Backhaus: “Jäger ohne ersten Wohnsitz in MV dürfen hier derzeit nicht jagen”

Trotz der allgemein bekannten Regelungen zum Schutz vor der schnellen Ausbreitung des Corona-Virus halten die Diskussionen über die Reisebeschränkungen in Deutschland an. Betroffen von der Landesverordnung sind auch Jäger, die ihren ersten Wohnsitz nicht in Mecklenburg-Vorpommern haben.

Dazu stellt der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus erneut klar: „Die Corona-Krise zwingt uns alle zu Opfern. Und ich appelliere an die Einsicht der Menschen, die in unser schönes Land reisen wollen, um hier der Jagd nachzugehen: Dies ist derzeit grundsätzlich nicht möglich. Reisen in unser Land sind Menschen die hier nicht ihren ersten Wohnsitz haben nur dann erlaubt, wenn die Reisen für die berufliche Tätigkeit zwingend erforderlich sind. Dies trifft für Jäger in aller Regel nicht zu. Auch können sich Jagdausübungsberechtigte aus anderen Bundesländern hier durch ortsansässige Jäger vertreten lassen, wenn es zum Beispiel darum geht, den Verpflichtungen aus der Jagdverpachtung nachzukommen.

“Es ist eine Tatsache”, so Backhaus weiter, “dass Jägerinnen und Jäger für die Gesunderhaltung und Regulierung unserer Wildbestände und damit mittelbar für unsere Ernährungssicherheit eine wichtige Aufgabe übernehmen. Auch angesichts der Bedrohung durch die afrikanische Schweinepest schätze ich besonders das Engagement der Jägerschaft. Doch im Falle der gegenwärtigen Krise gilt es, zwischenmenschliche Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Jede Ausnahme von aktuellen Regelungen führt dabei zu neuen Diskussionen und Begehrlichkeiten, die am Ende die Akzeptanz dieser Regelungen schmälern. Das ist nicht im Interesse der Menschen in unserem Land.“   PM

Beitragsbild: Dr. Till Backhaus (SPD), Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern. Autor: Martin Kraft, Quelle: Wikipedia

 

14 Gedanken zu „Backhaus: “Jäger ohne ersten Wohnsitz in MV dürfen hier derzeit nicht jagen”

  1. Wendlandjäger

    Es ist unerträglich. Jeder Handwerker darf mit seinen Trups über die Grenze. Erntehelfer müssen mit Gewalt angekarrt werden (was ich richtig finde), damit Spargel gestochen werden kann. ASP spielt jetzt keine Rolle mehr und die Jagdpächter dürfen Pacht und Wildschaden zahlen. Am besten noch entgeltliche Jäger beauftragen.
    Für mich steht fest, MeckPom und Schleswig-Holstein werden mich in nächster Zeit nicht mehr als Urlauber sehen (letzten 5 Jahre jeden Sommerurlaub da gemacht).

    !Boykott von SH und MVP!

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  2. Ch.W.

    Echt schade! Wir werden dich vermissen!!!( hoffentlich die nächsten 5 Jahre) *heul*

    Mal ganz ehrlich…wenn diese kurzzeitige Verordnung, die wenn auch sehr von Panik beeinflusst, eventuell zur Eindämmung dieser unsäglichen Virussch..ße führen kann, dich so aus der Bahn wirft dann solltest du wirklich mal ne “Norddeutschlandpause” machen.

    Weidmannsheil ins Wendland

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    1. Wendlandjäger

      Dann lieber Ch… sonstwas, erkläre mir bitte mal den Virussch..ß. Ist er eine Gefahr für die Menschheit oder … ??? Wenn eine Gefahr für die Menschheit, dann kann ich eher auf Spargel für ein Jahr verzichten oder fahre noch ein halbes Jahr mehr durch Schlaglöcher. Die Leute arbeiten Hand in Hand hart (sehr hart) auf dem Bau oder auf dem Feld, die laufen nicht mit Mundschutz und Latexhandschuhen durch die Gegend. Nach getaner Arbeit wohnen diese Erntehelfer eng in Wohngemeinschaften zusammen. Abends nach getaner Arbeit kannst du die Kollegen bei Aldi und Co. treffen.
      So sehr geehrter Ch. … , jetzt erklär mir mal, was ein Jäger aus Hamburg oder Brandenburg in MVP für ein Risiko darstellt. Ohne „Mimimi“ , die Politiker haben es uns gesagt. Ich erwarte von jedem, das er sein Hirn einschaltet und auch kritisch (bei Unsinn) etwas in Frage stellen darf.

      Schöne Ostergrüße

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  3. HW

    Wendlandjäger hat recht. Der allein jagende Jäger (selbst wenn er zur Nachsuche einen Begleiter hinzuziehen müsste) stellt natürlich ein viel geringeres Risiko dar als der Brandenburger Baustellentrupp, der irgendein Fertighäusle in MV aufbaut. Letzteres könnte nämlich auch ein paar Wochen warten.

    Und was das OVG wahrscheinlich übersehen hat: Der Jagdpächter ist Unternehmer und als solcher berechtigt (und auch verpflichtet – Stichwort Verkehrssicherung) sein “Unternehmen Jagd” zu bereisen.

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    1. Titus von Unhold

      Wenn er Unternehmer ist, dann kann er doch einreisen und seinem Beruf nachgehen. Denn das darf er trotz anderslautender Entscheidung des OVG die eine touristische Jagd ausschließt. Aber das geht in der Realität natürlich nicht auf, weil sich die meisten wohl eingestehen müssen dass die Jagd schlussendlich nicht auf eine “dauerhafte Gewinnerzeilungsabsicht” angelegt ist die über die “Liebhaberei” iSd. EStG hinaus geht.

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  4. Ronbi

    Prof. Püschel Chef der Pathologie im Uniklinikum Hamburg bei Markus Lanz.

    Frei zitiert
    Ist davon überzeugt, dass am Jahresende die allgemeine Sterblichkeitsrate die gleiche sein wird, wie ohne Covid-19.

    Also ein wenig Hysterie ist schon dabei, bei den Beschränkungen.
    Wir erleben vielleicht gerade, wie weltweit die Wirtschaft vor die Wand gefahren wird.
    Und noch eine Frage, wo sind 2017/2018 die ca. 25 000 Grippe Toten in Deutschland, medial versteckt worden?

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    1. Titus von Unhold

      Und wann hat der Herr Professor das gesagt? Da derzeit ohne breite Antikörpertests noch keine evidenzbasierten Aussagen gemacht werden können, kann sich das jederzeit ändern. Und warum steht er mit dieser Meinung recht alleine dar? Die epidemiologischen Modellierer sehen überigens durchaus genug Gründe dass die Maßnahmen begründet waren: https://www.mpg.de/14648789/corona-epidemie-prognose?c=2191

      Zudem gibt es zahlreiche Preprints (Erläutert beim Ärzteblatt, Spaktrum der Wissenschaft und National Geographic) die evidenzbasiert darauf hindeuten dass bei 30 Prozent der hospitalisierten Bevölkerung Herzmuskelschäden zurück bleiben und bei 15 Prozent aller Erkrankten Nekrosen in der Lunge behalten. Das sind dann in 20 Jahren abertausende Lungenkrebspatienten. Toll.

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      1. Ronbi

        Lesen?
        Markus Lanz/ZDF am Donnerstag 09.04.20
        Prof. Klaus Püschel über die Obduktionen, die er im Zusmmenhang mit Covid-19 durchgeführt hat.

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  5. Dr. Wolfgang Lipps

    Lieber Ch…W…
    Peinliche Stellungnahme, nicht wahr? Die Entscheidung von Backhaus ist höchst bedenklich, weil eine Grundrechtsbeschränkung immer notwendig (möglich aber fraglich), vernünftig (eher nicht) und verhältnismäßig (das nun garnicht) sein muss – die Maßnahme von Backhaus ist allenfalls populistische Effekthascherei. Will halt gut aussehen, der Mann, so wie Söder oder Spahn oder so. Kann man je verstehen, aber sollte dann etwas intelligenter sein. Oder?

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  6. Ch.W.

    Wenn die ASP kommt werden aus jagdlicher Sicht noch viel mehr Grundrechte beschnitten, wenn auch oftmals nur kleinräumig. Aber in Sachen Virenbekämpfung braucht es uns da ja nicht bange werden; genug Experten scheint es ja zu geben! * lach*

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    1. Wendlandjäger

      Lieber CH…,
      gib doch einmal einen sachlichen Kommentar bzw. eine Antwort auf die Frage (wenn du aus dem Lachen Wieder raus bist):
      – Warum Erntehelfer bzw. Bauarbeiter keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen aber ein Jäger?
      Freundliche Grüße
      Wendlandjäger

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      1. Ch.W.

        Lieber Wendlandjäger,
        wie mir scheint ist mein Post auf deinen ersten Kommentar missverstanden worden.
        Ich bin weder Virologe noch Politiker oder Richter beim Oberverwaltungsgericht.
        Mir ging ausschließlich dein Boyaufruf gegen den Strich!!! Zumal es jawohl gegen die schönsten deutschen Bundesländer ging (Vorsicht Ironie)!!!
        Ein Boykott wegen einer fragwürdigen Verordnung eines Ministers ist jawohl auch keine sachliche Antwort auf die Sachlage.
        Wir sind hier genauso von der aktuellen Situation, die hoffentlich nur kurzzeitig sein dürfte, gekniffen wie du oder andere Jäger in Deutschland.

        Freundliche Ostergrüße und Weidmannsheil!!

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  7. Waldjäger

    Ich finde Jagdausübungsberechtigten sollte man die Einreise gewähren aber alles was nicht systemrelevant ist (Gastjäger) sollte lieber nicht umherreisen. Der Jäger geht ja nicht nur jagen sondern muss sich auch verpflegen, tanken und Material usw. besorgen. Also besteht schon ein gewisses Risiko, dass die Regierung vermeiden will. Des Weiteren mussten diese Verordnungen bei Kontaktverbot und Homeoffice usw. im Eiltempo verabschiedet werden. Unsere guten Beamten sind da schnell überlastet und somit kann man nicht sofort die perfekte Lösung für alle finden. Ich denke das Herunterfahren war richtig und jetzt muss intelligent nachgeschärft werden. Der eine oder andere der sauer ist weil er nicht einreisen darf sollte sich einfach mal fragen wofür dieser ganze Zirkus veranstaltet wird..aber es gibt Menschen die denken mehr Rechte zu haben als andere. Egal in welcher Branche

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