Bayern: 66.000 Wildschweine erlegt – auch dank Online-Wildschweinmanagement

Die bayerischen Jägerinnen und Jäger haben im Jagdjahr 2012/13 fast 66 000 Wildschweine erlegt. Das teilt das Bayerische Staats­ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit. Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), bedankt sich bei den bayerischen Jägerinnen und Jägern für ihren Einsatz. Gerade die Sauenjagd verlange hohes Engagement, wenn sie von Erfolg gekrönt sein soll. Vocke: „Die Zahl der erlegten Sauen ist ein Beweis dafür, dass die Jagd mit den herkömmlichen, tierschutz­gerechten Mitteln durchaus zum Erfolg führen kann. Besonders dann, wenn eine Zusammenarbeit mit den Grundstücks­eigentümern gegeben ist.“

Es sei aber auch ein Erfolg des „Wildschwein­managements im Internet“, das der BJV intensiv betreibt. Der Verband schult zusammen mit der Firma Esri Deutschland GmbH Jäger aus mehr als zehn Projekt-Regionen in ganz Bayern im Umgang mit ArcGIS-Online. Das ist ein Internet­portal, mit dem die Jäger sich aktiv über die Entwicklung der Schwarzwildpopulation und mögliche Schäden in Land- und Forstwirtschaft austauschen können. Denn eine schnelle und intensive Kommunikation zwischen den Verantwortlichen vor Ort ist für eine effektive Schwarzwild­bewirtschaftung entscheidend. Nach und nach werden weitere Arbeitskreise und Hegegemeinschaften in der Erfassung der Daten ausgebildet und in das BJV-Schwarzwild-Monitoring integriert. Mit dem neuen Projekt „BJVdigital“ haben der BJV und seine Mitglieder nun eine moderne, online-basierte Plattform geschaffen, mit deren Hilfe die Schwarzwildjagd in ganz Bayern noch effektiver geplant und durchgeführt werden kann.

arcgis

Screenshot der ArcGIS-Online Seite.

In Bayern gibt es darüber hinaus regionale Zusammenschlüsse von Jägern, die gemeinsam Schwarzwild über die Reviergrenzen hinaus bejagen. Diese gemeinsame Form der Bejagung hat sich über die Jahre als sehr erfolgreich erwiesen.

Beim Vergleich der Schwarzwildstrecken im vergangenen Jahrzehnt ist tendenziell eine ständige Zunahme feststellbar. Aber auch der Schwarzwild­bestand hat laufend zugenommen. Dies ist kein bayerisches Problem sondern ein deutschland­weites, ja sogar europaweites Phänomen. Im Durchschnitt wurden in Bayern in den vergangenen Jahren rund 45 000 Stück Schwarzwild pro Jagdjahr erlegt. 2008/2009 wurde mit rund 62 000 Wildschweinen eine Rekordstrecke im Freistaat erzielt. Diese Zahl wurde nun noch einmal mit knapp 66 000 erlegten Wildschweinen übertroffen. Die meisten Wildschweine gibt es aus naturräumlichen Gegebenheiten im Bezirk Unterfranken, genauer gesagt in Bad Kissingen, Main-Spessart, Miltenberg und Aschaffenburg. PM BJV

Foto: Bache mit Frischlingen, Copyright: W. Gailberger/Piclease

 

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