Bayern: Jäger mit ungültigem Jagdschein und geladener Waffe im Auto erwischt

Die Polizei im niederbayerischen Landkreis Vilsbiburg stellte bei einem Jäger Verstöße gegen waffen- und jagdrechtliche Bestimmungen fest: Am 28.05.2018 um 21:50 Uhr wurde der Fahrer eines Geländewagens auf der Landshuter Straße einer allgemeinen Verkehrskontrolle unterzogen, so die Polizei. Dabei führte der Mann auf der Rücksitzbank seines Wagens ein Jagdgewehr mit sich. Der Fahrzeugführer räumte ein, auf der Jagd gewesen und jetzt auf dem Heimweg zu sein. Eine Überprüfung seines Jagdscheins ergab allerdings, dass dieser nicht mehr gültig war. Außerdem konnte der Jäger keinen Jagderlaubnisschein vorweisen und die von ihm mitgeführte Langwaffe war mit drei Patronen verbotswidrig geladen. Zum Führen der Waffe hätte der Jäger somit einen Waffenschein benötigt. Da zudem sein Jagdschein abgelaufen war und er keinen Jagderlaubnisschein vorweisen konnte, wurde gegen den Waidmann ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Sein abgelaufener Jagdschein wurde durch die Polizeibeamten sichergestellt und an die zuständige Jagdbehörde mit der Bitte um Prüfung der waffen- und jagdrechtlichen Zuverlässigkeit und zurückgeleitet. Im schlimmsten Fall droht dem Jägern nun, neben einer Geldstrafe im Rahmen des Strafverfahrens, der Entzug seiner waffenrechtlichen Erlaubnisse. PM

Beitragsbild: Eine Waffe (ungeladen) offen im Auto zu transportieren, ist auf dem direkten Weg von und zur Jagd zwar legal, aber man kann sich, wie dieser Fall wieder einmal zeigt, jede Menge Ärger ersparen, wenn man die Waffe verborgen und/oder im Futteral transportiert. Foto: SE

4 Gedanken zu „Bayern: Jäger mit ungültigem Jagdschein und geladener Waffe im Auto erwischt

  1. Kr.-Itisch

    Sollte in diesem Fall noch die Bezeichnung Jäger benutzt werden? Ich denke nein! Kein gültiger Jagdschein, kein gültiger Jagderlaubnisschein, also auch kein Jäger. Hier von einem Jäger zu sprechen, rückt nur wieder die gesamte Jägerschaft ins falsche Licht. Besser wäre: Wilderer mit illegaler und geladener Waffe erwischt. Auch, wenn er vielleicht mal Jäger war. Ich bin auch kein Freund von allzu strikten waffenrechtlichen Regelungen. Aber das transportieren von geladenen Waffen ist schlichtweg ein Sicherheitsrisiko. Genügend Unfälle zeugen davon.

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  2. Horst

    Liebe Redaktion:

    Hier handelt es sich nicht um einen Jäger, sondern um einen Wilderer. Bitte schiebt mich nicht in dieselbe Schublade wie diesen Schwachmaten. Einverstanden? Danke.

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  3. Franky

    Liebe Mitleser,

    auch ich musste über das der Darstellung nach schon “selbstverständliche” Agieren jenes “Waidgenossen” den Kopf schütteln – vor allem, wegen der “geladenen” (?) Waffe.
    Worüber wir aber keinen Aufschluss haben: War sie wirklich geladen oder unterladen? Damit hätte zumindest eine unmittelbare Unfallgefahr nicht mehr bestanden.
    Und auch das Übersehen des Ablaufdatums des Jagdscheins ist ein schwerer Fauxpas, keine Frage!

    Aber es ist eben ein Fauxpas – und keine an sich “verbrecherische” Handlung! Nicht, dass ich das Fehlverhalten des Mannes goutiere und ihn in Schutz nehmen will. Aber: Wir Jäger agieren inzwischen in einem außerordentlich engen gesetzlichen Korsett! Ein noch so blöder Fehler – und schon stehste mit beiden Beinen im Strafrecht und wirst von der vollen Härte des Gesetzes getroffen.

    Ich finde das schon schlimm genug, weil es den Faden Beigeschmack hat, alles jagdlich relevante soweit gesetzlich zu restringieren, dass man Betroffene ziemlich leicht “kriminalisieren” kann. Deswegen können wir aus solchen Vorkommnissen und den Berichten darüber gar nicht genug lernen! Regelmäßig in die Papiere schauen bzw. den bevorstehenden Ablauf des Jagdscheins am besten mit Alarmfunktion im Kalender unserer Handies eintragen. Denn selbst wer nicht zur Jagd geht, kann nach Ablauf des Scheins ja schon Probleme bekommen, weil damit auch sein waffenrechtlich vorausgesetztes Bedürfnis erlischt! Und mal im Ernst des Alltags – wie schnell ist mal ein Datum “verpennt”? Also, blöd genug das alles.

    Aber müssen wir selbst dann noch – aus Angst?, mangelndem Selbstbewusstsein???, gar vorauseilendem Gehorsam????? – einen solchen Unglücksvogel, vielleicht sogar Trottel!, gleich als “Wilderer” vorverurteilen und brandmarken? Und damit implizit brav zu sagen: Fein, lieber Gesetzgeber, richtig, dass Du uns ein so enges Korsett angelegt hast! Ist das etwa “jagdliche Interessenvertretung”???

    Der Mann kann ja auch einfach in einem Revier unterwegs gewesen sein, in dem er ständiger unentgeltlicher Jagdgast ist. Der Pächter ist ein Kumpel, hat die festgelegte Anzahl entgeltlicher Jagderlaubnisscheine bereits vergeben, aber noch genug Platz – und lässt andere, die im Revier mit anpacken, “so” mitjagen – und weil er reviernah wohnt, “auf Zuruf”…

    Möglich und denkbar – aber wissen tun wir’s nicht, weil der Beitrag dazu nichts mitteilt. Solange es aber denkbar ist und nicht das Gegenteil heraus, ist die Brandmarkung des Mannes schlicht eine Vorverurteilung, die allen rechtsstaatlichen Grundsätzen – für uns, siehe oben, bereits hart genug – eindeutig zuwider läuft. Ich bitte deswegen um Mäßigung.

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    1. Wolf

      Hier muss die Härte des Gesetzes in vollem Umfang zuschlagen! Der fahrlässige Umgang mit Schusswaffen ist nun wirklich kein Kavaliersdelikt. Schauen Sie sich doch mal die jährlichen Zahlen der Jagdunfälle an. Hier liest man dann immer die schutzbehauptung durch die Jäger. Es war ein Jagdunfall durch einen Querschläger. Das nützt bloss dem Verstorbenen und seinen Hinterbliebenen nix mehr. Aktueller Vorfall im August 2018 bei der Baujagd in Nittenau. Beifahrer stirbt auf der Bundesstrasse durch den Schuss aus einem Jagdgewehr! . Kein Wunder, bei derart fahrlässigem Umgang mit Waffen.

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