Baden-Württemberg: Angeschossener Traktofahrer – Unglücksschütze ermittelt

+++ NRW: Tödlicher Schuss von Polizisten auf Jäger noch nicht aufgeklärt +++ Thüringen: Denkmal für erlösten alkoholkranken Waschbären (JAWINA berichtete) +++ Österreich: Treiber durch Schrotschuss verletzt +++ Österreich: “Landwirte verstehen nicht, warum sie sich für den Schutz des Niederwilds einsetzen sollen” +++ Brandenburg: Wolf reißt trächtige Ziegen mitten im Dorf +++ Bayern: Wildsammelstellen an Jäger übergeben +++ Berlin: Wildschwein nach Wildunfall von Polizist erlöst +++ Bayern: Jäger kritisieren “falsche Zahlen und Hetzkampagnen” des ÖJV +++

Am 06. September hat sich (JAWINA berichtete) im Bereich der Steinbachhofstraße in Gündelbach (Kreis Ludwigsburg) ein Jagdunfall ereignet. Der Pächter eines Maisfeldes hatte zwei Jäger damit beauftragt, während der Ernte aus dem Feld flüchtendes Schwarzwild zu erlegen. Als ein aufgescheuchtes Wildschwein das Maisfeld verließ, gaben ein 59 -jähriger und ein 73 Jahre alter Jäger jeweils mehrere Schüsse ab. Eines der Geschosse trat durch die Glasscheibe in die Kabine eines Traktors ein, in dem ein zwischenzeitlich 26-jähriger Fahrer und eine 18 Jahre alte Erntehelferin saßen. Der Fahrer wurde durch einen Schuss ins Bein schwer verletzt. Die Erntehelferin erlitt durch herumwirbelnde Glassplitter leichte Verletzungen. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg nahm anschließend die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung auf. Anhand kriminaltechnischer Untersuchungen, die durch das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamts Baden-Württemberg durchgeführt wurden, konnte nunmehr festgestellt werden, dass das Geschoss, das in den Traktor eingedrungen war, aus der Waffe des 73-Jährigen stammte. PM

Beitragsbild: Projektile (Symbolbild). Foto: SE

4 Gedanken zu „Baden-Württemberg: Angeschossener Traktofahrer – Unglücksschütze ermittelt

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    logischer Schluss? Der sog. Schießnachweiß ist nicht das Papier wert auf dem er steht, wenn der Schütze sich nicht unter Kontrolle hat.
    Ergebnis: Unzuverlässigkeit und Waffen abgeben.

    Antworten
  2. RK

    @Carpe Diem: “Ergebnis: Unzuverlässigkeit und Waffen abgeben.” – das mag im konkreten Fall so richtig sein. Ich kann allerdings nur (wieder) davor warnen(!!!), dass wir Legalwaffenbesitzer uns frühzeitig gegenseitig verurteilen. Wir alle kennen den konkreten Fall nicht genau. Ein Verurteilen des Unglücksschützen führt schlussendlich dazu, dass auch Gerichte im Zweifel sagen werden: “es ist was passiert, also liegt eine Fahrlässigkeitsschuld vor.” Genau dieser Rückschluss ist aber faktisch und rechtlich Unsinn. Jagdausübung ist (wie Autofahren) ein erlaubtes Risiko. Das heißt wiederum: Nicht in jedem Fall, wo etwas passiert, hat jemand auch in vorwerfbarer Weise fahrlässig gehandelt. Ob ein schuldhaftes Verhalten vorliegt, wird ein Gericht unter Beiziehung von Sachverständigen klären. Wenn der Schütze den Traktor im Hinterland (hinter der Sau) hatte bzw. in einem Winkel von ca. 10° nach beiden Seiten, wird man von fahrlässiger Körperverletzung sprechen können. Ansonsten gibt es durchaus Konstellationen, wo trotz ausreichender Sorgfalt (z.B. Winkel zwischen Geschossflugrichtung und Traktor bei über 60° liegen, aber ein Stein im Ackerboden für einen unglücklichen Abpraller sorgt) es zu einem Unfall kommt. Diese Fälle sind dann einfach erlaubtes Risiko (obwohl der Einzelfall natürlich immer sehr bedauerlich ist).

    Antworten
    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      @RK: In den Nachrichten steht nichts von Abpraller. Aber nur der gewachsene Boden (>= 30°) ist ein Kugelfang. Wer an Maisjagden, und das sind Gesellschaftsjagden, teilnimmt, muß sich des sehr hohen Risikos (Mitverschulden) bewußt sein, denn es ist ja meist flaches Ackerland mit offenem Hinterland. Abpraller fliegen kilometerweit.
      Dann auf hochflüchtige Sauen auf Distanz zu schießen, ohne zu sehen wie sich das Hinterland in der Bewegung verändert, ist strafbar (nicht fahrlässig). Da helfen die besten Jagdversicherungen nichts.

      Antworten
      1. Daniel

        @Carpe Diem
        von einem direkten Schuss steht ebenso nichts in den Nachrichten. Lediglich “vom Eintreten des Geschosses durch die Scheibe” ist die Rede. Weder ein direkter Schuss noch ein Abpraller kann also angenommen oder ausgeschlossen werden. BW meist flaches Ackerland mit offenem Hinterland zu unterstellen ist auch recht lustig.
        Lächerlich scheinheilig und oberweidgerecht jemanden ohne Faktenkenntnis so vorzuverurteilen.

        Antworten

Schreibe einen Kommentar zu Carpe Diem.. jetzt erst recht Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.