Ausstellung: Wildnis in der Schirn

In Zeiten, in denen die weißen Flecken auf den Landkarten dieser Welt weitgehend verschwunden sind und ein „unberührter Naturzustand“ fast nur noch in Form von ausgewiesenen Reservaten existiert, rückt die Wildnis wieder in den Fokus der Kunst. Die Suche nach letzten freien Plätzen, die Expedition als künstlerisches Medium, Visionen einer posthumanen Welt prägen die Werke vieler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler ebenso wie die Neuverhandlung des Verhältnisses von Mensch und Tier. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet der wiederkehrenden Faszination von der Wildnis vom 1. November 2018 bis zum 3. Februar 2019 eine umfassende Themenausstellung.

WILDNIS, Ausstellungsansicht, © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2018, Foto: Wolfgang Günzel

Es werden über 100 bedeutende und eindrucksvolle Kunstwerke von 34 internationalen Künstlerinnen und Künstlern präsentiert, darunter Julian Charrière, Ian Cheng, Marcus Coates, Tacita Dean, Mark Dion, Jean Dubuffet, Max Ernst, Camille Henrot, Asger Jorn, Per Kirkeby, Joachim Koester, Ana Mendieta, Georgia O’Keeffe, Gerhard Richter, Henri Rousseau und Carleton E. Watkins. Die Ausstellung vereint Gemälde, Fotografien, Grafik, Video- und Soundarbeiten, Skulpturen sowie Installationen, die den Verbindungen zwischen Wildnis und Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart nachgehen.

Mit Wildnis steht ein kulturelles Konzept zur Diskussion, das seit jeher auch als Projektionsfläche für das Andere und das Fremde, für Gegenbilder und Sehnsuchtsfantasien jenseits der Grenzen einer selbsternannten Zivilisation dient. Im heutigen „Zeitalter des Menschen“ erscheint die Utopie eines von Kultur und menschlichem Einfluss fernen Naturzustands überholt. Die Auseinandersetzung mit tradierten Bildern und Fiktionen von Wildnis aber erweist sich als lebendiger denn je. PM

Beitragsbild: Henri Rousseau, Le lion, ayant faim, se jette sur l’antilope, 1898 – 1905, Öl auf Leinwand, 200 x 301 cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler, Foto: Robert Bayer, Basel

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