Baden-Württemberg: Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord startet Projekt “Wilde Sau”

Naturpark will gemeinsam mit Jägern, Metzgern und Naturpark-Wirten Vermarktung von Schwarzwild-Produkten stärken

Wildschweinprodukte sollen in der Gunst der Verbraucher steigen und als hochwertiges, natürliches Lebensmittel wahrgenommen werden. Das möchte der Naturpark Schwarzwald Mitte Nord mit dem vom Land Baden-Württemberg geförderten Pilotprojekt „Wilde Sau“ erreichen. Hierfür hat er bereits begonnen, ein Netzwerk aus Jägern, Metzgereien und Naturpark-Wirten aufzubauen, das weiter wachsen soll. „Wir wollen Wildschwein-Produkte als ein hochwertiges Lebensmittel vermarkten, bestehende Lieferbeziehungen intensivieren und Schwarzwild als neuen Regionalvermarktungsbereich des Naturparks etablieren“, stellte Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker auf der Kick-off-Veranstaltung für die Projektpartner am Montag beim Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord in Bühlertal heraus. Rund 50 Teilnehmer waren zu der Veranstaltung gekommen.

So soll es beispielsweise bei den Naturpark-Märkten einen „Wilde-Sau-Food-Truck“ oder bei den Naturpark-Wirten im Oktober Aktionswochen unter dem Motto „Schwarzwild und Schwarzbier“ geben. Bei den Angeboten auf der Naturpark-Genuss-Messe in Zell am Harmersbach am 3. November wird Schwarzwild einen Schwerpunkt bilden. Viele weitere Aktionen sind geplant. Insbesondere sollen die Verbraucher durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und Marketingkampagnen auf diese besondere Schwarzwald-Spezialität aufmerksam gemacht werden. „Unser Ziel ist es – wie bei allen anderen Regionalvermarktungs-Projekten – für diese Spezialität eine entsprechende ‚In-Wert-Setzung‘ zu erreichen“ so Dunker.

Ein weiterer Hintergrund des Projektes ist die drohende Afrikanische Schweinepest, die in Baden-Württemberg noch nicht ausgebrochen ist, wohl aber in Osteuropa. Für den Menschen ungefährlich, ist sie für Wildschweine ebenso wie für Hausschweine tödlich.
„Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Baden-Württemberg hätte fatale Folgen für die Landwirtschaft und die Jagd im Land“, sagte Landesforstpräsident Max Reger auf der Veranstaltung. „Deshalb unterstützt das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz das Pilotprojekt ‚Wilde Sau‘ und der Naturpark ist hier genau der richtige Partner.“ Später soll das Projekt auf weitere Wildarten ausgeweitet werden.

Spezialitäten aus Wildschweinfleisch: Viel mehr als Braten und Gulasch. Fotos: Dangel/Naturpark

„Mit dem Partner-Netzwerk aus Jägern, Metzgern und Gastronomen möchten wir auch die Wertschöpfung in den regionalen Gastronomie- und Metzgereibetrieben steigern, das Image von Jagd und Jägern fördern und der Bevölkerung Wissen vermitteln über Schwarzwild im Schwarzwald“, umriss Dunker die Projektziele.

Für die Vermarktungskampagne und die Öffentlichkeitsarbeit steht dem Naturpark mit „Kosmos Schwarzwald“ als Dienstleiter ein langjähriger Partner zur Seite. Geschäftsführer Uwe Baumann, der die Kick-off-Veranstaltung moderierte, nannte Beispiele für Maßnahmen der Kampagne: „Wir planen zahlreiche Aktionen rund ums Wildschwein wie Koch- und Grill-Workshops, kulinarische Wanderungen, Ausstellungen, einen ‚Wilderer-Abend‘ mit dem Schwarzwälder Kabarettisten Martin Wangler und vieles mehr.“ Gleichzeitig soll es Aktionen „nach innen“ geben, also Workshops und Fortbildungen für Jäger, Gastronomen, Metzger und weitere Zielgruppen. „Über die Afrikanische Schweinepest denke ich im Moment nicht nach. Wir wollen die ‚Wilde-Sau‘-Produkte und deren Qualität in den Vordergrund stellen“, ergänzt Baumann.

Der offizielle Start der Vermarktungs-Kampagne ist im Oktober, sie soll zunächst bis zum März 2022 laufen. Die genauen Termine werden Anfang September in einem „Wilde-Sau“-Aktionskalender präsentiert. PM

Beitragsbild: Die Vertreter des Pilotprojekts „Wilde Sau“ (v. l.): Uwe Baumann (Kosmos Schwarzwald), Samuel Golter (Landesjagdverband Baden-Württemberg), Joachim Seeger (Metzgerei Seeger, Kuppenheim), Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker, Naturpark-Wirt Thomas Stolz (Restaurant Wolpertinger, Baden-Baden). Quelle: Dangel/Naturpark

Ein Gedanke zu „Baden-Württemberg: Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord startet Projekt “Wilde Sau”

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Dererlei Aktionen gibt es vom LJV BW schon seit Jahren erfolgreich unter dem Motto “Wild auf Wild” und Gastronomen werden landesweit für die Vermarktung von regionalem Wild besonders ausgezeichnet. Zumal dieses Motto alles Schalenwild der Regionen einschließt. Eine “Wilde Sau” ist noch lange keine Wildsau. Und was soll ein- wie originell- “Wilde Sau food truck” sein? Ist es heute nicht mehr möglich, werbewirksame Informationen ohne Anglizismen zu gestalten? Diese Benennung läßt sich ebenso mit “Wilde Sau Futter LKW” übersetzen, was ein Schuss ins Brötchen wäre und es gilt, gut gemeint ist noch lange nicht gut getan.

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