Angeblicher weiterer Wolfsangriff auf Pferde

Wenige Tage nach einer Wolfsattacke auf ein Islandpony-Fohlen, meldet mopo24, der Online-Ableger der Boulevard-Postille Morgenpost, einen vermeintlichen Wolfsangriff auf Großpferde. Die Stimmung auf Pferdeportalen im Internet und auf Facebook kocht daraufhin erwartungsgemäß hoch. Dabei wirft der Beitrag auf mopo24 Zweifel auf – über die grundsätzliche Skepsis hinaus, die jede Veröffentlichung in diesem Medium verdient. So sollte man wissen, dass der in dem Beitrag erwähnte Frank Feimann angestellter Berufsjäger und “Anti-Wolfs-PR-Frontsoldat” des Unternehmers und Eigenjagdbesitzers Ewald Kösters ist, der kürzlich in Rheine im Emsland ein von manchen Medien abfällig als “Wolfshassersymposium” bezeichnetes Event organisierte.

Die Verletzungen des Pferdes sehen für mein laienhaftes Verständnis eher nach Hundeattacke aus – warten wir das Ergebnis der offiziellen Untersuchungen ab. Doch Wölfe sind ja bekanntlich darauf angewiesen, Beutetiere zu reißen, um zu überleben. Würden sie sich dabei derart blöd anstellen, ein ausgewachsenes Großpferd ins Hinterbein (des Hottehüs gefährlichste Waffe!) zu beißen, dann wären sie vermutlich längst ausgestorben. Auch die zweite dokumentierte Bissverletzung im Schulter-Hals-Bereich ähnelt nur sehr entfernt einem professionellen Kehlbiss à la Isegrimm. Mag sein, dass ein übermütiger Jungwolf sich hier mal ausprobiert hat – besonders wahrscheinlich kommt mir das nicht vor.

Sicher bin ich mir aber, dass es der Jägerschaft als vermeintlichen Natur- und Artenschützern nicht gut ansteht, sich an unseriöser Anti-Wolfs-Propaganda dieser Art zu beteiligen. SE

Beitragsbild: Die Headline auf mopo24, Copyright: mopo24

Ein Gedanke zu „Angeblicher weiterer Wolfsangriff auf Pferde

  1. Andersen, Barb

    Auch Wölfe müssen das Jagen üben. Wenn sie eine neue Tierart reißen stellen sie sich halt noch “ungeschickt” an.
    Auch an die Hinterbeine gehen sie. Wollen das Tier am Flüchten hindern. Also durchaus können Wölfe versucht haben hier den Speiseplan zu erweitern.
    Und außerdem ist der natürliche Feind des Pferdes der Wolf. In Portugal gibt es Wildpferde die bis zu 80 % die Wolfsbeute ausmachen.

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