Bayern: Aktivisten wollen Suche nach Gehegewölfen stören

Erstes Schaf von Gehegewolf gerissen? – Joggerin vertreibt Wolf mit Wanderstöcken

Eine Gruppe von Tierrechts-Aktivisten namens “Der Waldluchs” hat per Rundmail und in sozialen Medien dazu aufgefordert, die Suche nach den im Nationalpark Bayern aus einem Gehege befreiten Wölfen zu stören. Die Wolfsfreunde riefen dazu auf, in die Wälder zu gehen und, wenn man Jäger sehe, die möglicherweise in der Nähe befindlichen Wölfe durch lautes Rufen oder Singen zu vergrämen. In dem Aufruf waren auch vermeintliche Jagdschwerpunkte angegeben worden. Die befreiten und an Menschen gewöhnten Wölfe sollen nach Möglichkeit eingefangen, narkotisiert oder notfalls auch geschossen werden. Der Leiter der Nationalparkverwaltung, Franz Leibl, kritisierte die Störaktion gegenüber der Passauer Neuen Presse (PNP) als “absolut kontraproduktiv”.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist ein Schaf auf einer Weide bei Lohberg (Landkreis Cham), etwa 25 Kilometer Luftlinie vom Gehege der Wölfe entfernt, ein Schaf gerissen und zu großen Teilen aufgefressen worden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass eines der aus dem Nationalpark entlaufenen Tiere für den Riss verantwortlich ist, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Eine Bestätigung für diese Annahme liege bislang nicht vor. Nationalparkleiter Leibl hält es für “wahrscheinlich”, dass einer der entflohenen Gehegewölfe der Verursachser war, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet. Nach dem Schafsriss rückte, in der Hoffnung, dass der Wolf zurückkehrt, ein Team des Nationalparks mit Fallen, Narkosegewehren und Jagdgewehren an. Der Wolf zeigte sich jedoch nicht.

Insgesamt nimmt die Häufigkeit von Wolfssichtungen insgesamt ab. Bei zwei der drei noch lebenden Tiere hätten Fachleute jedoch “noch eine ungefähre Ahnung, wo sich diese aufhalten könnten”, meldet die Schwäbische Zeitung.

Am Donnerstag vergangener Woche hat sich ein Wolf – vermutlich einer der befreiten Wölfe – einer Joggerin genähert. Dem BR zufolge gelang es der Frau, den Wolf durch “Aneinanderschlagen der Wanderstöcke” zu vertreiben. SE

Beitragsbild: Aufruf zur Jagdstörung auf der Facebook-Seite von Waldluchs- (Screenshot)

2 Gedanken zu „Bayern: Aktivisten wollen Suche nach Gehegewölfen stören

  1. Michael Huber

    Das macht einmal mehr deutlich, was von selbsternannten Sofa-Hobbytierschützern ausgeht:
    Gefährlich ideologisch gesteuerte Taten, denen natur- und tierfeindliche Wissensdefizite zugrunde liegen.

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