“Aufschrei der Wolfsschützer geht fehl”

Grüne: Svenja Schulze hat kapituliert – FDP kündigt eigenen Gesetzesentwurf zum Wolf an

Die jüngst verabschiedete Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes soll angeblich Wolfsabschüsse erleichtern – in einem bemerkenswerten Kommentar kritisiert Alexandra Gerlach im Deutschlandfunk das erwartbare Empörungsgeheul der Wolfsfreunde: “Die Versuche, das Raubtier als quasi netten Nachbarn aus dem Wald in das Alltagsleben einzuführen”, seien fehlgeschlagen, konstatiert die Autorin. Konflikte mehrten sich, in den Dörfern herrsche Unruhe, Konflikte nehmen zu, artgerechte Weidetierhaltung steht in den Wolfsgebieten auf der Kippe.

Der Aufschrei der Wolfsschützer gegen die Neuregelung gehe fehl, findet Gerlach: Es gehe nicht darum, den Wolf wieder auszurotten. Die neue Gesetzeslage werde vielmehr das Vertrauen der Bürger in den Staat stärken und dem intelligenten Wolf Respekt einflößen – er werde schnell lernen, dass er menschlichen Siedlungen besser fernbleibt. Dies diene auch der Akzeptanz durch die Bürger: “Viel zu lange sahen sie sich alleingelassen mit einem unlösbaren Problem, das längst zu einem – auch für die anstehenden Wahlen entscheidenden – Politikum geworden ist.” Leseempfehlung!

Dass der Deutschlandfunk kein Garant für Qualität oder auch nur sachliche Richtigkeit ist, beweist indes der Beitrag von Thomas Wagner über Wölfe in Rumänien: 400 “effektive Sanitäter des Waldes” gebe es in Deutschland, 12.000 in Rumänien. Dennoch komme “dort niemand auf die Idee, Wölfe abzuschießen.” Ach, nein? So ein Schwachsinn! In Rumänien werden Wölfe regulär bejagt.

Man muss nur die Begriffe “Wolfsjagd” und “Rumänien” in die Suchmaschine seiner Wahl eingeben, so erhält man diverse Angebote von Jagdreisenveranstaltern, die Wolfsjagden in Rumänien anbieten. Das kostet nicht mal viel. Rumänien sei “das perfekte Jagdreiseland für den Wolf”, lobpreist ein österreichischer Anbieter: Die Wolfsjagd habe dort Tradition, das Land besteche “durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.”

Was mit dem “Aufschrei der Wolfsschützer” gemeint ist, verdeutlichen Äußerungen wie die der Umweltministerin von Sachsen-Anhalt, Claudia Dalbert (Grüne). Das Gesetz sei “ein Unding”, und “ein erster Schritt, den strengen europäischen Schutzstatus des Wolfes zu unterlaufen”, klagte Dalbert gegenüber dem MDR.

Dem hielt der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Sitta entgegen, dass von “Frau Dalbert in Sachen Wolfsmanagement ein nennenswerter Beitrag, der über das Wölfezählen und das Abspeisen von Viehhaltern mit knappen Entschädigungen hinausgeht, kaum zu erwarten” war.

Die grüne Bundestagsabgeodnete Steffi Lemke erklärte, der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Wolf gleiche einer Kapitulation der Umweltministerin Svenja Schulze: “Die geplanten Änderungen bergen die Gefahr, ganze Wolfsrudel zum Abschuss freizugeben und konterkarieren die bisherigen Anstrengungen zum Ausgleich zwischen Nutztierhaltung und Artenschutz.” Mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung werde die Debatte zukünftig auf den Abschuss der Wölfe verschoben. Lenke präferiert mehr staatliche Beihilfen für Weidetierhalter, Entschädigungszahlungen und Herdenschutz.

FDP kündigt eigenen Gesetzesentwurf zum Wolf an

Die FDP-Bundestagsfraktion wird einen eigenen Gesetzentwurf zum Wolf vorlegen. Der jagdpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Karlheinz Busen, erklärt hierzu:

“Der Wolf gehört ins Jagdgesetz. Die Planungen von Bundesumweltministerin Schulze, das Bundesnaturschutzgesetz minimal anzupassen, sind ein Witz und helfen keinem Weidetierhalter weiter. Der vorgelegte Referentenentwurf führt kaum zu mehr Rechtssicherheit, um einzelne Wölfe zum Abschuss freizugeben. Um bestimmte Regionen wie Deichlandschaften oder besiedelte Gebiete wolfsfrei zu halten, kümmert sich die Umweltministerin gar nicht erst. Die Menschen in unserem Land lassen sich so kurz vor Wahlen nicht durch eine billige Attrappe der Bundesregierung täuschen.

Die FDP-Bundestagsfraktion wird daher einen eigenen Gesetzentwurf zum Wolfsmanagement vorlegen. Dieser wird vorsehen, dass die Jagd auf Wölfe in bestimmten Gebieten generell zulässig sein kann. Außerdem gehört zu einem aktiven Wolfsmanagement auch der Rechtsanspruch auf Entschädigungen für Präventionsmaßnahmen und Schadenersatzleistungen bei Wolfsrissen. Frieden in den Dörfern wird zudem erst dann herrschen, wenn es eine Beweislastumkehr beim Nachweis von Wolfsrissen gibt. Die Große Koalition wird die Wahl haben zwischen einer Attrappe von Frau Schulze und echten Problemlösungen, die wir Freie Demokraten vorlegen.” PM/SE

Beitragsbild: In Kanada erlegter, präparierter Wolf – vielleicht können sich bald schon mehr deutsche Jäger über Wolfstrophäen in ihren Jagdzimmern freuen… Foto: SE

 

2 Gedanken zu „“Aufschrei der Wolfsschützer geht fehl”

  1. Ralf

    Mir würde es nicht um eine Wolftrophäe im Wohnzimmer (=Jagdzimmer) gehen. Es geht um Menschenverstand. Der Wolf gehört ins Jagdrecht. Alles andere ist linksgrüne Sichtweise mit “weiter Herdenschutz ausbauen” und “Weidetierhalter entschädigen” statt “Wolf vergrämen durch Abschuss”. Das wäre aus meiner Sicht wie Schmerztabletten bei Zahnschmerzen geben. Es behebt die Ursache nicht.
    Sinn würde die Aufnahme ins Jagdrecht auf jeden Fall machen. Ansonsten muss die Polizei/ der Jagdpächter auch weiter dem Leiden des verkehrsverunfallten Wolfes zusehen, bis ein Amtsveterinär das “go” für den Fangschuss gibt. Aus meiner Sicht tierschutzwidrig. Und alles nur, weil Weltverbesserer (teilweise z.B. von BUND, NaBu, Grünen, etc.) das so wollen? Die sollten sich was schämen, so mit einer Kreatur umgehen zu lassen.
    Und zeitlich kürzere Antragswege wären über das Ordnungsamt der Kommune möglich und nicht, wie weiter beabsichtigt, über die Landesregierungen (, die bei akuten Fällen wieviel mehr an Zeit benötigen würden?).
    Folgerichtig und sinngehaltsmäßig müsste der nächste Schritt die Einrichtung einer Jagdzeit sein. Erst dann kann man wirkungsvoll vergrämen, wie es aus meiner Sicht Sinn machen würde. Das wären dann die von Frau Klöckner geforderten “Präventivabschüsse”.
    Und komme mir jetzt bitte niemand damit, es aussitzen zu wollen álá “sollen das doch andere machen”. Wenn wir Jäger nicht mitbestimmen, dann wird über uns entschieden. Ich meine, wir brauchen uns mit den althergebrachten Grundsätzen deutscher Waidgerechtigkeit nicht zu verstecken. Wir sollten eher zusehen, die Wichtigkeit dieser Grundsätze empor zu heben. Doch das scheint für manche eine Kunst zu sein. Aber warum bricht sich der ein oder andere dabei einen ab?
    Ich persönlich mache aus meiner jagdlichen Passion gegenüber niemandem einen Hehl. Und Sie sollten das auch nicht tun.

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  2. Zündelnerlaubt

    Die Grünen sind nicht links, schon lange nicht mehr, die sind die kultur- und wertevernichtende Partei der Besserverdienenden, wenn die linker als die Spezialdemokraten wären, böten sie sich nicht als Mehrheitsbeschaffer für die cDU an

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