Bayern: Führende Alttiere geschossen, Verfahren eingestellt

Bei einer Drückjagd am Schliersee im oberbayerischen Landkreis Miesbach wurden im November 2014 drei Alttiere erlegt. Soweit die Fakten, die die Tegernseer Stimme berichtet. Es besteht der Verdacht, dass es sich um führende Alttiere gehandelt hat. Der Abschuss von Alttieren, die Kälber führen, ist eine Straftat – zu Recht, da die verwaisten Kälber in der Regel elend verkümmern. Nach der Drückjagd schrieb der zuständige Forstamtsleiter einen Brief, in dem er sich von einer Duldung der Vorkommnisse auf der Drückjagd distanzierte, es kam zu Strafanzeigen. Während ein Jäger die Anschuldigung dem etwas wirren Artikel in der Tegernseer Stimme zufolge einräumte, wurden die Verfahren gegen zwei weitere Schützen – nach Informationen der Zeitung beides hochrangige Beamte – eingestellt, und die Aufregung und Empörung unter den Jägern im Landkreis ist groß.

Die Begründung der Staatsanwaltschaft für die Einstellung der Verfahren lautete, dass “ein erforderlicher Sorgfaltspflichtverstoß, nicht nachzuweisen gewesen sei. Für die Beschuldigten sei unter anderem nicht vorhersehbar gewesen, dass das von ihnen erlegte Tier “kälberführend” war. Die Schussabgabe sei auf eine Gruppe von Alttieren ohne Kälber erfolgt, auch nach der Jagd seien keine verwaisten Kälber im Revier festgestellt worden. Ein Jagdteilnehmer sagte jedoch gegenüber der Zeitung, dass den Tieren “die Milch aus dem Gesäuge gelaufen” sei, womit Vorwurf des Abschusses führender Tiere bewiesen sei – doch offenbar liegt der Staatsanwaltschaft diese Aussage nicht vor.

Ob es sich hier um ein Beispiel für aus dem Ruder gelaufenen Jagdneid auf erfolgreiche Schützen handelt, oder um “einen erneuten Fall von Miesbacher Filz”, worauf nach Ansicht der Tegernseer Stimme vieles hindeutet – wir werden es nie erfahren. red.

Beitragsbild: Führendes Rotwild-Alttier mit Kalb. Copyright: SE

 

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