Aujeszky-Verdacht in Emsland und Saarland

Im Nordwesten des Saarlands (wie der Saarjäger berichtet) an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und Luxemburg und im Landkreis Grafschaft Bentheim (Niedersachsen) sind bei untersuchten Wildschweinen Antikörperbefunde erbracht worden, die zeigen, dass die Sauen Kontakt mit dem Erreger der Ausjeszkyschen Krankheit (Pseudowut) gehabt haben müssen. Diese durch Viren ausgelöste Infektion ist für Menschen ungefährlich, verläuft jedoch bei den meisten Säugetieren, insbesondere auch Hunden, tödlich.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt folgende Maßnahmen, um Jagdhunde in betroffenen Gebieten vor einer Ansteckung zu schützen:

Beschränken Sie den Kontakt zwischen Jagdhund und Schwarzwild auf das Notwendigste.

Keine Hunde am Streckenplatz!

Vermeiden Sie möglichst, dass Ihr Hund das gestreckte Tier beutelt!

Brechen Sie möglichst zentral auf und halten Sie Hunde auch vom Aufbruchplatz fern!

Verfüttern Sie keinen Aufbruch oder rohes Schweinefleisch an Ihren Hund!

Bei Infektionsverdacht konsultieren Sie sofort einen Tierarzt und informieren Sie das Veterinäramt.

Besondere Hinweise für jagdende Schweinehalter

Der Landkreis Emsland hat die Antikörperbefunde im benachbarten Landkreis Grafschaft Bentheim zum Anlass genommen, die Jäger über die Kreisjägermeister über den aktuellen Stand und Vorsorgemaßnahmen zu informieren, wie die Pressesprecherin des LK Emsland, Anja Rohde, auf Nachfrage von JAWINA mitteilt. Dabei geht es insbesondere um Vorsichtsmaßnahmen für die zahlreichen Schweinemast- und aufzuchtbetriebe in der Region:

“In der Regel sind zahlreiche Jäger als Landwirte tätig. Um eine Infizierung von Jagdhunden und Hausschweinen zu verhindern, sind besondere Vorkehrungen notwendig. Die Ansteckung der Jagdhunde erfolgt überwiegend über Kontakt mit Blut oder Nasensekret  oder über die Verfütterung von Innereien oder Fleisch erkrankter Tiere. Daher sollte kein rohes Fleisch von Wildschweinen verfüttert werden.

Für die Hausschweinhaltung ist die konsequente Einhaltung von sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen notwendig. Dazu zählt u. a., dass der Jagdhund nicht in Kontakt zum Stall kommt, nicht mit Jagdbekleidung der Stall betreten wird und das Wildschwein nicht im Betrieb zerlegt oder verarbeitet wird. Darüber hinaus sollte möglichst kein Schwarzwild anderer Jäger in der eigenen Wildkammer aufgenommen werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung von Hunden, die nicht mit Wildschweinen in Kontakt kommen, ist insbesondere bei Einhaltung der geratenen Vorsichtsmaßnahmen gering. red.

Beitragsbild: Foxterrier an erlegtem Wildschwein. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser AS für den Hinweis!

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