Bayern: Wildschweine greifen Hunde an

Ein Hund tot, fünf weitere schwer geschlagen

In Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land) ist eine Hundetrainerin bei einem  Spaziergang mit acht Hunden von Wildschweinen attackiert worden. Ein Hund überlebte den Angriff nicht, fünf weitere sind schwer verletzt worden. Die 33jährige, die auch eine Hundepension betreibt, war in einem Waldstück in Letten, einem Ortsteil von Lauf an der Pegnitz unterwegs. Der Vorfall ereignete sich am Montag Abend. Die Hundetrainerin war einem Bericht des Onlineportals nordbayern.de zufolge auf dem Rückweg zu ihrem Auto, als ein Wildschwein zuerst einen frei laufenden, aber Maulkorb tragenden Rottweiler-Rüden annahm. Ein weiteres Wildschwein kam hinzu, ein drittes hielt sich am Rand des Weges im Hintergrund. Erst als zwei Jogger zu Hilfe kamen und – ziemlich mutig – auf die Wildschweine eintraten, ließen die Sauen von den Hunden ab.

Vermutlich war die Hundetrainerin mit ihrer Meute versehentlich einem Wurfkessel oder einer Rotte mit Frischlingen zu nahe gekommen. Die Hundetrainerin berichtete, dass sie in diesem Gebiet seit Jahren ihre Hunde ausführe, aber noch nie ein Wildschwein gesehen hätte. Es besteht laut nordbayern.de keine generelle Leinenpflicht in dem Gebiet, auch hätten sich die Hunde im Einwirkungsbereich der Hundehalterin bewegt. Trotzdem muss die Hundetrainerin, die sich bei dem Unfall schwere Prellungen und ein verstauchtes Handgelenk zuzog, neben Genesungswünschen auch viel Kritik in den sozialen Netzwerken anhören. Der Bayerische Jagdverband empfiehlt, Hunde während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr grundsätzlich anzuleinen. red.

Beitragsbild: Jagdhund und Wildschweine im Saugatter – unerfahrene und übermütige Hunde haben gegen Wildschweine keine Chance. Foto: SE

5 Gedanken zu „Bayern: Wildschweine greifen Hunde an

  1. Anko

    Die Übergriffigkeit von Schwarzwild gegen Hunde wird als Anpassungsreaktion auf die Anwesenheit von Wölfen sicher noch zunehmen.

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  2. Ralf

    Von Ausnahmen abgesehen: 3 Monate, 3 Wochen, 3 Tage… (nach der Rauschzeit)- sollte jeder kennen. Lernt man auf dem Jägerlehrgang.

    Dennoch sehe ich unterschiedliceh Gefährlichkeiten, die die unterschiedlichen Charactere ausmachen:
    Die Bache stellt die Verfolgung ein, wenn man die Distanz zu den Frischlingen hergestellt hat- Wölfe stellen die Verfolgung nicht ein, sondern Hetzen, bis die Beute vor Erschöpfung zusammenbricht oder zu langsam wird.

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  3. Kr.-Itisch

    Leid tun mir nur die geschlagenen oder gar getöteten Hunde. Oft genug weisen wir die „leinenlosen“ Hundeführer genau auf diese Tatsache hin. Und das muss noch nicht mal eine führende Bache sein. Ein Trupp halbstarker Überläufer-Keiler ist da mindestens genauso gefährlich. Bleiben die Hunde angeleint auf den Wegen, ist ein solches Szenario auszuschließen. Man müsste die Hundetrainern, die offensichtlich ihren Job nicht versteht, anzeigen, die Schuld daran trifft ausschließlich sie. Hundetrainer-,in darf sich ja leider ohne weitere Qualifikation jeder nennen. Fraglich ist auch, warum ein mit Maulkorb versehener Rottweiler (offensichtlich gefährlich) überhaupt unangeleint laufen darf. Mit einem Maulkorbzwang ist i.d.R auch einen Leinenzwang verbunden.

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  4. Franky

    @Kritisch: Vorsicht! Ohne belastbare Kenntnisse des Geschehens der Hundetrainerin eine Schuld für die Sache zuzuweisen, halte ich zumindest mal für fragwürdig.
    Und auch, wenn Sie mit der implizit angedeuteten Behauptung, Hundetrainer sei keine geschützte Berufsbezeichnung, noch Recht haben mögen, liegen Sie mit der Annahme, diese Tätigkeit entgeltlich auszuüben erfordere keinerlei Qualifikation, schon krass daneben. Die entsprechende Änderung des § 11 TierSchG liegt inzwischen fünf Jahre zurück und hat in der Szene auch der Jagdhundeausbilder für Diskussionen gesorgt.
    Das macht Ihre Äußerungen insgesamt zumindest fachlich etwas fragwürdig – und ich weiß nicht, ob solche fachlich fragwürdigen Einlassungen der Jagd nicht eher einen Bärendienst erweisen.

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