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Thüringen: Wölfe treiben Schafe auf die Autobahn

Niedersachsen: NLWKN bestätigt: Wölfe für Ausbruch von Pferden bei Selsingen verantwortlich

Bei Wechmar, einem Ort in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Ohrdruf (Landkreis Gotha) haben Wölfe zwei Ziegen und ein Schaf gerissen. Weitere fünf Schafe brachen aus der Koppel aus und wurden mehrere Kilometer weit auf die Autobahn 4 getrieben. Die Tiere wurden von zwei Sattelzügen erfasst, die nicht mehr bremsen oder ausweichen konnten. Personen kamen nicht zu Schaden, an den Fahrzeugen entstand nach Schätzung der Polizei ein Sachschaden in Höhe von ca. 3000 Euro. Die übrigen Tiere wurden von den Schäfern zurück in ihrem Pferch getrieben. Auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf lebt eine Wölfin, die einen Wurf Mischlingswelpen großzieht. Drei der ursprünglich sechs mit einem Hund gezeugten Wolfshybriden sollen noch am Leben sein.

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Nürnberg: Morddrohungen gegen Bürgermeister nach Gänseabschuss

+++ Baden-Württemberg: Schluchsee-Wolf-Ermittlungsverfahren eingestellt +++ China: Zweiter ASP-Fall in Großschlachthof – infizierte Schweine über 2300 km transportiert +++ Bayern: Ansprechpartnerin für Wolfsmanagement im Oberallgäu vorgestellt +++ Niederösterreich: Mehr Jäger als je zuvor +++

Am 18. August sind in einer Nürnberger Grünanlage sechs (in Ziffern: -6-) Gänse als Vergrämungsmaßnahme abgeschossen worden (JAWINA berichtete). Wegen der Bejagung und weil eine krank geschossene Gans angeblich nicht nachgesucht wurde, hatten das Tierheim Nürnberg und weitere Organisationen und Privatpersonen schwere Anschuldigungen gegen den Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel und die beteiligten Jäger erhoben. In den sozialen Netzen wurde der übliche Empörungssturm entfacht und der stets lynchbereite Mob angestachelt. Mit Erfolg: Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hat Bürgermeister Vogel über 1000 Briefe, Mails und Anrufe erhalten, die ihm “teilweise auch nach dem Leben trachteten”, wie es auf BR24 heißt. Auch im Briefkasten seines Privathauses fand er Drohbriefe vor, was seine Familie belaste. Man wisse, wo er wohne, wann er aus dem Haus gehe und habe “den richtigen auf ihn angesetzt”, dräuen die anonymen Verfasser.

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Fleischindustrie: “Menschen werden verschlissen und entsorgt”

Dass bei der Produktion von Billigfleisch nicht nur das Tierwohl auf der Strecke bleibt, wird gern übersehen und vergessen: Der frühere oldenburgische Caritasratsvorsitzende Pfarrer Peter Kossen und erstmals auch sein Bruder, der Hausarzt Dr. Florian Kossen, kritisieren massiv den unmenschlichen Umgang mit Arbeitnehmern.

Dr. Florian Kossen, hausärztlich tätiger Internist in Goldenstedt, und Prälat Peter Kossen, Pfarrer in Lengerich, erheben schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen in der Fleischindustrie: “Menschen werden benutzt, verbraucht, verschlissen und dann entsorgt!” Arbeitsmigranten aus Rumänien, Bulgarien und Polen behandelt Dr. Kossen täglich in seiner allgemeinmedizinischen Praxis.

12 Stunden Arbeit an sechs Tagen

Sie arbeiten in Großschlachthöfen in Wildeshausen, Ahlhorn und Lohne. Was er sieht und hört, macht den Mediziner fassungslos und zornig. Die Totalerschöpfung der Patientinnen und Patienten ist fast schon alltäglich: “Viele arbeiten sechs Tage in der Woche und zwölf Stunden am Tag. Sie haben keine Möglichkeit der Regeneration, weil sie durch ihre Arbeits- und Lebensbedingungen ständig physisch und psychisch unter Druck stehen.

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Thüringen: Rekord-Schwarzwildstrecke – Aufwandsentschädigung für Schwarzwild-Abschüsse und Hundeeinsatz

Im Jagdjahr 2017/18 wurde beim Schwarzwild in Thüringen eine Jagdstrecke in Höhe von 41.897 Stück erzielt, im Vorjahr lag der Wert bei 31.052. Das entspricht einem Anstieg um ca. 35 Prozent der Jagdstrecke im Vergleich zum Vorjahr.

Aufwandsentschädigungen von 25 Euro pro Stück erlegtes Schwarzwild und den Einsatz von brauchbaren Jagdhunden für Stöbern oder Nachsuche – hier alle Informationen und Formulare zum Download

„Mit ihrer Arbeit leisten Thüringens Jägerinnen und Jäger einen wichtigen Beitrag zur Regulierung des Wildtierbestandes“, sagt Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller. „Eine hohe Priorität hat nach wie vor die Bekämpfung der drohenden Afrikanischen Schweinepest. Auch hier haben die Jäger eine Schlüsselposition bei der Eindämmung.“ Die Jagdstrecke beim Rotwild ist im Vergleich zum Vorjahr um 4 % gestiegen. Die Streckenergebnisse beim Dam-, Muffel und Rehwild weisen nur geringe Änderungen zum Vorjahr auf. Naturgegeben schwankt die Höhe der Wildbestände und in Folge dessen auch die Ergebnisse der Jagdstrecken. Insbesondere beim Schwarzwild können diese Schwankungen extrem sein. Während im Jagdjahr 2012/13 noch eine Jagdstrecke von 37.400 Sauen verzeichnet wurde, sank diese bereits im Folgejahr um 40 %. Das Auf und Ab der Jagdstrecken hängt von vielen Faktoren ab. Doch beim Schwarzwild ist Achtsamkeit geboten.

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Azubi-Rekord bei den Berufsjägern

Zahlenmäßig stärkster Jahrgang beginnt die Ausbildung zum/r Revierjäger/in

Mitte August starteten 43 junge Leute – darunter drei Frauen – ihre Ausbildung zum Revierjäger/ zur Revierjägerin an den Berufsbildenden Schulen in Northeim. Dort wurden sie von der Schulleiterin Ines Puschmann sowie den Lehrkräften der BBS II Northeim und dem Ausbildungsberater des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger (BDB), Hermann Wolff begrüßt. “Wir freuen uns sehr, dass wir Sie für den Beruf des Revierjägers begeistern können“, sagte Hermann Wolff. Mit den 43 Auszubildenden ist es der stärkste Jahrgang, der je die Ausbildung zum Revierjäger/zur Revierjägerin aufgenommen hat.
Er wandte sich direkt an die neuen Auszubildenden: „Der Berufsstand hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Auch aus diesem Grund freuen wir uns, so viele junge Menschen für die klassischen Arbeitsgebiete, aber auch für neue Tätigkeitsfelder qualifizieren zu können.

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Bayern: Streit um Bejagung von Nilgänsen in Nürnberg

Am Samstag, dem 18. August wurden in den frühen Morgenstunden in einer Nürnberger Grünanlage, genauer gesagt an der Norikusbucht des Unteren Wöhrder Sees, zwei Kanadagänse und drei Graugänse geschossen. Am Sandstrand des Unteren Wöhrder Sees wurden eine Kanadagans und zwei Graugänse geschossen. Das teilt die Stadt Nürnberg mit. Die Bejagung begann um 6:15 Uhr und war um 6:45 Uhr beendet. Ziel der Bejagung ist eine Vergrämung der Wildgänse von den Freizeitflächen am Unteren Wöhrder See. Tierschützer kritisieren die Aktion vehement und werfen den Jägern vor, eine krankgeschossene Gans nicht nachgesucht zu haben. Im Internet ist ein Video zu sehen, das, kommentiert durch eine empörte Aktivistin, die sterbende Gans zeigen soll.

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Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe

Aus naheliegenden Gründen kommt die geregelte Jagd in Kriegsgebieten weitgehend zum Erliegen: “Es ist ein gewaltiges Risiko für Zivilisten, in Kriegszeiten mit einem Gewehr durch ein Feld zu laufen. Sie könnten auf eine Mine treten oder von einem Scharfschützen erschossen werden”, erklärt Viktor Storoschenko Leiter der Jagd- und Forstbehörde der ukrainischen Donezk-Region, wo es noch immer zu Gefechten zwischen den von Russland unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen kommt. In einem Bereich von 40 Kilometern um die Frontlinie ist die Jagd verboten, um möglicherweise folgenreiche Verwirrungen und Fehlannahmen über die Frage zu vermeiden, wer da schießt und auf wen, heißt es in dem Artikel “A Consequence of Ukraine’s War: Less Hunting, More Wolf Attacks” [Eine Konsequenz des Krieges in der Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe] in der New York Times.

Alexander Podlesnyi wurde “zu einem Extrembeispiel für die unbeabsichtigten Nebenwirkungen des Krieges”, schreib die NYT: Als er eines Morgens aus seinem Haus trat, um die Hühner zu füttern, nahm er wahr, dass etwas auf ihn lossprang, noch bevor er den Umriss als Wolf identifizieren konnte. Sein erster Gedanke sei gewesen, Wo kommt der denn her?, sein zweiter, nachdem der Wolf sich in seinen linken Arm verbissen hatte: Entweder ich töte ihn, oder er tötet mich.

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NRW: Nach Saufgelage Jagdwaffen geklaut und im Kurpark verteilt

Ein Jäger aus Eslohe (Hochsauerlandkreis) hat Anfang August spontan fünf junge Männer zu einem Saufgelage in sein Haus eingeladen. Der Fortgang der Party liegt weitgehend im Dunkeln und ist Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Nach Informationen der Westfalenpost lagen drei Gewehre und zwei Kurzwaffen während des geselligen Beisammenseins offen im Haus herum. Und am nächsten Morgen waren sie dann halt weg, ebenso wie Handy und Portemonnaie des Hauseigentümers. Zumindest die Waffen fanden sich bald wieder an: Die Täter hatten sie im Kurpark des Städtchens hinterlassen, wo sie der Sohn des Gastgebers am nächsten Morgen wieder einsammelte. Einen Hinweis auf den Verbleib der Waffen hatte der Sohn von der Dachdeckerschule im Ort bekommen, an der die fünf Saufkumpane eine Ausbildung absolvieren. Die Waffen waren nicht geladen und ohne Munition entwendet worden. Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls gegen die fünf Dachdeckerlehrlinge und gegen den Jäger wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. red.

Beitragsbild: Jagdwaffen gehören in den Tresor. Foto: SE

Berner Konvention: Schweiz beantragt Rückstufung des Schutzstatus des Wolfs

Die Schweiz hat am 16. August 2018 bei der Berner Konvention des Europarates einen Antrag um Rückstufung des Wolfs von «streng geschützt» zu «geschützt» eingereicht. Dies entspricht einem Auftrag der UREK des Ständerats. Würde diesem Antrag stattgegeben, bliebe der Wolf zwar ein geschütztes Tier. Die Vertragsstaaten der Berner Konvention würden aber mehr Handlungsspielraum beim nachhaltigen Management des Wolfs erhalten. Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention wird den Antrag an seiner jährlichen Sitzung im November beraten.

Die Schweiz beantragt beim Ständigen Ausschuss der Berner Konvention, dass der Wolf nicht mehr in Anhang II «streng geschützt», sondern neu in Anhang III «geschützt» aufgeführt wird. Die Wolfsbestände in Europa sind in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen, insbesondere in jenen Ländern, wo der Wolf vor vierzig Jahren – zur Zeit der Erarbeitung des internationalen Vertragswerks – nicht mehr in der Natur vorkam. In der Schweiz wanderten die ersten Wölfe 1995 zu. Vor sieben Jahren bildete sich in Graubünden das erste Rudel. In der Folge wuchs der Wolfsbestand auch in den Schweizer Alpen rasch an, auf heute drei bis vier Rudel und insgesamt ca. 50 Wölfe.

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Brandenburg: Familienbetrieb verliert in einem Jahr 21 Kälber und 1 Pony an Wolf

Streit um Wolfsrisse eskaliert – Hausverbot für Nabu-Rissgutachter

21 Rinder und ein Reitpony hat der Brandenburger Landwirt Ralf Högemann in seinem 500-Hektar-Familienbetrieb innerhalb nur eines Jahres an Wölfe verloren. Die Wölfe, manchmal einer, manchmal zwei oder drei, schleichen “morgens, mittags, abends und nachts” um den Betrieb, bis auf 100 Meter nähern sie sich seinem Wohnhaus, Högemann fährtet sie auf dem Weg zwischen den Ställen, den Kindern hat er verboten dort zu spielen, wie der Landwirt in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) berichtet. Vier Wochen lang hat er aus Angst vor Wolfsangriffen auf der Weide übernachtet. Inzwischen fürchtet Högemann um seine Existenz: Wir sind ein Familienbetrieb, ein kleines Unternehmen, wir wissen nicht, wie es weitergehen soll, klagt er in der MAZ. Für keinen der Wolfsrisse hat er bislang eine Entschädigung erhalten.

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Bayern: DNA-Untersuchung bestätigt: Kälber im Allgäu von Wolf gerissen

Aktionsplan Wolf geht in Verbändeanhörung

Ende Juli und Anfang August wurden im Landkreis Oberallgäu (Burgberg; Wertach) mehrere Kälber tot aufgefunden. Zur weiteren Abklärung beauftragte das Landesamt für Umwelt (LfU) die genetische Analyse gesicherter Speichelspuren am nationalen Referenzlabor. Die nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse dieser Fälle bestätigen einen Wolf. Derzeit laufende Analysen sollen weitere Erkenntnisse zu Geschlecht und Herkunft liefern. Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern werden informiert. Im Fall eines Wolfsrisses erhält der Nutztierhalter eine Entschädigung durch den Ausgleichsfonds Große Beutegreifer. Die Auszahlung der entsprechenden Entschädigungssumme wird vorbereitet. Claus Kumutat, Präsident des LfU: „Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst. Die betroffenen Landwirte vor Ort werden zügig und unbürokratisch entschädigt. Außerdem werden wir den Runden Tisch vor Ort erneut einberufen, um gemeinsam über das weitere Vorgehen zu diskutieren. Dabei werden wir klären, wie wir die Landwirte in der Region schnell unterstützen können. Die Landwirte werden dazu einen festen Ansprechpartner zur Verfügung gestellt bekommen.“

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Schleswig-Holstein: Staupe bei Wildtieren nachgewiesen

Auf Impfschutz bei (Jagd)Hunden achten

Anlässlich des regelmäßigen Nachweises von Staupeinfektionen vor allem bei Füchsen in Schleswig-Holstein rät das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) Hundebesitzern, auf einen ausreichenden Impfschutz bei ihren Tieren zu achten. Der lückenlose Schutz wird gewährleistet, wenn Welpen und Jungtiere im impffähigen Alter eine Grundimmunisierung erhalten und regelmäßig nachgeimpft werden. Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Im Landeslabor wird regelmäßig vor allem bei Füchsen Staupe nachgewiesen. Es handelt sich zumeist um tot aufgefundene oder verhaltensauffällig erlegte Tiere, die von Jägern zur Untersuchung eingesandt werden Die Tiere stammen aus dem gesamten Landesgebiet.
Hunde sind besonders gefährdet.

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“Ende der Geduld ist erreicht”: Verbände fordern Zurückziehen des Wolfsmanagementplans

„Acht-Punkte-Plan“ zum Umgang mit dem Wolf vorgelegt – Wendorff: „Der Wolf ist in Brandenburg unumkehrbar angekommen, die Verwaltung offenbar nicht! Das zukünftige Wolfsmanagement muss langfristig auch auf ein aktives Bestands- und Konfliktmanagement ausgerichtet sein!“

Die Verbände im ländlichen Raum zeigen sich vom Inhalt des vom Umweltministerium in Umlauf gebrachten Wolfsmanagementplans (JAWINA berichtete) entsetzt. „Wir waren das erste deutsche Bundesland mit einem eigenen Wolfsmanagementplan. Und selbst der zweite Managementplan, trotz eines Kapitels ungelöster Probleme, war wenigstens noch ein Managementplan. Nun wird eine Loseblattsammlung bereits bestehender Verordnungen und Informationen als Grundlage für die Evaluierung zusammengeheftet: ziellos, visionslos, kraftlos“, fasst Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, den Eindruck der Verbände zusammen.

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Wissenschaftler: “Wölfe weder bedroht, noch isoliert”

+++ Dänemark: ASP-Schutzzaun wird 2019 gebaut +++ Kommentar zum Wolf: Höchste Zeit für Abschussregeln +++ Bayern: Wolf in Aschaffenburger Garten gesichtet +++ Sachsen: Wolf reißt Ziegen auf Kita-Gelände +++ Thüringen: Wolf attackiert Schafherde zum fünften Mal +++ Kommentar: Wolf gehört bejagt +++ Bayern: Wölfe wandern weit +++ Belgien: Zweiter Wolf in Provinz Limburg nachgewiesen +++ Niedersachsen: Wölfin bei Eggestedt totgefahren +++ Österreich: Wolfsriss in Bio-Baumschule +++ Bayern: Dutzend Wolfssichtungen im Allgäu +++

Jörn Theuerkauf wird man mit weit größerem Recht als Wolfsexperten bezeichnen dürfen, als etliche der zahlreichen sogenannten und selbsternannten Pseudo-Wolfsexperten, die von der Naturschutzlobby gleich dutzendweise hervorgebracht und dankbar in den Medien herumgereicht werden. Denn Theuerkauf ist Biologe, hat in Polen Feldforschung zum Wolf betrieben und seine Diplomarbeit über das Thema verfasst. Das Osterholzer Kreisblatt, eine Lokalausgabe des Weser-Kuriers, berichtet unter dem Titel “Wölfe: Eine wissenschaftliche Sicht” über einen Vortrag, den Theuerkauf gehalten hat. Er sei Wissenschaftler und liefere Informationen, entscheiden oder urteilen wolle er nicht, sagt er über sich selbst. Eine löbliche Haltung, mit der sich Theuerkauf wohltuend von “Wissenschaftlern” abhebt, bei denen kaum zu entscheiden ist, ob sie in erster Linie Wissenschaftler oder doch eher Aktivisten sind, auch wenn ihm der Verzicht auf Urteile nicht durchgängig gelingt: Denn dem Artikel nach zu urteilen nimmt Theuerkauf diverse Wertungen vor, die man teilen kann oder auch nicht. Doch von den Informationen, die er liefert, seien “einige doch überraschend”, schreibt das Kreisblatt, zum Beispiel, wenn es um den Schutzstatus des Wolfes gehe.

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Brandenburg: Zwischen Schäfer, Bauernbund und Nabu fliegen die Fetzen

Bauernbund: Rufmord an Schäfer durch den NABU, Mithilfe des Landes Brandenburg

Ausgangspunkt des Streits ist ein vermutlicher bzw. je nach Sichtweise angeblicher Wolfsriss bei dem Schäfer Marc Mennle, der bei Lenzen in der Prignitz 350 Mutterschafe hält. Drei seiner Schafe sind trotz Herdenschutzhunden und Stromzäunen bei zwei Rissvorfällen getötet worden – von einem Wolf, wie Mennle meint. Kehlbisse und aufgerissene Bauchdecken seien unverkennbar, erklärt der Schäfer gegenüber den Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN). Mennle verständigte den offiziellen Rissgutachter Wolfgang Schanz. Dieser will jedoch nur in einem Fall Wölfe “als Verursacher nicht ausschließen”, wie die offizielle Formulierung lautet. In dem anderen Fall erhebt er laut PNN schwer wiegende Vorwürfe gegen den Schäfer: Es seien keine Schleifspuren am Boden zu erkennen, “der Übergriff sei spät gemeldet worden und vom Kadaver seien trotz der Anwesenheit vieler Herdenhunde große Teile genutzt worden.” Der Verdacht liege nahe, dass Mennle den Wolfsriss nur vorgetäuscht habe. “Rufmord an einem Schäfer durch den Nabu” sei das, empört sich der Bauernbund Brandenburg. Doch es geht um mehr als um den Ruf des Schäfers und die Entschädigung für gerissene Schafe – hätte ein Wolf zweimal Schafe gerissen, so könnte er nach der Brandenburger Wolfsverordnung “entnommen”, also abgeschossen werden. Ein Präzedenzfall, den es zu verhindern gilt? Dies dürfte durchaus im Interesse des Nabu liegen, der dem Schäfer unzureichenden Herdenschutz vorwirft – und Rissgutachter Wolfgang Schanz ist zugleich “Nabu-Wolfsbotschafter”.

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Bayern: Obduktion bestätigt: Beifahrer starb an Geschoss aus Jagdgewehr

Am Sonntagvormittag, 12.08.2018 starb der Beifahrer eines Pkws auf der Bundesstraße 16 (JAWINA berichtete). Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab nun, dass das Projektil eines Jagdgewehrs den 47-Jährigen tödlich verletzte. Die Kriminalpolizei Amberg arbeitet nach wie vor zusammen mit der Staatsanwaltschaft Amberg mit Hochdruck an den Todesfallermittlungen.

Obwohl der 61-jährige Fahrzeuglenker unmittelbar nachdem sein Beifahrer zusammengesackt war Erste-Hilfe leistete und den Rettungsdienst verständigte, konnte der eintreffende Notarzt nur noch den Tod des 47-jährigen Beifahrers feststellen. Die Kriminalpolizei Amberg hat daraufhin in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Amberg die Ermittlungen übernommen und einen Schusssachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamts hinzugezogen.

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Hessen: LJV kritisiert zu Beginn der Jagdsaison Einschränkungen der Fuchsjagd

Im zweiten Jahr nach dem Inkrafttreten der neuen hessischen Jagdverordnung und der eingeführten Schonzeit für den Fuchs (vom 01.03.-14.08.) zeigt sich die Jägerschaft besorgt um das Niederwild, so der LJV Hessen in einer aktuellen Pressemitteilung. Denn während der Sommermonate darf der Fuchs nicht bejagt werden. Doch gerade in dieser Zeit ziehen viele bodenbrütenden Arten wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche aber auch Junghasen und Feldhamster ihren Nachwuchs groß. „Die hessischen Jägerinnen und Jäger können ihren gesetzlichen Hegeauftrag nicht mehr erfüllen, da uns durch die Jagdverordnung die Hände gebunden sind und wir den Jungfuchs erst ab dem 15. August bejagen dürfen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

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Tracker Safety: Neue Tracker-Funktion erhöht Sicherheit bei der Jagd

Von einer “neuen Dimension von Jagdsicherheit” spricht der finnische Hundeortungsspezialist Tracker anlässlich der Vorstellung der neuen, patentierten Funktion Tracker Safety™. Diese ermöglicht es auf datenschutzkonforme Weise, auch Jagdteilnehmer auf dem Display zu sehen, die man nicht gespeichert hat und die nicht Mitglieder einer bestehenden Tracker-Gruppe sind.

Sicherheit ist das A und O bei größeren Gesellschaftsjagden, schreibt Tracker in einer aktuellen Pressemitteilung zum Start von Tracker Safety™: Bisher mussten Jagdteilnehmer, Treiber und Hundeführer auf lautes Rufen und Signalkleidung vertrauen, um ihre aktuellen Standorte zu übermitteln. Ein Verfahren, das auf weitere Entfernungen, in dichtem Gebüsch oder bei unsichtigem Wetter schnell an Grenzen stößt. Tracker Safety™ revolutioniert die Jagdsicherheit – neu und kostenlos für alle Teilnehmer. Tracker Safety™ ermöglicht es, alle aktiven Nutzer der Tracker-App im Umkreis von zwei Kilometern anonym auf der Karte darzustellen. Diese Funktion ist von Tracker Oy patentiert.

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Sachsen-Anhalt: Rekordstrecke beim Schalenwild

Knapp 109.000 Stücken Schalenwild erlegt – Streckenergebnis des Jagdjahres 2017/18 erneut angestiegen

Insgesamt wurde von den rund 12.100 Jägern in Sachsen-Anhalt im Jagdjahr 2017/18 ein Ergebnis von 108.951 Stücken Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild) erreicht. Dieses Ergebnis liegt mit 7.670 Stücken über dem des letzten Jagdjahres und ist die höchste Strecke die jemals in Sachsen-Anhalt erreicht wurde. Der deutliche Anstieg dieser hohen Jagdstrecke wird ausschließlich durch den Streckenzuwachs beim Schwarzwild geprägt.

Staatssekretär dankt der Jägerschaft

Angesichts dieses Ergebnisses lobte Landwirtschaftsstaatssekretär Dr. Ralf-Peter Weber die Jägerinnen und Jäger: „Ich freue mich außerordentlich über dieses Rekordergebnis und danke allen Jägerinnen und Jägern im Land. Der Streckenzuwachs beim Schwarzwild ist beeindruckend. Sie sind Ihrer Verantwortung nachgekommen und haben dazu beigetragen, den Schwarzwildbestand zu senken. In Zeiten der drohenden Afrikanischen Schweinepest ist dies ein wichtiger Beitrag zur Seuchenprävention.“

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Bayern: Verirrte Kugel? Beifahrer stirbt an Schussverletzung

Am Sonntagvormittag, 12.08.2018 zerbarst an einem Kia, der auf der Bundesstraße 16 von Regensburg in Richtung Nittenau fuhr, die Scheibe der Beifahrertüre und der Beifahrer sackte zusammen. Derzeit gehen die Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Amberg davon aus, dass der Mann von einem Projektil getroffen wurde. Der Beifahrer ist verstorben.

Gegen 10:10 Uhr befuhr ein 61-jähriger Mann aus Regensburg mit einem 47-jährigen Beifahrer, ebenfalls aus Regensburg, mit seinem Pkw die B 16 von Regensburg aus kommend in Richtung Nittenau. Kurz vor Nittenau zerbarst plötzlich die Scheibe der Beifahrertüre und der Beifahrer sackte zusammen. Der 61-jährige Fahrer fuhr bei der nächsten Gelegenheit an der Anschlussstelle Nittenau ab und kümmerte sich um den Beifahrer. Trotz einer umgehenden Information des Rettungsdienstes verstarb der 47-Jährige an der Anhaltestelle im Ortsteil Bergham.

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“Aberwitzig, dass die Jagd so stigmatisiert ist”

Ökologisch und ethisch vertretbares Fleisch – sprich: Wildbret – ist für viele Jäger eine Motivation zu jagen. Sicherlich nicht die einzige, aber eine wichtige und eine, die immer öfter als Begründung für das Interesse an der Jagd angeführt wird. Das dürfte auch daran liegen, dass die Erzeugung eines hochwertigen Nahrungsmittels eher gesellschaftliche Akzeptanz erfährt als z.B. Trophäenjagd – ob das nun in jedem Fall gerechtfertigt ist, sei dahingestellt.

In zwei bemerkenswert unvoreingenommenen Tageszeitungs-Beiträgen berichten eine Jägerin und ein Jäger über ihren Zugang zur Jagd. In dem Welt-Artikel mit dem sprechenden Titel “Weil ich Fleisch essen will” beschreibt eine Ärztin ihren Werdegang vom Stadtkind zur Jägerin. Und im österreichischen Standard erklärt Alexander, “Ein junger Mann mit selbstgebauter Büchse und Freude an der Jagd“, dass Jäger nicht “aus Spaß am Töten herumballern” und warum die Jagd im eigenen Revier für ihn am schönsten ist. Leseempfehlung! red.

Video: Der Standard/YouTube

Brandenburg: Umweltministerium legt Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans vor

Fünf Handlungsansätze für den Umgang mit dem Wolf in der Kulturlandschaft

Das Brandenburger Umweltministerium hat den Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans erarbeitet und wird diesen Anfang September mit Naturschutz- und Landnutzerverbänden erörtern. Der Plan ist als Arbeitsinstrument gedacht. Auf der Basis der derzeit geltenden Rechtslage enthält er Informationen über Angebote der Beratung/ Information/ Aufklärung, zum Monitoring zum Wolf, über die Maßnahmen der Prävention und des Schadensausgleiches für gerissene Weidetiere sowie zum Umgang mit Wölfen mit auffälligem Verhalten. Informationen über Fördermöglichkeiten in der Wolfsprävention und für Schadensausgleichregelungen sowie die Regelungen im Umgang mit Problemwölfen, umfasst. Er enthält die entsprechenden Richtlinien und Verordnungen, nennt Ansprechpartner, Telefonnummern und Adressen. Der Plan ist kompakt und auf die wesentlichen Elemente konzentriert, eben anwendungsorientiert.

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Schweiz: Breites Bündnis gegen Jagdverbot im Kanton Zürich

Am 23. September stimmen die Wahlbürger des Schweizer Kantons Zürich über die von Tierschützern und Jagdgegner lancierte Initiative “Wildhüter statt Jäger” ab. Die Initiative verfolgt das Ziel, das bestehende Jagdsystem der sogenannten Milizjagd abzuschaffen, bei dem lokale Jagdgesellschaften für die Hege und Pflege der Wildbestände zuständig sind. Nach dem Wunsch der Initianten sollen nach dem Vorbild des Kantons Genf stattdessen vom Staat bezahlte Wildhüter das Wildtiermanagement übernehmen. Diesem Ansinnen stellt sich ein breites Bündnis aus Jägern und Landwirten und Politikern aus dem gesamten politischen Spektrum entgegen. Regierungsrat und Kantonsrat lehnen das Begehren ab, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, “und zwar einstimmig.” Auch der Schweizer Naturschutzverband Pro Natura lehnt die Initiative ab.

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Baden-Württemberg: Eichhörnchen verhaftet

“Hilfe, ich werde von einem Eichhörnchen verfolgt!” Mit (ungefähr) diesen Worten richtete sich am Donnerstag, gegen 8:00 Uhr früh, ein Mann an den Karlsruher Polizeinotruf. Die Beamten zögerten nicht lange und schickten eine Streife in die Erzbergerstraße, um der Sache nachzugehen. Tatsächlich trafen die Polizisten dort auf den Mann, der von dem hartnäckigen kleinen Geschöpf verfolgt wurde. Während die Beamten des Polizeireviers Karlsruhe-Marktplatz sich vor Ort ein Bild von der Situation machten, sorgte das Eichhörnchen offenbar für jede Menge Spaß und Begeisterung. Dies belegt ein Auszug aus dem Protokoll: “Eichhörnchen wird neues Maskottchen, wurde getauft auf den Namen: Karl-Friedrich.” Gefolgt von der Nachricht: “Das Eichhörnchen ist aufgrund des Schreckens eingeschlafen.”

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Bayern: Nachweis von Jungwölfen im Veldensteiner Forst

Im Landkreis Bayreuth wurden zwei Jungwölfe am 02.08.2018 von einer automatischen Kamera abgelichtet. Dies ergab die aktuelle Auswertung einer Fotofalle im Veldensteiner Forst. Es handelt sich in diesem Jahr um den ersten Nachweis von Wolfswelpen in Bayern. Die Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern vor Ort wurden informiert. Seit 2006 werden in Bayern immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen. In der Regel sind es durchziehende Jungtiere, die entweder aus der Alpenpopulation oder der mitteleuropäischen Flachlandpopulation stammen. Standorttreue Wolfspaare gibt es seit Anfang 2018 im Veldensteiner Forst und seit Ende 2016 je eines auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr und grenzüberschreitend im Bayerischen Wald.

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Baden-Württemberg: Wolf vor der Haustür

+++ Bayern: Schon fünf tote Kälber im Landkreis Oberallgäu +++ Baden-Württemberg: Staupe-Infektionen bei Füchsen in Denzlingen +++

Eine Frau will in Neuweiler (Landkreis Calw) einen Wolf ca. 40 Meter vor ihrer Haustür gesehen haben. Das berichtet der Schwarzwälder Bote. Die Anwohnerin saß demnach gegen 5 Uhr früh auf ihrer Terrasse und trank einen Kaffee, als sie ein großes Tier im Lichtkegel einer Straßenlaterne bemerkte. Als das Tier sich umblickte und sie ansah, erkannte sie, dass es ein Wolf war. Sie lief ins Haus, um ihren Mann zu wecken und ihr Handy für ein Beweisfoto zu holen. Sie zog für das Foto einen Rolladen hoch, durch den damit verbundenen Lärm sei das Tier wohl verscheucht worden. Die Anwohnerin erklärte zudem gegenüber der Zeitung, dass sie sonst um diese Zeit immer Wild sehe, seit einigen Wochen aber nicht mehr. Auch Hunde würden sich bei Spaziergängen mitunter “merkwürdig verhalten”. Im Nordschwarzwild sind in den vergangenen Monaten mehrfach Wölfe gesehen und durch Wildkameras fotografiert worden. red.

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels im Schwarzwälder Boten (Screenshot).

Heinz Meynhardt – das Wildschwein ehrenhalber

Leseempfehlung: Die Tageszeitung “Neues Deutschland” erinnert in einem Beitrag an den Verhaltensforscher und Tierfilmer Heinz Meynhardt. Einem befreundeten Jäger verdankt der gelernte Elektroinstallateur die Bekanntschaft mit Wildschweinen, die sein Leben fortan tiefgreifend prägen und verändern sollte. 1973 war das. Ging es ursprünglich darum, Wildschäden zu verhindern und die Sauen durch Ablenkfütterungen von den Äckern fernzuhalten, so gelang es Meynhardt im Fortgang, durch die Fütterungen das Vertrauen der Wildschweine zu gewinnen. Er zog mit ihnen durch die Wälder und dokumentierte Leben und Verhalten der Wildschweine, wie es zuvor keinem gelungen war. Sogar bei der Geburt der Frischlinge duldeten ihn schließlich die Bachen. Durch seine langjährigen Forschungen erwarb sich Meynhardt das Ansehen der Forschung und wurde schließlich selbst zum Doktor der Agrarwissenschaften promoviert. Seine Doktorarbeit trägt den Titel “Verhaltensbiologische Untersuchungen an Europäischen Wildschweinen sowie verwilderten Hausschweinen und Schlußfolgerungen für die praktische Schweineproduktion”.

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Thüringen: Ermittlungen gegen vier Beschuldigte wegen tödlicher Jagdunfälle

Im Juli haben sich in Thüringen zwei schwere Jagdunfälle ereignet, bei denen ein 56 Jahre alter Jäger getötet und ein sechs Jahre altes Mädchen schwer verletzt wurde. Einem Bericht des MDR zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt vier Beschuldigte: Das Projektil, das die Sechsjährige traf, konnte demnach der Waffe eines 31jährigen Jungjägers zugeordnet werden, auf den erst seit 2016 eine Waffenbesitzkarte (WBK) ausgestellt ist. Der Beschuldigte schweigt zu den Vorwürfen. Ermittelt wird in diesem Fall auch gegen den Ansteller und den Jagdpächter.

Der mutmaßliche Schütze im Fall des tödlichen Jagdunfalls im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist seit 2013 im Besitz eines Jagdscheins. Die Staatsanwaltschaft bestätigte eine Vermutung der Polizei, wonach das Opfer seinen Stand verlassen hat und so in den Schussbereich des Unglücksschützen geriet. Noch sind nicht alle ballistischen Untersuchungen abgeschlossen. Mit einer Anklageerhebung ist erst im Herbst zu rechnen. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags im MDR (Screenshot).

Die Rache des überfahrenen Fuchses

Ein überfahrener und infolgedessen toter Fuchs lag auf der Fahrbahn der Bundesstraße 189 bei Stendal (Sachsen-Anhalt). Eine 49-jährige Osterburgerin erkannte überfuhr ihn nochmals. Als ein Reifen plötzlich Luft verlor, fuhr sie in eine Werkstatt. Dort stellte ein Mitarbeiter im Profil des Reifens den Zahn eines Tieres fest. Der Sachverhalt wurde aufgenommen, der Reifen wurde repariert.

In Wesel (NRW) hat ein Fuchs versucht, sich Zugang zu einem Zelt zu verschaffen, in dem ein Vater mit seinem 14jährigen Sohn im Garten zeltete. Der Rotrock kratzte intensiv an der Zeltwand herum. Dabei verletzte er – vermutlich mit seinen Krallen – den im Zelt schlafenden 14jährigen leicht am Arm. Der Fuchs unternahm mindestens vier Versuche, in das Zelt zu gelangen. Experten führten das ungewöhnliche Verhalten laut nrz.de auf Wasser- und Futtermangel aufgrund der Trockenheit zurück. PM/red.

Beitragsbild: Fuchszahn in Reifendecke. Foto: Polizei

 

Österreich: Landwirtschaftskammer fordert, WWF soll Herdenschutz finanzieren

“Wenn Naturschutzorganisationen wie der WWF Spenden für Wölfe einheben – warum wird dieses Geld nicht verwendet, um Herdenschutzmaßnahmen zu finanzieren?”, fragt Daniel Heindl, bei der Landwirtschaftskammer Niederösterreich für die Wolfsproblematik zuständig, im ORF. Es sollten diejenigen in die Pflicht genommen werden, die “vom Geschäftsmodell Wolf” leben, so Heindl weiter. Bisher müssten die Bauern die Finanzierung der Wolfsschutzzäune alleine stemmen, da in Niederösterreich keine Zuschüsse für Herdenschutzmaßnahmen gezahlt würden – doch auch wenn, wie in Deutschland, Zuschüsse gezahlt werden, ist die Frage berechtigt, warum die Wolfsprofiteure den Steuerzahler nicht bei den Kosten für den Herdenschutz entlasten sollen. Denn der wird immer aufwändiger und damit teurer, wie sich in Brandenburg und Sachsen gut verfolgen lässt: Die Wölfe lernen immer besser, die Zäune zu überwinden, so dass der Herdenschutz zu einem “permanenten Wettrüsten mit der intelligenten Tierart Wolf” ausarte, stellt Heindl fest.

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Thüringen: Lebendes Reh nach Wildunfall im Kofferraum mitgenommen

+++ Wolf reißt Schaf in Hamburg +++

Falsch verhalten hat sich ein 60-jähriger nach einem Wildunfall, meldet die Polizei. Der Mann war mit seinem Pkw am Mittwoch gegen 04:30 Uhr auf der Landstraße zwischen Milbitz und Rottenbach (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) gefahren und war dabei mit dem Reh, das über die Straße rannte, kollidiert. Aus Mitleid lud er das verletzte Reh in seinen Kofferraum und fuhr nach Hause. Das Reh blieb mit einem gebrochenen Vorderlauf am Unfallort liegen. Aus Mitleid habe der Mann das Tier dann in seinen Kofferraum gelegt und war nach Hause gefahren. Als er nicht wusste, wohin er mit dem Tier sollte, informierte er die Polizei. Ein Jagdpächter wurde zudem informiert, der das Reh bei dem 60-Jährigen wieder abholte und von seinem Leid erlöste. Gegen den 60-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Jagdwilderei eingeleitet. PM

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

Rumänien: Über 500 ASP-Fälle in weniger als einem Monat

Rumänische Behörden haben 558 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) für den Zeitraum vom 30.06. bis zum 23.07 gemeldet. Die meisten ASP-Ausbrüche waren im Kreis Tulcea in der Umgebung des Donaudeltas im Südosten des Landes zu verzeichnen. In Tulcea wurde aufgrund der Seuchenlage der Ausnahmezustand ausgerufen. Seit Juni sind mehr als 48.000 Schweine gekeult worden. Betroffen waren unter anderem zwei Großbetriebe, daneben auch etliche kleinere Schweinhalter mit nur wenigen Tieren. Die betroffenen Landwirte sollen für ihre Verluste entschädigt werden.

Beitragsbild: Neueste Zusammenfassung des ASP-Geschehens in Rumänien auf der Internetseite der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE, Screenshot, Ausschnitt).

Brandenburg: Verfahren gegen dänischen Wolfsschützen eingestellt

Das Ermittlungsverfahren gegen den dänischen Jagdgast, der im November 2017 auf einer Drückjagd bei Bad Belzig einen Wolf geschossen hat (JAWINA berichtete), ist eingestellt worden. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam teilte heute mit, dass der Jäger eine Geldbuße in hohem vierstelligen Bereich zahlen musste. Der Mann habe seine Tat gestanden und bereut und sei nicht vorbestraft gewesen, deshalb sei die Entscheidung für die Einstellung gegen Geldbuße gefallen. red.

Beitragsbild: Jagdgast auf Drückjagdstand (Archivbild) Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS. für de Hinweis!

Sachsen-Anhalt: Reproduktionsnachweise bei elf Wolfsrudeln

Stand der Auswertung des Wolfsmonitorings im Monitoringjahr Mai 2017 bis April 2018

Für das Monitoringjahr 2017/18 (01.05.2017 bis zum 30.04.18) liegen Nachweise über insgesamt 95 Wölfe in Sachsen-Anhalt vor. Diese Anzahl umfasst 26 geschlechtsreife Tiere, welche insgesamt 13 territorialen Ansiedlungen (davon zwei grenzübergreifend) zuzuordnen sind. Für elf Rudel konnte der Reproduktionsnachweis erbracht werden. Demzufolge wurden 47 Welpen nachgewiesen. Außerdem sind zwölf Jährlinge sowie zehn weitere Individuen belegt, deren Altersklasseneinordnung jedoch nicht eindeutig erfolgen konnte. In zwei Ansiedlungen (Altengrabow und Coswig) konnten bisher keine Welpen nachgewiesen werden, daher ist deren Rudelstatus für das Monitoringjahr 2017/18 zur Zeit unklar.

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Schleswig-Holstein: Dänische Wölfe reissen Schafe in Norddeutschland

+++ Bayern: Zwei Kälber im Oberallgäu gerissen – Landrat fordert Wolfsabschuss +++ RLP: Jäger von Hochsitz erschlagen +++

Im Verlauf des Juni wurden in Schleswig-Holstein im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich viele Wolfsnachweise erbracht. Das teilt das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUlR) mit. Die Gründe für diese ungewöhnliche Häufung von Nachweisen könnten in dem Umstand liegen, dass im vergangenen Jahr in Dänemark in der Nähe der Ortschaft Ulfborg in einem Wolfsrudel acht Welpen geboren wurden, die in diesem Jahr damit begonnen haben, ihr Rudel zu verlassen, um Geschlechtspartner und geeignete Lebensräume zur Gründung eines eigenen Rudels zu finden. Zumindest einige dieser Tiere sind auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden.

Zwar konnte im Falle genetischer Untersuchungen in den meisten Fällen lediglich der Haplotyp HW01 ermittelt werden – der in Mitteleuropa häufigste -, aufgrund des Nachweises von mindestens drei dänischen Welpen kann zumindest vermutet werden, dass diese Tiere für den auffälligen Anstieg der Nachweise im Verlauf des Juni verantwortlich sind. Es konnten bislang die im Folgenden aufgeführten dänischen Jungwölfe in Schleswig-Holstein nachgewiesen werden:

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