Bayern: Herdenschutzzonen gegen Wölfe?

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Das bayerische Landwirtschaftsministerium plant die Einrichtung großflächiger “Herdenschutzzonen gegen den Wolf”. Zu diesem Zweck soll “mit Fachleuten aus Umwelt- und Landwirtschaftsbehörden paritätisch besetzte Herdenschutzkommission eingerichtet werden, die entsprechende Gebiete in Absprache mit Weidetierhaltern und Naturschutzbehörden festlegt. Das ließ die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in einem Interview mit dem Monatsmagazin Südplus verlauten. In Gebieten, in denen Weidetiere nicht vor Wolfsangriffen geschützt werden können, sollen Kaniber zufolge “einzelne Tiere oder ganze Rudel” entnommen werden können. Die Entscheidung über den Abschuss solle das bayerische Umweltministerium treffen, da dieses für das Artenschutzrecht zuständig sei. Für Weidetierhalter außerhalb der Herdenschutzzone sollen Beratungs- und Förderprogramme aufgelegt werden.

Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums erläuterte die Pläne gegenüber JAWINA: “Das bayerische Kabinett hat sich im April mit dem Wolfsmanagement befasst und einen Aktionsplan Wolf beschlossen (JAWINA berichtete). Der Aktionsplan wird derzeit zwischen Umweltministerium und unserem Haus abgestimmt und enthält folgende Eckpunkte:

·     Die Sicherheit der Menschen steht an oberster Stelle.

·     Die Weidetierhaltung muss zumutbar möglich bleiben.

·     Verhaltensauffällige Wölfe werden entnommen.

·     Beratung, Förderung des Herdenschutzes und Ausgleich von Schäden werden möglichst praktikabel und unbürokratisch durchgeführt.

Die Landwirtschaftsverwaltung übernimmt die Beratung aller Nutztierhalter (auch Nebenerwerbs- und Hobbyhalter) und die Förderabwicklung der Herdenschutzmaßnahmen. Auch die Verbände sollten die Weidetierhalter beratend unterstützen. Eine Weideschutzkommission aus Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung wird prüfen, ob und wie Weideflächen gegen den Wolf schützbar sind. Vom Ergebnis hängt die Entnahmemöglichkeit von zuwandernden Wölfen ab, selbst wenn sie noch keine Schäden verursacht haben.”

Im Kabinettsbeschluss zum bayerischen Aktionsplan Wolf heißt es dazu:

“Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität. Trotz internationalem Schutzstatus können nach geltender Rechtslage verhaltensauffällige Wölfe entnommen werden. Die Bayerische Staatsregierung bekennt sich zu einer flächendeckenden und dauerhaften Weidetierhaltung in Bayern. Um die Gefahr für die Bevölkerung, aber auch für Tiere auf ein Minimum zu reduzieren, soll durch den Bayerischen Aktionsplan Wolf die Größe der Wolfspopulation auf das artenschutzrechtlich Erforderliche begrenzt werden. Die Weidetierhaltung muss auch bei Wolfsanwesenheit ohne unzumutbare Mehraufwendungen flächendeckend und dauerhaft erhalten bleiben. Die Bayerische Staatsregierung setzt gezielt auf Präventionsmaßnahmen. Experten der Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung werden gemeinsam entscheiden, in welchen Herdenschutzzonen Präventionsmaßnahmen nicht möglich sind. In diesen Fällen ist zukünftig eine Entnahme des Wolfs trotz Artenschutz erlaubt. Zudem soll ein Förderprogramm für Präventionsmaßnahmen in Sachen Herdenschutz eingerichtet werden. Mögliche Schäden durch Wölfe werden auch in Zukunft vollumfänglich durch den Ausgleichsfonds große Beutegreifer ausgeglichen.” SE

Beitragsbild: Kaum zu schützen: Kühe auf der Alm. Foto: SE

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