Auch der Nabu kann seine Schafe nicht schützen

Wiederholte Wolfsangriffa auf Nabu-Herde trotz Zwei-Meter-Zäunen und Stacheldraht

Bei jeder Gelegenheit behauptet der Nabu, dass es nur auf korrekten Herdenschutz ankomme, und schon sei die friedliche Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung überhaupt kein Problem. So einfach scheint es dann wohl doch nicht zu sein: Jedenfalls gelingt es dem Nabu nicht, seine eigenen Schafe zuverlässig vor Wolfsattacken zu schützen – und das trotz Einzäunung à la Hochsicherheitstrakt. In einem Moorgebiet bei Aschen (Niedersachsen, Landkreis Diepholz) bewirtschaftet der Nabu eine ca. vier Hektar große Streuobstwiese. Vor zwei Jahren fielen hier bereits einige Schafe einem Wolfsangriff zum Opfer. Daraufhin wurde die Fläche komplett neu eingezäunt. Bis zu zwei Meter hoch ist der Zaun, die Zaunspitze ist zusätzlich mit Stacheldraht gesichert, wie die Oldenburgische Volkszeitung berichtet. Nun wurden bei einem neuerlichen Wolfsangriff wieder mindestens sieben Schafe getötet. Weitere drei Schafe werden vermisst.

Ein Tierpfleger hatte die ersten zwei getöteten Schafe bereits am Sonntag entdeckt. In der Nacht zum Montag schlugen die Wölfe dann erneut zu. Der zuständige Wolfsbeauftragte wurde verständigt, bis dieser eintraf, verschwand wiederum ein Schafskadaver. Die “rissverursachenden Tiere” müssen also tagsüber noch vor Ort gewesen sein. Wie die Wölfe auf die massiv gesicherte Streuobstwiese gelangen konnten, sei bislang unklar, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Update: Nach Informationen von JAWINA soll die Streuobstwiese nach dem ersten Wolfsriss nur teilweise neu und wolfssicher eingezäunt sein. An anderen Stellen sei der Zaun nach wie vor leicht zu überwinden. Das Areal sei mit ca. vier Hektar groß, grenze teilweise an bebautes Gebiet, teilweise an Wald. Eine vollständige wolfssichere Einzäunung sei daher teuer und erfordere aufgrund des Bewuchses zudem aufwändige Pflegemaßnahmen. Der Nabu ist hier also mit genau den Problemen konfrontiert, die auch anderen Weidetierhaltern zu schaffen machen.

Der Wolfsbeauftragte bestätigte das Vorliegen wolfstypischer Verletzungen wie Kehlbisse und Fraßspuren und nahm DNA-Proben, die genauere Aufschlüsse über die Verursacher wie z.B. Rudelzugehörigkeit bringen sollen. Der Landkreis Diepholz gehört zum Streifgebiet der Goldenstedter Wölfin, die bereits mehrfach durch Nutztierrisse nach Überwindung sehr hoher Zäune auf sich aufmerksam gemacht hat.

Die überlebenden acht der einst 18 Schafe umfassenden Herde wurden mittlerweile auf eine andere Weide verbracht. Ob der Nabu seine Auffassungen hinsichtlich der Vereinbarung von Weidetierhaltung und Wölfen durch Herdenschutz infolge dieser Erfahrungen einer Revision unterzieht, ist nicht bekannt. SE

Beitragsbild: Vom Wolf gerissene Schafe. (Archivbild). Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser EF für den Hinweis!

27 Gedanken zu „Auch der Nabu kann seine Schafe nicht schützen

  1. Andrea Seiler

    Der Nabu wird gar nichts revidieren. So wenig wie bei den gerissenen bzw verschollenen Fohlen in der Oranienbaumer Heide.
    Verbringen auf andere Flächen, weit weg, hat kaum jemand die Möglichkeit.

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    1. Grimbart

      So sehe ich das auch. Verdrängen, vertuschen, klein reden. Man schlachtet doch nicht die Kuh, die man melken will.

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  2. Bodo Wessels

    Es wird langsam Zeit, dass die Regierung gegen die NGOs im Naturschutz vorgeht. Diese Organisation haben den gesamten Regierungsapparat in Deutschland, wie die Stasi unterwandert und können daher ohne Mandat bei Gesetzen und Verordnungen mitbestimmen.

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  3. Ronbi

    Es ist schon beachtlich, wozu Wölfe in der Lage sind.
    Zwei Meter hoher Zaun mit Stacheldraht obensdrauf und sie verschwinden mit Schafen spurlos.

    Übrigens haben die Franzosen bereits alle möglichen und unmöglichen Zäunungen ausprobiert.
    Sie kommen zu dem Schluß, Herdenschutz nur mit dem Gewehr.

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  4. S.Moraditas

    Ich erkenne als Täter einen zweibeinigen Wolf mit vierbeinigem Freund und Helfer. Der vierbeinige tötet und der zweibeinige trägt weg!

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  5. S.Moraditas

    Ich kann nur ein Buch von Herrn Ziemen vorschlagen. Er erklärt sehr gut den Unterschied das Jagdverhalten eines Wolfes und eines hungrigen Hundes. Der Wolf jagt sein Futter und frisst es mit seinem Rudel bis er satt ist. Dann zieht er weiter und alle folgen dem Rudelführer ob sie satt sind oder nicht. Er nimmt seine erlegte restliche Mahlzeit nicht mit.
    Der Hund aber tötet, frisst oder wenn er keinen Hunger hat, nimmt er die Beute mit und versteckt sie. Er lebt ja ortsbezogen mit seinem Herrn.
    Jagdhunde jagen auf Befehl seines Menschen und wenn es keine Schleifspuren gibt, hat sein Herr die Beute weggebracht.

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    1. Keule

      Was für ein Bullshit! Sie können nicht mal den Namen von Zimen richtig schreiben, sind sie sicher dass sie ihn gelesen haben?

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    1. Eldudo

      Wo Ignoranz und Hybris kopulieren! Ich kann wirklich kaum fassen, was manche für einen Stuss von sich geben. Wie verblendet muss man denn sein, um das nicht selbst zu bemerken?

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    2. Grimbart

      Wie erklären Sie sich dann Aufnahmen von Wölfen, die ganze Rehe durch die Gegend zerren? Da kann man noch so viel zweifeln, aber es waren mit größter Wahrscheinlichkeit Wölfe. Dr. Holy konnte schon sehr viel Erfahrung sammeln, denn das Barnstorfer Rudel hat schon etliche Nutztiere gerissen. Der weiß wovon er redet.

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      1. S.Moraditas

        Ich kann mir nur vorstellen , dass Hybriden die Jäger sind. Sie sehen aus wie Wölfe, verhalten sich aber wie Hunde.
        Wenn aus einem Gehege mehrere Schafe ohne Spuren trotz eines 2m hohen Zauns mit Stacheldraht verschwinden, dann war das kein Tier sondern ein Mensch.
        Ich hatte selbst 7 Jahre einen Wolfshybrid, ohne Kenntnis mitgenommen mit 4 Wochen vom Flohmarkt in Rom. Dieses Tier hatte Katzenwelpen in Mutterfunktion behütet. Ich lebe auf einer Insel, auf welcher es keine Wölfe gibt. Hier reissen Hunde nachts die Ziegen in den Ställen.
        Das darf man aber in Deutschland nicht laut sagen, sonst wird man von der Hundelobby gelyncht.

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        1. Frank

          Soso, auf einer Insel leben, auf der man Hunde in Ernährungsfragen sich selbst überlässt und unwissentlich einen Wolfshybrid-Welpen auf einem römischen Flohmarkt erstehen – das sind ja tolle Vergleiche und nachgerade ein Ausbund an Haltungs- sowie natur- und tierschutzfachlicher wie biologischer Kompetenz…

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  6. M. Reichelt

    Wie widersprüchlich ist denn unser Gezänk über den Wolf. Von den armen Staaten, wir Südafrika, Namibia, Kenia usw. erwarten wir, dass sie Großwild, wie Löwen, Elefanten, Flusspferde usw. erhalten, obwohl es dort wiederholt zu rötlichen Unfällen mit Menschenopfern kommt Und wir kommen mit den vergleichsweise harmlosen Wölfen nicht klar.
    Mal nachdenken!

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    1. M.Remi

      Hr. M. Reichelt, ich glaube da verwechseln sie Äpfel mit Birnen. Haben sie mal die Bevölkerungsdichte in Südafrika, Namibia, Kenia mit der in Deutschland verglichen.
      Merken sie was ?

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  7. Dieter Fend

    War es ein Elektro Zaun ? Mit Stacheldraht oben geht das schlecht. Andere Zäune können untergraben werden. Über niedrige Zäune springt ein Wolf locker darüber, kommt aber mit Beute nicht mehr hinaus. Also – hohe E- Zäune, Schutzhunde wie früher, Esel sollen was bringen, Fumkkameras oder auch Wacheschieben eines Schäfers. Ging früher ja auch. Und Leite – nicht immer gegeneinander ! Sich gegenseitig helfen ist besser. Den Menschen, Haustieren und den wilden!

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  8. Maxe

    Ha…,
    da hat es ja wohl die richtigen erwischt. Wie dem auch sei.
    Auf eine Art wollen sie mit aller Macht alles schützen, auf der anderen Art verstoßen sie selbst gegen Tierschutz. *2m hoher Zaun mit Stacheldraht* Der NABU nimmt im Falle eines Wolfsangriffes auf ihre Schafe wissentlich eine Schädigung/Verletzung an der soo schützenswerten Spezies “Wolf” beabsichtigt in Kauf! Ach nee, die dürfen das und andere, Landwirte z.Bsp, nicht oder was?
    Nichts gegen Natur.-u.Umweltschutz, keine Frage…
    Aber ihr Möchtegern-Natur.-u.Umweltschützer macht in eurer Vielzahl mehr kaputt als ihr denkt. Benehmt euch wie eine Rotte aufgebrachter Wildschweine… Last es einfach.

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  9. Maxe

    Auch wenn der Verlust des NABU traurig ist, ist dies im aktuellen Fall aus meiner Heimatregion ein Witz…:

    m.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/niesky-woelfe-richten-blutbad-in-schafsherde-an-40-tiere-tot-80-vermisst-57727762,view=amp.bildMobile.html

    Das ist kein Einzelfall, in Sachsen und Brandenburg sind Riße in solchen Größenordnungen schon mehrfach vorgekommen-bei einem einzigen Übergriff !!!

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    1. S.Moraditas

      Jetzt nochmal ich. Mal ehrlich wie können 3 oder meinetwegen 10 Wölfe 80!!!!! Schafe wegtragen – auch ohne Zaun!!?

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      1. admin Beitragsautor

        Obwohl Schafe nicht so intelligent sind, erkennen sie bei einem Wolfsangriff gleich, dass sie keine andere Gegenwehr haben, als ganz schnell zu flüchten. Und da Schafe Beine haben, wissen Sie, sind sie in der Lage, wegzulaufen. Was sie dann auch tun. Niemand muss sie wegtragen. Und weil die Schafe Angst vor dem Wolf haben – Angst vor dem Gefressen-werden, dem Gebissen-werden, dem Getötet-werden, was in ihrem Instinkt als eher unangenehme und daher möglichst zu vermeidende Erfahrung abgespeichert ist – laufen sie manchmal ziemlich weit weg. Daher kommt es, dass nach Wolfsangriffen manchmal Schafe vermisst werden. Der Schäfer und seine Helfer müssen die dann suchen.
        Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Erklärung in leichter Sprache helfen konnten!

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        1. S.Moraditas

          Sie müssen mit mir nicht reden wie mit einer Behinderten. Wenn Sie mir jetzt auch noch erklären wie die Schafe über einen 2 m hohen Zaun mit Stacheldraht kommen, bin ich restlos aufgeklärt. Danke.
          Übrigens habe ich selbst Schafe und muss diese vor den Jägern und ihren freilaufenden Jagdhunden schützen. Wie schon erwähnt lebe ich auf einer Insel!

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          1. admin Beitragsautor

            Wölfe können nicht fliegen. Wölfe können auch nicht über einen 2-m-Zaun mit Stacheldraht obendrauf springen. Also sind auch die Wölfe woanders reingekommen. Können Sie mir folgen? Sie könnten den Zaun untergraben haben. Sie könnten an einer Stelle eingedrungen sein, wo der Zaun nicht so hoch ist. Es ist schon vorgekommen, dass netzartige Weidezäune trotz Strom bei Wolfsangriffen zu Boden gedrückt wurden. Und wo ein Wolf reinkommt, kommt ein Schaf in Todesangst auch raus. Panische Schafe, Pferde oder Kühe haben Zäune auch einfach schon umgerannt.

          2. Ralf

            @S.Moraditas:
            Das bezogen auf den Behinderten” ist Ihre persönliche Wahrnehmung. Davon unbenommen komme ich mir als Aussenstehender schon so vor, als wüssten Sie komischerweise, wie Sie Ihre Termini einzusetzen haben. Ein Zufall?
            Darf ich fragen, welcher Organisation/en Sie Mitgliedsbeitrag/Mitgliedsbeiträge bezahlen?
            Ich will die Thematik nicht ins Lächerliche treiben. Aber man bekommt schon den Eindruck, dass Sie irgendwie aus einer gewissen Richtung motiviert zu sein scheinen, bzw. motiviert sind. Und sagen Sie jetzt bitte nicht, dass Sie 1. selber einen Hund haben und 2. geschädigter Schafhalter sind und zudem auch noch 3. Jäger sind. Das würde das Ganze hier ad absurdum führen.

  10. S.Moraditas

    Hallo Ralf, [Kommentar gekürzt, admin. Sie können hier krudes Zeug verbreiten, ob es “ins Weltbild der Leser dieser Zeitung” passt oder nicht, aber dies ist nicht der Platz für Privatfehden oder Pöbeleien]
    , dass ich weder einer Organisation angehöre, noch irgendwelche Beiträge bezahle.
    Ich lebe privat seit 30 Jahren auf einer europäischen Insel, besaß in dieser Zeit eine Wölfin vom Flohmarkt in Rom, 4 Esel, sammelte ausgesetzte und verletzte Hunde ein, am Schluss waren es 120.
    Alle waren nach 2 Jahren versorgt und untergebracht. Inzwischen gibt es einen offiziellen Tierschutzverein und ich habe wieder Zeit für andre Dinge. Habe Olivenbäume gepflanzt
    und als Rasenmäher habe ich Schafe.
    Diese muss ich vor den einheimischen Jägern mit ihren freilaufenden Hunden schützen.Sie sind teilweise mit 10 Tieren (Windhunde) unterwegs.
    Immer wieder kommt es vor, dass Jäger ihre abhanden gekommen Hunde abends nicht suchen, sondern sie ihrem Schicksal überlassen. Diese töten dann nachts Schafe und Ziegen sogar in den Ställen weil sie Hunger haben. Ich wiederhole: es sind hungrige Jagdhunde. Es gibt auf der Insel keine Wölfe.

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    1. Frank

      Und diese kaum verllgemeinerbaren Erfahrungen und die lässlichen Verhältnisse irgendwo im europäischen Mittelmeer berechtigen Sie zu derart kruden Vergleichen mit deutschen Jägern?

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  11. S.Moraditas

    Hallo Frank, entschuldige mich bitte. So wie ich aus Versehen einen kleinen Wolfshybriden auf dem Flohmarkt in Rom Kaufte, weil der Welpe so aussah wie seine Mutter, nämlich wie ein deutscher Schäferhund, so bin ich aus Versehen in diese Jägerzeitung geraden, weil der Name mit Natur etwas zutun hat. Schade dass ich mich vertan habe. Beim Wolfshybriden war es ein Glücksfall für alle!

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    1. Grimbart

      Ehrlich gesagt, wer kauft Welpen auf einem Flohmarkt? Wie be….. kann man sein, den Welpenproduzenten auch noch das Geld in den Rachen zu schmeißen, so dass sie in ihrem Tun bestärkt werden und munter weiter machen? Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt. Wenn Menschen aus falsch verstandener Tierliebe solche Welpen kaufen, vergrößern sie nur das Leid in diesen Vermehrungsstätten, denn von Zucht kann man da nicht reden.
      Tatsächlich sind Hybriden ein Problem und gehören eigentlich vollständig der Natur entnommen, nur durch irgendwelche verblendeten “Tierfreunde” werden solche Bemühungen in schöner Regelmäßigkeit torpediert. Das ist für alle nicht positiv, aber diese Menschen fühlen sich moralisch erhaben, denn sie haben ja ein Leben gerettet. Nur zu welchem Preis?

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