ASP rückt näher, FLI aktualisiert Risikobewertung

Die polnischen Behörden haben dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aktuell acht weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) innerhalb der bestehenden Restriktionszone in Polen gemeldet. Zwei der viruspositiven Kadaver liegen 32 respektive 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Aufgrund der neuen Entwicklung in Westpolen hat das Friedrich-Loeffler-Institut /Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit seine Risikobewertung zur ASP am 23.12.2019 aktualisiert.

Mit Blick auf das aktuelle Ausbreitungsgeschehen der Tierseuche in Polen hatten sich sowohl Bundesministerin Julia Klöckner als auch Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens vor Weihnachten mit Schreiben an die zuständigen Minister sowie Staatssekretäre in den Bundesländern gewandt. Darin bitten sie die Länderkollegen, weiterhin wachsam zu bleiben und ihre Bemühungen zur Verhinderung eines Seucheneintrags durch alle geeigneten Maßnahmen, insbesondere auch jagdliche Maßnahmen, zu intensivieren.

Neben den Bundesländern steht das BMEL auch seit langem und kontinuierlich mit den zuständigen polnischen Behörden in Kontakt. Am 13. Dezember fand ein deutsch-polnisches Treffen auf Ebene der Amtsveterinäre. Ziel des Austausches zwischen Polen und Deutschland ist es, ein Übereinkommen zur technischen Koordination der ASP-Prävention, Bekämpfung und Tilgung zu treffen.

Vereinbart wurden die folgenden Punkte:

+ Auf beiden Seiten der Grenze werden Risikozonen von mindestens 8 bis 15 Kilometer eingerichtet, in denen die Jagd so ausgeübt werden sollte, dass dadurch keine Intensivierung der Wildschweinbewegungen herbeigeführt wird (geeignet wären z.B. Fallenjagd oder Ansitzjagd).
+ Der Austausch von Daten zwischen dem Friedrich Loeffler Institut – Bundesinstitut für Tiergesundheit und dem Nationalen Veterinärinstitut in Pulawy wird intensiviert.
+ Aspekte einer gemeinsamen Jagdstrategie auf beiden Seiten der Grenze wurden diskutiert. Diese sollen unter Berücksichtigung der nationalen Rechtsvorgaben und Bedingungen weiter ausgearbeitet werden.
+ Die Arbeitsgruppe empfiehlt, dass die Jagdorganisationen beider Länder beim Wildschweinmanagement in den Risikogebieten noch stärker zusammenarbeiten.
+ Das nächste Treffen wird im Januar 2020 in Warschau stattfinden, dann auf Ebene der Chef-Veterinäre (CVOs – Chief Veterinary Officers) beider Länder.

Ausführliche Informationen zu Präventionsmaßnahmen, zur Informations- und Aufklärungskampagne des BMEL und zur Vorbereitung auf den Ernstfall finden Sie in dem Online-Dossier: https://www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/_texte/ASP.html

Kernpunkte hieraus sind:

+ Das BMEL informiert diejenigen, die häufig zwischen von ASP bei Wild- oder Hausschweinen betroffenen Ländern und Deutschland reisen. Dies richtet sich gezielt an Jäger, Landwirte sowie Fernfahrer und Reisende durch Auslagen in verschiedenen Sprachen in Zügen, durch Plakate auf Raststätten und über Informationsbroschüren. Das BMEL butzt unter anderem auch die Internetseite des Ministeriums mit Downloadangeboten und Bestellmöglichkeiten von Informationsmaterialien sowie unsere Social Media Kanäle.
+ Über das Bundesverteidigungs- und das Bundesgesundheitsministerium wurden auch die Bundeswehr und Pflegekräfte sensibilisiert, die häufig innerhalb Europas grenzüberschreitend unterwegs sind.
+ Das BMEL weist außerdem regelmäßig darauf hin, dass die Sicherheitsmaßnahmen der Schweinhaltungshygiene- Verordnung in Betrieben strikt eingehalten werden müssen (eine übersichtliche Grafik finden Sie hier: https://www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/_texte/Stallposter.html)

Auch dazu haben wurden vom BMEL Materialien breit verteilt und den Betrieben zur Verfügung gestellt.

Das BMEL erklärt: “Wir haben aber nicht nur massiv in Aufklärungsmaßnahmen investiert. Wir sind auch auf den Ernstfall vorbereitet und haben insbesondere gemeinsam mit den für die Maßnahmen zuständigen Ländern das Tiergesundheit- und das Jagdrecht optimiert, um im Ausbruchsfall die Tierseuche in der Wildschweinepopulation einzudämmen.” PM

Beitragsbild: Aktualisierte Risikobewertung des FLI zur ASP (Screenshot, Ausschnitt)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.