Bayern: Landkreis zahlt 100 Euro für ein erlegtes Wildschwein

Jäger die im Landkreis Rosenheim ein Wildschwein erlegen, bekommen dafür ab sofort eine Aufwandsentschädigung von insgesamt 100 Euro. Das hat der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 21.05. beschlossen. Bereits seit dem Jagdjahr 2017/18 zahlt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz für den Abschuss von Frischlingen, Überläuferbachen und Bachen, die nicht für die Aufzucht von Jungtieren benötigt werden, eine Pauschale von 20 Euro. Für ein männliches Wildschein gibt es bisher keine Entschädigung.

Aufgrund der steigenden Population richten die Wildschweine in der Region immer größere Schäden, mit erheblichen finanziellen Folgen für die Landwirtschaft an. Darüber hinaus erhöht sich mit der steigenden Zahl der Tiere auch die Gefahr des Ausbrechens der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Rosenheim. Wie der stellvertretende Landrat Josef Huber sagte, würde ein Ausbruch der Krankheit den Landkreis vor riesige Probleme stellen. Die Schäden könnten in die Millionen gehen, sagte Huber.

Dieser Gefahr kann mit einem erhöhten Abschuss entgegengewirkt werden. Die Wildschweinjagd gilt als sehr zeitintensiv und aufwendig. Die Aufwandsentschädigung soll für die Jäger im Landkreis Rosenheim ein Anreiz sein, die Tiere stärker zu bejagen. Zum Zuschuss des Ministeriums zahlt der Landkreis Rosenheim ab sofort 80 Euro für erlegte Frischlingen, Überläuferbachen und Bachen, die nicht für die Aufzucht von Jungtieren benötigt werden. Für ein männliches Tier gibt es 100 Euro, weil es dafür bisher vom Ministerium keine Entschädigung gibt.

Die Aufwandsentschädigung kann über ein Formular bei der unteren Jagdbehörde im Landratsamt Rosenheim beantragt werden. Der Antrag muss zusätzlich vom Jagdvorsteher unterschrieben werden.

Im vergangenen Jagdjahr 2018/19 wurden im Landkreis Rosenheim insgesamt 74 Tiere geschossen. Im Jahr 2017/18 waren es 89 Wildschweine. Ein Jagdjahr geht von 1. April bis 31. März. PM

Beitragsbild: Sau tot – die Kasse klingelt. Foto: SE

7 Gedanken zu „Bayern: Landkreis zahlt 100 Euro für ein erlegtes Wildschwein

  1. Zündelnerlaubt

    Damit wird einer Schädlingsbekämpfer-Kultur Vorschub geleistet, 100€ sind sicher viel Geld und verlockend, aber hoch unanständig.

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      1. Zündelnerlaubt

        Doch, sehr häufig sogar und oft klebt Blut dran. Das ist nicht zu vermeiden, man kann es aber vermeiden sich für so einen Blödsinn einspannen zu lassen.
        Man beschwert sich landauf-landab über Werteverfall und Kulturlosigkeit und treibt es dann selber mit an?

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  2. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Da in Bayern die Cäsiumwerte beim Schwarzwild immer noch oft über den Bq-Grenzwerten liegen, müssen sie vor dem Verkauf beprobt und ggf. entsorgt werden.
    Das macht die Jagd unattraktiv, zumal der Abschuss einer führenden Bache nach wie vor eine Straftat ist. Die Aufhebung der Schonzeit hat, das zeigt die Streckentatistik, keinen signifikanten Erfolg. Die schon krankhafte Angst der Schweinemastbetriebe vor der ASP führt zu sinnentstellenden Maßnahmen der Politik, denn Sauen schießt man nicht auf dem Papier sondern nächtens auf dem Ansitz oder Pirsch, also mit hohen zeitlichen Aufwand und nicht mit Geld.

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  3. Ronbi

    In Spanien wurde die experimentelle, orale Immunisierung gegen ASP bei Wildschweinen erfolgreich durchgeführt.

    “Jose A. Barasona et al.: First Oral Vaccination of Eurasian Wild Boar Against African Swine Fever Virus Genotype II, in Frontiers in Veterinary Science (Front. Vet. Sci.), 26. April 2019.”

    Es ist zu hoffen, dass wir bald mögichst zu einem Ende des Auswuchses “Wildschweinbekämpfung” kommen.

    Wildschweinjagd: Ja, natürlich. Aber nur entsprechend der Anforderungen des Lebensraumes und nicht aus irgendwelchen hysterischen Gründen.

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