Bayern: Jäger zu Bewährungsstrafe verurteilt

“Paar auffe Fresse” keine Option für Legalwaffenbesitzer

Ein Musterbeispiel jagdlicher Kameradschaft wurde vor dem Schöffengericht Altötting verhandelt: Es begann damit, dass ein 30 Jahre alter Jäger und Revierpächter seine Jagdwaffe dem Vater seiner Freundin in die Hand gedrückt hatte, der allerdings kein Jagdscheininhaber und damit nicht berechtigt ist, eine Schusswaffe zu führen – auch nicht kurz. Dummerweise wurde die Handreichung von der Wildkamera eines Mitjägers aufgezeichnet, der, einer alten deutschen Tradition folgend, auch gleich Anzeige gegen den Jäger erstattete und das Beweismaterial mitlieferte. Bei der daraufhin anberaumten Hausdurchsuchung fand die Polizei bei dem Jäger eine Signalpistole, Kriegswaffenmunition, Übungshandgranaten und ein verbotenes Butterfly-Messer, wie der Alt-Neuöttinger Anzeiger berichtet. Der Jagdschein des Mannes wurde bei der Gelegenheit gleich beschlagnahmt. Für so viel Ungemach revanchierte sich der Angezeigte, indem er bei einer Jagdversammlung dem Anzeiger einen Faustschlag verpasste. Rückblickend wohl keine gute Idee:

Denn bei der Strafzumessung spielte die ursprüngliche Überlassung der Schusswaffe an einen Unberechtigten gar keine Rolle mehr: Die fiel, weil gegenüber den anderen Vergehen vergleichsweise unerheblich, unter den Tisch. Allein der Faustschlag hätte jedoch schon für 120 Tagessätze ausgereicht (ab 60 Tagessätzen gilt die waffenrechtliche Zuverlässigkeit bekanntlich als verwirkt), der Faustschlag und die Sammlung verbotener Gegenstände führten zu einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung. Das Thema Jagd dürfte sich für den Delinquenten damit auf längere Zeit erledigt haben. SE

Beitragsbild: Eine Jagdwaffe – im Bild ein Mauser 98 – darf Unberechtigten nicht überlassen werden, auch nicht kurzfristig nach der Devise “Halte mal bitte”. Foto: SE

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