BaWue: Jäger lehnen Diktat des Naturschutzes ab

Landesjagdverband Baden-Württemberg kritisiert Bevormundung.

Der jetzt öffentlich gewordene Entwurf zum neuen Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz enthält viele Bestimmungen, die bei den Jägerinnen und Jägern auf scharfe Kritik stoßen. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann betont, dass der Landesjagdverband im vorausgegangenen Beteiligungsverfahren konstruktiv mitgearbeitet und sinnvollen Regelungen zugestimmt habe. Doch was jetzt veröffentlicht worden ist, sei an vielen Stellen inakzeptabel: „Wir sind geprüfte und anerkannte Naturschützer. Dazu sind wir die Praktiker, die seit langer Zeit beispielhaft vorleben, wie Wild und Natur im Einklang nachhaltig und verantwortungsvoll genutzt werden können.“ Ein Gesetz für bloße „Öko-Waldjäger“ lehnt der Landesjagdverband ab: „Für eine der Jagd und dem Wild unwürdige bloße Schalenwildbekämpfung unter der bevormundenden Anordnung des Naturschutzes stehen wir nicht zur Verfügung.“

Eine solche Bevormundung, wie sie hier mitunter geplant werde, müssten andere Naturnutzer nicht erdulden. Darüber hinaus schwäche ein unnötiges Maß an Bürokratie die Eigenverantwortung der Jäger und ihre Einsatzbereitschaft, von der letztlich auch die Allgemeinheit profitiere. Der Auftrag und die Leidenschaft der Jäger würden schwer gefährdet. Der Landesjägermeister fordert den Gesetzgeber auf, das grundgesetzlich geschützte Eigentumsrecht auch weiterhin zu respektieren und die Jäger wie bisher als zuverlässige, fachkompetente Partner auf Augenhöhe anzuerkennen – und nicht als dem Natur- und Tierschutz untergeordnete Gehilfen zu behandeln.

Völlig praxisfremd sei die nicht im Konsens mit den Jägerinnen und Jägern vorgesehene Jagdruhe von Februar bis in den April, die auch für Wildschweine im Wald gelten soll. Doch nur dort könne man die Wildschweine in dieser Jahreszeit wirkungsvoll bejagen, und die Bejagung sei zur Verringerung von Wildschäden sowie zur Vorbeugung von Seuchen wie der drohenden Afrikanischen Schweinepest unerlässlich. Für Wildschäden in dieser Zeit zahlen solle aber der Jäger. Es wäre gerade so, als wenn man einem Feuerwehrmann, der einen Brand löschen soll, dies zu gewissen Zeiten an bestimmten Orten untersagen würde. Angesichts der steigenden Wildscheinpopulation sei die Regelung völlig kontraproduktiv, kritisiert Friedmann.

Auch ein Verbot der Wildfütterung in Notzeiten sei nicht akzeptabel und mit dem Tierschutzgedanken nicht vereinbar; dies sei aber sicherlich auch nicht der Wunsch der Gesellschaft. Es könne nicht sein, dass Vögel im Winter gefüttert werden dürfen, der Hungertod von Wildtieren aber als vermeintlich zeitgemäßer Tierschutz billigend in Kauf genommen wird.

Das Gesetz sei in weiteren Teilen nicht sachgerecht, zum Beispiel das geplante Verbot der Jagd mit Hundeeinsatz im Naturbau angesichts steigender Fuchsbestände. Eine solche Vorgabe zeige einen bedauerlichen Vertrauensmangel auf, der durch die Kompetenz und bisherige Kooperationsbereitschaft der Jägerschaft nicht gerechtfertigt sei.

Der Landesjagdverband sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf. Für die zwingend erforderlichen Verbesserungen am Gesetzesentwurf werden die Jägerinnen und Jäger aktiv streiten und der Politik verdeutlichen, welcher Schaden bei Umsetzung des momentan vorliegenden Gesetzesentwurfs für Wild, Natur, Jagd und Gesellschaft einzutreten droht. PM LJV Baden-Württemberg

Bild: Teckel bei der Baujagd am Naturbau. Copyright: SE

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