Freizeitverhalten der Menschen) für Jäger nicht vergleichbar?”

        zu 2:
        Nein- es ist nicht vergleichbar.
        Ich werde den Ermittlungen nicht vorgeifen. Aber die mit der jährlichen 30%-Bestandzunahme verbundenen überproportional steigende Gefahr durch Wölfe (oder angriffslustigere Wolfhybriden?) ist wohl kaum mit dem Fehlverhalten von sehr wenigen Menschen vergleichbar.
        Der Unterschied ist auch: der Fehlverhaltende Mensch kann bestraft werden oder verliert den Jagdschein und damit die Jagdpacht. Der Wolf kann bislang unreglementiert tun was er möchte.

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