Agrarsubventionen: Empfängerliste veröffentlicht

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat eine Liste der Empfänger von EU-Agrarsubventionen im Internet veröffentlicht. Die EU-Agrarsubventionen sind als gigantische “Umverteilung von unten nach oben” umstritten. Viele landwirtschaftliche Betriebe wären ohne die Beihilfen wirtschaftlich jedoch nicht überlebensfähig. Die Subventionen für Landwirte machen ca. 40 Prozent des EU-Haushalts aus, nur für die Direktzahlungen an die Landwirte wendet die EU mehr als 40 Milliarden Euro auf. Größter Profiteur der Beihilfen ist in Deutschland indes der Staat. Denn da auch der Küstenschutz gefördert wird, streichen Kommunen und Landesbehörden für die Pflege der Deiche nach Informationen der FAZ zweistellige Millionenbeträge ein. Aber auch Naturschutzvereine wie die “Grüne Liga Hirschstein e.V.”, die 2.296.955,50 Euro vereinnahmte, kassieren kräftig mit.

Unter den landwirtschaftlichen Betrieben sacken Großbetriebe in der DDR – von Investoren aufgekaufte ehemalige Volkseigene Betriebe (VEB) – die größten Summen ein. 220 Betriebe kassieren Beihilfen in Höhe von mehr als einer Million Euro. Unter den Bezuschussten finden sich nach Informationen der FAZ auch Farmen hochrangiger Bauernfunktionäre: Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes nahm demnach 83.000 Euro an Zuschüssen für seinen Hof mit, sein Vize Werner Schwarz immerhin 128.000 Euro, die ehemalige LPG Agrofarm Knau kassierte unter der Führung des sächsischen Bauernpräsidenten Wolfgang Vogel 775.187,50 Euro vom Staat. Mit der Suchfunktion auf der Internetseite des BLE lassen sich die Subventionen für bestimmte landwirtschaftliche Betriebe gezielt ermitteln – eine wertvolle Argumentationshilfe für den Jäger, wenn es um Wildschadenszahlungen geht.

Die Direktzahlungen der EU an die Bauern werden pro Hektar bewirtschafteter Fläche gezahlt, in Deutschland durchschnittlich 344 Euro pro Hektar. Allerdings kriegen laut FAZ 80 Prozent der Landwirte in Deutschland weniger als 5000 Euro, was gerade einmal 16 Prozent der Gesamtzahlungen entspricht. Die Kleinbetriebe sind oft mit dem bürokratischen Aufwand für die Antragsprozeduren der EU-Beihilfen überfordert. Wie die FAZ berichtet, hatte sich die Bundesregierung “lange unter Berufung auf den Datenschutz gegen die von der EU beschlossene Veröffentlichung gesperrt.” SE

Beitragsbild: Die EU-Agrarbeihilfen-Suchfunktion auf der Homepage des BLE, Copyright: BLE

 

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