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Brandenburg: Novellierung des Jagdgesetzes im Eiltempo

Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Novellierung des Brandenburger Landesjagdgesetzes soll offenbar im Eiltempo durch die Instanzen gedrückt werden: In einer Rundmail vom 16.03. an die Mitglieder des Landesjagdbeirats – und den ÖJV – fordert Dr. Carsten Leßner von der Obersten Jagdbehörde (OJB) des Landes die Akteure auf, ihre Änderungsvorschläge mitzuteilen. In dem Schreiben des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) heißt es: “Da aufgrund der aktuellen Corona-Krise die für den 18. März 2020 geplante Sitzung des Landesjagdbeirates abgesagt werden musste, bitte ich Sie mir Ihre Anmerkungen und Hinweise zum Änderungsbedarf des brandenburgischen Jagdrechts schriftlich mitzuteilen. “Änderungsbedarfe” sollen daher in eine beigefügte Tabelle eingetragen werden. Die Frist für die Einreichung der Antworten ist ziemlich knapp bemessen: Spätestens bis zum 30. April sollen die Interessenvertreter und Verbände ihre Vorschläge einreichen – und das in einer Zeit, in der wegen Corona sämtliche Verbands- und Gremiensitzungen abgesagt wurden.

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DJV: Coronavirus – Jagdhund und Reh sind kein Risiko

Haus- und heimische Wildtiere können das Coronavirus (SARS-CoV-2) nicht auf Menschen übertragen, meint der DJV. Ebenso wenig kann der Mensch Tiere anstecken. Experten empfehlen trotzdem regelmäßiges Händewaschen.

Auf Anfrage des Deutschen Jagdverbandes (DJV) teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit: Menschen können sich nach aktuellem Wissensstand nicht über Haus- oder Wildtiere mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren. Jagdhunde stellen also kein Infektionsrisiko dar, ebenso wenig Reh oder Wildschwein. Um ganz sicher zu gehen, untersucht das FLI derzeit, ob Tiere ein Virusreservoir sein könnten. Ergebnisse sollen Ende April 2020 vorliegen.

Mit dem Coronavirus infizierte Menschen können beispielsweise das Fell von Hunden und Katzen mit dem Erreger kontaminieren. Allerdings ist die Virenmenge dann so gering, dass sie für eine Infektion weiterer Menschen nicht ausreicht. Derzeit gibt es laut FLI auch keine Hinweise darauf, dass sich heimische Wild- oder Haustiere bei Menschen mit SARS-CoV-2 infizieren könnten.

[Anm. d. Red.: Eine etwas andere Sicht der Dinge war in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) zu lesen: “Nicht der Hund überträgt die Krankheit, aber sein Halsband” – kann nicht schaden, das zur Kenntnis zu nehmen.]

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Hessen: Besucherrekord bei Vortrags- und Diskussionsveranstaltung “Passt der Wolf in unsere Kulturlandschaft?”

Der Wolf sollte ins Bundesjagdrecht übernommen und während einer festgelegten Jagdzeit planmäßig bejagt werden. Die Bundesregierung  sollte dafür die Voraussetzungen schaffen, indem sie der EU den „günstigen Erhaltungszustand“ des Großraubtieres in Deutschland meldet und die Lockerung seines höchsten Schutzstatus (“streng geschützt“) beantragt. Nur auf diese Weise könne die Akzeptanz des Großraubtieres in der Bevölkerung langfristig gesichert werden, betonte der Zoologie-Professor a. D. und Diplom-Biologe Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel auf der Veranstaltung der Jägervereinigung Oberhessen (JVO) in Grünberg (Landkreis Gießen) zum Thema „Passt der Wolf in unsere Kulturlandschaft?“ am 11. Februar in der Gallushalle in Grünberg.

Der JVO-Vorsitzende Helmut Nickel kündigte eine Petition mit dem Ziel an, den Schutzstatus des Wolfs zu senken. Zudem sollten alle Daten der genetischen Untersuchungen von Wölfen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die JVO-Veranstaltung verzeichnete mit 468 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord.

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DJV: Jagd trotz Corona-Krise notwendig

DJV-Eilbrief an Bundeslandwirtschaftsministerin: Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest macht Jagd notwendig. Jäger müssen von Einschränkungen wie Ausgangssperren ausgenommen sein. Sonst drohen zudem Ernteausfälle durch Wildtiere. Jagd hilft der Landwirtschaft und damit einer systemrelevanten Daseinsvorsorge.

Das Corona-Virus legt immer weitere Teile des öffentlichen Lebens lahm. In einem Eilbrief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat Dr. Volker Böhning, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), deutlich gemacht, dass Jäger wegen ihrer gesellschaftlich relevanten Aufgaben generell von weitergehenden Beschränkungen ausgenommen werden müssen. “Eine etwaige Ausgangssperre würde Jagd auf Wildschweine unmöglich machen. Und damit auch den Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest”, sagte Dr. Böhning. Diese ist nur noch wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Eine Verbreitung der Tierseuche hätte gravierende wirtschaftliche Folgen für die deutsche Landwirtschaft. Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft das Risiko eines Eintrags der Seuche durch Wildschweine aus Westpolen und Belgien als hoch ein.

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Schleswig-Holstein: Nabu beendet Konik-Haltung

+++ Bayern: LJV verschiebt Landesjägertag +++ Österreich: Biker von Jägern am Boden fixiert +++ 

Besser ist es: Nachdem mittlerweile zehn Konik-Pferde in einem Naturschutzprojekt des Nabu Schleswig-Holstein verhungert sind (JAWINA berichtete), steigt der Nabu Schleswig-Holstein aus der Haltung von Koniks aus. Vorausgegangen waren der Entscheidung ziemlich unwürdige Bemühungen des Nabu als Eigentümer der Pferde, sich um die Verantwortung für das traurige Schicksal der Pferde zu drücken. Einer der Kernpunkte des Konflikts zwischen dem Nabu und dem für Naturschutz zuständigen Umweltministerium ist dem NDR zufolge eine seit zwei Jahren defekte und daher abgebaute Fanganlage für die Koniks. Infolgedessen konnten die Pferde seit zwei Jahren weder tierärztlich behandelt, noch von einem Hufschmied versorgt werden, was jeweils mindestens einmal jährlich vorgeschrieben ist.

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Wegen Corona: DJV sagt Großveranstaltungen ab

Wegen Corona-Virus: Das DJV-Präsidium hat heute in einer Sondersitzung Bundesjägertag, Wettbewerbe im jagdlichen Schießen und weitere Veranstaltungen für das Jahr 2020 abgesagt. Der Seminarbetrieb ruht bis Ende Juni 2020. Zum Schutz seiner Mitglieder reagiert der DJV damit auf die Empfehlungen der Bundesregierung.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise hat das Präsidium des Deutschen Jagdverbandes (DJV) heute in einer Sondersitzung alle für 2020 geplanten Großveranstaltungen auf Bundesebene abgesagt. Damit reagiert der Dachverband auf die Empfehlungen der Bundesregierung und die derzeit täglich größer werdenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens in vielen Bundesländern. Das DJV-Präsidium hat sich zu diesem drastischen Schritt entschieden, weil die Gesundheit der Menschen Vorrang hat. Zudem will die Verbandsspitze den Druck von den Landesverbänden und ihren Untergliederungen nehmen, Qualifikationswettbewerbe durchzuführen – etwa im Jagdhornblasen oder im jagdlichen Schießen.

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NRW: LJVe sagen Veranstaltungen wegen Corona ab

Aufgrund der fortschreitenden Ausbreitung des Corona-Virus und der steigenden Zahl daran erkrankter Personen hat der Vorstand des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen beschlossen, zunächst bis einschließlich Ostermontag, den 13.April 2020, alle Veranstaltungen des Landesjagdverbandes abzusagen. Der Verband bedaure es sehr, diese Entscheidung treffen zu müssen, heißt es in einer Mitteilung des LJV, man glaube aber, hiermit der Verantwortung, die man in der derzeitigen Situation allen Beteiligten gegenüber habe, gerecht geworden zu sein und bittet um Verständnis.

Auch der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) hat heute verkündet, alle in nächster Zeit geplanten Verbandsveranstaltungen abzusagen. Darunter fallen auch die Landesdelegiertenversammlung mit Jägerfest und Trophäenschau und der Pokalwettbewerb Jagdhornblasen inkl. Festveranstaltung “30 Jahre LJVB”. PM/red.

Beitragsbild: Corona-Virus. Quelle: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM  Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health.

 

Thüringen: Gemeinsames Positionspapier für Jagdstrategie auf Schadflächen unterzeichnet

In der vergangenen Woche haben sich das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und mehrere Verbände auf eine Strategie für die Bejagung auf Schadflächen im Wald abgestimmt. „Ich freue mich, dass wir in einem gemeinsamen Dialog dieses Positionspapier erarbeiten konnten. Die Jagd unterstützt die Wiederaufforstung der geschädigten Flächen und trägt zur Stabilisierung der Naturverjüngung in den aufgelichteten Waldbeständen bei. Das Wild darf den Wald beim Nachwachsen nicht übermäßig behindern. Wegen der Größenverhältnisse können nicht alle Flächen umzäunt werden, daher ist diese Schwerpunktbejagung notwendig“, sagte der für Forst und Jagd zuständige Staatssekretär Torsten Weil.

Nach mehreren Sturmereignissen, der Trockenheit der beiden vergangenen Jahre 2018 sowie 2019 und der sich daraus entwickelnden Borkenkäferkalamität, sind in den Thüringer Wäldern an vielen Stellen Schadflächen entstanden. Die Sanierung der Schadflächen ist mit enormen Anstrengungen der Waldbesitzer verbunden.

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Sachsen: Aufbau von ASP-Schutzzaun an polnischer Grenze abgeschlossen

Am 21. Januar hatte das sächsische Sozialministerium entschieden, eine Wildbarriere an der gesamten Grenze zu Polen zu ziehen und somit die Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest durch Schwarzwild zu verringern. Dafür wurde Zaunmaterial für die gesamten 128 Kilometer angeschafft. Die Kosten von 250.000 Euro trägt der Freistaat. Mit Hilfe und Unterstützung durch Teams der Ortsverbände Bautzen, Görlitz, Zittau und Riesa des Technischen Hilfswerks (THW) sowie den Mitarbeitern des Landkreis Görlitz wurden die Schwarzwild-Barrieren errichtet.

Die Wildschweinbarriere ist eine von verschiedenen ASP-Präventionsmaßnahmen. Aufgabe der Barriere, ein ca. 75 cm hohes Elektronetz mit Duftkomponente, ist es durch optische und tatsächliche Reize Wildschweine in ihrem natürlichen Wanderungsverhalten zu beeinflussen. Die Wildschweine nehmen die Duftkomponenten zusammen mit dem Strom und dem Flatterband als Störfaktor wahr, so dass sie in ihren natürlichen Wanderungsbewegungen geleitet werden.

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Schleswig-Holstein: Seeadler von Windrad getötet

Am Montag ist unter einer Windkraftanlage in Holtsee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ein verendeter Seeadler gefunden worden. Der männliche Seeadler ist offenbar von einem Rotorblatt des Windrads erschlagen worden. Der Vorsitzende des Vereins Seeadlerschutz Schlei berichtet in den Kieler Nachrichten, dass er zudem die Überreste eines Falken unter dem Windrad entdeckt habe. Dreves vermutet, dass der Seeadler von dem Falken fraß und beim Hochfliegen dann selbst vom Rotor erschlagen wurde.

Der Verein Seeadlerschutz Schlei hat eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er zu einem Statement des Windparkbetreibers Stellung bezieht. Darin heißt es:

“Stellungnahme des Seeadlerschutz Schlei e.V. zu dem Todfund eines Seeadlers und eines Turmfalken im Windpark Holtsee-Altenhof am 9.3.2020 und zu der Presseerklärung der Betreiberin des Windparks, der Denker & Wulf AG.

Der Todfund des Seeadlers und des Turmfalkens in Holtsee überrascht nicht. In diesem Windpark wurden bereits mehrere erschlagene Mäusebussarde und weitere Vögel unter den Windkraftanlagen gefunden. Ebenso liegen regelmäßig verendete Fledermäuse unter den Anlagen, welchen vermutlich durch das sogenannte Barotrauma die inneren Organe zerplatzten.

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