Bayern: Jäger nach SEK-Einsatz wieder frei

Der 44 Jahre alte Jäger, der am Freitag bei einem spektakulären SEK-Einsatz im oberfränkischen Plankenfels (Landkreis Bayreuth) verhaftet wurde (JAWINA berichtete), ist wieder freigelassen worden. Es bestünden keine Verdachtsmomente, die einen Haftbefehl rechtfertigen würden, teilte ein Polizeisprecher mit. Für den Einsatz war der Dorfkern abgeriegelt worden, Anwohner durften ihre Häuser nicht verlassen und wurden aufgefordert, sich nicht an den Fenstern zu zeigen, der Gasthof wurde evakuiert. Neben zahlreichen Polizisten wurden auch das Nürnberger SEK und ein psychologisch geschultes Verhandlungsteam hinzugezogen. Der Einsatz erfolgte wegen eines aufgrund von Sprachproblemen – der Anrufer sprach kein Deutsch – unverständlichen Notrufs, aus dem jedoch hervorgegangen sei, dass der Jäger möglicherweise Mitbewohner bedroht oder eine Geisel genommen hätte. Wie die Frankenpost berichtet, verließ der 44-jährige nach einiger Zeit das Haus in Begleitung einer Slowakin.

Er sei von den Einsatzkräften sofort “auf den Boden gedrückt” und verhaftet worden. Er leistete keinen Widerstand. Seine Begleiterin wurde nicht festgenommen. SE

Der verlinkte Beitrag in der Frankenpost. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

5 Gedanken zu „Bayern: Jäger nach SEK-Einsatz wieder frei

  1. Anko

    Ein im Wortsinn unverständlicher Notruf und dann solch ein Aufmarsch.

    Wobei zwischen Anruf, Anrücken, Räumung des Dorfkerns und schließlich Zugriff entweder keine Möglichkeit oder kein Wille bestand, die Notrufaufzeichnung von einem Dolmetscher gegenhören zu lassen? Unfassbar.

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    1. admin Beitragsautor

      Finde ich auch. Zumal auch die Stigmatisierung des Jägers in seinem dörflichen Umfeld durch diesen Zugriff in Erwägung gezogen werden sollte, was, wie bei Legalwaffenbesitzern anscheinend üblich, wohl nicht geschah.

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  2. Kr.-Itisch

    Interessant ist doch, in welchem gesellschaftlichen Lichte heutzutage Legalwaffenbesitzer gesehen werden. Beim geringsten Verdacht, und sei er noch so fadenscheinig oder gar an den Haaren herbeigezogen, rückt sofort die geballte Staatsmacht an. Bedenklich ist, das Legalwaffenbesitzer per se kriminalisiert werden. Nur der Satz: „Da der Beschuldigte als Jäger Zugriff auf Waffen habe….“ reicht heute aus, um einen solchen Einsatz zu rechtfertigen. Jeder Kriminelle wird da geradezu zuvorkommend behandelt.

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    1. Ralf K.

      Man sollte die Angelegenheit nüchtern betrachten. Ich kann die Gedanken der Vorkommentatoren hier nachvollziehen.
      Auf der anderen Seite ist der legale Waffenbesitz nunmal amtsbekannt im Gegensatz zum illegalen und unbekannten Waffenbesitz.
      Man muss sich auch in die Situation der Polizeibeamten versetzen, die in diese Situation hineinmanövriert wurden und das Ganze nun eventuell unfreiwillig “ausbaden” müssen.
      Auf der anderen Seite werden polizeilicherseits aber auch Hinweise zu illegalen Waffenbesitzern ernst genommen. Auch in diesen Fällen wird das selbe Prozedere abgespielt.

      Wer sich an die Regeln hält, lässt sich in einer solchen Situation notfalls widerstandslos professonell in die Bodenlage verbringen und wird, wenn sich herausstellt, dass keine Gefahr von ihm ausgeht, auch kurze Zeit später wieder entlassen. Mit dem SEK kann man nicht mehr diskutieren.

      Hört sich im ersten Moment gewöhnungsbedürftig an- macht aber Sinn. Polizeibeamte gehen auf Nummer sicher und wollen heile nach Hause kommen. Das war schon immer so.

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  3. Ronbi

    Wenn es zu einer Tragödie gekommen wäre und die geballte Staatsmacht hätte nicht reagiert ….
    Allerdings scheinen Legalwaffen besitzer per se unter Generalverdacht zu stehen.
    Was auch das unsinnige “Entwaffnungsrecht” beweist.

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