Als Wolf leben…

In der Regel möchte man ja lieber nicht wissen, was die Leute in ihrer Freizeit so treiben, mit denen das Berufsleben einen unter das selbe Dach, in das selbe trostlose Büro zwingt, nicht wahr? Eine eindrucksvolle Bestätigung für diese These liefert ein gewisser Lukas Lupus auf Zeitonline. In diesem Fall sind damit jedoch derart aufschlussreiche Einblicke in das Innenleben gewisser Wolfsfreunde verbunden, so dass wir leider nicht umhin kommen, uns der wölfischen Existenz dieses jungen Mannes zu widmen. Lukas Lupus ist 31 und betreut als Informatiker in einem internationalen Unternehmen die IT-Technik für 1000 Angestellte. Wir stellen ihn uns folglich blass, unsportlich und leicht adipös vor. Wenn Lukas nach Hause kommt, verwandelt er sich in Lupus, sein Wolfs-Ich. Schon mit 17 habe er sich für Hunde und Wölfe interessiert und dabei festgestellt, dass er selbst ein Wolf sein will. Ist ja heutzutage kein Problem, auch wenn man sich noch nicht zum Wolf umoperieren lassen kann: Er schnallt sich die wölfische Gummimaske vors Gesicht und macht es sich auf seiner Fleece-Decke gemütlich. So könne er “komplett runterfahren”, müsse nicht überlegen, was noch zu tun ist und ob er alle Rechnungen bezahlt hat. Ganz wie ein Wolf eben.

Wenn er allerdings bekennt, dass er sein Abendessen gelegentlich “aus dem Napf” zu sich nehme und auch schon mal Hundefutter probiert habe, stellen sich leise Zweifel ein, ob Lukas alias Lupus mit der wölfischen Lebensweise wirklich so vertraut ist. Aber das ist vielleicht besser so, sonst versucht er nachher noch, einem Schaf im Tierpark die Kehle durchzubeißen, und dann ist Schluss mit lustig. Immerhin hat er sich sogar chippen lassen und die Nummer bei Tasso registriert, das erleichtert die Ermittlungsarbeit im Falle eines Rissvorfalles bestimmt ungemein.

Lukas Lupus ist nicht allein. Zumindest nach Feierabend lebt er in einer Art Rudel. “Petplay” heißt der neue Trend, dem er frönt und der kommt, natürlich, aus den USA. Auf Petplay-Partys schmeißt sich Lukas dann voll in Lupus-Schale, mit Latex-Ganzkörper-Wolfsanzug, Wolfs-Gummimaske und Latexpfoten stromert durch den Garten, übt Sitz und Platz und apportiert Stöckchen. Ob er auch sein Revier markiert?

Momentan sei er Single, räumt LL bedauernd ein, seine Ex-Freundin konnte mit Petplay nichts anfangen. Er hätte aber gern wieder ein Herrchen oder Frauchen, dass dann auch beim Anlegen des Wolfskostüms helfen könnte. Das wird bestimmt nicht ganz einfach, werden manche jetzt denken. Aber, Lukas Lupus, du bist nicht allein, es gibt viele wie Dich. Gerade in den großen Städten eint die Bevölkerung bekanntlich diese tiefe Sehnsucht nach Natur, nach Wildnis, nach dem Wölfischen in uns. Du wirst etwas Neues finden, vielleicht eine nette Lupine… SE

Beitragsbild: So schön kann Petplay sein – Pony-Girl Ivy auf der Folsom Street Fair 2005. Autor: Pretzelpaws, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

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