Bayern: Sonderregelung für halbautomatische Waffen

Wie das Bayerische Staatsministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten soeben in seiner Pressemitteilung vom 13. Juli 2016 mitteilt, will der Freistaat mit einer landeseigenen Regelung dafür sorgen, dass die bayerischen Jägerinnen und Jäger schon ab August wieder ihre halbautomatischen Waffen für die Jagd verwenden dürfen. Das hat Forstminister Helmut Brunner entschieden. Wie der bayerische Jagdverband (BJV) mitteilt, soll die bayerische Verordnung eine Regelungslücke im Bundesjagdgesetz überbrücken, die der Bund frühestens im Herbst beseitigen kann – und zwar, weil Brunner ebenfalls bayerischer Kollege Seehofer die Novellierung des Bundesjagdgesetzes “nach Gutsherrenart” gekippt hat, wie der DJV schreibt (und der BJV zu erwähnen vergaß…).

„Unsere Jäger brauchen ihre Waffen dringend für die nun anstehenden Jagden auf Schwarzwild im Feld“, so der Minister. Deswegen sei Eile geboten, um den Jägerinnen und Jägern die nötige Rechtssicherheit zu verschaffen. Sobald die bayerische Regelung in Kraft ist, dürfen bis zu einer bundesrechtlichen Lösung im Freistaat halbautomatische Langwaffen verwendet werden, die mit bis zu drei Patronen geladen sind. Allerdings gilt diese Regelung nur für Langwaffen, die bereits im Eigentum des Jägers sind, ein Neuerwerb ist erst nach einer Bundesregelung möglich.

Mit der Sonderregelung reagiert der Freistaat auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom März 2016, das völlig überraschend die bisherige Verwaltungspraxis zum Umgang mit halbautomatischen Langwaffen bei der Jagd in Frage gestellt hatte. Seither war unklar, ob Jägerinnen und Jäger die betroffenen Waffen weiterhin verwenden dürfen. Die Regelung kann voraussichtlich Anfang August in Kraft treten, so das Ministerium. PM BJV

Beitragsbild: Halbautomat. Copyright: SE

Ein Gedanke zu „Bayern: Sonderregelung für halbautomatische Waffen

  1. Anko

    Perfekt, ich hoffe die anderen Länder ziehen nach, zumal das vom Bundestag zur jagdlichen Halbautomatenverwendung bereits beschlossene Änderungsgesetz aufgrund kollektiver Sommerurlaubs-Pause des Bundesrates noch bis wenigstens September auf Eis liegt.

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