Afrikaner kritisieren deutsche Naturschützer

Die unreflektierte neokolonialistische Attitüde deutscher Naturschützer ruft in Afrika immer schärfere Kritik hervor. In der Allgemeinen Zeitung Namibia (AZ) bringt Redakteur Frank Steffen den Unmut vieler Opfer hiesiger Besserwisserei auf den Punkt: “Ob sich manche Naturschützer wirklich Gedanken zur praktischen Ausführung des nachhaltigen Naturschutzes machen?” fragt sich Steffen in seinem Kommentar “Namibia braucht die Jagd” (Registrierung erforderlich) und regt an, “einfach mal versuchen, Vorstellungen und Überzeugungen mit der Realität in Verbindung zu bringen.”

Die Anti-Jagd-Lobby Deutschlands versuche, einen pauschalen Importstopp aller Trophäen zu erwirken. Das ist anmaßend und kontrakproduktiv, nicht nur, weil Afrika “im Gegensatz zu Europa, Amerika, Asien und weiteren Gegenden der Welt […] viel seines Naturlebens” erhalten hat. Außerdem müsse Afrika “wirtschaftlich sinnvolle Lösungen finden, die es den Einwohnern interessant machen, den Tieren den nötigen Platz zu gewähren.” Völlig zu Recht stellt Steffen fest, dass Namibia auf diesem Gebiet seit vielen Jahren eine Führungsrolle eingenommen hat, und dass es gerade Gäste- und Jagdfarmen sind, die die nachhaltige Nutzung des Wildes zu ihrem Anliegen machen: Die vielen kommunalen Hegegebiete, so der Autor, sollten den Lobbyisten klar machen, “dass es hier Menschen gibt, die den Naturschutz ernst nehmen.” Gerade der Vergleich zu Ländern wie Kenia, die auf Betreiben angeblicher und selbst ernannter Naturschützer die Jagd weitgehend verboten haben und in der Folge gewaltige Rückgänge an Wildtieren und Habitaten zu beklagen haben, sollte noch den verbohrtesten Ideologen nachdenklich werden lassen.

In einem ordentlich verwalteten Hegegebiet müssten die Eigentümer die ökologische Rolle der Natur übernehmen und die Anzahl der Tiere reduzieren, meint der Kommentator. Solange die Jagd ethischen Grundregeln folge, “sollte sich die Anti-Jagd-Lobby lieber für das Einhalten der Regeln einsetzen, anstatt den Trophäenhandel gänzlich zu verbieten.” Denn der Schutz der Natur müsse es auch den Leuten vor Ort ermöglichen, wirtschaftlich zu überleben.

So einsichtig das alles scheinen mag: Es genügt ein Blick auf Deutschland – Stichwort sind z.B. Fallenjagd, Kormoran, Prädatorenmanagement – um zu wissen, dass der Appel aus Afrika ungehört und unverstanden an den ideologischen gefestigten Betonköpfen der Anti-Jagd- und Tierschutz-Lobby abprallen wird. SE

Beitragsbild: Headline des Artikels “Namibia braucht die Jagd” in der AZ. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

 

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