Ausprobiert: Hundeortung mit Apple – Tracker Hunter für iOS

Seit einiger Zeit ist die ursprünglich für das Nokia-Betriebssystem Symbian entwickelte und dann für Android-Geräte modifizierte App des finnischen Hundeortungs-Spezialisten Tracker auf für Apples iOS und damit für iPhone und iPad erhältlich. Wir haben uns die Apple-Version der Software in der Praxis angeschaut.

Die positive Überraschung gleich zu Anfang: Man muss sich nicht für Android oder iOS entscheiden – es ist möglich, die vorhandene Lizenz auf Apple- wie auf Android-Geräten zu verwenden, nur halt nicht gleichzeitig. Startet man die Tracker-App beispielsweise auf dem Android-Smartphone, während Tracker Hunter 4 auf dem iPhone läuft, so erhält man die Fehlermeldung, dass die Lizenz bereits verwendet wird. Nach dem Beenden der App auf der einen Plattform, kann es auf der jeweils anderen weitergehen.

Wie gewohnt: Hochwertige Topo-Karten…

Wir haben die Tracker Hunter 4 App auf einem (gebrauchten, niemals würde ich die absurden Preise für Apple-Neugeräte bezahlen…) iPad 4 im Sieben-Zoll-Format ausprobiert. Das Gerät passt inklusive der zugleich als Schutzhülle fungierenden Tastatur noch bequem in die Seitentasche einer M64-Jacke. Für den Einsatz beim Durchgehen oder auf der Nachsuche mag das Teil manchen zu sperrig sein.  Schnallt man den Hund jedoch vom Stand, so ermöglicht das größere Display weitaus bessere Übersicht, gerade in unbekannten Revieren. Man muss nicht ständig den Kartenausschnitt verändern, um trotz großem Kartenmaßstab der Hundearbeit folgen zu können.

… und Luftbilder stehen in der Tracker iOS-App zur Verfügung. Bitte beachten: Die iPad-Screenshots wurden stark komprimiert und vermitteln nur einen schwachen Eindruck der knackscharfen und detailreichen Darstellung auf dem guten Display der Apple-Geräte. Fotos: SE

Die Installation der Tracker Hunter 4 App über den Apple-Store verläuft vollkommen unproblematisch. Herunterladen, Lizenzcode eingeben, fertig. Auf Anhieb sind die in der Android-Version angelegten Gruppen und Ziele (Hunde, Hochsitze und andere gespeicherte Orte wie Reviergrenzen, Anschüsse oder PKW-Abstellplätze) auch auf dem iPad verfügbar.

Wie von der Android-App gewohnt, stehen auch unter iOS hochwertige – und stets aktuelle – Topokarten und Luftbilder zur Auswahl. Erfreulich ist die Bedienung: Die Apple-Version der Tracker-App stellt so etwas wie den (oft herbeigewünschten) Simpel-Modus der Android-Version dar. Es gibt einige Einstellmöglichkeiten und Optionen weniger (die die meisten Hundeführer kaum vermissen dürften), dafür ist die Benutzeroberfläche weitaus einfacher und intuitiver zu bedienen.

Aufgeräumt: Das Menu ist übersichtlicher und intuitiver zu bedienen als in der Android-App. Foto: SE

Gibt keine Rätsel auf: Menu mit den wichtigsten Einstellungen in der Tracker Hunter 4 App für iOS.

Der Funktionsumfang der Tracker iOS-App wird ständig um die wichtigsten Funktionen der Android-Version erweitert. Vor kurzem ist das Sicherheits-Feature Tracker-Safety hinzugekommen. Die einzige Funktion, die wir ernstlich an der iOS-App vermissen, ist die Kompass-Ansicht, die sehr übersichtlich zeigt, in welcher Richtung vom eigenen Standpunkt aus gesehen, sich der oder die Hunde befinden. Diese steht aber dem Vernehmen nach bereits auf der To-Do-List der Programmierer.

Man kann sich natürlich fragen, ob die hochpreisigen und eher bruchempfindlichen Apple-Geräte für den rauen Jagdeinsatz wirklich die erste Wahl darstellen. Für eingefleischte Apple-Fans dürfte sich diese Frage allerdings kaum stellen. Und es geht durchaus: Neuere iPhones sind staub- und spritzwassergeschützt, für ältere Geräte gibt es stabile Schutzhüllen, die auch vor mechanischen Beschädigungen guten Schutz bieten. Ein großer Vorzug der iOS-App lässt sich nicht in Abrede stellen: Jäger, die ihr iPhone ohnehin auf der Jagd nutzen, müssen sich nur für die Hundeortung kein neues Smartphone kaufen. SE

Beitragsbild: Tracker Hunter 4 auf dem iPhone. Foto: Hersteller

 

3 Gedanken zu „Ausprobiert: Hundeortung mit Apple – Tracker Hunter für iOS

  1. Günther

    Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn sich der Autor, der ein Hundeortungssystem nutzt, für das man im Laufe der Zeit ziemlich schnell über 1.000 Euro ausgeben kann, über “absurd” hohe Preise bei hochwertigen Technologiegeräten aufregt, es dann aber schon gut findet, dass diese Geräte staub- und spritzwassergeschützt sind und hochwertige Karten zur Verfügung stellen. Oje…

    Er sollte sich lieber über die absurd hohen Preise bei Hundetrackern beschweren. Diese sind technologisch um viele Größenordnungen simpler als ein iPhone (welches auch als Tracker nutzbar ist, wohlgemerkt, es ist nur unpraktisch, das einem Hund umzuschnallen), kosten aber genauso viel. Es ist halt so, dass der Markt für Jäger generell ein eher hochpreisiger ist, weil die meisten Jäger gut situiert sind. Da kann man schonmal preislich ein bisschen draufschlagen. Bestes Beispiel sind die Taschenlampen mit grüner LED. Die kosten in der Herstellung genau dasselbe wie mit weißer LED, aber weil Grünlicht nur Jäger brauchen, schlägt man da mit dem Preis gewaltig zu.

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    1. admin Beitragsautor

      Es ist absurd, ein von chinesischen Billiglöhnern für den Weltmarkt produziertes Massenprodukt mit einem Hundeortungsgerät für eine weitaus kleinere Zielgruppe zu vergleichen, bei dem sich die Kosten für Entwicklung, Software, Montage etc. folglich durch kleinere Stückzahlen amortisieren müssen und das sich überdies im Fall des vom mir verwendeten G500Fi mit dem Prädikat “Made in Finland” schmücken darf. Aber für wahre Apple-Jünger verbietet sich natürlich jede Kritik an ihrem mit quasireligiöser Inbrunst verehrten Lifestyle-Produkt. Staub- und spritzwassergeschützte Outdoor-Handys gibt es übrigens für einen Bruchteil des Apple-Kurses – soviel zu “absurd hohen Preisen bei hochwertigen Technologiegeräten. SE

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  2. Zündelnerlaubt

    Es ist nicht jeder Jäger gut situiert und wenn man mit dem Euro auch mal rechnen muss spielen Preisunterschiede eine enorme Rolle.
    Vorteile einer guten Hundeortung und vernünftiger Wärmebildtechnik liegen auf der Hand, sind aber u.U. schwer zu erlangen, das es noch keinen Gebrauchtmarkt dafür gibt.

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