Bauernbund: Immer mehr “wolfsfreie Zonen” in Brandenburg

Dombrowski: SPD darf praxistauglichem Wolfsmanagement nicht länger im Weg stehen

43 brandenburgische Städte und Gemeinden haben sich plakativ zur wolfsfreien Zone erklärt, seit der Bauernbund Brandenburg die Initiative im August letzten Jahres gestartet hat. Bei weiteren 14 Kommunen steht der Antrag derzeit auf der Tagesordnung. “Es gibt eine riesige Unterstützung für unser Anliegen im ländlichen Raum. Wir haben sehr viele einstimmige Beschlüsse, quer durch alle Parteien”, sagte der Bauernbund-Wolfsbeauftragte Frank Michelchen, Ökolandwirt aus Leibsch im Spreewald, der bereits drei Kälber durch den Wolf verloren hat: “Die Menschen wollen auch in Zukunft ohne Angst auf dem Lande leben und erklären sich solidarisch mit uns Weidetierhaltern. Es wird Zeit, dass Potsdam dieses Signal ernst nimmt und aufhört, vor den Naturschutzkonzernen zu kuschen.”

Während die Landesregierung noch immer an einer Fortschreibung des bereits 2017 ausgelaufenen Wolfsmanagementplanes arbeite, fordern die Städte und Gemeinden, ihr Gebiet darin als nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone auszuweisen und die weitere Ausbreitung des Raubtieres durch Abschüsse zu bremsen, so der Bauernbund. Örtliche Jäger und betroffene Tierhalter sollen das Recht erhalten, “an Viehweiden angreifende Wölfe zu töten”, verlangen unter anderem die Kleinstädte Lenzen, Bad Wilsnack, Kyritz, Gransee, Werder (Havel), Ziesar, Niemegk, Schlieben, Ortrand und Calau. Alle Kommunen, die den Beschluss gefasst haben, sind jetzt auf einer Karte auf der vom Bauernbund betriebenen Seite wolfsfreiezone.de einzusehen:

https://www.wolfsfreiezone.de/index.php/kommunal

Als “bewusste Irreführung” bezeichnete Michelchen die von der linken Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann aufgestellte Behauptung, kommunale Beschlüsse zu wolfsfreien Zonen seien rechtlich unzulässig: “Dass die Städte und Gemeinden in dieser Frage nichts entscheiden können, haben wir nie bestritten. Aber wie soll sich die Landbevölkerung denn artikulieren, wenn nicht über wohl begründete Forderungen ihrer Gebietskörperschaften? So funktioniert Demokratie!” Wäre eine solche Meinungsäußerung unzulässig, hätte die Kommunalaufsicht die Beschlüsse längst kassiert. Der Bauernbund ruft daher alle Städte und Gemeinden auf, sich der Initiative anzuschließen und damit im Landtagswahljahr Druck auf die Landesregierung auszuüben. Michelchen: “Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, dafür brauchen wir so schnell wie möglich Rechtssicherheit.”

Dieter Dombrowski: SPD darf praxistauglichem Wolfsmanagement nicht länger im Weg stehen

Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg, Dieter Dombrowski, bezeichnete diese zunehmende Anzahl “wolfsfreier Zonen” als Zeichen, dass die geltende Wolfsverordnung nicht in die Realität passe.

„Die Willenserklärung der Kommunen ist ein Beleg dafür, dass die SPD in Bund und Land ihre Blockadehaltung gegen ein praxistaugliches Wolfsmanagement endlich aufgeben muss“, sagt Dieter Dombrowski. „Anders lassen sich die Konflikte zwischen dem berechtigten Artenschutz und der besonders naturnahen und artgerechten Weidetierhaltung nicht lösen. Wir müssen Präventionsmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe fördern, Schäden von Nutztierrissen ausgleichen und dürfen Schutzjagden auf Problemwölfe nicht länger verhindern.“

Es müsse künftig in Deutschland möglich sein, eine bestimmte Anzahl von Wölfen pro Jahr zu schießen, so der CDU-Politiker. Nur so ließe sich der seit Jahren stark zunehmenden Bestand an Wölfen regulieren. Dombrowski forderte daher von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), den im Bund vereinbarten Koalitionsvertrag umzusetzen. „Die Ministerin muss sich endlich wie vereinbart gegenüber der EU-Kommission für notwendige Bestandsregulierungen beim Wolf einsetzen. In Brandenburg steht Umweltminister Jörg Vogelsänger weiterhin in der Pflicht, den Wolfsmanagementplan zu einem wildbiologischen Fachplan weiterzuentwickeln. Darin sollten einerseits Gebiete ausgewiesen werden, in denen eine aktive Bestandsregulierung und Schutzjagden künftig möglich sind. Andererseits sollte der Plan Areale festlegen, in denen die Vergrämung oder Schutzjagden auf Wölfe unzulässig sind. PM

Beitragsbild: Wolfswache (Archivbild). Foto: privat

5 Gedanken zu „Bauernbund: Immer mehr “wolfsfreie Zonen” in Brandenburg

  1. Ronbi

    Wie soll eine wolfsfreie Zone funktionieren, wenn es Wanderwölfe gibt?
    Ist da eine Bejagung oder was auch immer, wenn es zu viele werden nicht sinnvoller?
    Man müsste dann aber ein richtiges Wolfsmanagement haben und eine Vorstellung von der Anzahl der Wölfe.
    Vielleicht mal an Schweden orientieren.

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  2. Jörg Piehl

    Herschaften,wie naiv muß man sein um diesen Gedanken von wolfsfreien Zonen Gehör zu schenken.In jeden Molfsmanagementplan wird diese Form von der EU-Kommission abgelehnt u. das ist gut so.Mir ist es unbegreiflich das unsere Gesellschaft einfach nicht in der Lage ist mit der Natur in Einklang zu leben.Natürlich hat der Wolf ein Makel mitgebracht ,das sind die Nutztierisse,rein biologisch betrachtet ,wenn auf der Weide ungeschützte Tiere stehen dann bedient er sich,so hätte jeder reagiert wenn er ein Wolf wäre ,also ein ganz normales Ding,oder soll er sich beim Discaunter an der Fleischtheke anstellen oder sogar Spargel stechen gehen? Viele reiten im Moment auf die Regulierung der Wölfe hin,was soll das bringen ,garnichts ,im Gegenteil ,wissenschaftliche Statements haben bewiesen das die Nutztierrisse sich in den folgenden 2 Jahren verdoppeln können ,also Finger davon.Und uns die skandinavischen Länder als Vorbild zu nehmen ,da bin ich ein totaler Gegner von. Schweden hängt seit Jahren in einem EU-Vertragsverletzungsverfahren u. es rührt sich nichts.Sie machen was sie wollen ,sie töten Einzeltiere u. komplette Rudel u. es verschwinden jährlich 20% der Population durch Wilderei ,und die zuständigen Behörden kneifen die Augen zu .In Norwegen sieht die Sache noch schlimmer aus.Als ich hörte das Norwegen das demokratischte Land der Welt sein soll fiel bei mir die Ladenklappe.Dieses Land negiert den überwiegenden Teil der Pro-Wolf Befürworter als wären sie gar nicht da,sie kümmern sich nur im Intrigengeschätft u. Korruption um die Landbesitzer u. Nutztierhalter,die im Gegensatz der Wolfsbefürworter aber nur eine kleine Gruppe darstellt.Also für uns auch kein Vorbild.Als Vorbild sehe ich persönlich die osteuropäischen Länder sowie die komplette Südkarpatenregion in Rumänien.Die lachen uns doch im Moment aus was hier in Deutschland mit dem Wolf abgeht.Die sehen das viel gelassener, der Wolf gehört dort mit zu der Natur.Wir sollten den Herdenschutz forcieren ,die Nutztierhalter u. Schäfer noch besser finanziell unterstützen,auch die Bereitstellung von HSH(Herdenschutzhunden) sollte auch finanziell integriert werden u. das allerwichtigste für mich, wir sollten die Arbeit der Schäfer wieder besser anerkennen u. auch deren Vergütung ansteigen lassen,denn sie haben doch wirklich andere Probleme in Deutschland um über die Runden zu kommen ,aber da ist der Wolf nicht Schuld da sind die Politiker gefragt,aber der Wolf wird für alles verantwortlich gemacht.Und eines dürfen wir nicht vergessen ,die Richtlinien der EU-Kommision einzuhalten, aber davon spricht auch keiner.Der günstige Erhaltungszustand unserer Population,integriert mit der westpolnischen,also mit der westeuropäischen Flachlandpopulation insgesamt ist noch lange nicht erreicht .Wir brauchen keine neuen Gesetze,wir haben die FFH-Richtlinie u.unser Bundesnaturschutzgesetz u. da ist der Wolf ganzjährig geschützt , u.100% Schutz wird es nicht geben.Und wenn es Problem wölfe geben sollte, die so rar sind wie ein weißer Elch,dann muß man Einzelfallmäßig die geforderten Prüfmaßnahmen abarbeiten bis hin zur letalen Entnahme.Wo ist das Problem. Jörg Piehl aus Wismar

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    1. admin Beitragsautor

      Um nur einen Punkt herauszugreifen: Die wiss. Statements, denen zufolge die Nutztierrisse sich nach Abschüssen erhöhen (aber nicht verdoppeln), gibt es so nicht, das ist eine unzulässige Verkürzung des Studienergebnisses. Bei entsprechender Dezimierung der Wolfspopulation gehen selbstverständlich auch die Nutztierrisse zurück, bei einem Totalabschuss logischerweise bis auf null.
      Die Mär vom friedlichen Einklang mit dem Wolf in Osteuropa ist ebenfalls nicht haltbar. Da wird z.B. von Schäfern ein sehr pragmatischer Umgang mit dem Wolf gepflegt, der eher im Einklang mit den drei großen S (Schießen, Schaufeln, Schnauze halten) steht, als mit den romantischen Vorstellungen der Wolfsfreunde.

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      1. Jörg Piehl

        Um ebenfalls kurz zu antworten,für mich ist der Wolf ein ganz normaler Beutegreifer ,er ist kein Kuscheltier aber auch keine blutrünstige Bestie wie er in manchen Medien dargestellt wird.und wenn wir es verlernt haben auch in unserer Kulturlandschaft mit Wildtieren zu leben da er ja seinerzeit ausgerottet wurde dann müssen wir es wieder neu lernen u. nicht wie manche alle Wildtiere vom Teller haben wollen, da soll der Wolf verschwinden,der Biber, der Fischotter,der kolkrabe,der Marderhund,der Waschbär u. viele andere auch.Wie krank ist das denn.Denn viele Nutztierhalter um der Wahrheit mal ins Auge zu sehen scheuen sich vor der Mehrarbeit die da auf sie zukommt u. ebenfalls viele haben einfach kein Bock drauf ,das aber muß die Politik in den Griff bekommen, denn 78% der Deutschen ist für den Wolf,also müssen diese Sachen finanziert werden,an Geld solls doch in Deutschland nicht fehlen oder? Wollen wir etwa auf Wölfe so reagieren wie die Wolfsgegner in Spanien ,wo Jäger u.Wolfshasser in Ku-Klux-Klan Manier die wölfe abschlachten,den Torso abtrennen u.an jeder 10 Laterne diesen zur Schau aufhängen,das werter Beitragsautor bekommt nur der Homo sapiens fertig ,kein anderes Untier.Aber auch davon berichtet keiner in den Medien.Auch das wir im Jahr über 6000 Beißattacken von Hunden haben wo 3 Menschen darunter auch Kinder tödlich verletzt werden,das wir sechstellige Zahlen von Fallnutztieren in Deutschlan haben die wenn nicht krank ,elendig auf den Weiden o.im Stall verrecken u.sich keiner drum kümmert u. das wir 15-18000 Tote jährlich in Deutschland haben die an Krankenhauskeimen sterben , haben wir wirklich ein Problem mit dem Wolf ?

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        1. admin Beitragsautor

          Es geht nicht darum, dass irgendein Wildtier verschwinden muss oder soll, wie Sie das in Ihrem polemischen Furor unterstellen, sondern um einseitigen und nur ideologisch begründbaren Schutz einer Tierart auf Kosten anderer Tierarten und Menschen. Für Ihre 78 % Umfrage liefern Sie doch bitte den Beleg nach, danke.

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