Bayern: LBV fordert freiwilligen Verzicht auf Rebhuhn-Bejagung

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) appelliert an die bayerischen Jäger, freiwillig auf eine Bejagung des Rebhuhns zu verzichten. Am 1. September beginnt in Bayern die zweimonatige Jagdzeit auf das Rebhuhn. Die Zahl der früher weit verbreiteten Feldvögel ist in knapp vierzig Jahren europaweit um 94 Prozent gesunken. Hauptgrund ist die intensive Landwirtschaft, wie der LBV feststellt. In Bayern gebe es nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare, so die Vogelschützer. Dennoch würden pro Saison etwa 1.300 Rebhühner geschossen.

Ein Sprecher des bayerischen Jagdverbands sagte gegenüber der Welt, man teile die Sorge des LBV um das Rebhuhn. Daher verzichteten Jäger seit Jahrzehnten auf die Bejagung in Gebieten, wo es nicht länger nachhaltig sei. Gleichwohl gebe es im Freistaat noch Rebhuhn-Bestände, die eine nachhaltige Nutzung zuließen. Dem Rebhuhn in Ebersberg oder Erding werde es wenig helfen, wenn in Kitzingen oder Würzburg weniger gejagt wird, so der Sprecher des Bayerischen Jagdverbands gegenüber der Zeitung.

“Hauptursache” für den Rückgang der Rebhühner ist, wie auch der LBV betont, nicht die Jagd, sondern der Verlust von Ackerrändern, Brachen und Blühflächen in der Kulturlandschaft. Zudem würden die Flächen so intensiv bewirtschaftet, dass kaum noch Insekten und Wildkräuter als Nahrung für die Feldvögel zur Verfügung stünden. In großem Umfang und in atemberaubender Geschwindigkeit werde so der Lebensraum des Rebhuhns zerstört oder unbewohnbar gemacht. Auch das von der EU initiierte sogenannte Greening könne dem nicht entgegenwirken. Seit 2015 ist das Greening eine Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen. Greening-Anforderungen umfassen drei vorgeschriebene Maßnahmen: den Anbau unterschiedlicher Feldfrüchte, den Erhalt von Dauergrünlandflächen wie Wiesen und Weiden, sowie die Flächennutzung im Umweltinteresse durch ökologische Vorrangflächen. PM/SE

Beitragsbild: Rebhuhn. Quelle: Rosl Rößner / LBV

3 Gedanken zu „Bayern: LBV fordert freiwilligen Verzicht auf Rebhuhn-Bejagung

  1. Jochen

    Es ist ein Witz von einer nachhaltigen Nutzung des Rebhuhns zu sprechen, bloß weil es regional noch 5 mehr gibt, als anderswo. Es gibt nirgendwo mehr einen Grund, den Genpool weiter zusammen zu schießen. Es sollten eher Wildfänge zur Zucht genutzt werden.

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  2. Ralf

    Mir als Jäger braucht keiner zu sagen, ob ich was schonen soll! Das kann ich sehrwohl selbst entscheiden! Und das funktioniert gut in Deutschland! Zeigt mir mal den Jäger in Deutschland, der die letzten Exemplare einer Wildart in seinem Revier wegschießt! Das macht keiner, weil jeder Pächter seinen Wildbestand kennt!

    Hier im Artikel sieht es so aus, als ob die Jäger zu blöde wären, geringe Vorkommen zu schonen. Es sieht so aus, als ob man ihnen sagen müsste, was sie zu tun und zu lassen haben. Dem ist nicht so!
    Keiner weiß besser, was in einem Feld oder einem Wald vor sich geht, als der Jäger in seinem Revier. Und mit Förstern- ich will nicht gegen Förster schreiben- braucht mir hier keiner kommen. Die brauchen zumindest in Niedersachsen mittlerweile einen Hubschrauber, um alle Reviere erreichen zu können.

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    1. Stephan

      @Ralf
      Da wird mir ganz schlecht bei solchen Kommentaren. Genau das ist doch der Grund, warum die Jägerschaft keine Akzeptanz mehr in großen Teilen der Bevölkerung genießt. Wenn Jäger über unsere Artenvielfalt entscheiden, dann gute Nacht schöne Natur. Nur weil Ihr mit einem Gewehr abdrückt, gibt euch das nicht das Recht, zu bestimmen wer zu leben hat und wer nicht. Deutschland ist ein Rechtsstaat und kein Jägerstaat. Wenn dir morgen gesagt wird, dass du kein Rebhuhn mehr schießt, dann schießt du keins mehr. Du hast anscheinend einige Jahrzehnte verpennt.

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