Bayern: Jagdverband zeichnet Jagdgenossenschaften aus

Die enge Zusammenarbeit von Revierinhabern und Jagdgenossen wird vor dem Hintergrund des dramatischen Rückgangs der Niederwildpopulation, der Schwarzwildproblematik und den damit verbundenen Wildschäden immer wichtiger, so der Bayerische Jagdverband (BJV) in einer Pressemitteilung. Um die für alle Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit von Jägern und Verpächtern zu fördern, zeichnet der BJV zum dritten Mal vorbildlich zusammenarbeitende Jagdgenossen­schaften aus. Alle Jagdgenossenschaften werden mit einer Urkunde und der „Medaille Naturerbe in Bronze“, einem Saatgutsack und einem Geldpreis bedacht.

Prämiert werden die Jagdgenossenschaft Lessau-Stockau im Landkreis Bayreuth, Oberfranken, die Jagdgenossenschaft Fronhofen im Landkreis Dillingen, Schwaben, die Jagdgenossenschaft Schalldorf im Landkreis Ebersberg, Oberbayern, die Jagdgenossenschaft Schöneberg im Landkreis Mindelheim, Schwaben, die Jagdgenossenschaft Ostheim vor der Rhön im Landkreis Mellrichstadt in Unterfranken sowie die Jagdgenossenschaft Rechtmehring im Landkreis Mühldorf, Oberbayern.

Eckdaten zu den prämiierten Jagdgenossenschaften:

Im Revier Lessau-Stockau im Landkreis Bayreuth, Oberfranken, wird eine besonders aktive Schwarzwildbejagung durchgeführt. Die Jagdgenossen unterstützen die Jäger dabei mit der freiwilligen Anlage von Bejagungsschneisen und Wühlstreifen. Im Revier befinden sich außerdem mehrere Zwischenfrucht- und Blühflächen. Die Jagdgenossenschaft zieht in Erwägung, zur Verbesserung der Kitzrettung einen Kitzretter anzuschaffen. Der Revierinhaber Heinz Bachmann ist bereits seit knapp 50 Jahren Pächter des Reviers.

Das Revier Fronhofen im Landkreis Dillingen, Schwaben, zeichnet sich durch sehr viele Blüh- und Zwischenfruchtflächen aus. Die 30 Hektar „Oasen der Artenvielfalt“, die von den Jagdgenossen angepflanzt wurden, sind über das gesamte Revier verteilt. Dank dieser Flächen weist das Revier einen guten Rebhuhnbestand auf. Jäger und Jagdgenossen haben zudem gemeinsam die Anlage eines Lehrpfads zur Umweltbildung im Revier unterstützt.

In der Jagdgenossenschaft Schalldorf im Landkreis Ebersberg, Oberbayern, stellen die Jagdgenossen kostenlos Maissilage für die Winterfütterung zur Verfügung und helfen regelmäßig bei Revierarbeiten. Eine faire Wildschadensregelung ist ein weiteres Zeichen der guten Zusammenarbeit. Im Revier findet man sehr gute Naturverjüngung ohne Zäunung. Zusammen mit Jägern und Jagdgenossen werden etliche Schulführungen zum Thema Jagd und Natur durchgeführt. Viele Blühflächen runden das Gesamtbild ab.

In der Jagdgenossenschaft Schöneberg im Landkreis Mindelheim, Schwaben, haben Dorfbewohner, Jagdgenossen und Jäger gemeinsam eine Feuchtgebietskläranlage errichtet. Auch bei der Anlage von Stilllegungsflächen helfen Jäger und Jagdgenossen zusammen. Seit bereits 100 Jahren ist das Revier im „Besitz“ der Jägerfamilie Kurz.

Eine scharfe Raubwildbejagung führt in der Jagdgenossenschaft Ostheim vor der Rhön im Landkreis Mellrichstadt in Unterfranken zu einer zunehmenden Niederwildpopulation. Im Hinblick auf die bayernweite Abnahme des Niederwildes zeugt dies von ausgiebiger Prädatorenbejagung. Diese wird von den Jagdgenossen unterstützt und gefördert. 2011 wurde der Revierinhaber Stein von seinen Jagdgenossen für das Erlegen einer Vielzahl von Füchsen ausgezeichnet.

In der Jagdgenossenschaft Rechtmehring im Landkreis Mühldorf, Oberbayern, zeigen die Jagdgenossen großes Verständnis für das Wild. „Kein Wald ohne Wild“ ist hier das Motto. Für Revierarbeiten stellen sie dem Pächter kostenlos ihre Landmaschinen zur Verfügung. Die Jagdgenossen beteiligen sich außerdem an der Organisation und Durchführung von Treibjagden. PM BJV

Beitragsbild: Presiträger aus dem Revier Fronhofen im Landkreis Dillingen, Schwaben, Copyright: BJV

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