Bayern: Wanderer flüchten vor Wildschweinrotte

Bei Hafenlohr im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart sind zwei Wanderer “tierisch in Bedrängnis geraten”, wie die Polizei berichtet: Die zwei wurden am Mittwochabend im Wald von einer Rotte Wildschweine umringt und mussten sich auf einem Holzstoß in Sicherheit bringen. Eine Streife der Marktheidenfelder Polizei rückte an und „befreite“ das Paar aus seiner misslichen Lage.

Kurz vor 20.00 Uhr erreichte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken der Notruf eines Wanderers. Der 37-jährige Tourist war mit seiner zehn Jahre jüngeren Begleiterin im Hafenlohrtal wandern, als sie offenbar eine Rotte Wildschweine aufscheuchten und die Tiere die beiden umringten. Durchaus nachvollziehbarerweise flüchtete sich das Paar auf einen nahegelegenen Holzstoß und harrte dort auf Hilfe.

Nachdem der Standort der beiden unklar war, orteten die Beamten das Handy des Anrufers und eine Streife der Marktheidenfelder Polizei machte sich auf den Weg ins Unterholz. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um den Bereich des dortigen fürstlichen Jagdgatters (Lindenfurterhof), das “in der Tat eine gewisse Schwarzwilddichte aufweist”, wie es die Polizei umschreibt. So berichtete die Streifenbesatzung auch von zahlreichen Tieren, die ihnen auf dem Weg zum Einsatzort begegneten.

Kurz vor 21.00 Uhr hatten die Beamten dann Rufkontakt zu den Gesuchten. Ein Beamter ging fußläufig auf die Rufe zu, der andere suchte einen Weg mit dem Funkwagen. Wenige Minuten später saßen die Wanderer dann im sicheren Dienst-Pkw und wurden erleichtert aus dem mittlerweile dunklen Tann verbracht. PM

Beitragsbild: Wildschweine. Foto: SE

6 Gedanken zu „Bayern: Wanderer flüchten vor Wildschweinrotte

  1. Ronbi

    Wie hat die Polizei die Säuli vertrieben – Tatü Tata?
    Normalerweise hauen Wildschweine ab.
    Waren diese ans Füttern gewohnt.
    Ein eindrückliches Ereignuss, war für mich, als zwei “Kampfdackel” eine Rotte, samt schweren Eber, vertrieben.
    Pfefferspray wirkt gegen Elefanten (Rakete), Grizzlies, Schwarzbären, Wapitis, Hunde, vermutlich auch Wölfe.
    Wie wirkt Pfefferspray auf Schwarzwild?

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Bei Schwarzwild habe ich bisher immer schwarzen Pfeffer, etwas Knoblauch, Rosmarin und Tymian genommen, Rotwein nicht vergessen. Dass es Pfeffer auch als Spray gibt, wußte ich noch nicht. 🙂

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      1. Ronbi

        Auch Tierabwehrspray genannt. Entweder Pfeffer oder CS-Gas. Ein Hersteller bewirbt sein Pfefferspray, dass es so rein ist, man könnte damit auch Speisen würzen. Was wohl eine ziemlich scharfe Mahzeit würde.
        Mir geht es allerdings darum, dass Otto-Normal-Wanderer, kaum mit einem Jagdgewehr im Rucksack, wandern geht.
        Was antwortet man dann, auf die Frage: Pfefferspray gegen Wildschweine, Ja oder Nein.

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        1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

          Mit 46JJ habe ich so manches Schwein gesehen, aber noch kein gesundes, dass mich angegriffen hätte. Selbst führende Bachen machen nur Scheinangriffe-sie dürfen sich nach der Natur nicht opfern. Schreie die Sau an wenn sie zu nahe kommt und mache dich größer, dann hauen sie ab. Als Wanderer habe ich eine scharfe Klinge dabei aber kein P-spray, das mir auch noch ins Gesicht weht wenn der Wind falsch steht.
          In o.g. Fall dürfte es sich um an Menschen gewöhnte Sauen gehandelt haben, denn es gibt solche Gatter, wo Spaziergänger zwischen Sauen durchlaufen können und sollen. Das war vielleicht wieder solche eine Sommerloch gedrechselte Meldung einer unterbezahlten Journaillie.

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          1. admin Beitragsautor

            a) Der Vorfall ereignete sich in einem “fürstlichen Jagdgatter” mit polizeibekannt hoher Wildschweindichte. In diesen Gattern greifen mitunter auch gesunde Sauen z.B. unbewaffnete Treiber an, weil sie die Jagdbelustigungen satt haben und wissen, wie das Spiel läuft. Schon lustig: Landauf, landab werden die Wildschweine zwecks ASP-Prophylaxe dezimiert, aber die fürstlichen Schweine sind gegen die Seuche wohl immun.
            b) Die Meldung beruht auf einem offiziellen Polizeibericht, siehe:
            https://www.polizei.bayern.de/unterfranken/news/presse/aktuell/index.html/301392
            Alles umsonst lesen wollen und auf die “unterbezahlte Journaille” schimpfen – für dergleichen muss man von den Folgen eigener Haltungen und Handlungen schon sehr gründlich abstrahieren können… SE

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