ASP: Sachsen ermöglicht Einsatz von Schalldämpfern, Saufängen und Nachtzielgeräten

Um die Reduktion der Schwarzwildbestände zwecks Eindämmung des ASP-Risikos zu erleichtern, hat der sächsische Landtag entsprechende Änderungen des Sächsischen Landtags beschlossen. Im ursprünglichen Gesetzesentwurf war vorgesehen, “aus gesundheitlichen Gründen” den Einsatz von Schalldämpfern bei der Jagd zu erlauben, die “Fangjagd bei Schwarzwild befristet zuzulassen” sowie “eine Duldungspflicht für überjagende Jagdhunde einzuführen”. Nach der Expertenanhörung beschlossen die Abgeordneten überdies, “die Verwendungs- und Nutzungsverbote des § 19 Absatz 1 Nummer 5a des Bundesjagdgesetzes” (BJagdG) einzuschränken, “soweit die aufgeführten elektrischen und optischen Geräte der Nachtjagd dienen.” Der entsprechende Absatz des § 19 BJagdG beinhaltet u.a. das Verbot, “künstliche Lichtquellen, Spiegel, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles, Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen und für Schußwaffen bestimmt sind, Tonbandgeräte oder elektrische Schläge erteilende Geräte beim Fang oder Erlegen von Wild aller Art zu verwenden oder zu nutzen […]”.

Damit ermöglicht Sachsen die legale Verwendung von Nachtzielgeräten.

Wie dies aussehen soll, ergibt sich aus einem Abschnitt von Beschlussempfehlung und Bericht zu dem Gesetzesentwurf: So wandte die Afd-Fraktion ein, dass die “Verwendung von Nachtsichtgeräten […] nach Aussagen von Experten (auch in der Anhörung)  nur  kurzfristige  Vorteile  bringen würde,  da  es  einen  Gewöhnungseffekt  bei  den  Wildschweinen geben werde. In der Begründung zum Änderungsantrag der CDU/SPD (siehe Anlage  3)  sei  festgehalten:  „Durch  die  nun  vorliegende  Änderung  des  Sächsischen  Jagdgesetzes  wird  die  Möglichkeit  geschaffen,  in  bestimmten  Einzelfällen  und  unter  bestimmten Voraussetzungen zeitlich befristete persönliche Genehmigungen an einzelne Jagdausübungsberechtigte zu erteilen, Nachtziel-Vorsatzgeräte mit Adapter am Objektiv von Zielfernrohren ausschließlich zur Schwarzwildjagd zu verwenden.“ Aus Sicht der AfD-Fraktion sei es ein Widerspruch, dass es trotz Gesetz nur persönliche Genehmigungen geben solle.

Diskussion um Saufänge

Auch um die nicht nur in Jägerkreisen umstrittenen Saufänge gab es Diskussionen: Die LINKE kritisierte: “Mehrere Sachverständige hätten in der Anhörung die Ansicht vertreten, dass – sowohl in kleineren als auch in größeren Anlagen – eine tierschutzgerechte Fangjagd nicht möglich sei. Eine große Fangjagd sei zudem sehr personalintensiv und teuer. In der Diskussion um die ASP vermisse die Fraktion DIE LINKE insgesamt Maßnahmen der Biosicherheit. Genau dort müsse allerdings die Bekämpfung ansetzen. Es sei nicht sinnvoll, die Jäger und Jägerinnen zum „Schädlingsbekämpfer der Nation“ auszurufen. Es gebe Forderungen aus dem Kreise der Bauernverbände, 70% des Wildschweinbestandes abzuschießen. Dieser „Krieg im Wald“ sei eine absurde Überreaktion. Das Ziel sei im Übrigen gar nicht zu verwirklichen. Die Fraktion DIE LINKE fordere, dass stärker auf Biosicherheitsmaßnahmen gesetzt werde. Eine präventive Intensivierung der Jagd sei allerdings erforderlich.” SE

Beitragsbild: Beschlussempfehlung und Bericht des Gesetzes zur Änderung des Sächsischen Jagdgesetzes (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser PG für den Hinweis!

 

 

 

6 Gedanken zu „ASP: Sachsen ermöglicht Einsatz von Schalldämpfern, Saufängen und Nachtzielgeräten

  1. Mikka

    Sie leben hoch, hoch, hoch!!! Lieber LJVSN so sieht es aus wenn man von der amtierenden christlichen Regierung und den Ökojägern verarscht wird. Herzlichen Glückwunsch Herr Konrad, wieder gepennt. Würde sagen: so geht sächsisch! Auch wenn ich mich wiederhole, kein verantwortungsvoller Jäger wird mehr Sauen schießen als er konsumieren oder vermarkten kann. Hier hätte man ansetzten müssen. Warum gibt es keine staatlich gestützte Wildbretvermarktung, mit garantierten Preisen und garantierter Abnahme? Jetzt werden die Bauern wieder schreien, dass die Jäger ja alle Voraussetzungen haben um zu dezimieren. Der Streit ist perfekt. … auch hier wiederhole ich mich, es geht hier um Wildschadensvermeidung, nicht um die ASP-Prävention. Die kommt, aber auf sehr humane Art ;o)

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  2. Grimbart

    Wer kauft sich denn ein Vorsatzgerät für ein Heidengeld, wenn nicht sichergestellt ist, dass ich das Ding nicht auch langfristig einsetzen darf? Wenn es jetzt keine Gründe gegen den Einsatz mehr gibt, warum sollten die dann auf einmal wieder auftauchen? Werden reihenweise Straftaten begangen? Das klingt doch sehr nach Verar….. Ich persönlich werde mir so was nicht anschaffen. Habe diese Woche auch so schon zwei Frischlinge schießen können.

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  3. Schulz

    Der Anfang ist gemacht!

    Jetzt dürfen die größten Schweinemastbetreiber mal einen Pott zusammenschmeißen aus dem die Wärmebildzielgeräte gekauft und an die aktivsten Jäger verliehen werden
    Aus diesem Pott dürften auch mal Prämien für überdurchschnittliche jagdliche Aktivitäten bezüglich der Schwarzwildbejagung gestellt werden.

    Wenn der Wille da wäre gibts auch einen Weg…

    Nur ärgerlich für die Jäger in Deutschland die zu efektiv bezüglich der Sauenbajgung sind und die Sauen nun ein Bogen um deren Reviere machen…

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  4. Hogerrator

    WAHNSINN!

    Es rollt die totale Katastrophe für Land und Forstwirte, Grundbesitzer und auch Jäger auf uns zu und was machen die [Beitrag gekürzt, Netiquette beachten] mit 1 EUR 50 Pachtochwildrevieren? Nölen was das Zeug hält. Wie immer!
    “Waidgerechtigkeit!”
    “Fallen lehnen wir ab!”
    “Wer zahlt das wenn ich mir kein Nachtsichtgerät leisten kann, der Nachbar aber schon?”
    “Die anderen sind Schuld!”
    “Die Wölfe!”
    “Die LKW Fahrer!”
    “Was sollen wir da schon gross tun?”

    Offensichtlich haben da viele [Beitrag gekürzt, Netiquette beachten] den Schuss noch nicht gehört!

    Wenn die Pest da ist, darf 15 km drumrum kein Baum mehr verkauft werden. Kein Vieh geweidet. Kein Fleisch verkauft. Kein Wald betreten und auch keine Wildsau verkauft werden. etc. etc. etc.

    Aber kein Problem, “ich hab ja Wildschadenspauschale!” und Zwangsbejagung lehne ich ab. Sprachs, stieg in seinen Suzuki und fuhr zum Beobachten…

    Es ist ein Armutszeugnis für die Jagd, dass diese Typen selbst im Vollflug 100m vor der Wand ihren Arsch nicht hochbekommen und denken das geht an uns vorrüber.

    Wenn wir die Schweinepest bekommen, dann weiss ich wo die Schuldigen und ewig Besserwissenden sitzen an den Hegeringstammtischen! Und dann mache ich es mir zur Lebensaufgabe diese miesen kleinen Mitesser mit Wildschadensklagen zu überziehen bis sie Insolvenz anmelden und Ihre Kanonen gepfändet werden.

    Bekommt endlich den Hintern hoch! Dass der sächsische Staat schneller war als die Jäger ist schon Schande genug.

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  5. Harald Will

    “Tja, die Jägerschaft, dass sind nun mal gut betuchte, Wildbrünstige – geile Schießer, die alles machen und tun, damit sie ihr Stück Freiheit behalten dürfen”?
    Sie sammeln die toten Tiere von der Straße, zahlen Steuern (zumindest in vielen BL) bis zum abwinken, sind als “Unternehmer mit staatlich verordnetem Negativertrag Zwangsmitglieder in der Berufsgenossenschaft”, haben einen staatlichen Auftrag die Natur zu regulieren und zahlen dafür Geld, werden ruck- zuck zum Straftäter- wenn die Ehefrau den Code vom Waffenschrank kennt und “diese kleine mieser Minderheit”- Mal so und Mal so- sind Spielball der Lobbyisten und der Politik- Sie tun es aus Leidenschaft!
    Nun gibt es allerdings zwei Arten dieser Minderheit (sicher gibt es noch mehr). Die einen die ihren Wildbestand hegen und pflegen wie es Mutter Natur uns in der heutigen Zeit uns auferlegt und dann gibt es die “Fürsten” über Allem, teilweise selbst Lobbyisten, die Wild züchten und einmal jährlich zur höflichen Jagd laden. Von denen genutzt gibt es die Untergruppe der mit 40 cm bewaffneten Hirschfänger Rambo`s, die das gerne tun. Da wird es doch nun kein Problem sein, vorübergehend mal 3 oder 4 Tsd. € auszugeben, um mal richtig “wilde Sau zu spielen” oder ? Hinterher, können die Geräte auf dem Flohmarkt vertickert werden. Die Riesenflöten an dem Mündungen der Waffen und Wärmebildtechnik versetzen den Einen oder Anderen der Zunft in Gamo gekleidet gar in den Kriegszustand- gedanklich. Oder wenn der Wolf, der die ASP “ja überhaupt übertragen kann oder wenn denn nur in geringem Maße”, der Stadtmenschen überdrüssig ist, darf denn eben diese Minderheit die Nachtsichttechnik wieder benutzen, also anschaffen, nicht vertickern, man weiß ja nie wozu die Minderheit im nächsten Winter gut ist ? Aber Vorsicht- denkt an die Wildkameras ? Ruck – zuck- ist die Minderheit wieder “Straftäter”- wenn diese beim ableuchten der Felder den Vermehrungsakt eines Homo Sapiens Paares entdeckt und dieses sich gestört fühlt.
    “Könnte gar gesellschaftliche Folgen haben, denn es würde die Vermehrungsrate gerade beim jetzt verhandeltem erhöhten Kindergeld gestört werden”. Da die Spaltung zwischen “Stadtmensch und Landmensch” so groß geworden ist (die einen sind die Bambi Jünger- die mit 140 auf der Landstraße langefegen und die anderen sind die Bambi Töter) könnte das fatale Folgen haben. Also- ran an die Sauen, die für das “Menschen gemachte Problem” herhalten müssen. Weiter so liebe Politik, nutzt die Minderheit vor allem nicht dafür die Natur wirklich zu hegen und zu pflegen, sondern dafür das ihr wiedergewählt werdet. “Den Lobbyisten und Züchtern unserer heimischen Wildarten sei gesagt, es wäre schön, ihr würdet von der Natur noch schneller eingeholt, als es derzeit der Fall ist”.

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  6. Mikka

    @ Hogerrator

    Wenn Sie dann mit Ihrer Lebensaufgabe fertig sind Hogerrator, können Sie sich sofort der nächsten stellen. Machen Sie den Jagdschein (geistige Eignung vorausgesetzt).
    Ein solcher Beitrag, wie der von Ihnen sollte Beispielhaft für die ganze politische Diskussion stehen. Beispielhaft für die von Ihnen beschriebene Klientel an Jäger, aber auch Beispielhaft für Reaktionen Ihrerseits, die einfach nicht nachzuvollziehen sind! Bitte, Bitte erwerben Sie sich Wissen und setzten es vernünftig um. Probleme können nur gemeinsam gelöst werden. GEMEINSAM an der BASIS! Dort geht es Los. Der politische Rahmen muss für alle Beteiligte Voraussetzungen zur bestmöglichen praktischen Lösung bieten.
    Schalldämpfer schießen nicht mehr Schweine, Nachtzielgeräte verlagern das Problem, überjagende Hunde helfen dem Jagdveranstalter, nicht dem Hundebesitzer der im Nachbarrevier evtl. jagdrechtliche Konsequenzen zu fürchten hat und Saufänge sind nicht tierschutzkonform.
    Die Jäger haben keine Schweine in die Felder gekippt, Sie werden helfen, wenn man zusammenarbeitet. Dabei helfen solche Kommentare wie von Ihnen sicherlich nicht weiter!

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