Auf Druck von Naturschutzorganisationen: Fünf Jahre totales Jagdverbot in Albanien

Was Nabu & Co. wirklich wollen – in Albanien ist es Wirklichkeit geworden

Das albanische Parlament hat eine Verlängerung des bereits seit zwei Jahren geltenden landesweiten Jagdbanns um fünf Jahre beschlossen. “Entgegen aller Proteste der Jägerschaft” stimmte es dem Gesetzesentwurf des Umweltministeriums mit einer knappen Mehrheit zu. In Kraft treten wird der Jagdbann mit der Veröffentlichung des Gesetzes, voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Wochen. Die Verlängerung sei “eine Folge des beharrlichen Drucks von nationalen und internationalen Naturschutzverbänden”, schreibt eine davon, und zwar die Naturschutzstiftung EuroNatur in einer Pressemitteilung. EuroNatur wurde 1987 auf Initiative von BUND, Nabu und Deutscher Umwelthilfe gegründet. Im März 2014 hatte die albanische Regierung erstmals ein zweijähriges Jagdmoratorium über das gesamte Land verhängt. Ausschlaggebend war der angebliche massive Rückgang von Wildtieren in Albanien.

EuroNatur gratulierte der albanischen Regierung und dem albanischen Parlament zu der Entscheidung. Die Verlängerung des Jagdmoratoriums sei wegweisend und dringend notwendig. Jetzt gelte es dafür zu sorgen, dass der Jagdbann konsequent in die Praxis umgesetzt wird,  sagte EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. Die Wildtierbestände Albaniens befänden sich noch immer auf einem katastrophal niedrigen Niveau. Unter anderem würden die Feuchtgebiete an der albanischen Adriaküste und im Hinterland jedes Jahr zur “Todesfalle für Hunderttausende Zugvögel”.

Um das Ruder herumzureißen, müsse die albanische Regierung das Jagdmoratorium nutzen und die bereits laufende, umfassende Reform des Jagdsektors mit Hochdruck vorantreiben, fordert EuroNatur. Unabdingbar sei ein Monitoring der jagdbaren Arten, das internationale Standards erfüllt. Jagdquoten und die Liste jagdbarer Arten dürften nicht mehr länger aus der Luft gegriffen sein. Entscheidend seien auch der Aufbau zuverlässiger Kontrollen und die Ahndung von Jagdvergehen.

Obwohl die Lage weiterhin kritisch sei, seien erste positive Auswirkungen des Jagdbanns bereits sichtbar, jubelt EuroNatur: Im Jahr 2015 ging der kommerzielle Jagdtourismus zurück. Stattdessen ist die Zahl der „Birdwatcher“ in attraktiven Vogelbeobachtungsgebieten wie der Karavasta-Lagune angestiegen. Der Jagdbann habe der lokalen Bevölkerung neue, nachhaltige Einkommensquellen eröffnet. Auf diesem Weg müsse es jetzt weitergehen. PM/SE

Beitragsbild: Vergangenheit? Jäger im Buna-Delta in Albanien. Quelle/Copyright: EuroNatur

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