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Tumbrincks Stelle im BMU muss neu ausgeschrieben werden

+++ Grannenweizen gegen Wildschäden? +++ Facebook sperrt “Wolf – nein danke” +++ Hessen: Rottier bei Spangenberg vermutlich von Wolf gerissen +++

Im April wechselte der damalige Landesvorsitzende des Nabu NRW, Josef Tumbrinck, auf einen gut dotierten Posten als Leiter der Unterabteilung Naturschutz ins Bundesumweltministerium (JAWINA berichtete). Jetzt muss seine Stelle neu ausgeschrieben werden.

Ein Mitbewerber um die Stelle hat einem Bericht der Landwirtschafts-Zeitschrift LZ Rheinland gegen die Vergabe an Tumbrinck vor dem Verwaltungsgericht Köln geklagt. Der Kläger argumentierte, dass er durch die in der Stellenbeschreibung festgelegten Anforderungen an die Bewerber ungerechtfertigt ausgeschlossen worden sei. Die Stelle der Besoldungsstufe B6 (9589,49 Euro monatlich) sollte an einen Absolventen eines naturwissenschaftlichen Studiengangs vergeben werden. Diese Anforderung ist nach Auffassung der Gerichts nicht objektiv zu überprüfen, da es keine verbindliche Festlegung gebe, was ein naturwissenschaftlicher Studiengang ist. Auch habe das BMU nicht nachgewiesen, warum die geforderte Qualifikation für den Abteilungsleiterposten notwendig sei. Durch den formalen Fehler muss das Auswahlverfahren neu ausgeschrieben und die Stellenbesetzung erneut durchgeführt werden. Tumbrinck hat die Stelle dem Medienbericht zufolge bislang nur vorläufig inne.

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Klage für den Wolf

Ein Beitrag von Rainer Schmidt / Arkebek www.schmidt-arkebek.de

Aus den Steppen und Wäldern des Ostens zieht es den Grauhund, den Wolf, zurück in die Gebiete Westeuropas. Der Weg wurde ihm durch das Fallen des Eisernen Vorhanges geöffnet, der als Grenze von Menschenhand nur selten einen Durchschlupf in vielerlei Hinsicht ermöglicht hatte.

In der Frühgeschichte, der Homo sapiens lebte als nomadisierender Jäger und Sammler, näherte sich der Wolf dem Menschen und nutzte als Resteverwerter dessen Abfallhaufen. Die feinen Sinne, das Gehör und der Geruch, das Sozialverhalten, die Fähigkeit, im Rudel zu leben und zu jagen, beobachtete der jagende Mensch und nahm sich der Wolfwelpen an. So wurde der Wolf dem Menschen als Jäger unter Jägern ein Begleiter, der Rudelfremde nicht duldete und die Sippe auf Leben und Tod verteidigte. Etwa so erfolgte die Domestizierung des ersten Wildtieres in dem Zeitraum von 40.000 – 15.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung.

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Mongolei: Fliegen wie ein Adler

Lauren McGough ist eine Falknerin aus Oklahoma City. Als sie noch zur Schule ging, entdeckte sie in der Bibliothek ein altes Buch mit Schwarzweiß-Fotos von Falknern in der Mongolei: Ein Mann in traditioneller Kleidung auf einem struppigen Pferd, ein Fuchs über den Rücken des Pferdes geworfen – und auf der Faust des Mannes thront ein majestätischer Adler. “Das war das unglaublichste, was ich je gesehen habe”, berichtet McGough in einem fantastischen Video auf CBS: “Ich musste es sehen, ich musste es machen!” Mit 17 reist sie in Begleitung ihres Vaters zum ersten Mal in die Mongolei. Fünf Jahre später kehrt sie zurück: Ein Stipendium ermöglicht ihr einen zweijährigen Studienaufenthalt bei den kasachischen Nomaden, Menschen, wie sie sagt, die in unvergleichlicher Weise Tiere verstehen und gelernt haben, in Symbiose mit Pferden, Adlern und ihrem Vieh in der unwirtlichen Landschaft zu überleben.

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Jagdunfall Nittenau: Anklage und Verteidigung verzichten auf Rechtsmittel – Strafe ist rechtskräftig

+++ Rheinland-Pfalz: Rätsel um tote Rehe bei Sülm +++

Auf den Verurteilten kommen weitere massive finanzielle Forderungen zu

Im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Nittenau, bei dem der Beifahrer eines PKW auf der Bundesstraße 16 von einem verirrten Geschoss aus der Büchse eines Jägers getroffen wurde (JAWINA berichtete), verzichten Anklage und Verteidigung auf Rechtsmittel. Damit wird das Urteil rechtskräftig. Der Unglücksschütze ist wegen fahrlässiger Tötung zu einer auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe von 12 Monaten verurteilt worden. Außerdem muss er als Bewährungsauflage jeweils 10.000 Euro an den Vater und die Mutter des Verstorbenen sowie an die gemeinnützige Einrichtung Hospizverein Schwandorf bezahlen. Mit diesen insgesamt 30.000 Euro dürfte die Sache für den Verurteilten jedoch nicht ausgestanden sein.

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Österreich: Wolfsartiger Kadaver ohne Kopf im Tiroler Sellraintal aufgefunden

“Schwere Schussverletzung im Bauchraum”

Gestern, Dienstag, wurde bei der Polizeiinspektion Kematen der Fund eines wolfsartigen Tiers ohne Kopf im Gemeindegebiet von Sellrain von einem Passanten gemeldet. Die Sicherheitsbehörde, das Land Tirol und die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck haben sodann in enger Abstimmung die weiteren Maßnahmen veranlasst. Heute, Mittwoch, informierten die Experten des Landes sowie der Polizei Tirol über die aktuellen Entwicklungen: Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer, Klaus Wallnöfer, Vorstand der Abteilung Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei sowie Oberst Gerhard Niederwieser, Bezirkspolizeikommandant von Innsbruck.

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NRW: Drei Angriffe auf Schafe im Wolfsgebiet Schermbeck

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt, dass im Kreis Wesel drei Übergriffe auf Schafe von einem Wolf verursacht wurden. Am 26. Juni 2019 wurden zwei Schafe in Hünxe getötet und drei weitere verletzt und am 12. Juli 2019 ebenfalls in Hünxe ein Schaf getötet und ein weiteres verletzt. Am 14. Juli 2019 wurden zwei Schafe in Schermbeck getötet. In allen Fällen konnte ein Wolf durch die genetische Untersuchung von Speichelproben als Verursacher ermittelt werden. Eine mögliche Individualisierung wird momentan noch durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen bearbeitet. PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf (Archivbild). Foto: SE

Bayern: Landwirtschaftsministerin Kaniber fordert Neubewertung des Schutzstatus von Wölfen

Die Weidewirtschaft gerade im Alpenraum hat eine herausragende Bedeutung für den Erhalt der Kulturlandschaft und der Biodiversität. Zudem ist die Weidetierhaltung besonders tierwohlgerecht. Diese Errungenschaften sind aber durch die Zuwanderung von Wölfen massiv bedroht, erklärte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) anlässlich der diesjährigen Hauptalmbegehung in Mittenwald.

Eine Warnung seien die Zustände in den Gebieten Deutschlands, in denen Wölfe schon in immer größerer Zahl auftreten. Dort würden Schäfer und Bauern bei ihren Versuchen, ihre Tiere zu schützen, vor große Herausforderungen gestellt. Kaniber fordert deshalb, eine erneute Diskussion um den Schutzstatus des Wolfs. Sie hat konkrete Erwartungen an Berlin und Brüssel. „Unser bayerischer ‚Aktionsplan Wolf‘ kann nicht der Schlusspunkt sein. Wir brauchen europaweit eine Neubewertung des Themas, deshalb sind Bundesregierung und die neue EU-Kommission gefordert.“

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Sachsen: Fachstelle Wolf übernimmt Rissbegutachtung

Mit Wirkung vom 1. August 2019 übernimmt die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Rissbegutachtung in Sachsen. Bisher oblag diese Aufgabe den Landratsämtern und Kreisfreien Städten.

Über eine 24-Stunden-Rufbereitschaft ist gewährleistet, dass Meldungen zu mutmaßlichen Rissen an Nutztieren sowie zu toten, verletzten und auffälligen Wölfen rund um die Uhr von einer zentralen Stelle für ganz Sachsen entgegengenommen werden können.

Hotline: 035242-6318201

Wenn ein Tierhalter seine Nutztiere bei der täglichen Kontrolle tot oder verletzt vorfindet und ein Wolf als Verursacher vermutet wird, sollte er das innerhalb von 24 Stunden melden, damit der Schaden schnell durch einen Rissgutachter aufgenommen werden kann. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Tierhalter eine Entschädigung erhalten können. Gerissene Tiere werden durch den Freistaat Sachsen zu hundert Prozent entschädigt, sofern der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte und durch den Tierhalter alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden sind. Das sind für Schafe und Ziegen ein mindestens 90 Zentimeter hoher Elektrozaun oder ein mindestens 120 cm hoher Festzaun mit einem festen Bodenabschluss.

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Niedersachsen: Genehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m wird nochmals erneuert

+++ Niedersachsen: Nutriastrecke steigt von 788 im Jagdjahr 2014/15 auf über 25.000 in 2018/19 +++ Sachsen: Mindestens 20 tote Schafe bei Wolfsangriff +++ Österreich: Symbolträchtiges Ende – Albino-Reh stirbt durch Mähdrescher +++ Österreich: Weißer Rehbock bei Wallern gesichtet +++ Baden-Württemberg: Wolf am Feldberg im Schwarzwald nachgewiesen +++ Hamburg: Beizjagd auf Kaninchen in Innenhof nach Mieterprotesten abgeblasen +++ Niedersachsen: Feuerwehr befreit Fuchs aus Klärbecken +++

Die bis Ende Juli befristete artenschutzrechtliche Genehmigung zur Entnahme des Wolfsrüden GW717m wird bis zum 31.08.2019 verlängert und das Verfahren zur Entnahme weiter unter Hochdruck vorangetrieben. Das teilt das niedersächsische Umweltministerium mit. Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken bestehe unverändert fort, heißt es zur Begründung.

Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Entnahme von GW717m finden Sie hier: https://www.umwelt.niedersachsen.de/ 174199.html . PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Erschossene Wölfin: Draht laut Obduktionsbericht “vor dem Versterben” durch die Pfote gezogen

Eine Woche nach dem Fund der illegal erschossenen Wölfin im LK Gifhorn hat das niedersächsische Umweltministerium einen ersten Obduktionsbericht des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung erhalten. Demnach wurde dem Tier kurz vor dessen Tod ein Draht durch die Pfote gezogen, heißt es in dem Bericht. Ursächlich für das Verenden sei aber die Schussverletzung, die dem Tier zugefügt wurde. Das teilt das niedersächsische Umweltministerium mit.

In dem Bericht heißt es: „Bei dem zur Sektion übersandten (…) weiblichen Wolf wurde als Todesursache ein Trauma infolge eines illegalen Beschusses bestätigt. (…) Der Nachweis der geringgradigen Blutung im Bereich der Drahtschlinge durch die rechte Vordergliedmaße spricht für ein intravitales Geschehen. Wahrscheinlich wurde der Draht kurz vor dem Versterben des Tieres durch den Fuß getrieben. Die dreifach um den Hals gelegte Drahtschlinge führte nicht zu Einschnitten in der Haut. Auch war der Kehlkopf intakt. Daher ist zu vermuten, dass die Blutungen im kaudalen Hals-Nackenbereich und kranialen Brustbereich ausschließlich durch die Geschosseinwirkungen hervorgerufen wurden. Das Tier wies keine Veränderungen auf, die auf das Vorliegen einer Infektionskrankheit hindeuten. Weitere Untersuchungen stehen noch aus.“

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Deutsche Wildtier Stiftung und Verein Wildes Bayern verklagen Bayern wegen der Aufhebung von Schonzeiten

+++ NRW: Reh gewildert +++ RLP: Reh misshandelt +++ Bayern: Fuchs an Straßenschild gehängt +++ Niedersachsen: Landvolk fordert “bundesweites, aktives Wolfsmanagement” +++

Am 1. August ist es wieder soweit. Die Jagdzeit auf die Gämse beginnt. Fast 5.000 Gämsen wurden im vergangenen Jagdjahr in Deutschland erlegt. 90 Prozent davon in Bayern. Und den Mammutanteil des Abschusses verantworten die Bayerischen Staatsforste. „Dort wird noch immer der Grundsatz „Wald vor Wild“ mit dem Brecheisen durchgesetzt“, kritisiert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Dabei reicht den Bayerischen Staatsforsten nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Jagdzeit vom 1. August bis zum 15. Dezember. Allein im Bezirk Oberbayern wird die Schonzeit auf knapp 26.000 Hektar vollständig aufgehoben und das ganze Jahr gejagt. Die Bayerischen Staatsforste erlegen fast jede fünfte Gämse im eigentlich als Schonzeit ausgewiesenen Zeitraum. Gegen die Aufhebung der Schonzeit hat der Verein Wildes Bayern unterstützt von der Deutschen Wildtier Stiftung jetzt beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einen Normenkontrollantrag gestellt. „Damit kommt die wildfeindliche Politik Bayerns auf den juristischen Prüfstand“, erklärt Münchhausen. Selbst im Nationalpark Berchtesgaden gibt es ein Gebiet, in dem die Schonzeit aufgehoben wird. „Jagd während der Schonzeit in einem Nationalpark ist nicht vereinbar mit dem Ziel eines derartigen Schutzgebietes, in dem Natur und Wildtiere Vorrang haben sollen“, so Münchhausen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Sorge vor weiterer Ausbreitung – FDP fordert Jagd auf Nandus

Großvogel soll ins Jagdrecht – Politiker warnt: Suchen sich schnell bundesweit Lebensraum

Die FDP im Bundestag fordert die Bejagung der frei lebenden Nandus in Mecklenburg-Vorpommern, bevor diese sich weiter in Deutschland ausbreiten. Karlheinz Busen, jagdpolitischer Sprecher seiner Fraktion, warnte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Wenn sich die Population jährlich mehr als verdoppelt, suchen sich die Nandus schnell bundesweit Lebensräume.” Das Landwirtschaftsministerium in Schwerin bezifferte den Bestand im Herbst vergangenen Jahres auf 566 Tiere, wobei 294 der Vögel noch Jungtiere waren. Das Bundesumweltministerium bestätigte auf Anfrage des FDP-Politikers: “Der Nandu hat ein hohes Ausbreitungspotenzial, und daher ist eine Abwanderung in benachbarte Regionen potenziell möglich.”

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NRW: Zweite Verordnung zur Änderung der Landesjagdzeitenverordnung tritt heute in Kraft

Gestern wurde die zweite Verordnung zur Änderung der Landesjagdzeitenverordnung verkündet. Sie tritt somit heute, am 30. Juli 2019, in Kraft. Insbesondere wird dadurch das Verbot der Bewegungsjagd sowie des Hundeeinsatzes bei der Jagd auf Schwarzwild in der Zeit vom 16. Januar bis 31. Juli aufgehoben.

Der Landesjagdverband NRW hatte sich für diese Änderung eingesetzt. PM LJV NRW

Beitragsbild: Hundeeinsatz bei der Schwarzwildjagd (hier im Saugatter, Archivbild). Foto: SE

Mecklenburg-Vorpommern: “Wildwirkungsmonitoring aus Grundlage von Tatsachen, Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen”

Streit um Rotwildbejagung setzt sich fort – Zoff zwischen SPD-Politikern Backhaus und Heydorn

Nachdem sich der Mecklenburger SPD-Landtagsabgeordnete Jörg Heydorn, der auch Verwaltungsratsmitglied ist, auf die Seite der Öko-Förster geschlagen hat und seinen Parteikollegen, den Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus öffentlich attackierte, sieht sich das Landwirtschaftsministerium veranlasst, eine Stellungnahme zu veröffentlichen. Bei dem Streit geht es um die Wildbewirtschaftung im MV-Landeswald, insbesondere um die Rotwildbestände in der Hegegemeinschaft Schuenhagen-Franzburg (HG). Das Forstamt Schuenhagen hatte wegen angeblich überhöhter Rotwildbestände und untragbarer Wildschäden zusätzlich Abschüsse in der Schonzeit beantragt. Bei einer Ortsbegehung der vorgeblich geschädigten Wälder ließ sich dann jedoch keine Schädigung belegen (JAWINA berichtete). Dennoch warnt der SPD-Abgeordnete Heydorn in einem Brief vor Waldschäden. “Immer mehr Rotwild in Forstamtsbereichen wie Schuenhagen-Franzburg oder in der Nossentiner Heide mache dem Forst durch Verbiss und durch das Abfressen von Baum-Rinde – sogenanntes Schälen – zu schaffen, so Heydorn einem NDR-Beitrag zufolge. Heydorn kritisiert, dass Backhaus die bereits erteilte Abschussgenehmigung kassiert hat. Es sei ihm schleierhaft, welche Gründe dazu geführt haben. Dass die behaupteten Wildschäden nicht nachzuweisen waren und die Genehmigung folglich aufgrund falscher Tatsachenbehauptungen erteilt wurde, ficht den SPD-Abgeordneten, der selbst Jäger ist, offenbar nicht an.

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Brandenburg: Jäger findet brennende Kerze im Wald – Waldbrand verhindert

+++ Österreich: Anträge auf Entnahme von Bär und Wolf abgelehnt +++

Ein Jäger hat in einem Waldgebiet bei Emstal (Landkreis Potsdam-Mittelmark) am Samstag um 6 Uhr früh eine brennende Kerze im trockenen Unterholz entdeckt. Der Jäger löschte die Kerze und verhinderte so einen Waldbrand. Die Fundstelle befindet sich in der Nähe der L88. Die Polizei sucht Zeugen, die am Samstag Morgen verdächtige Personen in dem Waldstück zwischen den Ortschaften Busendorf und Emstal bemerkt haben. red.

Beitragsbild: Kerze im Unterholz (Symbolbild). Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser RK für den Hinweis!

Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion

Ein Beitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion – diesen Titel trägt der Tagungsband des 9. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtierstiftung, das im Juni 2018 in Bad Driburg stattfand. Gerade im Zeitalter neuer Bejagungsrichtlinien in Hessen und Brandenburg, wo der qualifizierte Abschussplan für wiederkäuendes Schalenwild de facto abgeschafft und damit einer erbarmungslosen Reduktion von Wildbeständen der Weg bereitet wurde, ist die Lektüre des Tagungsbandes eine tröstliches Signal: es gibt auch heute noch Jäger, Verbände und Institutionen, die sich ernsthaft und im besten Sinne weidgerecht um eine Reduktion von Rotwildbeständen Gedanken machen bzw. diese bereits erfolgreich und tierschutzgerecht in verschiedenen Regionen Deutschlands praktiziert haben. Dabei wird durchaus anerkannt, dass manchenorts die Rotwildbestände in den letzten Jahrzehnten aus dem Ruder gelaufen sind. Die Notwendigkeit der Reduktion dort wird also keineswegs in Zweifel gezogen. Der Weg dorthin wird aber anders gesehen, als das in mancher hessischen oder brandenburgischen ministeriellen Schreibstube der Fall ist. Die Frage, wann ein Rotwildbestand zu hoch ist, kann je nach Ziel des Jagdausübungsberechtigten und nach Habitatkapazität durchaus unterschiedlich beantwortet werden. Um Reduktionsziele zu formulieren, bedarf es zuvor demnach einer Formulierung von (waldbaulichen) Zielen und einer möglichst guten Einschätzung des aktuellen Wildbestandes. Auch dazu gibt es praxisrelevante Hinweise im Tagungsband.

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Hessen: Feuerwehr rettet Jäger von Hochsitz

Die Feuerwehr Hessisch Lichtenau hat am Donnerstag einen 83-jährigen Jäger in einem Waldstück zwischen Hessisch Lichtenau und Günsterode (Werra-Meißner-Kreis) von einem Hochsitz gerettet. Der Mann war nach Mitternacht zur Jagd aufgebrochen. Als er am nächsten Morgen nicht zurück war, verständigte seine Frau die Polizei. Mit Hilfe eines Mitarbeiters von Hessenforst konnte der während des Ansitzes offenbar zusammengebrochene Mann auf dem Hochsitz gefunden werden. Da die Einsatzstelle etwa 300 bis 400 Meter von befestigten Wegen entfernt war, konnte die Drehleiter nicht eingesetzt werden, wie die Feuerwehr berichtet. Daher brachten Feuerwehr und Rettungsdienst ein “improvisiertes Seilsystem mit einem speziellen Sitzgurt” zur Anwendung, mit dessen Hilfe der Verunglückte aus zirka fünf Metern Höhe geborgen wurde.

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Erster ASP-Fall in der Slowakei

In der Slowakei ist es erstmals zu einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gekommen. Die Infektion wird aus der Gemeinde Strážne im äußersten Süden der Slowakei nahe der ungarischen Grenze gemeldet. Betroffen ist einer Meldung des slowakischen Senders rtf zufolge ein Schweinezuchtbetrieb. Die Tiere in dem betroffenen Stall werden getötet. Um den Ausbruchsort wird eine drei Kilometer im Umkreis große Schutzzone und eine Beobachtungszone von zehn Kilometern Durchmesser eingerichtet. red.

Beitragsbild: Länderschild Slowakei. Foto: SE

Brandenburg: Weiterer Wolf illegal geschossen

Bei Ratzdorf im Landkreis Oder-Spree ist ein illegal geschossener Wolf gefunden worden, wie das Landesumweltamt am Dienstag bestätigte. Der Fundort des Kadavers ist nicht weit entfernt von der Stelle, wo vor etwa zwei Jahren bereits ein Wolf illegal erlegt worden war. Es ist der dritte bekannt gewordene illegale Wolfsabschuss in diesem Jahr in Brandenburg. Sieben Wölfe sind in Brandenburg in diesem Jahr bereits im Rahmen der Wolfsverordnung “letal entnommen” worden. red.

Beitragsbild: Wölfe. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Forderungen nach weiteren Waffenrechtsverschärfung infolge von Attentaten

+++ Brandenburg: Jungwolf verirrt sich in Dorf +++ Bayern: Waffenarsenal bei Frau in Freising gefunden +++ Österreich: Studie zur Machbarkeit von Herdenschutz auf Almen +++ NRW: Reh verirrt sich in Krefelder Innenstadt +++

Nach den rechtsextremistisch motivierten Attentaten auf den hessischen CDU-Politiker Walter Lübcke und einen Migranten aus Eritrea in Wächtersbach (Hessen) werden Forderungen nach weiteren Verschärfungen des Waffenrechts laut. Der Vorsitzende der hessischen SPD-Landtagsfraktion Thorsten Schäfer-Gümbel forderte im Merkur eine “bessere und engmaschigere Kontrolle von Waffenbesitzern.” Es gehe dabei nicht darum, Sportschützen oder Jäger zu traktieren, aber die Waffen von objektiv unzuverlässigen Personen wie Reichsbürgern und Rechtsextremen müssten konsequent eingezogen werden, so Schäfer-Gümbel. Der Attentäter von Wächtersbach soll seine Tat zuvor in einer Kneipe angekündigt haben. Im Hinblick darauf erklärte Schäfer-Gümbel, dass in solchen Fällen die Behörden zu informieren seien, “auch wenn es unangenehm ist.” Es gehe nicht an, “angekündigte Gewalttaten als Prahlerei abzutun.” Auch der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) fordert eine Verschärfung des Waffenrechts. Es müsse verhindert werden, dass Extremisten gleich welcher Couleur legal Waffen besitzen, sagte Beuth der FAZ zufolge. Wer nicht mit beiden Füßen auf der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stehe, dürfe keine Waffe in die Hände bekommen.

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Dammann-Tamke: Kein Hinweis auf Wolfsquälerei

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN), Helmut Dammann-Tamke, hat gegenüber dem NDR die Spekulationen des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies (SPD) über eine mögliche Misshandlung des vor kurzem tot aus dem Elbe-Seitenkanal geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete) scharf kritisiert. “Er habe sich die Fotos genau angeschaut und keinerlei Hinweise darauf entdeckt, dass das Tier gequält worden sei”, sagte Dammann-Tamke dem NDR zufolge. Die Darstellung vom Minister Lies habe ihn “wirklich auf die Palme gebracht”.

Das niedersächsische Umweltministerium hat nach dem Auffinden der erschossenen Wölfin folgendes Statement auf Nachfrage veröffentlicht:

“Neben der illegalen Tötung der Wölfin im LK Gifhorn steht anhand von Fotos der Verdacht im Raum, dass die Wölfin möglicherweise bestialisch gequält wurde.

Dazu sagt Umweltminister Olaf Lies:

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Russland erlaubt Bogenjagd

Das russische Parlament hat einen Gesetzesentwurf angenommen, der die Bogenjagd in Russland legalisiert. Dazu sollen Pfeil und Bogen in die Liste erlaubter Jagdwaffen aufgenommen werden. Bislang war dies in Russland verboten, die Verwendung von Armbrüsten bleibt weiterhin illegal, wie rt.com berichtet.

Abgeordnete der Duma wiesen laut rt.com darauf hin, dass die Bogenjagd in 20 europäischen Ländern, den USA, Kanada, Australien und Weißrussland erlaubt sei. Die Freigabe des Bogens als Jagdwaffe werde sich positiv auf die russische Jagdwirtschaft auswirken und Russlands Image als einer “großartigen Jagdnation” förderlich sein, hoffen die Parlamentarier.

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Brandenburg: Fälle von massivem Trichinenbefall bei Wildschweinen in OHV und LOS

Aus den Brandenburger Landkreisen Oberhavel (OHV) und Oder-Spree (LOS) werden Fälle von Trichinenbefall bei Wildschweinen gemeldet.

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oberhavel teilt mit, dass am 05.07.2019 bei einer im Veterinäramt zur Untersuchung eingereichten Probe Schwarzwild im Rahmen der vorgeschriebenen amtlichen Untersuchung auf Trichinen erneut ein sehr massiver Trichinenbefall bei einem Wildschwein festgestellt wurde. Das Tier wurde in der Region Kremmen erlegt. Vom Referenzlabor Trichinella des Bundesinstituts für Risikobewertung wurde inzwischen dieser extrem hochgradige Befall bestätigt. Es handelt sich um die Art Trichinella spiralis.

Bereits im Jahr 2018 wurde bei drei im Landkreis Oberhavel erlegten Wildschweinen ein teils mittel- bis höhergradiger Trichinenbefall in der Muskulatur der Tiere nachgewiesen. Im Mai dieses Jahres wurde ein Trichinenbefall bei einem im Landkreis Oberhavel zur Untersuchung vorgestellten Stück Schwarzwild festgestellt. Dieses Stück stammte aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

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Thüringen: Ohrdrufer Wölfin hat erneut Hybriden gewölft

+++ NRW: Umweltministerin verspricht Entschädigung für von Wölfen gerissene Pferde +++ Brandenburg: DVO-Probleme und kein Ende – Bisamfänger sollen Jagdschein machen +++ Österreich: SPÖ-Politiker fordert Abschuss von Wölfen und Bären +++

Die Ohrdrufer Wölfin hat erneut einen Wurf Wolfs-Hund-Mischlinge zur Welt gebracht. Eine Fotofallenaufnahme vom 20. Juli 2019 zeigt drei Jungtiere ohne Elterntier, wie das Thüringer Umweltministerium mitteilt: “Nach erster Einschätzung handelt es sich dabei um Wolf-Hund-Hybride. Auf der Aufnahme sind zwei schwarze und ein graues Jungtier zu sehen.” Bereits 2017 hatte die Wölfin sechs Hybriden gewölft, von denen vier mittlerweile entnommen wurden. Der Verbleib der übrigen zwei ist unbekannt. Möglicherweise hat ein Hybridrüde aus dem vorigen Wurf nun die neuen Hybriden gezeugt. In Abstimmung mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) will das Thüringer Umweltministerium nun versuchen, die Hybriden mit Kastenfallen einzufangen – was schon beim vorigen Wurf nicht funktioniert hat. Sollt der Fang glücken, sollen die Tiere “in den Alternativen Bärenpark nach Worbis kommen”, so das Ministerium. Damit handeln die Behörden nach den Vorgaben des Thüringer Wolfsmanagementplans. Dieser schreibt aus Artenschutzgründen das Entnehmen von Wolf-Hund-Hybriden aus der freien Wildbahn vor. Im Gehege in Worbis leben bereits Bären. Sie könnten sich zukünftig das Areal mit den Wolf-Hund-Hybriden teilen. Sollte es auch dieses Mal nicht gelingen, die Mischlinge einzufangen, dürften die Hybriden wieder zum Abschuss freigegeben werden.

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NRW: Wolf in Essen wohl doch eher Hund

+++ Niedersachsen: Umweltminister Lies spekuliert über angebliche Wolfsquälerei +++ Schleswig-Holstein: Amtlich bestätigt – Damwild in Thumby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) von Wolf gerissen +++

Große Aufregung in Essen: Ein Video zeigt ein wolfsähnliches Tier, das durch den Bezirk Stadtwald streift. Während ein “Experte” vom Nabu gegenüber dem WDR sogleich erklärte, dass es sich “sehr wahrscheinlich” um einen Wolf handele (und Menschen selbstverständlich keinerlei Gefahr drohe), hält das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) das gesichtete Tier eher für einen Hund und wertet den Vorfall als “unbestätigten Hinweis”, wie die WAZ berichtet. Zur Begründung führen das LANUV an, dass das Fell des vermeintlichen Wolfs nicht dem arttypischen kurzen Sommerfell entspreche, und dass es Hinweise auf einen wolfsähnlichen Hund auch aus Leverkusen-Opladen, Düsseldorf-Wersten und Ratingen gebe. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Die Red. dankt JAWINA-Leser AM für den Hinweis!

Brandenburg: Wildschweinjagd im Stadtgebiet von Frankfurt/Oder

+++ Bayern: Jagdunfall Nittenau – Jäger zu einem Jahr auf Bewährung und Geldstrafe (Bewährungsauflage) verurteilt +++ Bayern: Jagdunfall Nittenau – Verteidigung und Anklage plädieren auf Bewährungsstrafe +++ Schweiz: Fuchs nach Angriff auf Krankenhaus-Mitarbeiterin erschossen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jagdpächter stellt Wildwarnschilder auf – Behörde droht Bußgeld an +++

Die Stadtverwaltung von Frankfurt/Oder informiert, dass auf Grund einer Vielzahl von Bürgerbeschwerden bzw.-hinweisen im Rahmen der Gefahrenabwehr im Stadtgebiet die Bejagung von Wildschweinen (z.B. auf dem Ziegenwerder aber auch an anderen Orten) erfolgt.

Das Amt für Ordnung und Sicherheit ist Auftraggeber. Der beauftragte Jäger ist im Besitz einer Ausnahmegenehmigung zur Jagd in befriedeten Bezirken und er informiert die Polizei über den beabsichtigten Einsatz.

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Niedersachsen: Wolf mit Schussverletzung aus Kanal geborgen

Am Sonntagabend gegen 21 Uhr wurde im Elbe-Seitenkanal in Wittingen eine getötete Wölfin geborgen. Erste Ermittlungen der Polizei Wittingen ergaben, dass das Tier mit einer Schusswaffe getötet wurde. Danach sei versucht worden, das Tier mittels einer Metallschlinge und einem beschwerenden Gegenstand im Elbe-Seitenkanal zu versenken. Die Tötung eines Wolfes stellt eine Straftat nach dem BNatSchG dar und wird derzeitig von der Polizei Wittingen verfolgt. Das Tier wird zwecks weiterer Untersuchung ins Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin verbracht. Für Hinweise steht die Polizei in Wittingen unter 05831-25288-0 zur Verfügung. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Jagdunfall bei Nittenau: Geschoss war kein Abpraller

Im Gerichtsverfahren um den tödlichen Jagdunfall bei Nittenau hat der ballistische Gutachter ausgesagt. Demnach stammt das tödliche Geschoss aus der Selbstladebüchse des 47-jährigen Angeklagten. Den Untersuchungen des Ballistikexperten Axel Manthei vom Landeskriminalamt Bayern zufolge hat das Geschoss auf seiner Flugbahn einen weichen Gegenstand berührt oder durchschlagen, wodurch es um zwei Grad von seiner ursprünglichen Flugbahn abwich. Nach Ansicht des Ballistikers ist es am wahrscheinlichsten, dass die Kugel ein Wildschwein durchschlagen habe. Einem Bericht des Lokalmediums Onetz.de zufolge hielt der Gutachter es für unwahrscheinlich, dass das Geschoss mit dem Ackerboden, dem Schutzzaun an der Bundesstraße 16 oder dem Bewuchs auf der Böschung der Straße in Berührung gekommen sei.

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Schweiz: Fuchs beisst schlafende Patientin in Züricher Krankenhaus

+++ BGH-Urteil: Verein muss Waldschäden durch Wisente ersetzen +++

In Zürich hat ein Fuchs in der vergangenen Woche im Universitätsspital Zürich eine schlafende Patientin gebissen. Das Tier drang durch eine offene Balkontür in das Krankenzimmer ein und brachte der Patientin eine leichte Bisswunde bei. Die Patientin wurde umgehend medizinisch versorgt, die Wunde desinfiziert und ein Antibiotikum verabreicht. Die Klinikleitung verständigte den zuständigen Wildhüter, die Patienten wurden angewiesen, Türen und Fenster nachts geschlossen zu halten und die Füchse nicht zu füttern. red.

Beitragsbild: Fuchs (Archivbild). Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Diskussion über den Wolf: Pfannenstiel vs. Fuhr

Im Deutschlandsfunk diskutierten der Wildbiologe Prof. Dr. Pfannenstiel und der Journalist und Brandenburger ÖJV-Vize Eckhard Fuhr über den Wolf. Die Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?” steht in der Mediathek des Senders zum Nachhören bereit. Die Wolfspopulation, die Aufwendungen für den Herdenschutz und die Zahl der gerissenen Nutztiere steigen parallel an – angesichts dieses eindeutigen Zusammenhangs hält Prof. Pfannenstiel die Strategie, ausschließlich auf Herdenschutzmaßnahmen zu setzen, für gescheitert und plädiert für eine reguläre, maßvolle Bejagung des Wolfs. Dies würde die Scheu des Wolfs vor dem Menschen, menschlichen Siedlungen und Nutztieren wiederherstellen und die Situation der Weidetierhalter entschärfen. Fuhr bestreitet, dass eine Bejagung des Wolfs zu einer Lösung der Probleme beitragen würde. Eine spannende Diskussion – Hörempfehlung! SE

Beitragsbild: Internetseite des Deutschlandfunks zur Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?”(Screenshot, Ausschnitt)

Gütersloh: Kommunen, Landwirte und Jäger kooperieren bei Bekämfpung von Nutria und Bisam

Prämie für jeden im Kreisgebiet erlegten Nutria und Bisam

Auch im Kreis Gütersloh (NRW) nehmen sogenannte invasive Arten spürbar zu, teilt der Kreis mit. Vor allem Nutria (Myocastor coypus) und Bisam (Ondatra zibethicus) verursachen durch ihre Bautätigkeit erhebliche Schäden an Ufern, Dämmen und erzeugen Fraßschäden in landwirtschaftlichen Kulturen sowie Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Um dem entgegenzuwirken, sollen jetzt die Bestände von Nutria und Bisam reduziert werden. Eine entsprechende Vereinbarung tritt zum 1. August in Kraft. Sie sieht unter anderem Prämien für jeden erlegten Bisam und Nutria vor.

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Zwölf Teilnehmer bestehen Prüfung zum Revierjagdmeister in Springe

+++ Bayern: Immer mehr Waschbären gefährden Artenvielfalt +++ NRW: Landrat nimmt Stellung zu Pro-Wolf-Petition +++ Kanada: Tochter von Löwenjäger beschimpft Vater auf YouTube +++ Baden-Württemberg: Hund verletzt Reh so schwer, das Polizist es erlösen muss – Zeugen gesucht +++ Bayern: Biber auf der Speisekarte? +++ Sachsen: Motorradfahrer bei Kollision mit Wildschwein schwer verletzt +++ Philippinen untersagen Import von deutschem Schweinefleisch +++

Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit stellten sich im Juli 17 Revierjäger im Jägerlehrhof Jagdschloss Springe der praktischen und mündlichen Prüfung zum Revierjagdmeister. Zwölf Teilnehmer, die bereits im April ihre schriftliche Prüfung absolviert hatten, haben bestanden. Das beste Gesamtergebnis erzielte Elias Raiser aus Stieten, Mecklenburg-Vorpommern.
Zulassungsvoraussetzung zur Meisterprüfung war eine mindestens zweijährige Berufspraxis als Revierjäger und die Vorlage einer schriftlichen Meisterarbeit zu einem berufsbezogenen Thema. Damit sich die Prüflinge auf die vielen Bereiche der Meisterprüfung vorbereiten konnten, hatte der Deutsche Jagdverband und der Bundesverband Deutscher Berufsjäger in enger Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen drei 14-tägige Lehrgänge im Jägerlehrhof Jagdschloss Springe durchgeführt.

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Brandenburg: DVO Jagd gefährdet Deichschutz

Die umstrittene Durchführungsverordnung (DVO) zum Landesjagdgesetz Brandenburg (JAWINA berichtete) sorgt für massive Probleme beim Deichschutz: Allein am Oderdeich hat der bislang zuständige Bisamfänger 289 Eingrabungen durch Bisamratten festgestellt, wie die Märkische Oderzeitung (MOZ) berichtet. “Und es dürften täglich mehr werden”, befürchtet die MOZ: Denn  Bisam und Nutria darf der bislang zuständige Bisamfänger nicht mehr fangen. Grund ist die DVO Jagd, durch die Bisam und Nutria ins Jagdrecht aufgenommen wurden. JAWINA-Leser Rico hat in diversen Kommentaren (zum Beispiel hier) bereits auf die Problematik hingewiesen: Durch die offenbar unüberlegte Neuregelung werden die bislang hauptamtlich tätigen Bisamjäger arbeitslos. Wenn die Bisamratten dem Jagdrecht unterliegen, dürfen nur die Inhaber des Jagdrechts ihnen nachstellen. Bisamfänger benötigen künftig also einen Begehungsschein. Zudem gilt der im Jagdrecht verankerte Muttertierschutz, die Elterntiere müssen also geschont werden. Das bedeutet, dass man den Schadnagern Monate lang nicht nachstellen kann, da sie sich in Mitteleuropa mindestens von März bis September fortpflanzen, unter günstigen klimatischen Bedingungen auch ganzjährig. In der MOZ fordert der Vorsitzende des Jagdverbands Seelow eine schnelle Änderung der DVO, um größere Deischschäden zu vermeiden. Der Landeswasserverbandstag kritisiert wie andere kommunale Gremien Brandenburgs, “dass er bei der Erarbeitung der DV Jagd nicht gefragt wurde”, so die MOZ.

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Wie Städter die Landbevölkerung diskriminieren

+++ 2. Prozesstag Jagdunfall Nittenau: Angeklagter konnte Bundesstraße wegen Bewuchses nicht sehen +++ NRW: 60-jährige soll Jäger beleidigt und mit Golfball beworfen haben +++ NRW: Naturschützer befürworten Waschbärbejagung +++ Österreich: Wildschwein verursacht Unfall auf Wiener Autobahn +++ Hessen: Naturschützer verlassen Nabu +++ NRW: Weidetierhalter fordern Bejagung des Wolfs, Tanja und Heike starten Petition für Wolfsschutz +++

Ob er verrückt sei, wurde der Autor Holger Siemann von einem Freund gefragt, als er ankündigte, im Radio über den Wolf sprechen zu wollen. Bei dem Thema sei “der Shitstorm vorprogrammiert.”

Siemann spricht im Deutschlandfunk trotzdem über den Wolf. Über den mutmaßlichen Wolfsangriff auf eines seiner Mutterschafe, über Wolfsbeauftragte, die insinuieren, dass die Wunden an der Kehle des Schafs ” ja im Prinzip auch von einem Schraubenzieher stammen” könnten. Ob man Feinde habe in der Nachbarschaft? Über “Städter in Hotlines, die nicht mal fragen, wie es dem Schaf geht.”

Die Bevölkerungsmehrheit in den Städten dominiert alle Diskurse, auch die über Naturschutz und Landwirtschaft, obwohl, wie man ergänzen muss, Kenntnisse und eigene Betroffenheit von “Leuchtturmprojekten wie der Wiederansiedlung des Wolfes” flächendeckend fehlen. Die Landbevölkerung sei dieser “subtilen Formen der Diskriminierung mehr oder weniger hilflos ausgeliefert.” Milliarden werden in die Städte investiert, während auf dem Land “Bahnlinien und Busverbindungen stillgelegt” werden und sich “Schulen, Gesundheitsversorgung, Verwaltungen […] sich mit jeder Konzentrationswelle weiter vom Dorf [entfernen] und so “Kristallisationspunkte der Identität, des Kulturlebens, des bürgerschaftlichen Engagements” auslöschen. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags auf der Internetseite des Deutschlandfunks (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

 

Aufhebung des Jagdverbots: “Botswana ist kein Großwildreservat!”

Die Ankündigung der botswanischen Regierung, das seit 2014 bestehende Jagdverbot aufzuheben, sorgt für internationale Furore. Tierrechtsorganisationen werden nicht müde die botswanische Regierung anzugreifen. Medien beteiligen sich an der emotional geführten Debatte.

Im Interview mit CIC und DJV erläutert der Tiermediziner und Wildtierspezialist Dr. Erik Verryenne, der seit 2002 in Botswana forscht und arbeitet, die Hintergründe für die Wiedereinführung der Jagd. Er ist kein Jäger, sieht in der Jagd aber ein wichtiges Artenschutz-Instrument.

DJV/CIC: Botswana ist das elefantenreichste Land der Welt. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Dr. Erik Verreynne: Die Zahl der Dickhäuter stieg von 55.000 im Jahr 1990 auf über 120.000 im Jahr 2012. 17 Prozent Botswanas sind als Nationalpark ausgewiesen, in denen mindestens 25.000 Elefanten leben. Weitere 72.000 Elefanten leben in sogenannten „Wildlife Management Areas“, die 32 Prozent der Landesfläche ausmachen. Nochmals 27.000 Elefanten bewegen sich außerhalb dieser Gebiete. Rechnerisch ergibt das 1,2 Elefanten pro Quadratkilometer, die sich Wasser und Land mit Menschen teilen müssen, die von der Landwirtschaft abhängig sind. Die Bauern Botswanas leben im Durchschnitt 400 bis 500 Meter von einem Elefanten entfernt. 40 Menschen wurden in den vergangenen zehn Jahren von Elefanten getötet, die meisten in der Zeit des Jagdverbots. Fakt ist: Botswana hat mehr Elefanten, als wir vertragen.

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