“Arche Noah auf Lastwagen”

Trophäenjäger finanzieren Wiederbesiedlung von Nationalpark in Mosambik mit Wildtieren

Elefanten, Kudus, Impalas, Zebras, Büffel, Eland-Antilopen und viele mehr – vollkommen zu Recht spricht die englische Tageszeitung Guardian von einer “Arche Noah auf Rädern.” Ins Rollen gebracht hat diese Arche der deutschstämmige Unternehmer Wilfried Pabst, der in Simbabwe die Sango Wildlife Conservancy betreibt. Sango ist eine Jagdfarm, deren Naturschutz-Ziele durch nachhaltige Nutzung finanziert werden. 6000 Wildtiere wird Pabst in den kommenden sechs Jahren spenden, um damit die Wiederbesiedlung des vom Bürgerkrieg im benachbarten Simbabwe verwüsteten Zinave Nationalparks mit Wildtieren zu ermöglichen. Ein Projekt, das ohne die “big-spending hunters”, die viel Geld im Land lassenden Großwild- und Trophäenjäger nicht möglich wäre, wie der Guardian feststellt. Das Vorhaben wird unterstützt von der Peace Park Foundation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Großschutzgebiete in Afrika über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen.

Pabst erklärt gegenüber dem Guardian, dass er keinerlei Profit aus der Wildtier-Schenkung zieht. Die Sango Wildlife Conservancy finanziere sich zu etwa 60 Prozent aus den Einnahmen, die die Trophäenjagd generiert, 30 Prozent schießt Pabst aus eigener Tasche hinzu. In Sango kommen im Jahr etwa 200 Tiere zur Strecke – das entspricht 0,2 bis 1 % der Population, oder, wie Pabst sagt, ein Zehntel von einem Prozent der zirka 200.000 Säugetiere in Sango. Ohne die Trophäenjagd könne Sango nicht überleben, erklärt Pabst, würde sie verboten, was viele NGOs in Simbabwe anstreben, würde Sango innerhalb weniger Monate das Geld ausgehen und die verbleibenden Tiere innerhalb eines Jahres Wilderern zum Opfer fallen.

Der sehr lesenswerte Artikel im Guardian setzt sich sehr ausführlich und differenziert mit den Pros und Cons der Trophäenjagd in Afrika auseinander. Leseempfehlung.

Weitere Informationen über Wildfried Pabst in deutscher Sprache gibt es hier oder auch hier. Es erscheint mir bezeichnend, dass ausgerechnet die öffentlich-rechtlichen Sender sich mit einem vor Sozialneid und Ressentiment nur so triefenden Beitrag hervortun. Unverständlich, dass diese Art von voreingenommenem und unausgewogenem Schrott-Journalismus mit Zwangsgebühren-Milliarden gemästet wird. SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen und verlinkten Artikels im Guardian. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

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