Bayern: CSU-Bundestagsabgeordneter wirft Staatsforsten “Ausrottungsstrategie” vor

Der bayerische CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein hat den Bayerischen Staatsforsten eine “Ausrottungsstrategie” und einen “überzogenen Abschuss von Gams- und Rehwild” vorgeworfen. Die Vorwürfe stehen in Zusammenhang mit einer Drückjagd im Staatsforstbetrieb Forchheim im Januar, bei der sechs Sauen und 61 Rehe erlegt worden waren, obwohl der Abschussplan für dieses Jahr nur 22 Rehe vorsah, von denen 19 bereits zum Zeitpunkt der Jagd bereits gestreckt waren. Der Jägerausschuss Oberfranken hat mittlerweile beantragt, dem Leiter des Forstbetriebs, Stephan Keilholz, sowie dem Jagdleiter wegen “schwerer Verstöße gegen die Grundsätze der deutschen Weidgerechtigkeit” den Jagdschein zu entziehen. Der Bayerische Jagdverband (BJV) und ein Tierschutzverband haben in seltener Einmütigkeit Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz erstattet, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Der Forstbetriebsleiter nimmt dem Bericht zufolge für sich in Anspruch, “dass er den dreijährigen Abschussplan bereits im ersten Jahr erfüllen könne.” Dieser Auffassung habe sich das bayerische Landwirtschaftsministerium in einem Schreiben an die zuständige untere Jagdbehörde angeschlossen: Diese Variante sei rechtlich grundsätzlich zulässig, in der Praxis aber eher selten.”

Der CSU-Abgeordnete Georg Nüßlein hat gegenüber der Augsburger Allgemeinen die Jagdmethoden im Staatsforst kritisiert: Der Jagddruck auf das Wild sei zu hoch und verstärke nur noch die Verbissschäden. Er warf dem Staatsforst sogar eine “Ausrottungsstrategie” vor.

Noch einen Schritt weiter ging der Präsident des Landesjagdverbands Bayern, Jürgen Vocke: Dieser halte “die Drückjagd auf Rehe, bei denen das Wild mit Hunden den Schützen zugetrieben wird, generell für nicht akzeptabel, heißt es in dem Artikel: Die Art und Weise, wie gejagt werde, sei “dreist”. Dies gelte “gerade im Winter, wenn sich das Wild in einer Notzeit befinde.” Der Tierschutzgedanke sei oberstes Gebot, in diesem Fall sei er außer Kraft gesetzt worden” Vocke distanzierte sich “in aller Form von dieser Jagd.” SE

Beitragsbild: Erlegte Rehe. Foto: SE

5 Gedanken zu „Bayern: CSU-Bundestagsabgeordneter wirft Staatsforsten “Ausrottungsstrategie” vor

  1. Paul

    man denke zurück . Überhöhter Dawildabschuss im Müritz Nationalpark und seine Konsequenzen. Das Bundesjagdgesetz gilt für GANZ Deutschland

    Antworten
  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    “Die freilebende Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer Vielfalt zu bewahren.”
    Diese Sätze sind die ersten im Landesjagdgesetz Bayerns. Anscheinend scheißt der Staatsforstbetrieb in Bayern auf das Jagdgesetz und der zuständige Minister nimmt das billigend in Kauf!

    Antworten
  3. Antonio

    Jegliche Debatte über Abschuss, von Wild ist total überflüssig geworden.
    Nach dem man mit aller Wucht die Ansiedelung der Wölfe vorantreibt, wir sich das in wenigen Jahren erledigt haben, man wird froh sein, noch ein Reh oder sonst ein wild sehen zu können. jede Debatte über Abschuss und Hege, ist heute bereits überflüssig,
    Was mach es für einen unterschied ob abgeschossen oder vom Wolf gerissen zu werden.
    In wenigen Jahren wird sowieso das meiste Wild nicht mehr gejagt, sonder vom Wolf gerissen, und was der nicht erwischt wird von den sehr leisen Umweltschonend
    Autos zur strecke gebracht. Das ist doch echter Tier und Naturschutz.
    Das ist das war Ziel, das von den Tier,Natur und Umweltschutz verbanden und allen voran von den Grünen verfolgt wird.
    Es gibt keinen anderen Grund, warum man den Wolf unter allen umstanden bei uns haben will, wirklich keinen.
    Auch den Grünen ist dar Wolf egal, er ist nur Mittel zum Zweck.

    Ja es gibt einen unterschied, bei einen sauberen Schuss, so wie es jeder Jäger in Bayern gelernt hat, muss das Tier nicht leiden.

    Antworten
  4. Paul

    hier sollte man ähnlich verfahren wie mit dem Jagdleiter der Vorfälle im Müritznationalpark .Gleiches RE E C H T für alle !!

    Antworten
  5. Paul

    hier sollte man ähnlich verfahren wie mit dem Jagdleiter der Vorfälle im Müritznationalpark .Gleiches RE E C H T für alle !!
    betr. überhühten Rehwildabschuß …

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.