Agrarministerkonferenz: Zügige Bleifrei-Lösung gefordert

Bleifrei kommt – davon ist nach den Verlautbarungen auf der Agrarministerkonferenz, die am 3. und 4. April in Cottbus stattfand, auszugehen: “Die Länder sind sich einig, dass eine zügige Novellierung des Bundesjagdgesetzes erfolgen muss mit dem Ziel des Verbotes bleihaltiger Jagdmunition bei Gewährleistung einer zuverlässigen tierschutzgerechten Tötungswirkung, heißt es in einer Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommerns (MV). „Es ist für mich wichtig, dass Wildbret als Lebensmittel zu 100 % bleifrei sein muss. Es besteht für mich die Hoffnung, dass der Bund schnell entsprechend handeln wird“, so fasst MV-Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD), die Auffassung der Konferenzteilnehmer zusammen. Wer nach diesem Statement noch einen größeren Vorrat herkömmlicher Bleimunition anlegt, ist selber Schuld.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) reagierte auf die Forderung nach einer zügigen Änderung des Bundesjagdgesetzes mit einem Appell an die Bundesregierung, “wissensbasiert zu agieren und die Erkenntnisse der Tagung „Wild – gut erlegt?“ des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) konsequent umzusetzen.” „Wir brauchen eine optimale Tötungswirkung von Jagdbüchsenmunition und den minimalsten Materialeintrag ins Wildbret“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe.

Ein auf der BfR-Tagung vorgestelltes Gutachten der Fachhochschule Eberswalde zur Tötungswirkung von Jagdmunition komme zu dem Schluss: Auf dem Markt gibt es Jagdbüchsenmunition unterschiedlicher Materialien, die nicht tierschutzgerecht tötet. Der DJV fordert deshalb den Gesetzgeber dringend auf, neue Kriterien für die Tötungswirkung im Bundesjagdgesetz festzuschreiben. „Tierschutzgerechtes Töten ist für uns Jäger ein unverrückbarer Grundsatz“, so Dr. Bethe in einer Pressemeldung des DJV.

Die auf der Tagung „Wild – gut erlegt?“ vorgestellte Lebensmittelsicherheitsstudie (LEMISI) des BfR habe gezeigt, dass auch sogenannte bleifreie Munition geringe Mengen Blei ins Wildbret eintragen könne. Der DJV fordert deshalb innovative Geschosse, die den Bleieintrag ins Wildbret minimieren und gleichzeitig die Tötungswirkung maximieren. Dabei könne laut DJV für die Politik nur das ALARA-Prinzip gelten: Den Bleieintrag ins Wildbret so niedrig halten wie vernünftigerweise erreichbar (ALARA: „as low as reasonably achievable“). Nach dem Votum der Agrarministerkonferenz sei der Bundesgesetzgeber jetzt gefordert, Klarheit zu schaffen und Tierschutz, Verbraucherschutz sowie Anwendersicherheit zu gewährleisten.

Afrikanische Schweinepest: Geeignete Bejagungsstrategien entwickeln

Ein weiteres Thema auf der Agrarministerkonferenz stellte die Afrikanische Schweinepest (ASP) dar: Aktuell ist die Gefahr des Eintrages der ASP nach Deutschland gegeben, da an der östlichen EU Außengrenze diese Tierkrankheit aufgetreten ist. „Wir müssen gewappnet sein und ich sehe insbesondere den Bund in der Pflicht, weitere vorbereitende Maßnahmen zur Verhinderung eines möglichen Eintrags der ASP nach Deutschland vorzunehmen und eine umfassende koordinierende Funktion zu übernehmen“, betonte Minister Backhaus.

Die AMK sieht die Notwendigkeit, die Forschungsaktivitäten zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen die ASP voranzutreiben. Ebenfalls sei es nötig, geeignete Bejagungsstrategien zu entwickeln um die Ausbreitung der ASP im Wildschweinebestand, sofern diese ausgebrochen ist, zu verhindern. „Es ist sehr schwierig, die Wildschweine so zu bejagen, dass sie durch die Jagd nicht durch die Gegend getrieben werden, und das Virus dann erst recht verbreiten. Hier brauchen wir ganz dringend Lösungen“, unterstrich Backhaus. PM DJV/LUMV/SE

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