Baden-Württemberg: Ex-Salafist will Jagdschein

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Eine bestandene Jägerprüfung stellt bereits nach geltendem Recht keinen Weg zum Legalwaffenbesitz für Extremisten dar

Ein “Ex-Salafist” hat in Baden-Württemberg erfolgreich die Jägerprüfung abgelegt. Doch als der Mann bei der Stadt Ulm einen Jagdschein beantragte, verweigerte diese dem “42-jährigen mit dunklen Vollbart”, wie es in einem Bericht des Schwäbischen Tageblatts heißt, die Ausstellung der gewünschten Dokumente – obwohl der aus Bosnien stammende Mann ein “blütenweißes polizeiliches Führungszeugnis” vorlegen konnte. Grund waren die Kontakte des Möchtegern-Jungjägers zu einschlägig bekannten Islamisten. Der Mann klagte 2017 vor dem Verwaltungsgericht Ulm gegen die Versagung des Jagdscheins, doch das Gericht gab der Stadt Recht. Gegen das Urteil legte der Kläger Berufung ein. Doch der Verwaltungsgerichtshof Mannheim bestätigte jetzt das Urteil. Es sei davon auszugehen, dass die waffenrechtliche Zuverlässigkeit nicht gegeben sei. Wer Zugang zu Waffen habe, müsse über jeden Zweifel erhaben sein, erklärte ein Richter dem Zeitungsbericht zufolge.

Der Bosnier war auf einem Video des baden-württembergischen Landeskriminalamts (LKA) in einer einschlägig bekannten, radikalislamischen Moschee eines Vereins zu sehen, der 2015 wegen Unterstützung islamischen Terrors verboten wurde. Der Kläger räumte seine Anwesenheit vor Ort auch ein. Dem Schwäbischen Tageblatt zufolge stellt die Moschee einen Treffpunkt radikaler Muslime dar, es seien von dort aus Kämpfer für den Islamischen Staat (IS) rekrutiert und Loblieder auf Al-Qaida-Führer Osama bin Laden und den Märtyrertod gesungen worden. Der Kläger gab an, dass er sich nicht erinnern könne, was bei dem Treffen geschah. Es war jedoch nicht sein einziger Besuch in der Moschee.

Bei einer Hausdurchsuchung waren zudem Bücher über Scharfschützenausbildung und Schießübungen, Märtyrervideos, Videos über Anschläge auf Polizeistationen, Predigten von Al-Kaida-Führer Bin Laden sowie über den Dschihad und die Herstellung von Autobomben gefunden worden. Er habe sich halt eine eigene Meinung bilden, erklärte der Kläger dazu, er sei sein Extremist und achte die Verfassung. Genützt hat es ihm nichts, einen Jagdschein bekommt er nicht. red.

Beitragsbild: Jagdschein – kein Weg zum Legalwaffenbesitz für Extremisten. Foto: SE

7 Gedanken zu „Baden-Württemberg: Ex-Salafist will Jagdschein

  1. Anko

    Weiter heißst es im verlinkten Artikel:

    “In diesem Fall liege alles schon länger zurück: Ein Telefonat mit einem bosnischen Kämpfer, der den 42-Jährigen aus Syrien anrief und um ein Nachtsichtgerät bat, sei im Frühjahr 2014 das letzte Vorkommnis dieser Art gewesen.”

    Da der Mann vom Schwäbischen Tageblatt als “gebürtiger Bosnier” statt als Bosnier/ bosnischer Staatsangehöriger bezeichnet wird, sind wir wohl wieder um einen deutschen Staatsbürger reicher geworden.

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  2. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Die Unzuverlässigkeit wird uns ja schon bescheinigt, wenn in der Autowerkstatt ein Patrone im Fußraum gefunden und die Polizei gerufen wird.
    Islamisten sollten in D nie einen Jagdschein bekommen, das hat mit Rassismus gar nichts zu tun, sondern ist eine präventive Maßnahme, damit ich ruhig schlafen kann.

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    1. Grimbart

      Ein Falknerschein würde ja noch gehen. Ansonsten habe ich da auch so meine Bedenken. Essen dürfte er das meiste Wild ja auch nicht, da es nicht halal sein dürfte.

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    2. Zündelnerlaubt

      Ist wie mit dem Reichsbürger im Prinzip, wer die Rechtsstaatlickeit der BRD nicht anerkennt und den Staat radikal ablehnt ist per sé unzuverlässig.

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  3. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Wie aktuell unsere Justizministerin erklärt, geschehe die Verschärfung des Waffengesetzes vor dem Hintergrund, dass immer mehr Extreme (Rechts + Links) auf legalem Wege zu einer Waffenbesitzerlaubnis kommen. hört, hört, und weshalb kann man uns das als mündigem Bürger keiner erklären? Gelangt Mann über einen Schützenverein so unproblematisch an eine Kriegs-AK47? Wenn wir Jäger unseren Stall sauber halten wollen, sollten auch die großen jagdlichen Katalogversender anfangen und die militärisch anmutenden Schnellfeuerwaffen aus ihren Katalogen verbannen. Kein Jäger braucht ein ZFR mit 50facher Vergrößerung, keiner beschießt Wild auf 900 m. Das hat mit Jagd absolut nichts mehr zu tun, das sind amerikanische Verhältnisse

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  4. RK

    An Carpe Diem: Zu: ” Wenn wir Jäger unseren Stall sauber halten wollen, sollten auch die großen jagdlichen Katalogversender anfangen und die militärisch anmutenden Schnellfeuerwaffen aus ihren Katalogen verbannen. Kein Jäger braucht ein ZFR mit 50facher Vergrößerung, keiner beschießt Wild auf 900 m. Das hat mit Jagd absolut nichts mehr zu tun, das sind amerikanische Verhältnisse”. Was soll dieses undifferenzierte Bashing in den eigenen Reihen? Was sind “militärisch anmutende Schnellfeuerwaffen”?? Man kann waidgerecht sowohl mit einem G28 als auch mit einem Repetierer jagen (ich benutze als Jäger beide Waffen). Lass doch bitte den Menschen und Legalwaffenbesitzern ihre Freiheit, zumal diese legalen Waffen und Zielfernrohre kriminologisch völlig irrelevant sind. Solche Äußerungen (verbunden mit dem völlig undifferenzierten und auch unzutreffenden Hinweis auf die “amerikanischen Verhältnisse”) zeigen, dass selbst Waidgenossen der aktuellen Entwaffnungspolitik auf den Leim gehen. Schade – bitte nochmals differenziert nachdenken.

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Was ist bashing? damit kann ich als Deutscher nichts anfangen. Beim Jagen zählt der erste Schuss; wenn ich damit nicht treffe, sollte ich zu Hause bleiben. Also weshalb ein 20-Schuss Magazin? Wenn unsere Jugend sich von den amerikanischen Waffenverhältnissen (und nicht nur von denen) vereinnahmen läßt und dies sich auf die gesamte Jägerschaft reflektiert, habe ich absolut etwas dagegen. Das ist weder undifferenziert noch beleidigend. Für Nachhilfeunterricht stehe ich nicht zur Verfügung.

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