Ausstellung Die königliche Jagdresidenz Hubertusburg und der Frieden von 1763

Zum 250. Jahrestag des Hubertusburger Friedens präsentieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der Beletage der ehemaligen Jagdresidenz Schloss Hubertusburg vom 28. April bis 5. Oktober 2013 eine Sonderausstellung. Damit wird das Schloss erstmals wieder für Publikum zugänglich.

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Hubertusburg war nicht nur eine der bedeutendsten Residenzen des 18. Jahrhunderts in Deutschland, sondern ist auch heute noch eines der größten Jagdschlösser Europas und das größte Schloss in Sachsen. Dieses „sächsische Versailles“ liegt zwischen Dresden und Leipzig in der Gemeinde Wermsdorf. Heute weitgehend unbekannt wurde 1763 in dem kleinen Ort Weltgeschichte geschrieben: Vertreter von Österreich, Preußen und Sachsen handelten hier den Hubertusburger Frieden aus, der den auf mehreren Kontinenten geführten Siebenjährigen Krieg schließlich beendete. Ort dieser Friedensverhandlungen war das namensgebende Schloss Hubertusburg, neben Dresden die zweite Residenz Augusts III., dem Sohn August des Starken.

Insgesamt rund 200 Werke aus den Beständen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden lassen den Glanz einer Epoche lebendig werden, die mit dem Siebenjährigen Krieg und dem Tod Augusts III. im Friedensjahr 1763 ein abruptes Ende fand. Auserlesene Waffen und Utensilien der Jagd aus der Dresdner Rüstkammer, der Audienzstuhl des Königs, kostbare Möbel, Gemälde, Porzellane und Musikinstrumente zeigen in sechs Räumen die höfische Prachtentfaltung unter August III., die Geschichte der Parforcejagd in Sachsen, aber auch Krieg und Friedensschluss.

Einige der Kunstwerke, die sich ehemals auf Schloss Hubertusburg befanden, kehren an ihren angestammten Ort zurück. Eine prachtvolle Vase mit Jagddarstellungen, die einst auf einem Kaminsims aufgestellt war, wird vor einem historischen Wandaufriss zu sehen sein. Sie trägt als Deckelbekrönung die Figur eines Jägers mit seinen Hunden. Passend zu der in Hubertusburg gebräuchlichen Jagdkleidung ist die Vase in den Farben Gelb und Blau gestaltet und zeigt in den goldgerahmten Feldern Szenen der Parforcejagd (par force = mit Gewalt).

Die weitläufige Schlossanlage wurde in zwei Bauphasen zwischen 1721 und 1752 errichtet. Der sächsische Kurfürst und polnische König August III. begab sich regelmäßig nach Wermsdorf, um hier seiner Jagdleidenschaft nachzugehen. Schloss Hubertusburg wurde Schauplatz prachtvoller Feste und bedeutender musikalischer Aufführungen, doch die Glanzzeit währte nicht lange. Bereits vier Jahre nach Fertigstellung des Schlosses begann der Siebenjährige Krieg und August III. musste vor der Bedrohung durch die Preußen nach Warschau fliehen. 1761 wurde Schloss Hubertusburg von preußischen Truppen bis auf die Kapelle vollständig geplündert. Die Friedensverhandlungen fanden 1763 im leer geräumten Schloss statt.
Im Herbst 1763 starb zuerst August III., kurz darauf auch sein Sohn und Nachfolger Friedrich Christian. Damit endete das „Augusteische Zeitalter“ und das Schloss geriet weitgehend in Vergessenheit. Mit der Ausstellung zieht nun für fünf Monate wieder kurfürstlich-königliches Leben in die imposante Residenz ein. Ein facettenreiches Veranstaltungsprogramm wird die Ausstellung ergänzen und lädt zu Landpartien in die romantische Teichlandschaft von Wermsdorf ein. 

Schloss Hubertusburg

04779 Wermsdorf / Sachsen

www.skd.museum/hubertusburg