Bayern: Biber fällen 200 Obstbäume

In Aufheim, einem Ortsteil der Stadt Senden (Landkreis Neu-Ulm) haben Biber 200 Obstbäume gefällt. Von der ökologisch wertvollen Obstbaumwiese blieben nur Stummel, wie die Südwest-Presse berichtet. Das zuständige Landratsamt stellte Biberfallen auf dem Gelände auf – und fing und tötete ein Tier der streng geschützten Art. Um den streng geschützten Biber ins Jenseits befördern zu dürfen, bediente sich die Verwaltung eines Tricks: Man ging einfach davon aus, dass es sich bei den in der Obstplantage marodierenden Nagern um die gleiche Biberfamilie handelte, die auch die Uferwege eines nahe gelegenen Grabens so unterhöhlte, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge einzubrechen drohten.

Dann nämlich besteht Gefahr für die öffentliche Sicherheit, und in solchen Fällen ist auch die Tötung eines Tiers einer streng geschützten Art möglich. Der Biberbestand bei Aufheim soll nun auf ein verträgliches Maß reduziert werden. Vor der Bibertötung waren offenbar Versuche gescheitert, das gefangene Tier anderweitig loszuwerden. Doch der Export in osteuropäische Wiederansiedlungsprogramme scheidet mangels Nachfrage mittlerweile aus: Es scheint in ganz Europa keine geeigneten freien Reviere mehr zu geben. Also blieb nur die Tötung des Tiers. Vermutlich ist der als Delikatesse geltende Biber nicht einmal ordnungsgemäß verwertet – sprich: zubereitet und verzehrt – worden. Schade. SE

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