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Waldumbau: Schutzmaßnahmen gewinnen an Bedeutung

Dürre, Stürme und Insekten haben in den vergangenen Jahren Deutschlands Wäldern massiv zugesetzt. Nadelholzreinbestände sollen in Mischwälder umgebaut werden. Vermehrt sollen deswegen Rehe und Hirsche erlegt werden. Wissenschaftler sagen: Schutzmaßnahmen wie Wuchshüllen oder Gitter gewinnen an Bedeutung.

Akteure aus Politik, Forstwirtschaft und Naturschutz fordern, dass der Umbau von anfälligen Fichten- oder Kiefernreinbeständen hin zu klimastabilen Mischwäldern möglichst ohne Schutzmaßnahmen gegen Wildtiere funktionieren soll. Sebastian Hein, Waldbau-Professor der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg, erwartet gleichzeitig, dass der Einsatz von Forstschutzmaßnahmen wie dem mechanischen Einzelschutz durch Wuchshüllen sogar zunehmen wird. Im Interview mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) erläutert er die Gründe, die für diese Prognose sprechen.

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Sachsen: Projektil aus Jagdgewehr trifft Badegast

68-Jähriger leicht verletzt

Auf einem Feld am Siedlerweg in Rebesgrün, einem Ortsteil von Auerbach im Sächsischen Vogtlandkreis, wurden am Donnerstagnachmittag Mäharbeiten durchgeführt. Gleichzeitig standen Jäger bereit, um flüchtendes Schwarzwild zu schießen. Ein Projektil aus dem Gewehr eines 80-jährigen Jägers traf dabei einen 68-Jährigen, der sich auf der Liegewiese des angrenzenden Freibads befand, leicht am Bauch. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und konnte nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Gegen den 80-jährigen Deutschen wurde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. (cf)

Beitragsbild: Projektile (Symbolbild). Foto: SE

Niedersachsen: Rentner in seinem Haus angeschossen

Am Dienstagmorgen wurde in der Deepener Straße in Westervesede (Landkreis Rotenburg / Wümme) ein Anwohner durch einen Jagdunfall leicht verletzt. Gegen 7.30 Uhr hatte der Rentner einen Anbau seines Wohnhauses betreten und im Anschluss einen lauten Knall wahrgenommen. Geschockt stellte der Mann fest, dass er im Hüftbereich eine blutende Wunde aufwies. Mit einem Krankenwagen wurde der Verletzte zur Behandlung ins Rotenburger Krankenhaus gebracht. Bei der Tatortaufnahme der Rotenburger Kriminalpolizei konnte in einer Wand des Anbaus ein Projektil festgestellt werden. Nach Auskunft eines Experten des Landeskriminalamtes Niedersachsen dürfte es sich hierbei vermutlich um Jagdmunition handeln. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass ein Jagdausübungsberechtigter aus Nordrhein-Westfalen durch eine Schussabgabe für die unbeabsichtigten Verletzungen verantwortlich sein dürfte. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. PM

Beitragsbild: Jagdmunition (Symbolbild). Foto: SE

Bundesministerin Julia Klöckner legt Novellierung des Bundesjagdgesetzes vor

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat einen Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) vorgelegt. Das Gesetz soll unter anderem einen angemessenen Ausgleich zwischen Wald und Wild herstellen, die Jägerprüfungsordnung vereinheitlichen sowie die Bleiabgabe von Büchsenmunition an die Umwelt verringern.

Wesentliche Punkte sind:

Bundeseinheitliche Regelungen für eine Zertifizierung von Büchsenmunition mit optimaler Tötungswirkung, damit kein Tier unnötig lange leiden muss, bei gleichzeitiger Bleiminimierung.
Erforderlichkeit eines Schießübungsnachweises bei der Teilnahme an einer Gesellschaftsjagd zur Verbesserung des Tierschutzes und Erhöhung der Sicherheit bei der Jagd.
Bundeseinheitliche Vorgaben für höhere und umfassendere Anforderungen bei der Jäger- und Falknerausbildung und -prüfung.

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NRW: LANUV bestätigt den Nachweis des ersten Wolfsnachwuchses in NRW im Rhein-Sieg-Kreis

Die Auswertung von Bildmaterial aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bestätigt erstmals den Nachweis einer Wolfsfamilie in der Kommune Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis. Das Territorium liegt im Grenzgebiet von NRW und Rheinland-Pfalz. Aktuell werden durch das LANUV weitere Hinweise aus dem Rhein-Sieg-Kreis überprüft und bewertet.

In Nordrhein-Westfalen gab es bisher Nachweise einzelner durchziehender Wölfe sowie drei territorialer Wölfe in den Wolfsgebieten Schermbeck, Senne und Eifel-Hohes Venn. Der Nachweis einer Paarbildung und eines Wolfsnachwuchs konnte erstmals geführt werden.

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Coronakrise trifft Projekt Fellwechsel hart

Das Start-up-Unternehmen hat Kurzarbeit angemeldet, die Produktion ruht. Aufträge zur Balgbearbeitung werden ab September ausgeliefert. Unterstützung aus der Jägerschaft ist weiterhin nötig.

Die Fellwechsel GmbH hat aufgrund der Coronakrise, die zu einem Zusammenbruch des Pelzmarktes geführt hat, den Streifbetrieb bis auf Weiteres eingestellt und tiefgefrorene Ware zwischengelagert. Das teilt das Unternehmen mit. In einer Presseerklärung der Fellwechsel GmbH heißt es dazu weiter: “Wie sich der Produktionsstopp auf die Sammelsaison 2020/21 auswirkt, ist noch nicht absehbar. “Um Kosten einzusparen, haben wir schweren Herzens zunächst die Produktion ausgesetzt. Wir sind auf Kurzarbeit gegangen und haben die Coronahilfen selbstverständlich voll ausgeschöpft”, sagte Fellwechsel-Geschäftsführer Andreas Leppman und ergänzte: “Die Lage ist ernst, aber wir arbeiten an einer Lösung.” Es gebe derzeit Gespräche mit einem Kooperationspartner, Details könnten noch nicht genannt werden.

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Baden-Württemberg: Änderung Naturschutzgesetz – LJV sieht Chancen und Risiken

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. begrüßt die vom Landtag beschlossenen Änderungen des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes grundsätzlich. Für die Belange des Wildes bietet das Gesetz Chancen und Risiken zugleich:

Landesweiter Biotopverbund: Hirschkäfer und Hirsch könnten profitieren

Über den nun gesetzlich vorgegebenen Aufbau eines landesweiten Biotopverbundes auf 15 Prozent der Landesfläche könnten sich Hirschkäfer und Hirsch nur freuen, wenn dafür weitere Vorbedingungen geschaffen werden. Hirschkäfer benötigen alte Eichen und Totholz, deren Vernetzung vielen Gebieten über Waldnaturschutzprogramme parallel noch mehr gefördert werden muss, während Rotwild freie Wanderschaft durch den Biotopverbund braucht. Derzeit ist es so, dass außerhalb von fünf festgelegten „Rotwildgebieten“ nahezu alles Rotwild im Land erlegt werden muss. Damit gibt es nur fünf weit voneinander isolierte Rotwildpopulationen auf nur 4% der Landesfläche. „Dies ist kein angemessener Umgang mit unserem Wappentier“, so der Wildbiologe Klaus Lachenmaier vom Landesjagdverband. „Das Abschussgebot muss weg, wenn der Biotopverbund inklusive dem Generalwildwegeplan für das Rotwild überhaupt Sinn machen soll. Wir informieren in unserer Kampagne Platz Hirsch! über die Bedürfnisse unseres größten heimischen Wildtiers. Das Land sollte den Empfehlungen des Wildtierberichts und dem Geist des Biodiversitätsgesetzes in diesem Punkt folgen und nachbessern.“

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Brandenburg: FREIE BAUERN fordern Abschuss von Wölfen, um die naturnahe Weidewirtschaft zu erhalten

Die FREIEN BAUERN Brandenburg (Bauernbund Brandenburg) haben auf die steigende Zahl der durch Wölfe getöteten Schafe und Kälber hingewiesen. „Allein im ersten Halbjahr 2020 hatten wir fast genauso viele gemeldete Nutztierrisse wie im ganzen Jahr 2019“, informiert Landessprecher Marco Hintze: „Hinter jedem dieser 332 Tiere steckt ein qualvoller Tod und persönliche Betroffenheit der Schäfer und Bauern, die alles dafür tun, dass ihre Tiere ein gutes Leben auf der Weide haben.“ Die Landesregierung müsse endlich die Konsequenzen ziehen und durch einen rigorosen Abschuss von Wölfen die Voraussetzungen für den Fortbestand der naturnahen artgerechten Weidewirtschaft schaffen, fordert der 48jährige Mutterkuhhalter aus Krielow im Havelland.

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Österreich: Fuchs beisst Hotelgäste

Am 20.07., 01.30 Uhr, schlich sich ein Fuchs über den Balkon durch die offenstehende Balkontüre in ein Hotelzimmer in Hermagor im österreichischen Bundesland Kärnten. Dort biss er einem schlafenden 51-jährigen Hotelgast aus Niederösterreich zwei Mal in den linken Fuß und verletzte ihn dadurch leicht. Der Mann erwachte durch die Bisse und konnte den Fuchs eindeutig wahrnehmen und aus dem Zimmer jagen. Der Fuchs lief daraufhin auf den benachbarten Balkon und in ein weiteres Zimmer, in dem ein 10-jähriger Bub aus der Steiermark schlief. Der Fuchs biss dem Buben in den Ellenbogen und den rechten Fuß.
Der Bub rief um Hilfe, woraufhin sein Vater, der im Nebenzimmer schlief den Fuchs vertrieb.
Der Bub erlitt Verletzungen unbestimmten Grades und wurde in einer ärztlichen Ordination im Ort medizinisch versorgt. PM

Beitragsbild: Flüchtiger Fuchs. Foto: SE

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Interview mit Staatssekretär Uwe Feiler (CDU)

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Interview mit Staatssekretär Uwe Feiler (CDU), erschienen in WuH 14/2020: “Die Maxime lautet „Wald und Wild“:

“Dann ist die Novellierung des Bundesjagdgesetzes ja auf gutem Weg, könnte man denken, wenn man die Überschrift eines Interviews liest, das der Staatssekretär aus dem Hause der Bundeslandwirtschaftsministerin dem Chefredakteur eines bekannten deutschen Jagdmagazins gab. Schnell merkt man aber, die von verschiedenen Seiten geäußerten Befürchtungen sind sowohl aus formalen als auch aus inhaltlichen Gründen wohl nur allzu berechtigt.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD geht es um Bleiminimierung, Schießübungsnachweis und ein einheitliches Ausbildungs- und Prüfungswesen von Jäger- und Falknerprüfung. Nach dem Waldgipfel des letzten Jahres sei eben das Thema Wald und Wild noch hinzugekommen. Jetzt muss also flugs noch im Jagdgesetz der Waldumbau geregelt werden. Gehört das nicht in ein Waldgesetz? Und warum hat man den Teilnehmern des Waldgipfels vorgegaukelt, es gehe hier lediglich um den Wald und nicht um die Jagdgesetznovelle? Ist das denn in Ordnung, wenn ein Ministerium im Alleingang entscheidet, was vom Bund über den Koalitionsvertrag hinaus als regelungsnotwendig angesehen wird? Dieses Vorgehen hätte man eigentlich eher von Landesdiener*innen der Chlorophyll-Partei erwartet.

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