Ausgerechnet: Landwirt will Flächen befrieden lassen

Ausgerechnet ein Landwirt hat beantragt, seine 32 Hektar Land aus ethischen Gründen “befrieden”, d.h. nicht mehr bejagen zu lassen. Das berichten die Westfälischen Nachrichten. Seit Dezember 2013 besteht in Deutschland in Folge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) die Möglichkeit, eigene Grundstücke aus Gewissensgründen von der im Allgemeininteresse liegenden flächendeckenden Bejagung ausnehmen zu lassen. Dafür sind strenge Kriterien zu erfüllen: Wer dies beantragt muss beispielsweise nachweisen, dass er tierische Kost verschmäht, schon lange Zeit Vegetarier oder Veganer ist. Bei dem jetzt vor dem Verwaltungsgericht Münster auf Befriedung klagenden Landwirt sind da Zweifel angebracht: Den Westfälischen Nachrichten zufolge hat der Kläger einen Milchviehbetrieb. Ihm müsse klar sein, dass die überzählige männliche Kälber verkauft, gemästet und geschlachtet würden, hieß es vor Gericht. Der Landwirt führte dagegen an, dass er selbst nie ein Tier getötet habe. Vielleicht sollte der betreffende Landwirt in einschlägigen Werken wie “Milch – besser nicht” mal nachlesen, was Milchwirtschaft in der Regel für die Kühe bedeutet. Der von der Entscheidung betroffene Jagdpächter bringt weitere Gegenargumente vor:

So soll der Landwirt in der Vergangenheit mehrmals Wildbret angenommen haben. Während der Bauer sagt, er habe “nur aus Höflichkeit” ein oder zwei Mal Wildbret angenommen, erklärt der Jäger, dies sei bis zu zehn Mal der Fall gewesen, und das Fleisch sei stets “mit großer Freude” entgegen genommen worden. Der Ausgang des Verfahrens bleibt abzuwarten. SE

Beitragsbild: Kuh. Foto: SE

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