Bambi revisited

Er befürworte es nicht, Wildtiere als Haustiere zu behalten, erklärt der litauische Jäger Darius Sasnauskas in den Erläuterungen zu einem Video über die “Rettung” und Auswilderung eines Weißwedelkalbs, das er auf seinem YouTube-Channel veröffentlicht hat und schon mehr als zwei Millionen Mal angesehen wurde. Dieser Fall sei aber eine Ausnahme: Das Kalb war eines von zwei Zwillingskälbern, es hatte ein verletztes Bein, wurde vom Muttertier verlassen und hatte keine Chance, in der Wildnis zu überleben. Ob die Überlebenschancen des Kalbs, das während der Aufzucht von Hand an Hunde und Menschen gründlich gewöhnt wurde, dauerhaft gesteigert wurden, darf bezweifelt werden. Außer Frage steht allerdings, dass solche Bilder Nachahmer erzeugen, die sich “verlassene” Rehkitze aneignen, um sie zu retten und auch  mal eine gute Tat zu vollbringen. Oder sich ein originelles Haustier wünschen.

Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass etliche Kommentatoren Zweifel an dem angeblichen Happy Ending des Videos anmelden. Den Untertiteln in dem Video zufolge gelang die Wiedereingliederung in die Weißwedelfamilie gerade dann, als Darius Sasnauskas keine Kamera dabei hatte. Das Tier soll das zurückgelassene (und mittlerweile kräftig nach menschlicher Witterung stinkende) Kalb wieder angenommen haben. Zu sehen ist dann auch ein Weißwedeltier mit zwei kerngesunden Kälbern, von einer Beeinträchtigung des Laufs ist nichts mehr zu sehen (der Jäger hatte den Lauf mit einer Manschette aus einem Haferflocken-Karton gestützt). Wer’s glaubt…

Es sind trotzdem rührende Bilder, wie das Kalb sich mit den anderen Haustieren des Litauers anfreundet und seine Rückkehr in die Natur zunächst hartnäckig verweigert. Viel Spaß dabei. SE

 

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